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Verlobt, und jetzt?

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    Verlobt, und jetzt?

    Hallo zusammen,
    manche von Euch haben es womöglich schon aus dem Blogmitbekommen, dass meine Freundin und ich uns am 18 April d. J. verlobt haben. Wir sind beide auf Assistenz rund um die Uhr angewiesen und würden gerne nächstes Jahr heiraten und auch zusammen wohnen. Nach einigen Stunden intensiver Suche im Internet haben wir so gut wie nichts an Informationen gefunden, sodass wir nicht recht wissen, wo wir stehen, welche Hürden und Stolperfallen existieren und wie zu argumentieren ist, um nicht die Assistenz völlig zusammengestrichen zu bekommen, denn wir befürchten, dass die zuständigen Ämter unsere Ehe als Vorwand für drastische Kürzungen benutzen wollen könnten.
    Hat hier im Forum jemand Erfahrungen damit oder kennt ein Ehepaar zweier Schwerbehinderter die wir kontaktieren könnten?

    Dass Ehen zwischen behinderten und nichtbehinderten Paaren ein Leben auf Hartz-IV-Niveau erzwingen ist uns bewusst, aber nachdem wir wir ja beide kein Vermögen und kein nennenswertes Einkommen verfügen, ist dieses Problem nicht von Bedeutung, allerdings sieht es mit doppelter Assistenz wohl schwierig aus, obwohl es kaum möglich ist, das groß zu reduzieren, denn wir beide brauchen für absolut alles Hilfe. Ich bin außerdem beatmet und meine Partnerin hat Asthma. Wird vermutlich trotzdem ein Kampf.

    Ich werde Euch von Zeit zu Zeit in meinem Blog berichten welche Fortschritte wir machen. Wenn Ihr etwas wissen wollt, könnt Ihr gerne fragen.
    gruß von georg (DMD, PEG, NIV 24/7)

    Computerhilfsmittel Wiki | Blog

    #2
    abgesehen davon, dass ich mich in der Thematik nicht auskenne ,wüßte ich jetzt nicht, wieso es Probleme mit eurer Assistenz geben könnte, euer Bedarf bleibt doch der gleiche. Auch an eurer Einkommens- Vermögenssituation ändert sich nichts. Wieso sollte da was zusammengestrichen werden? Wegen der dann gemeinsamen Wohnung?

    Die leider verstorbenene Elke Bartz, die bei Forsea aktiv war, lebte mit Assistenz, zusammen mit ihrem behinderten Ehemann. Ich weiss jetzt allerdings nicht, ob er auch Assistenz bekam, ich glaub aber ja.

    Mir sind auch behinderte Geschwister bekannt, die zusammen wohnen und beide haben ihre eigene Assistenz.

    Grüsse
    Ama

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      #3
      Hallo Ama,
      aus dem was ich von Anderen weiß und was ich selbst permanent erlebe, schließe ich, dass es Kostenträgern letztlich mit Vorliebe um Einsparungen geht. Wenn Ehen zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen daran zugrunde gehen, dass der gesunde Partner neben der Berufstätigkeit einerseits den Großteil der Pflege seines behinderten Partners zu leisten hat und andererseits sein gesamtes Einkommen sowie sämtliches Vermögen bis auf einen lachhaften Selbstbehalt bzw. Freibetrag in die Assistenzkosten stecken muss und auf diese Weise in die Armut gezwungen wird, ist die Befürchtung, auch im Falle einer Ehe zwischen zwei pflegebedürftigen Partnern nicht adäquat ausgestattet zu werden durchaus naheliegend.
      Das ist jetzt auch nicht böse oder verärgert gemeint, aber es scheint mir schwer vorstellbar, dass die zuständigen Ämter das ohne langwierigen Kampf finanzieren werden. Selbstverständlich schließe ich das nicht kategorisch aus, ich wünsche es mir und auch meine Gebete gehen in diese Richtung.

      Ich sehe es im Grunde wie Du:
      Wenn die Kostenträger die 24 Stunden Assistenz bei zwei Singles bezahlt und jeder in seiner Wohnung lebt, warum sollte das dann für die beiden nicht mehr möglich sein, wenn sie auf dem Papier verheiratet sind und gemeinsam ein Wohnung bewohnen? Das ist nicht nachvollziehbar.
      Andererseits weiß ich von einem muskelkranken Ehepaar, die ursprünglich jeweils 24 Stunden Assistenz hatte, dass sie nachdem sie zusammengezogen waren nur noch eine 24 Stunden Assistenz bezahlt bekamen. Ab dem Zeitpunkt mussten also zwei schwerstpflegebedürftige mit Beatmung über Trachealkanüle mit einer Pflegeperson auskommen. Wäre beim Wechsel der Kanüle des einen also auch dem anderen irgend ein Problem mit der Beatmung zugestoßen, hätte sich der Assistent also überlegen können, welchen der Beiden er versorgt hätte und welche er hätte ersticken lassen müssen. Einem System, das solche Risiken billigend inkauf nimmt, traue ich deshalb so ziemlich jede Grausamkeit zu.

      Trotzdem wäre die Bestrebung, die Assistenzstunden bei einem Ehepaar zweier Pflegebedürftiger zu kürzen richtiggehend albern. Sie verstieße gegen die Verfassung und gegen die Behindertenrechtskonvention der vereinten Nationen.
      Dadurch, dass die Miete eins Partners wegfällt, lässt sich zumindest hier ein wenig Geld sparen, aber da die gemeinsame Wohnung im Idealfall um anderthalb bis zwei Zimmer größer sein müsste, wäre das wenig Ersparnis.

      Du hast noch von einem behinderten Geschwisterpaar gesprochen, die jeweils eigene Assistenz haben. Glaubst Du, Du könntest mich mit den Beiden in Kontakt bringen? Ich würde mich wirklich gerne einmal unterhalten und erfahren, wie sie das geschafft haben. Womöglich können mir die Beiden ein paar Tipps geben? Ich wäre Dir sehr zu Dank verpflichtet, wenn Du uns irgendwie in Verbindung bringen könntest.

      Mit Gerhard Bartz bin ich in der Sache übrigens schon in Kontakt. Danke, dass Du ihn erwähnt hast.

      Herzliche Grüße derweil,
      gruß von georg (DMD, PEG, NIV 24/7)

      Computerhilfsmittel Wiki | Blog

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        #4
        ich schreib dir ne pn

        Gruss
        Ama

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