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    Polyneuropathie>Myasthenie>jetzt ALS

    Hallo Zusammen,
    vielleicht kann mir aus der Gruppe jemand empfehlen wie ich weiter machen soll ?

    Zum Hintergrund:

    Ich habe seit 20 Monaten eine ausgeprägte Fussheberparese rechts und eine leichte links.
    Nach einigen Untersuchungen wurde die Krankheit als Polyneuropathie bezeichnet. OK.
    Seit 12 Monaten muss ich mich am Treppengeländer hochziehen, da mir die Kraft in den Beinen fehlt. Ab Februar 2025 bemerkte ich Faszikulationen, hauptsächlich an den Oberschenkeln, später am ganzen Körper.
    Im August letzten Jahres begann mein linkes Augenlid herunterzufallen, schwanken im stehen und gehen, meine Beine versagten bei Anstrengung, meine Stimme veränderte sich (keine deutliche Aussprache) und das schlucken viel mir schwer. 3 Ärzte stellten den Verdacht auf Myasthenie. Eine Überweisung an eine UNI-Klinik folgte.
    Im November war ich dann stationär aufgenommen. Nach Blutuntersuchungen, Tests, EMG's und CT's wurden vorläufig folgende Diagnosen gestellt:
    proregidente, beinbetonte Parese mit Faszikulationen und chronisch neurogener Umgestaltung bei axonaler sensomotorischer Polyneuropathie mit demyelinisierender Komponenete // atypische CIDP // Motneuronenerkrankung // paraneoplastische Motoneuronopathie (Anti-SOX1-leicht positiv).
    Die Vermutung der Ärzte war ALS. Um den Verdacht auf immunvermittelter Prozesse auszuschliessen wurden mir an 3 Tagen jeweils ein Kortisonstoss Methylprednisolon gegeben. Es war verrückt. Schon nach 24h waren keine Faszikulationen mehr da. Im Laufe von 2 Wochen verbesserte sich meine Ganghaltung, Stimme und schlucken. Auch verspürte ich mehr Kraft in den Beinen. Auch die Ärzte an der UNI-Klinik stellten eine Verbesserung fest. Die Faszikulationen traten nach 5 Tagen wieder langsam auf. Nach 5 Wochen waren wieder alle negativen Symptome da. Und man machte dann, 8 Wochen nach dem 1. Kortisonversuch, nochmal einen Kortisonstoss. Wieder war das Ergebnis positiv, Faszikulationen warten für Tage verschwunden, Gangsicherheit, Stimme, Schlucken und wieder Anzeichen von leicht zunehmender Kraft waren nicht nur mir, sondern auch meiner Familie ersichtlich.
    Beim 5 minütigen Abschlussgespräch vor 3 Wochen wurde mir die Diagnose ALS mitgeteilt. Der positive Verlauf meiner Symptome nach den Kortisonstössen wurden ignoriert und als normale Reaktion bei ALS-Patienten erklärt.
    Ich kanns immer noch nicht glauben.
    Vielen Dank für eure Lesezeit.
    Armin

    #2
    Oh Mann, das klingt heftig. Du wurdest ja leider schon sehr gut untersucht, aber bei der Diagnose empfiehlt es sich allgemein eine spezialisierte ALS Ambulanz für eine Zweitmeinung aufzusuchen. In welchem Teil von Deutschland steckst du denn? Dann kann dir vielleicht jemand ein eine Klinik empfehlen.
    Hast du schon irgendeine Form von Gehhilfe? Stock, Rollator, alles was bei zunehmender Gangunsicherheit Stürze vermeidet ist gut.

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      #3
      Hallo Blixa, danke für deine Rückmeldung. Ich komme aus der Nähe von Stuttgart und werde vermutlich eine Zweitmeinung an der LMU in München einholen. Was würdest du empfehlen ?

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        #4
        Ich komme auch aus Stuttgart und ich würde empfehlen dass Du wie damals mein Freund ins RKU nach Ulm gehst. Nicht nur weil das deutlich näher ist. Die haben einen echten Schwerpunkt auf ALS, machen auch Studien dazu und Professor Ludolf (ich wünsche ihm, dass er mittlerweile in Rente ist) von dort entwickelte meines Wissens sogar das Medikament Riluzol mit.
        Falls eine weitere Versorgung dort nötig würde, kennen die sich z.b auch mit Beatmung aus und die tollen Atemtherapeuten bring einem viel bei. Und man kann auch dort auf der Neurologie liegend von der benachbarten Gastrofraktion eine Magensonde verpasst bekommen, sollte man sich dafür entscheiden. Weil die solche Fälle dort häufiger haben, dürften die sich auch noch gut bei Eingriffen bei Beatmung auskennen, aber besser ist natürlich, wenn man sowas vorher schon erledigt hat.

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          #5
          Vielen Dank Blixa.
          Ich bin mittlerweile in Ulm und fühle m,ich dort sehr gut betreut.

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