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Symptome generalisierte MG

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    Symptome generalisierte MG

    Hallo zusammen,

    bei mir besteht der Verdacht auf generalisierte Myasthenie.

    Ich führe hier die Symptome der letzten Jahre auf, vielleicht kann mir jemand sagen, ob es hier einen Zusammenhang zu MG gibt. Ich denke mir immer, es muss doch irgendwo ein Zusammenhang bestehen.

    Im Laufe der ersten Jahreshälfte 2020 bemerkte ich, dass ich Mühe hatte, die Treppe zu gehen. Kontinuierlich fiel mir Treppensteigen schwerer. Mitte 2020 wurde die Gangsituation deutlich schlechter. Im August 2020 und Februar 2021 hatte ich 4 Wochen unerträglichen Husten, konnte nicht mehr sprechen ohne einen Hustenanfall zu bekommen. Kardiologische und pneumologische Untersuchungen ohne Befund. Der Husten verschwand dann wieder.

    2022 fiel mir über mehrere Wochen auf, dass mein Speichelfluss stärker wurde und mir Speichel teils unkontrolliert aus dem Mund lief oder ich mich ständig verschluckt habe und dann Husten musste. Auch das verschwand wieder.

    Ich konnte nach ca. 2 km nur noch mit viel Mühe und starker Konzentration gehen. Die Beine werden regelrecht steif, verkrampfen. Nach einer Pause kann ich wieder etwas gehen. Aber die Beine sind dann extrem erschöpft und auf den zwei folgenden Tagen wird es nur langsam besser, wenn sie nicht wieder belastet werden.

    Wenn ich mal etwas Ungewohntes mache (Weinbergtreppe hochsteigen), weil ich das Gefühl habe, mal etwas „Besonderes“ schaffen zu müssen, spüre ich auch keinen Muskelkater, obwohl mein Mann aus der gleichen Bewegung Muskelkater hat und er ist besser im Training. Meine Beine sind dann aber 2-3 Tage fast unbrauchbar, weil kraftlos.

    Seit 4 Jahren fahre ich regelmäßig 3-4 x pro Woche Ergometer, um der Situation entgegenzuwirken, auch hier lässt die Leistungsfähigkeit kontinuierlich nach. Vor 3 Jahren fuhr ich noch Stufe 12-14, bis vor 4 Wochen schaffte ich an manchen Tagen Stufe 8, brauchte dann aber mehrere Tage Pause.

    Zuletzt brachte mich eine Gehstrecke von 300 m an meine Grenzen. Morgens ist die Situation besser als abends. Das gilt auch besonders für die Treppensituation.

    Es ist ein Gefühl, als würden die Beinmmuskeln zu machen oder keinen Reiz mehr bekommen. Wie eine Aufziehfigur, die mit Energie startet und dann schnell nachlässt. Ich kann dann das Bein kaum knicken und nur sehr mühselig stehen oder gehen unter größter Konzentration,wenn überhaupt. An manchen Tagen waren selbst die 50 Schritte in die Büroküche sehr schwer.

    Manchmal kommen auch unscharfes Sehen oder das Gefühl, die Augen nicht mehr aufhalten zu können dazu oder zeitweise leichte Sprachprobleme. Wobei meine Augenlider nicht auffällig sind.

    Seit letzten Oktober wurde es weiter schlechter, ich konnte die Nordic Walking Stöcke als Unterstützung nicht mehr nutzen, weil meine Arme schnell ermüdeten.

    Vor 4 Wochen hat meine Neurologin vorgeschlagen, es mit Mestinon zu versuchen , da die Symptome und Bescheibung zu Myasthenia Gravis passe. Ab 3 x 20 mg habe eine Besserung gespürt. Leider wurde ich ab 3 x 40 mg bis 3 x 60 mg extrem müde und sehr kraftlos. Daher nehme ich aktuell 4 x 30 mg und erziele damit eine deutliche Verbesserung, ohne spürbare Nebenwirkungen. Ich habe meine Beine wieder unter Kontrolle, stolpere weniger, schaffe wieder 2 km, kann auch die Stöcke wieder nutzen und habe mein Bewegungstraining wieder aufgenommen.

    Wie bei anderen auch, wurde mir mehrfach gesagt, man könnte nichts feststellen und ich solle mir einen Psychiater suchen. Es war sehr belastend. Jetzt, wo das Mestinon wirkt, hoffe ich endlich die Ursache gefunden zu haben. Leider habe ich einen Termin in einer neuromuskulären Ambulanz erst Mitte 2025, da ich kein dringender Fall bin.

    Bisher sind meine Blutwerte unauffällig, es gibt einen Antikörper PL-7, der positiv ist, aber wohl alleine nicht weiterhilft.

    Ist die Wirkung von Mestinon tatsächlich ein sicheres Zeichen für MG? Wie kann ich das einordnen?

    Können die beschriebenen anderen Symptome auch damit zusammenhängen?

    Vorab vielen Dank

    Yvonne99​

    #2
    Hallo Yvonne,

    mir geht es ähnlich, hab auch alle möglichen Muskel Beschwerden nach Anstrengung, AK sind negativ, auch ein EMG war negativ, aber Mestinon hilft mir gegen meine Schluckbeschwerden, leichte Atemnot und das extrem schwere Gefühl in den Armen und Beinen immer wieder sowie auch gegen die Kopfhalteschwäche und die leichten Sprechprobleme ! War auch schon in einer neuromuskulären Ambulanz, sicher sagen kann es auch dort niemand, ob es wirklich Myasthenia Gravis ist, soll jetzt Kortison einnehmen um es zu testen ! Wie geht's dir in der Zwischenzeit? Schon eine fixe Diagnose erhalten ? Alles Gute!

    Liebe Grüße!

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      #3
      Hallo ihr zwei,

      wie ist denn inzwischen der Stand bei euch? Ich bin neu hier, habe jetzt nach einem Jahr Untersuchungen die Diagnose seronegative okuläre Myasthenie und Verdacht auf generalisierte bekommen. Ich war sehr hinterher und habe ein tolles Ärztinnenteam. Die Diagnose wurde in einem integrierten Myasthenie-Zentrum gestellt.

      Yvonne, da es bei dir so in den Beinen angefangen hat - hast du auch an LEMS gedacht?

      Cloey, wie war dein Test mit Kortison? Bei mir gab es darauf eine Erstverschlimmerung und die Symptome wurden deutlicher.

      Wäre schön, von euch zu lesen!
      Liebe Grüße von Anne

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        #4
        Hallo Anne,

        Gut, dass du nach einem Jahr eine Diagnose bekommen hast jetzt ! Alles Gute weiterhin! Was hattest du für Symptome?

        Bei mir hat Kortison zuerst auch alles noch schlechter gemacht- allerdings war das Problem, dass ich wegen starken Herzrhythmusstörungen vom Kardiologen trotz möglicher Myasthenia Gravis ganz nieder dosiert auch Betablocker bekommen habe fast gleichzeitig... Jedenfalls hat das dann bei mir zu Atembeschwerden und Schluckstörungen und Sprechstörungen und sehr starker Müdigkeit geführt und ich habe echt Angst bekommen,, weil es im Liegen noch schlechter war, nach dem Absetzen der Betablocker war das dann zum Glück wieder etwas besser, nur immer noch nicht gut, sodass ich dann länger im Krankenstand war und nichts machen konnte. Erst nach ca. 3 Wochen mit Kortison ist es dann tatsächlich deutlich besser geworden, nur leider meine Leberwerte dafür viel schlechter... Bin jetzt immer noch am Reduzieren von Kortison und hoffe, es wird nicht wieder so schlecht ! Mestinon nimm ich jetzt 3x60mg... Hab erst in 2 Wochen wieder Termin auf der neuromuskulären Ambulanz, dazwischen hab ich leider keinen bekommen, als ich Atemnot hatte- und in anderem Krankenhaus haben sie gemeint, wer weiß ob ich überhaupt Myasthenia Gravis habe und ist schon nicht so schlimm, auch wenn ich keine ganzen Sätze reden kann und nicht richtig liegen kann... ! Sauerstoffsättigung ist eh noch knapp über 90...

        Liebe Grüße !

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          #5
          Hallo Cloey,

          oha, das klingt heftig bei dir! Es gibt Medikamente, die myasthene Symptome verschlimmern. Ich weiß allerdings nicht, ob bestimmte Betablocker dazu gehören. Hast du dich schon mal auf den Seiten der deutschen Myasthenie -Gesellschaft umgesehen? Die sind unglaublich hilfreich.

          Bei mir fing es mit Sehstörungen/Doppelbildern an. Die wurden immer immer schlimmer bis ich gar nichts mehr richtig erkannt habe, weil alles doppelt und so wie wackelig war. Ein Augenarzt meinte, dass die Augen in Ordnung wären und ich einfach Urlaub machen soll. Drei Wochen Teneriffa hat er mir empfohlen.... Ich schüttel heute noch den Kopf über diese Aussage. Einen Tag später war ich mit Lähmungserscheinungen im Gesicht und an den Händen im Krankenhaus. Verdacht auf MS. Als sich der Verdacht nicht bestätigte, wollten sie mich nach Hause schicken. Zum Glück gab es eine findige Assistenzärztin. Am Ende wurde ich mit Kortison nach Hause geschickt. Es war aber nicht klar, was es sein könnte. In den folgenden Tagen wurden die Sehstörungen besser, aber es kam so viel dazu. Der schwere Kopf, der Hals, Schluckstörungen, Atemprobleme. Ich hab mich dann mit möglichen Erkrankungen beschäftigt, mit der Assistenzärztin telefoniert und mich schlau gemacht. Irgendwie war mir klar, dass es fast nur Myasthenie sein kann. Mein Hausarzt hat mich dabei unterstützt, in eine spezielle Sprechstunde für Myasthenie zu kommen. Mir wurde Kalymin verschrieben und die Symptome wurden endlich besser. Inzwischen habe ich zwei Neurologinnen - eine hier in meiner Gegend zur regelmäßigen Betreuung und eine im integrierten Myasthenie-Zentrum, die auch die Diagnose gestellt hat und die Medikation bestimmt. Es wurden mit vielen Tests viele andere mögliche Erkrankungen ausgeschlossen.

          Leider konnten bisher keine Antikörper nachgewiesen werden. Ausschlaggebend für die Diagnose waren bei mir am Ende repetitive Nervenstimulationen. Dabei konnten Dekremente nachgewiesen werden und zusammen mit den Symptomen war das ausschlaggebend. Ich hatte letzten Sommer auch noch eine dokumentierte Ptosis.

          Seit Herbst habe ich ständig Probleme mit schweren Armen und Beinen. Solange keine Lähmungen nachgewiesen werden, spricht meine Ärztin aber nicht von generalisiert. Was mich nervt ist diese große Erschöpfung. Dass ich manche Wochenenden einfach verschlafe. Dass ich oft keine Kraft mehr habe, irgendwas zu machen. Dann all diese Kleinigkeiten - ich verschlucke mich so oft oder beiße mir innen beim kauen auf die Wange. Kleinkram fällt mir aus den Händen - Stifte z.b. oder ich stoße ständig mit dem Armen irgendwo gegen, weil mein Körper nicht checkt, dass die nicht hinterherkommen.

          Naja es gibt Tage, die sind besser und ich merke fast nix, manchmal geht so gut wie nichts mehr.

          Ich finde schon, es hört sich nach Myasthenie bei dir an. Aber ich bin keine Ärztin. Es gibt so viele andere seltene Erkrankungen. Frag bei deinem Termin nach einer repetitiven Nervenstimulation. Nicht im Gesicht, lieber am Oberarm/Schulter. Ist echt unangenehm, aber richtungsweisend. Halt mich mal auf dem laufenden, es ist schwierig, jemanden für einen Austausch zu finden. Würde mich freuen, von dir zu hören!

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            #6
            Hallo Zusammen,
            ich bin neu hier und habe mir eure Schilderungen durchgelesen. Meine Symptome ähneln denen von Yvonne. Seit Mai 2024 nehmen meine Beschwerden sukzessive zu. Begonnen hat es mit einer einseitig starken Fussheberparese, Diagnose "Polyneuropathie". Dezember 2024 fiel mir das Treppen hochsteigen schwer. Ab März 2025 bemerkten meine Freunde, dass meine Aussprache sich verändert. Das Gehen auf längerer Distanz wie 200 Meter geht nur noch mit Walkingstöcken. Im August diesen Jahres war ich auf Anraten meiner Neurologin in Reha, da sich auch meine Körperhaltung und Muskelschwäche negativ entwickeln. Während dieser Reha betrieb ich als alter Sportler Kraftübungen und wollte unbedingt mich mal wieder auspowern. Ein Crosstrainer stand zur Verfügung und ich kam ins schwitzen. Klasse. Urpötzlich waren meine Oberschenkelmuskulatur gelähmt und ich sackte in mich zusammen. Seid dieser Zeit bemerke ich, dass sich mein linkes Augenlid bei Anstrengung senkt und dass mich hohe Aussentemperaturen ermüden. Ebenso bemerke ich kein rundes,leichtes schlucken mehr, eher wirk es anstrengend. Heute ware ich auf meinem Steinriegel beim Nüsse auflesen. Das hat meine OS_Muskeln ( vermutlich durch das Körpergleichgewicht zu halten) so gefordert, dass sie komplett gelähmt waren und ich gestürzt bin, ohne Folgeschäden !
            Ein Oberarzt hat mich während der Reha aufgrund des Sturzes und Rückmeldung der Physiotherapeuten grob untersucht und mir dringend den Rat gegeben meine Neurologin aufzusuchen. Er vermutet eine Myasthenie. Ok. Bei meiner Neurologin wurde dann Blut genommen und analysiert. Antikörper gegen den Acetylcolin Rezeptor wurden nicht gefunden. Mit einer Überweisung auf Verdacht "negative Myasthenie" habe ich nach langer Zeit endlich einen Termin in der Myastheniesprechstunde an die UNI-Klinik Tübingen am 08.10.25. Ich freue mich, nach 16 Monaten, hoffentlich eine Diagnose zu bekommen.
            Es tut mir gut, das von meiner Seele zu schreiben.
            Habt ihr noch irgendwelchen Tipps oder Ratschläge, wenn ich in der Myasthenia-Sprechstunde bin. Über eine Antwort von euch würde ich mich freuen.
            Viele Grüße
            Armin

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              #7
              Hallo Armin,

              in deinem Fall würde ich auch an Lambert-Eaton denken. Meistens beginnt eine Myasthenia Gravis nicht mit den Beinen. Um ein Lambert-Eaton-Syndrom zu diagnostizieren müssen noch andere Blutwerte untersucht werden. Sprich das ruhig an und lass dich nicht vorschnell abwimmeln. Und die Ärzte können auch bei Verdacht Mestinon verschreiben. Das müsstest du dann spüren, wenn es hilft. Hast du noch andere Symptome? Alles aufschreiben. Wenn möglich auch ein Foto einer Ptosis mitbringen. Die spezialisierten Zentren sind gut und kennen sich ja aus. Schau doch auch mal auf der Seite der deutschen Myasthenie-Gesellschaft vorbei.

              Und zur Sprechstunde natürlich alles mitbringen was die Diagnose "Polyneuropathie" betrifft.
              Ich drück dir die Daumen, dass du die richtige Hilfe dort findest! Wäre schön, eine Rückmeldung zu bekommen! Hier ist leider kaum Austausch zu dem Thema.

              Viele Grüße und viel Erfolg!

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                #8
                Vielen Dank für die Rückmeldung und deine Tipps Annekatharina. Ich melde mich auf jeden Fall wieder.

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                  #9
                  Hallo Zusammen, hallo Annekatherina,
                  ich habe versprochen mich wieder zu melden.
                  Im November war ich dann stationär in Tübi. aufgenommen. Nach Blutuntersuchungen, Tests, EMG's und CT's wurden vorläufig folgende Diagnosen gestellt:
                  proregidente, beinbetonte Parese mit Faszikulationen und chronisch neurogener Umgestaltung bei axonaler sensomotorischer Polyneuropathie mit demyelinisierender Komponenete // atypische CIDP // Motneuronenerkrankung // paraneoplastische Motoneuronopathie (Anti-SOX1-leicht positiv).
                  Die Vermutung der Ärzte war ALS. Keine Myasthenie. Um den Verdacht auf immunvermittelter Prozesse auszuschliessen wurden mir an 3 Tagen jeweils ein Kortisonstoss Methylprednisolon gegeben. Es war verrückt. Schon nach 24h waren keine Faszikulationen mehr da. Im Laufe von 2 Wochen verbesserte sich meine Ganghaltung, Stimme und schlucken. Auch verspürte ich mehr Kraft in den Beinen. Auch die Ärzte an der UNI-Klinik stellten eine Verbesserung fest. Die Faszikulationen traten nach 5 Tagen wieder langsam auf. Nach 5 Wochen waren wieder alle negativen Symptome da. Und man machte dann, 8 Wochen nach dem 1. Kortisonversuch, nochmal einen Kortisonstoss. Wieder war das Ergebnis positiv, Faszikulationen waren für Tage verschwunden, Gangsicherheit, Stimme, Schlucken und wieder Anzeichen von leicht zunehmender Kraft waren nicht nur mir, sondern auch meiner Familie ersichtlich.
                  Nach 2 Wochen, also nach dem 2. Kortisonstoss, hatte ich ein 5 minütiges Abschlussgespräch wurde mir die Diagnose ALS mitgeteilt. Der positive Verlauf meiner Symptome nach den Kortisonstössen wurden ignoriert und als normale Reaktion bei ALS-Patienten erklärt.
                  Ich kanns immer noch nicht glauben.
                  Vielen Dank für eure Lesezeit.​

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