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    Reha-Erfahrungen

    Nach langem Hin und Her mit der Krankenkasse habe ich meine Reha in der Weserberglandklinik genehmigt bekommen und nun nach Abschluss der Maßnahme im November möchte ich, wie angekündigt, von meinen Erfahrungen hier berichten.

    Die letzten Reha-Maßnahmen habe ich in der Schmieder-Klinik in Konstanz durchgeführt (Diagnose: FSHD). Von Mal zu Mal wurde es dort schwieriger, das gewohnte Therapieprogramm zu bekommen. Die Kürzungen im Gesundheitswesen waren gut zu spüren. Ich habe deshalb für mich entschieden, dieses Mal etwas Neues zu versuchen, zumal ich von der WBK überwiegend Positives gehört habe.

    Das Haus an sich kann den Vergleich mit Konstanz kaum aufnehmen. Wer die Lage dort direkt am See kennt, wird mit mir einig sein: das lässt sich so schnell nicht toppen. Die WBK liegt zwar auch etwas erhöht mit tollem Blick auf Höxter, aber es ist nicht dasselbe. Das Haus ist teilweise doch relativ alt, ich jedoch war im neueren Teil untergebracht und das Einzelzimmer war zweckmäßig eingerichtet (wie in einem Krankenhaus). Im Speisesaal wurde man einem festen Tisch zugeteilt, man konnte aber problemlos den Tisch wechseln, wenn es mal nicht so passte. Das Frühstück und Abendessen wurde als Buffet angeboten, das Mittagessen wurde serviert. Zu kritisieren ist die Anbindung an die Stadt. Die Busse fahren samstags nur bis zum frühen Nachmittag und sonntags überhaupt nicht.

    Entscheidender war allerdings für mich die Therapie und hier ist die WBK nach meiner Einschätzung auf der Höhe der Zeit. Das Therapieprogramm war sehr individuell und vielseitig. Für Patienten mit neuro-muskulären Erkrankungen ist täglich Einzelgymnastik vorgesehen. Daneben habe ich 3-4 Mal pro Woche Einzel-Ergotherapie erhalten. Gearbeitet wurde mit mir am Boden, auf der Liege, im Wasser und mit neueren Therapiekonzepten wie dem Spacecurl oder dem Galileo-Gerät. Neben diesen zwei Haupttherapiearten habe ich folgende Anwendungen erhalten: Ergometertraining, Massage, Laufband, Elektromassage, Aqua-Jogging, Logopädie und Überwärmungsbäder. Gerade die physikalische Therapie wurde in Konstanz zuletzt sehr vernachlässigt, was in der WBK überhaupt nicht der Fall war und mir, vor allem meinen Rückenbeschwerden sehr zu Gute gekommen ist. Zusätzlich wurde ich unter Anleitung in die medizinische Trainingstherapie (Gerätetraining) eingeführt, um danach selbständig trainieren zu können. Gerade diese Möglichkeit habe ich vor allem an den Wochenenden, neben dem Bewegungsbad, zu nutzen gewusst. Positv möchte ich auch anmerken, dass samstags regelmäßig Therapien angesetzt waren. Zwar in reduziertem Umfang und in den wenigsten Fällen KG und Ergo aber immerhin wurde man gefordert. Wenn man also etwas tun wollte, waren die Möglichkeiten geboten. Neben diesen positiven Eindrücken, möchte ich aber auf einen Punkt hinweisen. Die WBK kann dieses umfangreiche und individuelle Programm nur deshalb bieten, weil Praktikanten bzw. Auszubildende eingesetzt werden, die an der angegliederten Massage- bzw. Physiotherapieschule ausgebildet werden. In meinem Fall möchte ich auch hier einen Kritikpunkt setzen. Ich habe grundsätzlich nichts daran auszusetzen, dass Schüler in der KG eingesetzt werden, aber sie müssen begleitet werden. Ich hätte mir gewünscht, dass zu Beginn der Behandlung ein erfahrener Therapeut zusammen mit dem Praktikanten eine Begutachtung vornehmen und Behandlungsansätze und -ziele besprechen, damit ein schlüssiges Behandlungskonzept vorgelegen hätte, das hin und wieder von dem begleitenden Therapeuten überprüft wird. Leider war das bei mir nicht der Fall, so dass ich zwei Wochen meiner 5-wöchigen Reha verstreichen lassen musste, bis meine KG-Behandlung so zufriedenstellend war, wie oben beschrieben.

    Fazit: Die WBK kann als Klinik nicht mit Charme aufwarten, dafür ist sie allerdings bezüglich ihrer Therapie zu empfehlen. Die "erfahrenen" Therapeuten sind sehr kompetent und die Therapie vielseitig. Es gibt auch zu Beginn der Therapie keine Verzögerungen. Nach Anreise und Eingangsuntersuchung startet die Therapie voll durch. Man kann großen Einfluss darauf nehmen und Wünsche werden erfüllt soweit möglich und angemessen. Das Personal, nicht nur in der Therapie, ist ausgesprochen freundlich und hilfsbereit. Mir hat die Zeit in Höxter sehr gut getan. Neben der Verbesserung meiner Beweglichkeit und meiner Ausdauer war vor allem die Verbesserung meiner Rückenproblematik ein großer Erfolg auch wenn ich bereits nach einigen Wochen zurück im Alltag spüre, dass ich diesen Gewinn werde nicht dauerhaft halten können. Ich werde mich nächstes Mal wieder für die WBK entscheiden.

    Max

    #2
    Hallo Max

    Ich war vor ein paar Wochen in Konstanz - auch mit FSHD - und ich muss sagen, meine Physiotherpie hat eigentlich schon am ersten Tag begonnen. Man merkt zwar schon, dass an den Therapien gespart werden soll, bei mir hat`s geheissen man müsse bei Muskeldystrophien vorsichtig anfangen...

    Nachdem ich aber gemerkt hab, dass ich überhaupt nicht überanstrengt war, hab ich den Therapeuten gesagt, dass ich mehr machen will und das hat bei mir auch geklappt! Ich hab jede Woche fest 4 Einzeltherapien Physio und 3 x Ergotherapie gehabt, Gruppensachen nur wenige weil das bei mir einfach nicht geht, aber kombiniert mit dem Freizeitschwimmen hat mir das sehr gut getan und ich hoffe, dass ich nächstes Jahr wieder gehen kann. Das Wetter war ja im November noch traumhaft, bei der Lage natürlich super...

    Ich glaube, auch wenn gespart werden muss/soll, man kann trotzdem mit den Leuten reden, vor allem wenn sie ja sehen, dass man wirklich mitmacht. Ich hab ja dort auch genug Patienten gesehen, die gar keine Therapien machen wolten und den ganzen Tag nur gejammert und gemeckert haben, für mich unverständlich , denn in Konstanz sind wirklich alle supernett und ich würd`s jedem empfehlen!

    Liebe Grüsse

    Sandra

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      #3
      Hallo Max,
      Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast über deine Rehaerfahrung zu berichten! Mir macht es Mut doch irgendwann mal wieder eine Reha zu machen und dann eben in der RICHTIGEN Klinik (HoherMeissener oder WBK).

      Einen schönen Tag wünscht dir Jenny

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        #4
        Nur mal so eine Frage, wie schlecht muss es einem denn gehen, dass man eine Reha genehmigt bekommt, oder dass es überhaupt Sinn macht auf Reha zu gehen?

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          #5
          Hallo Feli,

          wenn es Dir schlecht ginge, wäre es schon zu spät. Allein die Tatsache, dass Dir eine Muskelerkrankung attestiert wurde, reicht als Indikation für eine REHA aus. Die Begründung für die REHA liegt dann in der Verhinderung weiterer Bewegungseinschränkungen, im Austausch mit gleichartig Erkrankten und, falls Du bald einen Beruf anfängst, oder schon im Beruf stehst, in der Gewährleistung deiner Leistungsfähigkeit. Wenn Du schon einen Beruf ausübst, ist der Rententräger zuständig. Wenn nocht nicht, vermutlich die Krankenkasse.

          Sinn macht eine REHA auf jeden Fall. Problematisch ist machmal die Klinik, wo der Kostenträger den Patienten hinschicken will. Es macht wenig Sinn, wenn Du in eine Klinik für Schlaganfallpatienten sollst, weil dann die oben genannten Begründungen nicht wirklich erfüllt werden können. Aber häufig hilft dann ein Widerspruch.
          Ich fand den Austausch mit ähnlich Erkrankten ganz wertvoll für mich. Auch die ganzen Therapien und dass man mal einen Monat aus dem täglichen Trott rauskommt und das Essen serviert bekommt. Sehr angenehm.

          Habt Ihr einen Termin bei der DGM- Sozialberatung gehabt? Solltet Ihr normaler Weise. Wenn nicht, dann empfehle ich euch diesen Termin, da Ihr euch da auch über eine REHA informieren könntet und vieles andere mehr. In München wäre dies möglich bei Albertine Deuter, Tel: 089/51607411 oder E-mail: deuter@dgm-bayern.de
          Du kamst doch aus München?

          Liebe Grüße
          Guido

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            #6
            Hallo Guido,
            vielen Dank für deine Antwort, die ganze Situation ist so noch so neu und ungewohnt für mich, und ich kenn mich mit Reha und so gar nicht aus.
            Aber danke für den Tipp mit der DGM-Sozialberatung. Ich komm aus Amberg, das ist ungefähr 2 Stunden nördlich von München. Gibt es da noch eine Kontaktperson näher an meinem Wohnort?

            Ich gehe noch in die Schule, 12. Klasse, also wäre dann für mich die Krankenkasse zuständig?! Reiche ich da selber einen Antrag ein, oder macht das mein Arzt?

            Ich werde auf jeden Fall mal bei der DGM-Kontaktperson anrufen und einen Termin ausmachen, damit ich über meine vielen Fragen reden kann.

            Ich bin echt froh, dass es dieses Forum gibt, das den Austausch von Informationen und Erfahrungen ermöglicht!!! Feli

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              #7
              Hallo Feli,

              wenn Du in Amberg wohnst, dann ist das Muskelzentrum in Erlangen wohl näher. Die haben dort meines Wissens nach auch eine Sozialberatung der DGM:

              Neuromuskuläres Zentrum Erlangen-Nürnberg-Rummelsberg
              Neurologische Klinik mit Poliklinik,
              Susanne Werkmeister
              Schwabachanlage 6, 91054 Erlangen
              Tel.: 09131/8534512
              email: werkmeister@dgm-bayern.de

              Vielleicht rufst Du dort mal an und schreibst dann vor dem Termin deine Fragen auf. Alles, was mit REHA, Behörden und Förderungen zu tun hat, wird Dir da am besten beantwortet.

              Liebe Grüße
              Guido

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