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    Astrozyten

    Eine wichtige Arbeit der Grundlagenforschung, die von der staatlichen US-amerikanischen Gesundheitsbehörde (NIH) mitfinanziert wurde, wurde jetzt in der angesehenen Fachzeitschrift Nature Biotechnology vorgestellt. Sie beleuchtet die Rolle von Zellen, denen normalerweise eine Unterstützungsfunktion von Motorneuronzellen zufällt, so genannten Astrozyten. Im Rahmen eines völlig neu entwickelten Modellsystems wurden dafür Gewebeproben von verstorbenen ALS-Patienten untersucht. Mittels einer aufwändigen Logistik wurde dabei erreicht, das den Wissenschaftlern die Gewebe-Spenden schon ein bis zwei Tage nach dem Tod des Patienten vorlagen. Die Ergebnisse der Arbeit deuten darauf hin, dass Astrozyten eine – bisher unbekannte – giftige Substanz an die Motorneuronzellen absondern.
    Astrozyten, die auch im Gehirn vorkommen, gehören zu den bisher relativ wenig erforschten Zellen im Nervensystem. Dass sie im ALS-Prozess eine Rolle spielen, ist schon länger bekannt. Interessant für die Entwicklung einer Therapie ist, dass Astrozyten leichter ersetzt werden können als Motorneuronzellen. Einige Projekte aus der Stammzellenforschung verfolgen diesen Ansatz.


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    www.Stop-ALS.de

    #2
    Hallo Guanako,

    die Rolle der Astrozyten bei der Entstehung und Progression der ALS wird schon recht lange diskutiert.





    Hauptsächlich hat man sich dabei auf einen Transporter in der Zellwand der Astrozyten konzentriert, der, wenn er mutiert oder fehlreguliert oder fehlexprimiert ist, zu der sogenannten Excitoxizität (der übermässigen Ausschüttung von Glutamat) führt.

    Auch der Umstand, dass Astrozyten, die das mutierte SOD1-Gen exprimieren, toxisch für umgebende Motorneuronen sind, ist leider nicht wirklich neu.



    Im Jahr 2007 gab es eine Studie mit einem Medikament, das Astrozyten stabilisieren soll (ONO 2506), an der beispielsweise auch die DKD in Wiesbaden teilgenommen hat. Leider wurde die Studie ergebnislos abgebrochen.

    Richtig spannend an dem Artikel sind die beschriebenen siRNA Versuche ("small interfering" RNA), die zum Ziel haben, verschiedene Gene "auszuschalten" oder zumindest abzuregeln, um so die Effekte bezüglich der Toxizität der Astrozyten zu untersuchen.
    Das passt zu den momentanen Anstrengungen, Transkriptionsfaktoren (Gene, bzw. deren Genprodukte, die für die Expression (quasi das "Anschalten" und Regulieren von Genen), wie beispielsweise TDP-43 und deren Rolle innerhalb der ALS zu untersuchen. Dabei rückt der gesamte RNA-Metabolismus immer mehr in den Mittelpunkt.

    Gruß,

    Jörg
    ...the sands of time are eroded by the river of constant change...

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