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Archiv verlassen und diese Seite im Standarddesign anzeigen : Wie gewinne ich meine große Liebe zurück in meiner Situation (bettlägrig, 35 Jahre al



CmdrBrain
30.12.2012, 18:44
Hallo,
ich weiß nicht, ob ich bei ihnen richtig bin, aber ich fange einfach mal an.

ich bin 35 jahre, habe muskeldystrophie duchenne, bin bettlägrig und habe einen luftröhrenschnitt wodurch ich 24h am tag beatmet werde. daher kann ich auch nicht sprechen. ich wohne in einer eigenen wohnung. ich werde 24h am tag durch einen intensiv-pflegedienst betreut. im mai 2011 habe ich dort eine pflegerin (auch 35) kennengelernt und seit novomber 2011 bin ich mit ihr zusammen und wohnte ich mit ihr zusammen. trotzdem war der pflegedienst 24h am tag anwesend, zwar in einem extra raum, aber halt tag und nacht da. meine lebensgefährtin kann mich zwar auf grund ihrer ausbildung (altenpflegerin, hat mich fast ein jahr bei meinem pflegedienst versorgt, bis es hieß sie dürfte es nicht mehr wegen lebensgefährtin, wodurch sie dann letztendlich gekündigt wurde) auch versorgen (absaugen usw.), jedoch muss sie arbeiten, daher brauchen wir trotzdem einen pflegedienst, auch für die zeit wo sie nicht arbeiten muss, da es zuviel wäre, wenn sie neben der arbeit noch mich versorgen müsste. meine krankheit befindet sich in einem sehr weit fortgeschrittem stadion.

durch die ständige anwesenheit des pflegedienstes kam es oft zu problemen. seit juli 2012 war meine lebensgefährtin arbeitslos, da ich zu dem zeitpunkt auf intensivstation war und ihr arbeitgeber kein verständniss dafür hatte, dass sie in der zeit bei mir sein wollte (da ich in einem sehr kritischem zustand war), als zu arbeiten! von da an hat sie viel getrunken, etwas depressiv geworden. sie hat dadurch viele sachen nicht auf die reihe bekommen, wie nachts zu schlafen, den haushalt, sich eine neue arbeit zu suchen, arbeitslos zu melden, blieb oft nachts lieber im auto, usw.! oft kamen so aussagen wie: "die liebt ihn gar nicht!" oder "sie nutzt ihn eh nur aus, damit sie hier wohnen kann und das auto benutzen kann!".
der pflegedienst wusste immer genau bescheid wann und was meine lebensgefährtin gemacht hat, wann sie das haus verlassen hat und sie wieder kam. das wurde auch schön immer in jeder dienstübergabe weiter erzählt! mit anderen worten, sie wurde überwacht! daher gab es viel theater seitens des pflegepersonals, was sie dann noch als hilfe angesehen haben! daher ist sie öfter mal weggeblieben, um etwas alleine zu sein; das wurde auch kritisiert! in der zeit war ich auch öfter sehr krank, sodass es teilweise sehr kritisch um mich stand!

in letzter zeit war meine lebensgefährtin am wochende sehr oft weg und in der woche hat sie sich in ihr zimmer (ohne tür, nur mit vorhang abgeschottet) zurück gezogen! am 30.10.2012 kam sie, nachdem sie für mich beim arzt war, nicht mehr nach hause. nach drei wochen, ohne etwas von ihr zu hören, hat sie sich, nachdem ich die polizei eingeschaltet hatte, gemeldet. sie war bei einer freundin. am freitag kam sie dann wieder und teilte mir mit sie könnte das alles nicht mehr, also immer fremde menschen um sie herum und keine privatsphäre, außerdem würde ihr die verantwortung mit mir zu viel, weil sie schon probleme hat für sich selbst die verantwortung zu übernehmen und ihr eigenes leben in den griff zu bekommen!deswegen möchte sie nicht mehr hier wohnen! sie ist jetzt wieder bei ihrer freundin und sobald sie wieder geld verdient möchte sie eine eigene wohnung haben!
ich bin total verzweifelt! Ich liebe sie noch so sehr, ich brauche sie! Versuche schon seit einer woche damit klar zu kommen, aber es geht nicht!
Ich weiß nicht, wie ich ohne sie klar kommen soll! Durch sie habe ich meinen lebensmut nicht verloren. Durch sie hatte ich überhaupt abwechslung gehabt, spaß gehabt, jemanden gehabt der mir geholfen hat und mich in den arm genommen hat, wenn es mir schlecht ging und der mich geliebt hat! Jetzt besteht mein leben nur noch aus schlafen, pflege, dahin vegetieren und schmerzen (die scheiss schmerzpflaster helfen auch nicht)

Sie hat auch viel falsch gemacht und sich oft komisch verhalten! Aber ist auch alles sehr schwer mit der sache mit klar zu kommen! Ständig hieß es: „wenn mein mann so krank wäre, dann würde ich …“! finde es anmaßend behaupten zu wollen man wüsste genau wie sie sich fühlt und genau zu wissen wie man sich in unserer situation sich verhalten würde bzw. noch besser, sich zu verhalten hat! Sie hat auch dadurch in letzter zeit auch viel getrunken! Der druck war einfach zu viel!

Wieso mussten die sich einmischen? Und das einmischen und den ständigen druck haben die auch noch als hilfe bezeichnet! Die haben sie dadurch vertrieben und freuen sich noch darüber,dass sie weg ist!?

Was soll ich machen? Ich möchte meine (ex) wieder haben, nur wie?
Das problem ist, dadurch das sie nicht da ist, ich nicht weiß wo sie ist und der tatsache, dass ich bettlägrig bin und nicht sprechen kann, bleibt mir nur die möglichkeit ihr sms zu schreiben, allerdings hat sie kein guthaben mehr, also kann sie nicht zurückschreiben (und da sie noch immer keinen job hat, kann sie sich kein guthaben leisten)!
Wie soll ich mich verhalten? Soll ich versuchen ihre Liebe zurück zu erobern, aber wie mit meinen eingesxhränkten möglichkeiten, nur sms schreiben zu können?!

Meine Mutter hatte letzten Montag mit ihr telefoniert! Sie hörte sich sehr schlecht und sehr unglücklich an! War noch immer nicht in der lage einen job zu finden (aber eher aus psychischen problemen und nicht aus faulheit) und sie hörte sich mehr so unentschlossen an, was ihre gefühle für mich und ihren wunsch das erstmal alles alleine schaffen zu wollen, anbetrifft! Sie wohnt noch bei ihrer freundin, wird aber nur noch geduldet, da sie kein geld hat! Sie wollte mich diese woche besuchen kommen, aber seit dem telefonat habe ich nichts mehr von ihr gesehen und gehört!
Ich brauche driingend euren rat, was soll ich machen?

Lg,
andre

Steffi2
30.05.2013, 00:09
Lieber Andre

Lass den Kopf nicht hängen! Deine Freundin hat sich in Dich verliebt, das will etwas heissen! Sie hat ihre Leben, ihre Stelle aufgegeben für Dich, daran kannst Du sehen, wie tief ihre Gefühle waren. Nur: Sie ist 35 Jahre alt und will vielleicht einmal Kinder haben, sie sieht, wie die anderen eine Beziehung führen und wie Ihr Eure Beziehung auf Grund Deiner Krankheit führen musstet. Das hat sie wohl in einen tiefen Zweispalt geworfen. Weil sie diesen nicht lösen konnte, wurde sie depressiv und bekam Probleme. Ich glaube nicht, dass sie Dich nicht mehr liebt, sondern dass sie verzweifelt ist. Vielleicht hat sie gedacht, dass ein wenig Abstand gut tut, um einen klaren Kopf zu bekommen und das Leben wieder anzupacken.

Als Ihr Eure Beziehung begonnen habt, war nicht klar, dass ein andere Pflegedienst Deinen Freundin ablösen wird. Sie hat sich das sicher anders vorgestellt. Sie wollte Dich weiter pflegen und für Dich da sein, aber alleine. Tatsächlich hattet Ihr keine Privatsphäre, so etwas ist nicht auszuhalten. Die Ueberwachung durch den fremden Pflegedienst ist einen Frechheit , so etwas würde ich auch nicht aushalten. Niemand hat sich in Eure Beziehung einzumischen. Du hättest den Anbieter wechseln sollen oder klare Ansagen machen.
Gib Deiner Freundin Zeit, wenn Du so von Ihr abhängst, bekommt sie nur Schuldgefühle, und die sind einer Beziehung abträglich. Versuche nach einer Weile Ihr vorzuschlagen, dass Ihr einfach Freunde bleibt und sie Dich ab und zu besuchen kommt. Das wird sie verkraften können trotz anwesender Pflegeperson und Dir bleibt sie als Freundin erhalten, wenn auch nicht so, wie Du es gerne hättest.

Es ist jetzt wichtig, dass Deine Freundin sich erholt und einen Anstellung findet. Danach geht es auch mit Euch wieder besser.

Lieber Gruss Steffi

Silli-Billi
29.03.2014, 19:41
Lieber André !

Es tut mir unendlich leid, in welcher Misere Du steckst, sowohl krankheitsbedingt als auch gefühlsmäßig !
Ich denke, dass viele Menschen sich am Anfang (oder auch vor dem Beginn) einer Beziehung nicht vorstellen können, wie das Leben dann für Sie bzw. für beide aussehen wird !
Besonders schwierig stelle ich es mir auch vor, weil Du bettlägerig bist und ja kaum die Möglichkeit hast, am "normalen" Leben teilzunehmen.
Ich sage Dir das so, weil ich weiß, wovon ich spreche.
Ich bin selbst seit über 20 Jahren erkrankt (Beginn mit einem gutartigen Hirntumor, später noch viele andere organische Probleme und schließlich die muskuläre Sache) und kann
auch kaum am Leben "draußen" teilnehmen. Zwar kann ich Gott sei Dank noch laufen, aber mir fehlt einfach die Kraft für jegliche Unternehmungen und Treffen.
Dadurch habe ich das Gefühl, dass das Leben wirklich an mir vorbeizieht. Das wirst Du von Dir selbst ja mit Sicherheit auch kennen.
Solch eine Situation, in der der Partner sich dann ja bestimmt auch verantwortlich fühlt, ist schon schwierig.
Vielleicht hatte Deine Freundin auch irgendwie Angst, etwas vom Leben verpassen zu können.
Dann die ständige Überwachung durch den Pflegedienst, die ich absolut nicht nachvollziehen kann. Was soll das, was will der Pflegedienst damit bezwecken ?
Schließlich war sie ja dann später auch überhaupt nicht mehr dort angestellt ! Ich finde das wirklich eine Frechheit von diesem Pflegedienst und würde an Deiner
Stelle ernsthaft überlegen, ob es nicht eine Alternative gibt, also einen anderen Pflegedienst zu engagieren, von dem Du weißt, dass er gut ist.
Ich denke, wenn es so abgelaufen ist, wie Du geschrieben hast, muss man sich ja wie in einem Käfig oder Gefängnis fühlen (das meine ich jetzt nicht auf Dich
und Deine Krankheit bezogen, sondern auf diese ständige Überwachung und keine Privatsphäre zu haben, dazu noch Lästerei).
Deine Freundin hat bestimmt nicht nur die Depressionen durch die Situation zu Hause bekommen, sondern bestimmt auch, weil Sie Ihre Arbeitsstelle verlor, nichts
Neues fand usw.
Wenn man selbst psychisch angeschlagen bzw. am Ende ist, sagt man ja immer, dass man für andere auch keine Stütze oder Hilfe sein kann.........
An Deiner Stelle würde ich Deine Mutter kontaktieren und Ihr die Situation (falls Sie die nicht schon kennt) genau schildern und Sie bitten,
noch mal mit Deiner Freundin Kontakt aufzunehmen und mit Ihr zu reden.
Vielleicht kann Sie Deine Freundin bitten, Dich zu besuchen, damit Ihr Euch noch einmal aussprechen könnt.
Allerdings weiß ich nicht, ob man das jetzt sofort schon tun sollte (weil Deine Freundin so labil ist) oder warten sollte, bis es ihr psychisch besser geht.
Aber ich kann super gut verstehen, dass Du am Liebsten JETZT UND SOFORT mit ihr sprechen willst.
Deshalb ist es ganz gut, wenn Deine Mutter mal "vorfühlen" kann, wie sie so drauf ist.
Sollte Deine Mutter nicht bereit dazu sein, versuche vielleicht jemand anderen zu kontaktieren, denn Du wirklich gut kennst und der vertrauenswürdig ist
und Dich bei der "Klärung" unterstützen kann.
Ich wünsche Dir so sehr, dass ihr wieder zusammenfindet, denn es tut mir so unendlich leid, in welcher Situation Du jetzt bist !!
Ich drücke Dir ganz fest die Daumen !!

Liebe Grüße
Silli-Billi