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Mito unter Beteiligung der Verdauungsorgane

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    Mito unter Beteiligung der Verdauungsorgane

    Hallöchen! Bin der DGM beigetreten, weil bei mir eine Mitochondriopathie vermutet wird. Ein Gentest der Humangenetik des Uniklinikums Eppendorf hat aber leider keinen Nachweis dazu erbracht. Ich soll in zwei Jahren erneut dort vorsprechen. Neben einer immer weiter zunehmenden Muskelschwäche im ganzen Körper habe ich eine Amotilität von Speiseröhre, Dünn- und Dickdarm und mein Magen hat Entleerungsstörungen. Das Ganze quält mich nun schon seit 13 Jahren und ich komme überhaupt nicht weiter. Hatte vor drei Jahren eine medizinisch-toxische Hepatitis, weil die Leber die Schmerzmittel nach einer Hüft-OP nicht verarbeiten konnte, was die Ärzte darin bestärkt hat, dass bei mir eine Mito vorliegt, aber da kein Nachweis leider auch keine Hilfe. Möchte nun versuchen, selbst weiterzukommen. Kann nicht einfach nur abwarten und zusehen, wie es langsam immer weiter bergab geht.

    Kennt einer von Euch die Problematik mit den Verdauungsorganen oder kennt Ihr jemanden, der auch darunter leidet?? Wäre sehr dankbar für irgendwelche Hinweise/Tipps. Ernähre mich inzwischen fast nur noch mittels Trinknahrung und hochbilanziertem Ergänzungspulver, das Schlucken fällt schon sehr schwer.

    #2
    Hallo Sanni,

    Vielleicht kannst du versuchen normales Essen zu pürrieren. Das ist bestimmt besser als die Trinknahrung, die meist viel Zucker enthält. Oder Babynahrung aus dem Glas.
    Bei mir sind auch die Speiseröhre, Magen und Darm betroffen.Auch wenn du noch auf eine Diagnose warten musst, letztendlich kann man sowieso kaum etwas machen, leider.

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      #3
      Mir geht es selbst zur Zeit gerade wieder sehr beschissen, daher wird der Beitrag kürzer, als er es sonst zu dem Thema wäre:

      1. Welche Mito-Form wurde vermutet? Ich nehme mal an MNGIE (weil diese Form die bekannteste ist, die prominente Magen/Darm-Beteiligung verursacht)? Neben dem klassischen MNGIE gibt es noch MNGIE-Varianten, die nicht mit TYMP assoziiert sind, sondern mit POLG, RRM2B und teils auch anderen Genen.
      Bei mir wird eine solche MNGIE Variante vermutet, genetisch gesichert konnte sie aber noch nicht werden.

      2. Welche weiteren Symptome hast du außer der Magen/Darm-Symptomatik? Hast du eine Ptosis oder eingeschränkte Augenbewegungen/Doppelbilder? Eine Ataxie? Missempfindungen in den Extremitäten?
      Wie äußert sich die Magen-Darm-Symptomatik bei dir genau?

      3. Wo wurde die Magen/Darm-Funktionsstörung und mit welcher Untersuchung festgestellt (nur aus Interesse für mich)

      4. Schmerzmittel in höheren Dosen und welche, die bei den Schmerzen gar nicht geeignet sind (Opioide), solltest du vermeiden. Diese werden die Problematik nur verschlechtern.

      5. Wie alt bist du jetzt? Wie alt warst du, als die Symptomatik begann?

      6. Trinknahrungen sind in der Veträglichkeit sehr unterschiedlich. Gemieden werden sollte bei Verdauungsproblemen unbedingt Trinknahrungen, die viel Glucose (oder gar Fructose) oder Milcheiweiß enthalten.
      Am verträglichsten war für mich noch die Trinknahrung Provide Extra im Geschmack Johannisbeere (die hatte am wenigsten Zucker).
      Ich komme aber mittlerweile tatsächlich besser klar mit pürierter "echter" Nahrung (allerdings sehr eingeschränkter) als mit Trinknahrung - das allerdings auch erst nach mehrmaligen Operationen am Dickdarm/seit meiner Ileostomie.

      7. Bei schwerwiegenden Magen/Darmmotilitätsstörungen mit extraintestinaler Muskelbeteiligung sollte auch immer eine Sklerodermie ausgeschlossen werden, insb. wenn die Speiseröhre stark betroffen ist (die bei Mito ansonsten eher subklinisch betroffen ist). Da diese zumindest anfangs behandelt werden kann, während das bei Mito nicht der Fall ist, umso mehr.

      8. eine Amotilität des Dick/Dünndarms kann es nicht sein. A bedeutet immer "kein(e)/fehlend". Wenn du keinerlei Bewegung mehr in deinen Därmen hättest, sähe aber die Symptomatik noch einmal ganz anders aus - dann wäre weder Essen noch Trinken möglich, und zwar nicht das kleinste Schlückchen, die Absorptionsfähigkeit des Darms wäre auf Null...
      Das, was du hast, ist entweder eine Dysmotilität (von den enterischen und/oder extrinsischen autonomen Nerven ausgehend, inkoordinierte Peristaltik) oder eine Hypomotilität (koordinierte, aber abgeschwächte Peristaltik wie bei viszeralen Myopathien).

      9. Bei derlei Erkrankungen hilft nur: sehr viel Recherche in der Literatur und in US-amerikanischen Foren (die sind dort weiter) betreiben, viel Eigenverantwortung übernehmen. Es gibt Experten auf dem Gebiet der intestinalen Motilitätsstörungen, die auch die Verbindung zu Mito kennen und derartueg Patienten betreuen, aber diese gibt es in der Form nicht in D.
      Zuletzt geändert von pelztier86; 01.04.2020, 15:34.

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        #4
        1. Man tappt bei der Mito-Form noch im Dunkeln. Das UKE meint, dass ich eine bisher unbekannte Form habe. MNGIE wurde ausgeschlossen.

        2. Weitere Symptome sind: Belastungsdyspnoe, Diffusionsstörungen, Schilddrüsenunterfunktion/Hashimoto, Ödeme, Eisenmangel, Arthrose an vielen Gelenken, Skoliose, Fibromyalgie, Speiseröhre erweitert wie bei einer Achalasie, taumelnder Gang bei längeren Spaziergängen, teilweise Schwerhörigkeit, schnelle Erschöpfung, Frieren nach stärkerer Muskelbelastung....

        3. Die Magen-/Darmstörung wurde im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg mittels einer Langzeitmanometrie festgestellt.

        4. Aufgrund meiner medizinisch-toxischen Hepatits darf ich nur noch Paracetamol bei leichten Schmerzen, bei stärkeren soll ich auf Opioide zurückgreifen - was ich bisher aber nicht getan habe. Ist anscheinend auch gut so, wie Du schreibst.

        5. Ich bin 53 und die Beschwerden wurden vor 13 Jahren so unangenehm, dass ich sie nicht mehr ignorieren konnte. Schluckbeschwerden habe ich aber schon länger.

        7. Eine Sklerodermie wurde schon ausgeschlossen. Die Blutwerte geben das nicht her. War bei einer Rheumatologin, die auf Sklerodermie spezialisiert ist.

        8. Es ist leider wirklich so, dass der Dünndarm so gar keine Motilität aufzeigt, keine Perestaltik. Es wurde eine Vollwandbiopsie vom Dünndarm gemacht und dabei wurde bewiesen, was schon die Manometrie gezeigt hat. Der Darm rührt sich absolut gar nicht. Vom Dickdarm wird die Motilitätsstörung angenommen, ist nicht untersucht worden. Deshalb quäle ich mich ja so. Wenn ich nicht immer wieder Kapseln für den Darm einnehme, gibt's einen Stau und ich kann gar nicht mehr essen. Da die Kapseln aber unangenehme Nebenwirkungen haben, versuche ich, so weit wie möglich darauf zu verzichten.


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          #5
          1. Wie gesagt kann man molekulargenetisch nur das klassische MNGIE ausschließen, nicht MNGIE-Varianten. Darüber hinaus können auch andere Mitoformen eine schwere, MNGIE-ähnliche Magen/Darmerkrankung aufweisen.

          2. Einiges klingt in der Kombination schon nach Mito, vieles davon ist aber für sich unspezifisch, und wäre auch bei einer Kollagenose denkbar, manches spricht für mich eher gegen Mito (offenbar hast du keine Ptosis und/oder keine Augenmotorikstörungen, und die sind bei systemischen Mito schon häufig). Wie sieht es mit deinem Gewicht aus, wie mit den Blutwerten? Hast du Gefühlsstörungen?
          Besteht eine permanente Schwäche der Muskulatur (MRC Grad) neben der Belastungsintoleranz? Muskelatrophie?

          3. Dachte ich es mir. Die sind zwar sicherlich noch die besten innerhalb D., aber eben nicht mit internationalen Experten zu vergleichen, insb. hinsichtlich Betreuung, meinen aber (zumindest die eine Ärztin), sie wären es.

          4. Warum Paracetamol? das ist doch relativ Leber-belastend...da ist doch noch Novalgin besser. Wurden Antidepressiva/epileptika gegen die Schmerzen ausprobiert? Manchen hilft das, manchen nicht....

          5. Das heißt, die Beschwerden reichen länger als 13 Jahre zurück, waren nur geringgradiger ausgeprägt?

          6. Eine atypische Sklerodermie ist mittels Blutwerten nicht auszuschließen. Es gibt Formen, die ausschließlich oder primär den Magen/Darm-Trakt betreffen. Wenn eine Ganzwandbiopsie gemacht wurde, was kam dabei heraus im Wortlaut? Hier würde man Hinweise auf Sklerodermie erkennen können, auch wenn es Überschneidungen zu anderen Myopathie-Formen gibt.
          Ist mal eine Kapillarmikroskopie gemacht worden? Auch die liefert gute Hinweise auf eine Kollagenose...die Diffusionsstörung könnte in diesem Kontext zu sehen sein.
          Gerade die schwere Beteiligung der Speiseröhre wäre für Mito atypisch, für Sklerodermie aber sehr typisch, während der Magen bei Sklerodermie im Vergleich geringer betroffen ist. Bei Mito viel häufiger der Magen schwerer betroffen, zusammen mit Dick/Dünndarm
          Wurden mal radiologische Untersuchungen auch vom Dick/Dünndarm gemacht? Wenn ja, mit welchem Befund? Es gibt ein spezielles rad. Zeichen (das aber nur im Enteroklysma zu sehen ist), das sehr spezifisch für Sklerodermie ist.
          Treten Subileus oder Ileus-Zustände auf, die im KH behandelt werden müssen (mit Magensonde etc.pp.)?

          7. Nein, das ist falsch. Eine Aperistaltik wäre mit dem Leben nicht vereinbar, der Dünndarm wäre massiv dilatiert, enthielte permanent große Luft und Flüssigkeitsmengen enthalten (=dauerhafter Darmverschluss), die Absorptionsfähigkeit wäre bei null. Was du vermutlich meinst, ist, dass innerhalb der Untersuchungsdauer von wenigen Stunden (die am IKH zu gering ausfällt) kaum Kontraktionen nachweisbar waren.
          Welchen Kapseln meinst du? Nimmst du Prokinetika? MCP ist ja mittlerweile zurecht in Verruf geraten, aber probieren könnte man noch Erythromycin, gängiger noch ist Prucaloprid.

          Nimm es mir nicht übel, aber dafür, dass bei dir doch schon einiges untersucht worden ist, bist du ziemlich schlecht über deine Befunde und Erkrankungen informiert.
          Das ist schlecht, das kann man sich heutzutage mit solchen Erkrankungen nicht mehr leisten.
          Als ich mit 19 Jahren schwer krank wurde, stark abmagerte und mir hier in D. das Magersucht-Label auf die Stirn gepappt wurde, an dem ich fast krepiert wäre, blieb mir nichts anderes übrig als ins Ausland zu gehen (nachdem ich nach einem ersten hilfreichen Tipp in x Jahren seitens eines Chirurgen intensive Literaturrecherche betrieben hatte) um meine Diagnose zu erhalten - nach Jahren des Leidens.
          Ich kann nicht verstehen, wie man so wenig Eigenverantwortung übernehmen kann, gerade weil es heutzutage so viel einfacher ist sich über die eigenen Befunde zu informieren, in der Literatur zu recherchieren, und es viel leichter ist an Untersuchungen zu kommen.
          Zuletzt geändert von pelztier86; 01.04.2020, 18:10.

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            #6
            Alles gut, nehme es Dir überhaupt nicht übel. Will ja endlich mehr Licht ins Dunkel bringen, weiß nur nicht wie. Deshalb habe ich Euch ja angeschrieben.

            Also, mit den Augen habe ich keine Probleme. Mein Gewicht kann ich Dank Trinknahrung & Co. gut halten und meine Blutwerte sind durch die gut wie noch nie. Gefühlsstörungen habe ich keine. Eine Muskelatrophie habe ich lt. Aussage eines Neurologen nicht. Meine Kraft lässt halt immer mehr nach. Die Rumpfmuskeln fangen nach längerem Stehen oder Sitzen an zu schmerzen, so dass ich mich dann gar nicht mehr halten kann.

            Nach der Hüft-OP bekam ich die Schmerzmittel Ibuprofen und Novalgin. Eines dieser beiden Mittel hat die medizinisch-toxische Hepatitis ausgelöst, man kann aber nicht nachvollziehen welches. Von daher darf ich beide nicht mehr einnehmen. Paracetamol geht zwar auf die Leber, stellt aber kein Problem dar. Die Leberwerte sind jetzt wieder bestens. Das UKE vermutet, dass die Leber durch die Mito nicht in der Lage war, die große Dosis an Schmerzmitteln zu verstoffwechseln.

            Ja, die Beschwerden war vor 13 Jahren weniger stark. Verdauungsbeschwerden habe ich aber eigentlich schon seit meiner Kindheit.

            Bei der Vollwandbiopsie wurde nichts gefunden, alles sah gut aus. Einzig wurde festgestellt, dass die Nervenenden etwas vergrößert sind. Auch kein Hinweis auf eine Sklerodermie.

            Es wurde vor Jahren einmal ein Dünndarmröntgen gemacht. Das konnte aber nicht abschließend durchgeführt werden, weil ich das Kontrastmittel erbrechen musste. Der Darm hatte irgendwo dicht gemacht und das Mittel war nach oben gestiegen. Daraufhin wurde ich ins Israelitische Krankenhaus geschickt.

            Es ist jetzt angedacht, bei mir eine Magensonde zu setzen. Das Krankenhaus möchte aber, bevor sie das machen, noch eine Kortisonstoßtherapie versuchen, weil sie den Verdacht haben, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handeln könnte. Aber durch das Coronavirus ist das erst einmal auf Eis gelegt worden.

            Ich hatte zuerst Resolor verschrieben bekommen, da das aber leider nicht mehr wirkt, bin ich jetzt bei Constella angekommen. Das verursacht mir aber leider arge Schmerzen im gesamten Bauchraum (Krämpfe?) und fürchterlichen Durchfall über Stunden.

            Von daher bin ich für jeden Tipp, jede Anregung dankbar, endlich einen Ausweg für dieses Leiden und die unnützen Arztbesuche zu finden.

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              #7
              Also, mit den Augen habe ich keine Probleme. Mein Gewicht kann ich Dank Trinknahrung & Co. gut halten und meine Blutwerte sind durch die gut wie noch nie. Gefühlsstörungen habe ich keine. Eine Muskelatrophie habe ich lt. Aussage eines Neurologen nicht. Meine Kraft lässt halt immer mehr nach. Die Rumpfmuskeln fangen nach längerem Stehen oder Sitzen an zu schmerzen, so dass ich mich dann gar nicht mehr halten kann.
              Das klingt dann für mich nach reiner Belastungsmuskelschwäche, ohne permanente Schwäche bzw. Atrophie. Kannst du aus der Hocke ohne Zuhilfenahme der Hände aufstehen? Zehen/Hackengang möglich?
              MNGIE und MNGIE-ähnliche Bilder machen eine Kombination aus Myopathie und Neuropathie. Das klingt bei dir weniger danach, aber ausschließen lässt es sich so nicht.
              Wurden denn überhaupt mal eletrophysiologische Untersuchungen gemacht (EMG/ENG), wenn du beim Neurologen warst?

              Wurde mal eine Kopf-MRT gemacht? Bei Mito finden sich dort oft (wenn auch unspezifische, außer beim klassischen MNGIE) Auffälligkeiten.

              Bei der Vollwandbiopsie wurde nichts gefunden, alles sah gut aus. Einzig wurde festgestellt, dass die Nervenenden etwas vergrößert sind. Auch kein Hinweis auf eine Sklerodermie.
              Du meinst die Ganglien waren vergrößert? wenn du willst, kann du mir mal deine Befunde schicken/abtippen.

              Es wurde vor Jahren einmal ein Dünndarmröntgen gemacht. Das konnte aber nicht abschließend durchgeführt werden, weil ich das Kontrastmittel erbrechen musste. Der Darm hatte irgendwo dicht gemacht und das Mittel war nach oben gestiegen.
              Vermutlich im Duodenum, das ist eine bevorzugte Stelle dafür (habe ich auch).
              Wurde im IHK keine weitere Diagnostik außer der Manometrie gefahren?

              Es ist jetzt angedacht, bei mir eine Magensonde zu setzen. Das Krankenhaus möchte aber, bevor sie das machen, noch eine Kortisonstoßtherapie versuchen, weil sie den Verdacht haben, dass es sich um eine Autoimmunkrankheit handeln könnte. Aber durch das Coronavirus ist das erst einmal auf Eis gelegt worden.
              Das ist keine so schlechte Idee.
              Denn auch wenn es sich dann wohl nicht um eine Sklerodermie handelt (sofern die Ganzwandproben repräsentativ waren und richtig untersucht wurden, d.h. nicht nur auf das enterische Nervensystem hin), kommen AI-Erkrankungen durchaus in Betracht.

              Ich hatte zuerst Resolor verschrieben bekommen, da das aber leider nicht mehr wirkt, bin ich jetzt bei Constella angekommen. Das verursacht mir aber leider arge Schmerzen im gesamten Bauchraum (Krämpfe?) und fürchterlichen Durchfall über Stunden.
              Constella wirkt eigentlich hauptsächlich auf den Dickdarm. Hast du es eigentlich schon einmal klassisch mit Movicol/PEG-Lösungen probiert?

              Bzgl. Magensonde: hier meinte ich keine dauerhafte, sondern eine Magensonde, die im Notfall bei einem Subileus/Ileus gelegt wird um den Magen zu entlasten. Hattest du also schon einmal Episoden, bei denen du in der Notfallaufnahme mit einer akuten starken Zunahme der Beschwerden vorstellig warst, im Röntgen oder in der Sono ein Subileus oder Ileus zu sehen war?
              Dauerhafte Entlastungssonden kann man auch legen. Ernährungsmagensonden dagegen machen in der Regel keinen Sinn, wenn der Magen auch betroffen ist. Manchmal kann eine Kombination aus Magenentlastungssonde und Ernährungssonde im Jejunum Erleichterung verschaffen.
              Vorher sollte man aber auch die Beteiligung des Dickdarms austesten.
              Bei mir ging damals, vor der Ileostomie, gar nichts mehr.

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                #8
                Beim Essen muss man bei diesen Trinknahrungen schauen, da ist mWn überall Maltox drinnen, Maltox enthält Fruchtzucker, da lässt sich schnell prüfen ob eine unverträglichkeit vorliegt, indem einfach Maltox pur getestet wird. Zu diesen Trinknahrungen wurde schon ein bisschen etwas geschrieben.
                Bitte keine PN oder nur in seltenen Fällen bei einer Frage die einen direkten Bezug zu einem Beitrag von mir hat, die nicht andere beantworten können. Danke.

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                  #9
                  Wenn du Maltodextrin meinst - nein, das enthält keine Fruktose, auch keine Glukose, sondern das ist ein Polysaccharid, und daher noch am verträglichsten. Alle kurzkettigen Zucker, insb. Fructose sind dagegen eine Problem bei bakterieller Fehlbesiedelung.


                  Xifaxan kann man als Behandlung der SIBO versuchen.

                  Den sog. Mitococktail kann man auch in Eigenregie ausprobieren. Mir hat aktives B12 in hoher Dosierung anfangs auch beim Darm (nach der Ileostomie) geholfen, manchen hilft Vitamin C in hohen Dosen

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                    #10
                    Also, der Neurologe hat alle gängigen Untersuchungen gemacht, auch EMG, ENG und Zehen-/Hackengang. Und auch das IKH hat viele weitere Untersuchungen durchgeführt. Von daher .... Ich werde Deinen Ratschlag mit der Internetrecherche aufnehmen. Und vielen Dank für die Tipps! Die sind sehr hilfreich und willkommen!

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                      #11
                      Also, der Neurologe hat alle gängigen Untersuchungen gemacht, auch EMG, ENG und Zehen-/Hackengang.
                      Also wenn er das getan hat und das alles unauffällig war, dann ist ja zumindest eine Neuropathie der großen Nervenfasern und eine klinische Muskelschwäche ausgeschlossen. Das macht MNGIE-ähnliche Krankheitsbilder unwahrscheinlich.
                      Eine metabolische Myopathie dagegen nicht unbedingt, eine Skelettmuskulatur-Beteiligung bei Mito muss nicht unbedingt auffällige EMG-Befunde machen (je ausgeprägter die Muskelbeteiligung, desto wahrscheinlicher ein auffälliger Befund).
                      Genauso könnte es sich bei dir aber um einen entzündlichen Muskelprozess handeln (Myositis), der die glatte und Skelettmuskulatur angreift. Für mich klingt es bisher ehrlich gesagt eher danach als nach einer Mito.
                      Man müsste sich alle deine Befunde genauer im Original ansehen, insb. auch den der Ganzwandbiopsie (...wie immer bei Biopsien hängt die Aussagekraft davon ab, welche Anfärbungen gemacht werden, und welcher Verdacht im Fokus stand). Wenn du willst, schreib mir per PN. Mehr als anbieten kann ich es dir nicht.

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                        #12
                        Zitat von pelztier86 Beitrag anzeigen
                        Wenn du Maltodextrin meinst - nein, das enthält keine Fruktose, auch keine Glukose, sondern das ist ein Polysaccharid, und daher noch am verträglichsten.
                        Maltodextrin ist ein wasserlösliches Kohlenhydratgemisch, das durch Hydrolyse von Stärke (Poly-α-glucose) hergestellt wird (siehe modifizierte Stärke). Hydrolysiert wird teilweise durch Säure, teilweise auf enzymatischem Wege.

                        Es ist ein Gemisch aus Monomeren, Dimeren, Oligomeren und Polymeren der Glucose.

                        Das Wort Maltodextrin leitet sich von Maltose und Dextrose ab: Maltose (= Malzzucker) ist das Dimer zweier Glucose-Moleküle, während Dextrose (= Glucose = Traubenzucker) ein Monomer darstellt.
                        - Quelle Wiki

                        Bei Problemen mit Fruchtzucker, wird Maltodextrin oft nicht vertragen vgl zu purer Stärke. Ich glaub Maltodextrin ist so ziemlich in jeder Trinknahrung drinnen, ev gibt es auch welche ohne... jedenfalls ist ein Hauptproblem der Unverträglichkeiten der Trinknahrungen das Maltodextrin (neben Milch EW, was aber oft schon ersetzt wird).
                        Zuletzt geändert von DHKW; 02.04.2020, 21:17.
                        Bitte keine PN oder nur in seltenen Fällen bei einer Frage die einen direkten Bezug zu einem Beitrag von mir hat, die nicht andere beantworten können. Danke.

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                          #13
                          ....okay, da hast du recht, hatte da tatsächlich etwas verwechselt. Aber der Unterschied zu der einfachen Glukose bzw. Fructose besteht in der Kombination in Maltodextrin, und das ist das entscheidende. Glucose ist schon verträglicher als Fructose (sofern nicht in großen Mengen) und insb. wenn sie kombiniert ist. Und Fructose ist in Maltodextrin (fals du das mit Maltox meintest) eindeutig nicht enthalten.

                          Maltodextrin ist i.d.R. nicht das, was Probleme in den Trinknahrungen macht, sondern die Glucose- und Fructosezuätze und das Milcheiweiß, zum Teil auch Sojaeiweiß.
                          Irgendeine Kohlenhydrat-Basis muss die Trinknahrung ja haben. Am besten sind das einfach nur Stärke bzw. Polysaccharide (Verkettung von Einfachzuckern), die Glucose o.ä. enthalten, aber keine Fructose.
                          Zuletzt geändert von pelztier86; 02.04.2020, 21:54.

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                            #14
                            Zitat von pelztier86 Beitrag anzeigen
                            Irgendeine Kohlenhydrat-Basis muss die Trinknahrung ja haben. Am besten sind das einfach nur Stärke bzw. Polysaccharide (Verkettung von Einfachzuckern), die Glucose o.ä. enthalten, aber keine Fructose.
                            Ich finde pure Stärke am besten, schmeckt halt nach nix. Man kann zB pure Kartoffelstärke mit minimal Zucker / Vanille und Zimt mischen und dann zB mit Reismilch trinken, oder Reispulver (Reis hat auch zig andere Inhaltsstoffe zB Kalium). Am Ende muss man halt selber herumtesten, die Trinknahrungen enthalten sehr viele Inhaltsstoffe, die unverträglich sein können, da genau herauszuinden was nicht vertragen wird ist eh schwer, zB vertragen viele da Niacin nicht (HIT etc pp) oder der zt hohe Kupferanteil (gerade in dem von dir angeführten).

                            Ich finde man ist mit selber machen besser aufgehoben, da lässt sich nach und nach testen was vertragen wird. So ist das Risiko einer Unverträglichkeit sehr hoch. Zudem oxidieren die Stoffe dort extrem leicht, zB Chrom oder Mangan oder auch das Kupfer. Damit man nicht verhungert tuns die Dinger oft, von "optimal" sind sie halt weit weg, dazu kommt ja auch, dass das Maltox einen extrem hohen GI bei hohem Glyx hat. usw. Diese Drinks sind ja auch sehr "wirtschaftlich" erdacht. .

                            Bitte keine PN oder nur in seltenen Fällen bei einer Frage die einen direkten Bezug zu einem Beitrag von mir hat, die nicht andere beantworten können. Danke.

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