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Die Abstammung spielt eine große Rolle bei der Anfälligkeit für ALS

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    #16
    Die Mechanismen genetischer Variabilität sind sehr vielfältig und auf den ersten Blick nicht immer gleich einsichtig. Wenn es einen Selektionsvorteil bietet, bleiben auch an und für sich "schädliche" Mutationen im Genpool erhalten.
    So tritt zum Beispiel das Allel für die Sichelzellenanämie in Afrika gehäuft auf, weil es ihren Trägern eine Immunität gegen Malaria verleiht, während es im europäischen Raum selten ist, bzw. den Trägern einen echten Nachteil, bzw. ein schweres Krankheitsbild verursacht.
    Ich denke nicht, dass Afrikaner weniger anfällig für Erbkrankheiten sind. Da die Lebenserwartung in Afrika viel niedriger ist, treten viele Krankheiten, die, statistisch gesehen, erst in höherem Alter ausbrechen (zu denen ja auch die ALS eigentlich gehört), gar nicht erst oder in geringerer Häufigkeit auf.
    Genetische Variabilität ist immer eine Reaktion auf (geänderte) Umwelt, bzw. Lebensbedingungen.
    Mutationen treten eigentlich immer gleich häufig auf, geht man mal davon aus, dass man nicht von mutagenen oder teratogenen Bedingungen umgeben ist. Mutationen mit Selektionsvorteil bleiben erhalten, die mit einem Nachteil gehen wieder verloren. Naturkatastrophen, Kriege, Epidemien oder auch schädliche Umwelteinflüsse können diese Entwicklung beschleunigen.

    Gruß,
    Jörg
    ...the sands of time are eroded by the river of constant change...

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      #17
      Ja, die geringe Lebenserwartung hatte ich nicht bedacht.
      Die ALS schlägt zudem meist im hohen Alter zu, wenn längst Nachwuchs gezeugt wurde und man die Mutation an die nächste Generation weitergegeben hat. Dasselbe gilt natürlich auch für andere Zivilisationserkrankungen wie Krebs.
      Die können bei dem Durchschnittsafrikaner, der mit 40 stirbt, kaum auftreten. Da hat er aber schon 10 Kinder gezeugt, was die Frage aufwirft, ob der so variable Genpool tatsächlich auch nicht so anfällig ist.

      Es wäre dumm, sich über die Welt zu ärgern. Sie kümmert sich nicht darum.
      Marcus Aurelius

      Mein PLM-Profil: http://www.patientslikeme.com/patien...olling%20Stone

      UNSERE BEATMUNGS-WG BONN(BAD GODESBERG): http://www.marc-bennerscheidt.de/startern_wg.htm

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        #18
        Zitat von Rolling Stone Beitrag anzeigen
        Ja, die geringe Lebenserwartung hatte ich nicht bedacht.
        Die ALS schlägt zudem meist im hohen Alter zu, wenn längst Nachwuchs gezeugt wurde und man die Mutation an die nächste Generation weitergegeben hat. Dasselbe gilt natürlich auch für andere Zivilisationserkrankungen wie Krebs.
        Die können bei dem Durchschnittsafrikaner, der mit 40 stirbt, kaum auftreten. Da hat er aber schon 10 Kinder gezeugt, was die Frage aufwirft, ob der so variable Genpool tatsächlich auch nicht so anfällig ist.
        Obwohl diese Studie und auch Vorgängerstudien ja nicht in Afrika, sondern in Amerika durchgeführt worden sind. Und bemerkenswerter Weise es ja ebenso die Bevölkerung hispanischer Abstammung trifft.

        Es ist halt alles wahnsinnnig komplex und wer weiss, wieviel Gene noch gefunden werden, die die ALS beeinflussen.

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