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Thema: Persönliches Budget

  1. #1
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    Standard Persönliches Budget

    Hallo Ihr Lieben,

    wer hat Erfahrung mit dem pers. Budget.
    Wo muss ich beantragen und für was kann ich es beantragen.
    Ist es auch trotz Pflegedienst möglich?

    lG

    Kathrin

  2. #2
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    Menschen mit Erfahrung damit zu finden wird nicht so einfach sein. Wenn überhaupt wohl nur mit negativen.
    Das ist eigentlich für den Antragsteller sehr mühsam und ist höchstens für die Verwaltung eine Erleichterung.
    Im persönlichen Budget werden alle Leistungen der Sozialleistungsträger die Dir sowieso zustehen zusammen gefasst. Du erhältst dann eben nicht die Sachleistungen (Hilfsmittel, Pflege usw.) sondern einen Geldbetrag. Der Geldbetrag soll auch nur dafür ausreichen, dass Du die Leistungen (die dir sowieso zustehen) selber einkaufen kannst. Höher darf das Budget nicht sein.
    Dadurch sollst Du das gute Gefühl bekommen selbsständiger zu sein. Das wars dann aber auch. Natürlich musst Du Deine Aufwendungen auch nachweisen.
    Es macht Dir also nur Arbeit mit dem ganzen Auftrags- und Abrechnungskram. Du machst also den Job, den sonst die Verwaltung tun muss. Und das ehrenamtlich und völlig Kostenlos. Zur Beantragung sollte es in den Bundesländern gemeinsame Servicestellen der Sozialleistungsträger geben. Die Betonung auf "sollte". Gibt es aber nicht überall. Ansonsten kannst Du den Antrag bei jedem Träger (Krankenkasse, Rentenversicherung, Sozialamt, Integrationsamt und was es da noch so alles gibt) stellen. Die sind verpflichtet innerhalb von 2 Wochen entweder Dir mitzuteilen welche Stelle zuständig ist und den Antrag weiterleiten oder denAntrag selber zu bearbeiten. Die Stelle die sich dann als zuständig erklärt soll dann die Leistungen der verschiedenen Leistungsträger zusammenfassen. So steht es wenigsten auf dem Papier.

    Woran Du aber wahrscheinlich eigentlich gedacht hast ist die "Hilfe zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft". Darauf hast Du Anspruch zusätzlich zu allemAnderem wie z.B. dem Pflegedienst etc.
    Das ist aber ein Gummiparagraph: http://www.sozialgesetzbuch-sgb.de/sgbix/55.html
    Da kann sich eigentlich jeder was ausdenken. Gezahlt wird meistens ein Budget für Fahrtkosten, Kosten für Umbauten evtl. Führerschein und Kfz-Hilfe. Computerkurse, wenn Du garnicht mehr rauskommst wurden schon mal gerichtlich durchgesetzt.
    Begründet werden muss dass immer mit der Ermöglichung der Teilnahme an öffentlichen Veranstalten oder der Möglichkeit mit anderen Menschen in Kontakt zu treten.
    Eine böse Falle ist die Begründung mit Kontakten zu Verwandten. Das ist nicht das was sich der Gesetzgeber unter "Leben in der Gemeinschaft" vorstellt und führt also zur Ablehnung.

    Wo das beantragt wird ist den Bundesländern unterschiedlich (und was bewilligt wird leider auch), meistens beim örtlichen Sozialamt. In einigen Bundesländern gibt es auch gesonderte Stellen für Teilhabeleistungen.
    Da solltest Du Dich bei deiner Gemeinde- oder Stadtverwaltung erkundigen.
    Geändert von KlausB (26.05.2016 um 12:10 Uhr)

  3. #3
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    Hi Kathrin, Du bist doch Mitglied der DGM? Im aktuellen Muskelreport steht ein sehr ausführlicher Artikel zum PB. Außerdem kannst Du die telefonische Beratung zu dem Thema in Anspruch nehmen.

    In der Reha habe ich schon etliche überwiegend junge Leute kennen gelernt, die das PB in Anspruch nehmen und selbst als Arbeitgeber fungieren. Das ist zwar ein etwas größerer Aufwand, aber die Vorteile überwiegen bei Weitem - nicht nur finanziell.

    Wie geht es Dir denn? Du hast doch auch DM2, oder?

    LG Marlie

    Diagnosen: PROMM/DM2 u. Polyneuropathie

  4. #4
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    Hallo Marlie,

    du sprichst wahrscheinlich davon, dass man sich das Pflegegeld auszahlen lässt und davon die Pflege finanziert.
    Das kann sich lohnen, vor allem wenn man Angehörige in die Pflege mit einbinden kann oder bei sehr hohem Pflegebedarf.

    Die Zahl der Anträge auf ein trägerübergreifendes persönliches Budget lag bis 2014 in Hamburg im einstelligen Bereich.

  5. #5
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    Damit wird natürlich auch die Pflege finanziert. Hauptsächlich geht es aber um Assistenz, also ständige Begleiter im Alltag (für Uni, Beruf usw.). Es macht einfach mehr Sinn, sich die Nasen, denen man intimste Einblicke ins Privatleben gewährt, selbst nach Sympathie aussucht.

    Diagnosen: PROMM/DM2 u. Polyneuropathie

  6. #6
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    Hallo Ihr zwei,

    ich möchte mich erst einmal für eure Antworten bedanken. So wie du geschrieben hast , lieber Klaus ist es wohl wirklich nur ein großer Aufwand für mich.
    Was die Leistung zur Teilhabe an der Gesellschaft angeht, ist für mich wohl schwierig weil ich verheiratet bin. Und Pflegestufe hab ich nur die 1. Ich kann ja mein WC noch allein aufsuchen. Hatte halt überlegt für Hauswirtschaft und Fuß- und Nagelpflege. Hauswirtschaft macht zwar auch der PD aber das möchte ich nicht.
    Ja ansonsten muss es gehen. Marlie, hab die DM 2 aber die macht mich immer kraftloser.
    Hoffe euch beiden geht es gut. Jetzt kann man wenigstens mit dem Rolli wieder raus.
    Dank euch nochmal und ein schönes WE

    lG

    Kathrin

  7. #7
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    Grundsätzlich steht der Umstand, dass Du verheiratet bist den Leistungen zur Teilhabe an der Gesellschaft nicht im Wege.
    Die Leistung soll Dir ja die selbstständige Teilhabe ermöglichen. Du kannst ja mal schreiben was Dir dazu einfallen würde.
    Ich könnte dann mal recherchieren. Schließlich arbeite in der zuständigen Behörde. Wenn Du Rollstuhlfahrerin bist kannst Du den Behindertenfahrdienst in Anspruch nehmen (das ist zumindest bei uns so).

    Wegen der Haushaltshilfe kannst Fu Dich an das Sozialamt wenden. Das hängt aber vom Familieneinkommen ab.
    Wenn der Pflegedienst das anbietet: Hast Du denn durch die Pflegekasse einen Anspruch darauf? Dann müsstest Du diese Teilleistung auch von einem anderen Anbieter in Anspruch nehmen können.

    Medizinische Fuß- und Nagelpflege bezahlt die Krankenkasse, wenn das ärztlich verordnet wird. Zumindest bei Diabetikern.
    Geändert von KlausB (28.05.2016 um 00:12 Uhr)

  8. #8
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    Hi Kathrin,

    kennst Du übrigens die "Betreuungsentlastenden Leistungen"? Klick

    Für Dich bedeutet das, dass Dir weitere haushaltsrelevante Dienstleistungen bis zu einer Höhe von 104€ p.M. zustehen. Das nicht aufgebrauchte Budget kann in den nächsten Monat übernommen werden, so dass Du Dir z.B. auch ein- oder zweimal im Jahr richtig große Hilfeleistungen finanzieren kannst.
    Leider ist es schwierig, dafür Dienstleister zu finden, die von der Pflegekasse bezahlt werden. Bei mir hapert es leider daran. Pflegedienste machen das nur, wenn sie bereits bei dem Patienten eingesetzt sind.
    Wenn Du also einen Pflegedienst hast, der Deinen Haushalt mitversorgt, solltest Du dort besser bleiben.

    Hast Du das Merkzeichen aG? Wenn ja, erkundige Dich bei Deiner Stadt, welche Beförderungsleistung Dir angeboten wird. Das ist kommunal sehr unterschiedlich.
    Bei uns in Frankfurt gibt es eine Magnetkarte mit 500€ Guthaben, mit dem man normale oder Behindertentaxis bezahlen kann. Die Karte wird automatisch jedes Jahr aufgefüllt.
    In Freiburg ist es so, dass man 4 Taxifahrten pro Monat bezahlt bekommt.

    Warst Du mal in der Reha? Ich war gerade wieder für 4 Wochen dort, es hat mir sehr viel gebracht. Von nun an werde ich auch versuchen, jährlich hinzufahren.

    Genieße den Sommer!

    LG Marlie




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  9. #9
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    Hallo Ihr beiden,

    der Pflegedienst würde nur das übernehmen, was mir laut Pflegestufe 1 an Zeit für den Haushalt zusteht.
    Fensterputzen wird aber nicht übernommen ( macht kein PD)
    Das die Fuß- und Nagelpflege nur für Diabetiker übernommen wird weiß ich, leider. Ich bin aber kein Diabetiker.
    Bei mir ist vieles schwierig. Ich gehe nicht mehr arbeiten, das Merkzeichen ag krieg ich nicht obwohl ich stets den Rollstuhl brauch außer zu hause aber dies sind ja nur immer ein paar Schritte.
    Meld mich wieder

    Kathrin

    Danke Ihr beiden

  10. #10
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    Das ag solltest Du aber bekommen.

    Nach den "Anhaltspunkten ärztliche Gutachtertätigkeit" steht es Dir zu wenn Du den Rollstuhl nicht nur verordnet bekommen hast, sondern sonst nur mit großer Mühe oder fremde Hilfe außerhalb des Kfz gehen kannst.

    "Es genügt nicht, dass ein solcher verordnet wurde; der Betroffene muss vielmehr
    ständig auf den Rollstuhl angewiesen sein, weil er sich sonst nur mit
    fremder Hilfe oder nur mit großer Anstrengung fortbewegen kann."
    http://www.bmas.de/SharedDocs/Downlo...ublicationFile

    Also: Verschlimmerungsantrag stellen
    Wenn kein ag: Widerspruch innerhalb eines Monats
    Dann notfalls klagen. Wenn keine Rechtsschutzversicherung auf Prozesskostenhilfe.

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