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    Hallo,
    unser Sohn 14, hat eine BMD. Nach etlichen Probleme in der Schule, eine Werkrealschule, haben wir uns entschlossen den Schritt in eine neue Schule zu machen. Die Stephen-Hawking-Schule in Neckargemünd. Es sind 100 Km und der Besuch des Internats lässt sich nicht umgehen. Jetzt ist er die zweite Woche dort und hat unglaubliches Heimweh. Am liebsten würde er wieder in die alte Schule, obwohl er dort nie gern war. Wir Eltern wissen nicht ob es alles richtig war und ob die Entscheidung gut war. Ist es gut für ein Kind das wegen seiner Krankheit kein Anschluss in der Schule hatte es in eine Schule zu tun wo viele Kinder mit verschiedenen Krankheiten sind. Findet ein krankes Kind dort besser Anschluss, hat es bessere Möglichkeiten auf seinem weiteren Lebensweg. Wer von Euch kann uns weiterhelfen, wer hat schon in einem Internat Erfahrungen gemacht, kennt jemand die SHS? Bitte schreibt uns wir brauchen schnell Hilfe!!!

    #2
    Hallo e.m.

    es ist schwer zu sagen, ob ein Kind mit körperlichen Einschränkungen an einer Schule besser aufgehoben ist, wo viele Kinder mit vielen anderen Erkrankungen sind, oder an einer, wo das Kind eher auf Kinder trifft, die keine körperlichen Einschränkungen haben. Da gibt es auch keine Vergleichsmöglichkeit, weil die Reaktionsweise des Kindes auf die jeweilige Situation immer individuell ist.

    Beim Lesen deines Schreibens ergibt sich allerdings noch ein anderer Aspekt. Dein Sohn ist 14 Jahre. Das ist für sich gesehen schon ein schwieriges Alter für Jungen. Die Pubertät scheint ihn zu ergreifen. Der eigene Körper verändert sich und mit dieser physischen Änderung tritt eine andere Sichtweise auf den eigenen Körper ein. Jetzt steht der eigene Körper viel stärker in Konkurrenz zu anderen Körpern einmal im Leistungsvermögen, aber zum zweiten als Träger von sexueller Attraktivität. Mit anderen Worten: die soziale Wirklichkeit bricht gerade mit voller Gewalt in ihn ein. Dem sich zu stellen, ist für einen Vierzehnjährigen mit körperlicher Einschränkung schwierig. Eine Lösung für diese Zwickmühle kann darin bestehen, sich sozial isolieren zu wollen, oder sich dorthin zurückziehen, wo man sich geschützt fühlt, zB nach Hause.
    Wenn man diese Perspektive wählt, dann ist die Schule eigentlich nur ein Angelpunkt, an dem dein Sohn seine Verunsicherung über sich selbst und seinen stetig sich wandelnden Bezug zur Welt zur Sprache bringen kann.

    Ich möchte jetzt nicht sagen, diese oder diese Perspektive trifft zu. Ich möchte eher darauf hinweisen, dass euer Problem von hieraus nur sehr schwer anzugehen ist, da die Gründe für das Verhalten deines Sohnes unklar bleiben. Und vielleicht gibt es auch gar nicht "den einen" Grund, sondern viele Gründe für das Verhalten eures Sohnes. Gute Ratschläge, die direkt dort ansetzen, wo es sinnvoll ist, an deinem Sohn, sind deshalb von hieraus immer nur Ratschläge im Sinne von Rätselraten, was den gut sein könnte. Ich glaube nicht dass dies fruchtbar wäre. Sinnvoll etwas bei deinem Sohn bewegen, kann nur jemand, der auch direkt Kontakt zu deinem Sohn hat und bei dem dein Sohn über das sprechen kann, was ihn verunsichert.
    Es gibt jetzt natürlich haufenweise Experten und Institutionen, die sich genau mit solchen Themen von Jugendlichen befassen. Das wäre zumindest eine Möglichkeit, die direkt bei deinem Sohn ansetzt. Ob Du so eine Möglichkeit in Betracht ziehen möchtest, oder dein Sohn, ist natürlich eine andere Frage. Und ob sich durch das Aufsuchen eines Experten die Lage deines Sohnes verbessern lässt, steht auch nochmal auf einem andern Blatt. Es wäre nur ein erster Schritt, mit deinem Sohn zusammen zu überlegen, ob ein von außen geführtes Gespräch nicht sinnvoll wäre.

    Falls Ihr euch zu diesem Schritt entschließt, gibt es bestimmt über die Schule, wo er jetzt hingeht, eine gute Adresse für solche Gespräche.

    Ich wünsche deinem Sohn ein richtig gutes Initialerlebnis, dann ist sofort alles von selbst erledigt.

    Liebe Grüße
    Guido
    Zuletzt geändert von Guido; 21.09.2010, 15:48.

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