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Thema: Gamma-GT bei PROMM

  1. #1
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    Standard Gamma-GT bei PROMM

    Hallo Leute,

    ich meine, mal gelesen zu haben, dass der Leberwert Gamma-GT bei PROMM erhöht sein kann. Mein Gamma-GT ist seit Monaten erhöht, jetzt liegt er sogar bei ca. 150.
    Wie schaut es bei euch aus? Gibt es bei euch Schwankungen auf und ab? Danke!

    Gruß,
    Amigo

  2. #2

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    Die Gamma-GT ist aber ein Leberwert, der auch von anderen Krankheiten erhöht sein kann.
    Meine GGT ging in den Normbereich zurück, als ich UDC (bzw. Urso, Ursofalk) einnahm.

    Ebenso kann die Gamma-GT von Medikamenten oder anderen Giften (wie Alkohol) erhöht sein.
    Nimmst Du denn etwas ein?

  3. #3
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    Hallo Lilo,

    mir ist klar, wie viele Ursachen ein erhöhter GGT haben kann. Bei PROMM haben wir noch einen mehr...
    Ich nehme noch Medikamente ein, welche auch dahinter stecken könnten. Alkohol trinke ich kaum.
    Unerklärlich sind die Schwankungen, d.h. manchmal gibt es eine Besserung zwischendurch, die aber nur zeitweise ist. Kennt das jemand?

    Viele Grüße!

    P.S. Warum wurde UDC verschrieben?

  4. #4

    Standard

    Bei Leberkrankheiten können die Leberwerte schwanken. Leberkrankheiten verlaufen schubweise.
    Das würde z. B. ein Argument dafür sein, dass Du evtl. auch leberkrank bist.

    Bei mir wurde UDC verschrieben, weil ich
    a) leberkrank bin
    und
    b) vermutlich wegen meiner erhöhten GGT.
    Denn diese hat sich durch UDC mit am meisten gebessert. GLDH, was aber auch stark erhöht war, hat sich noch deutlicher durch UDC gebessert.

  5. #5

    Standard

    Eine Muskeldystrophie beeinflusst die Leberwerte nicht. Das Leberenzym GGT (und meistens auch die anderen) steigt bei Medikamentenkonsum Leberbelastener Medikamente (zB Paracetamol) und Alkohol. Ist auch bei Leberentzündungen erhöht.

  6. #6
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    Zitat Zitat von Morsum Beitrag anzeigen
    Eine Muskeldystrophie beeinflusst die Leberwerte nicht. Das Leberenzym GGT (und meistens auch die anderen) steigt bei Medikamentenkonsum Leberbelastener Medikamente (zB Paracetamol) und Alkohol. Ist auch bei Leberentzündungen erhöht.
    Einen ursächlichen Zusammenhang hat auch niemand behauptet, dazu ist die Myotone Dystrophie einfach noch zu wenig erforscht. Aber über das Patientenregister hat man statistische Zusammhänge festgestellt, welche nicht von der Hand zu weisen sind. Schau einfach mal in den Newsletter Registerinformation Myotone Dystrophien, Ausgabe 4/2016, dort besonders Seite 5. Du findest diese Newsletter unter diesem -> Link.
    Zusammengefasst: ohne das man weiß warum, hat man bei DM-Patienten eine Häufung von erhöhten Leberwerten festgestellt. Und dort steht auch eine klare These zu den Leberwerten GPT und GOT, während man sich den GGT nicht so recht erklären kann.

    Ich zitiere einfach mal direkt aus der betreffenden Passage:
    Bei DM Patienten zeigen sich bei
    Blutuntersuchungen außerdem sehr
    häufig Fettstoffwechselstörungen
    (Hypertriglyceridämie und Hypercholesterinämie)
    und erhöhte
    Leberenzyme (GPT = ALT, GOT = AST und
    GGT). Diese erhöhten Leberwerte müssen
    bei einer zugrunde liegenden DM
    Erkrankung mit Vorsicht interpretiert
    werden. Die Enzyme GPT und GOT können
    auch bei Muskelschädigungen im Blut
    deutlich ansteigen, daher sind erhöhte
    Werte bei DM Patienten eher ein Hinweis
    auf eine Muskelschädigung (sowie ein
    erhöhter CK-Wert) als auf
    Leberfunktionsstörungen. Auch ein
    erhöhter GGT-Wert ist nicht zwangsweise
    ein Indiz für eine Leberschädigung, da
    dieser Wert bei DM Patienten oft erhöht
    ist (auch ohne relevante
    Leberschädigung).
    Und den letzten Satz jetzt mal sacken lassen...

    Gruß,
    Amigo

  7. #7

    Standard

    Die Frage ist, wie gründlich man bei der Beurteilung der Leberwerte bei bestimmten Patientengruppen vorgeht.
    Wird bei den Patienten wirklich nach allem untersucht, was die Leberwerte erhöht haben könnte?
    Wird z. B. immer gefragt, was alles der Patient einnimmt, d. h. auch Medikamente die wegen anderer Krankheiten eingenommen werden?
    Dass GOT bei Muskelkrankheiten ansteigt, ist mir logisch. Auch bei der GPT würde ich das noch in Betracht ziehen.
    Bei der GGT hingegen tue ich mich auch sehr schwer.

    Es kann doch sein, dass ein Mensch "Läuse und Flöhe gleichzeitig hat", d. h. auch noch eine Störung der Leber?

    Gerade weil ich als Leberkranke mich sehr mit Leberkrankheiten schon beschäftigt habe, weiß ich, dass bei Leberkrankheiten die Dunkelziffer immens hoch ist. Mehr als 50 % aller Leberkranker weiß nicht, dass sie leberkrank sind!
    Das liegt an verschiedenen Ursachen:
    -Die Leberwerte gehen oft erst dann hoch, wenn die Leberkrankheit schon weit fortgeschritten ist.
    -Bei einigen Leberkrankheiten schwanken die Leberwerte, so dass man von einer evtl. falschen "Entwarnung" ausgeht, wenn dann mal die Leberwerte wieder im (evtl. oberen?) Normbereich liegen.
    -Bei einer Leberkrankheit (M. Wilson) weiß ich, dass z. b. die Transaminasen auch normal sein können.
    -Das Unwissen vieler Ärzte um die Bewertung der Leberwerte sorgt auch dafür, dass Leberkrankheiten oft nicht diagnostiziert werden. Nur mäßig erhöhte Leberwerte bedeutet nämlich nicht, dass man nicht schwer leberkrank sein kann. D. h. auf die Höhe der Leberwerte kommt es oft nicht an für die Beurteilung des Schweregrades.
    -Viele Ärzte unterstellen sogar bei erhöhten Leberwerten, dass der Patient wohl zuviel Alkohol konsumiert und gehen daher erhöhten Leberwerten nicht nach. Das ging z. B. mir so und ich war nie Alkoholikerin!
    -Die wohl häufigste Erbkrankheit, die Eisenspeicherkrankheit (eine genetische Leberkrankheit) wird von vielen Ärzten gar nicht überprüft. Ich weiß von dem Fall einer Ärztin, die selbst diese Krankheit hatte und die viel zu spät dann ihre Diagnose erfuhr und einige Spätfolgen dauerhaft schon hatte. Nicht mal sie als Ärztin merkte, dass sie leberkrank ist. Sie wurde dann Vorsitzende des dt. Selbsthilfevereins für diese Krankheit.

    D. h. es gäbe bei erhöhten Leberwerten für die Ärzte eigentlich viel zu tun ...

    Natürlich gibt es bei den verschiedensten Krankheiten auch negative Auswirkungen auf die Leber. Das will ich damit nicht in Abrede stellen. Gerade bei den mitochondrialen Krankheiten, mit denen ich mich in eigener Sache beschäftige, sind "energiereiche" Organe oft betroffen, wozu auch die Leber gehört.
    Ich würde aber bei erhöhten Leberwerten immer raten, zuerst andere Ursachen auszuschließen, bevor ich erhöhte Leberwerte der Muskelkrankheit zuschieben würde.

  8. #8
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    Standard

    Der GGT ist ein sehr sensibler Wert.
    Eine leichte Erhöhung zeigt noch nicht unbedingt eine Leberkrankheit an.
    Man muss den Wert im Zusammenhang mit den anderen Werten sehen.
    Wei dieser Wert so sensibel reagiert, zeigt eine leichte erhöhe allein dieses Wertes lediglich nur eine Belastung der Leber an und kann dann auch wieder normal werden. Gerade die Leber hat ein hohes Regenerationspotenzial.
    Man sollte das aber zum Anlass nehmen seine Lebensgewohnheiten auf leberbelastende Faktoren zu überprüfen und evtl. zu verändern.
    Man bestreite keines Menschen Meinung; sondern bedenke, daß wenn man alle Absurditäten, die er glaubt, ihm ausreden wollte, man Methusalems Alter erreichen könnte, ohne damit fertig zu werden.
    (Arthur Schopenhauer)

  9. #9

    Standard

    Vielen Dank für eure Antworten, ich werde die Korrekturen zur Kenntnis nehmen und freue mich auch schon über weitere Erkenntnisse zu unserer seltenen Erkrankung. Es ist schon sonderbar, wie ein einzelner (?) Gendefekt viele andere Erkrankungen (Glaukom, Diabetis usw) beeinflussen.

  10. #10

    Standard

    Es ist schon sonderbar, wie ein einzelner (?) Gendefekt viele andere Erkrankungen (Glaukom, Diabetis usw) beeinflussen.
    Ich würde sogar sagen:
    Nicht nur "beeinflussen", sondern "verursachen".
    Es ist offenbar schon so, dass z. B. mitochondriale Erkrankungen auch zu einem Diabetes und einigen anderen Folgeerkrankungen führen.

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