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24h Faszikulationen, Krämpfe, nächtliche "Lähmung" der Finger

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    24h Faszikulationen, Krämpfe, nächtliche "Lähmung" der Finger

    Hallo zusammen,

    da ich (m, 43 Jahre) derzeit im Ausland lebe und arbeite, und ein Neurologe nicht greifbar ist, poste ich hier was mich derzeit umtreibt:

    Vor ca. zwei Monaten bekam ich plötzlich Muskelzuckungen in der rechten Wade. Diese Faszikulationen habe ich seitdem 24 Stunden täglich. Vorher hatte ich so Etwas nie.
    Sie sind sehr gut sichtbar (auch für andere) und von hoher Frequenz. Meine linke Wade zuckt auch, allerdings deutlich weniger und auch nur sichtbar, empfinden tue ich da gar nichts.
    Vor drei Wochen fingen dann auch andere Stellen an zu zucken, der rechte Fuß und Bein, sowie ab und zu mal im rechten Unterbauch, Unterlippe, oder Ballen der rechten Hand. Im Gegensatz zur rechten Wade zuckt es da aber nur sehr sporadisch.

    Was mir aufgefallen ist, dass die Waden-Faszikulationen besonders ausgeprägt sind, wenn ich in Ruhe im Bett liege und schlafen will - dann habe ich sozusagen ein richtiges Feuerwerk in der Wade.
    Oder aber nach dem Sport, wenn ich z.B. Joggen oder Schwimmen war. Wobei ich kein Sportler bin, sondern lediglich mal so eine halbe Stunde laufe oder schwimme.
    Beim Schwimmen habe ich auch immer dauerhaft einen Druck auf der Wade.
    Als ich gestern zuletzt Schwimmen war, waren die Waden-Krämpfe so deutlich, dass ich das Schwimmen einstellen musste, desweiteren konnte ich den rechten Fuß unter Wasser kurzzeitig nicht bewegen.

    Seit einigen Tagen wache ich manchmal 2-3 mal pro Nacht auf, und stelle dann fest, dass ich an beiden Händen die Finger kaum bewegen kann. Erst wenn ich meinen Arm hin- und her schüttel, bessert sich das. Zunächst kribbelt es enorm in den Händen/Fingern, und dann kann ich die Finger auch wieder bewegen.

    Ein Kribbeln habe ich sporadisch in den Füßen, den Händen, oder auch mal in der Wade wo es faszikuliert. Da ich berufsbedingt ca. zehn Stunden täglich am Schreibtisch am PC sitze, bin ich allerdings nicht sicher ob das Kribbeln überhaupt dieselbe Ursache wie das Faszikulieren hat, oder ob das eine andere Geschichte ist, die von meiner sitzenden Tätigkeit herrührt.

    Unter chronische Krankheiten leide ich nicht, nehme keine Medikamente, rauche nicht, nehme keine Drogen und trinke am Geburtstag und Sylvester mal ein Glas Wein.

    Beruflich bin ich Illustrator/digitaler Zeichner, d.h. ich benötige meine Hände/Finger unabdingbar um meine Brötchen zu verdienen. Wenn ich durch irgendeine Krankheit meine Hände nicht mehr gut benutzen könnte, könnte ich meinen Beruf nicht mehr ausüben. Aus diesem Grund bin ich halt schon etwas nervös.

    Ich war vor zwei Wochen im Ausland beim „Dorfarzt“ und habe die Blutwerte checken lassen. Rheuma habe ich nicht, die Werte sind völlig unauffällig, und auch sonst ist im Blutserum nichts Besonderes zu sehen.

    Meine Frage wäre jetzt, was könnte das wohl sein? Passen die Faszikulationen und diese gelegentliche nächtliche Unbeweglichkeit der Finger zusammen, oder sind das zwei paar Schuhe?
    Sollte ich in den nächsten Wochen mal nach Deutschland kommen um mich neurologisch durchchecken zu lassen? Oder erst mal weiter abwarten?

    Vielen herzlichen Dank für das Durchlesen und ein paar gute Ratschläge!

    Beste Grüße

    #2
    Das mit den Fingern könnte ein Kompressionssyndrom sein.

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      #3
      Zitat von pelztier86 Beitrag anzeigen
      Das mit den Fingern könnte ein Kompressionssyndrom sein.
      Danke für die schnelle Antwort! Meinst Du (ich hoffe, duzen ist hier im Forum ok...) denn, dass dies mit den Faszikulationen zusammenhängt, oder ist das eine andere Geschichte?
      Eventuell auch eine Vorstellung was es mit den Muskelzuckungen auf sich haben könnte? Danke!

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        #4
        Kann man so nicht sagen. Die Faszis sind unspezifisch. Da müsstest du eben doch mal zum Neurologen und die Basisuntersuchungen (klinische Untersuchung, ENG, ggf auch EMG) machen lassen.

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          #5
          Ich würde jedenfalls mal beim Neurologen vorstellig werden , das kann alles aber auch nichts sein . Spekulationen oder blutergebnisse bringen dich vorerst nicht weiter . Mal auf borrelien untersucht ? Ich weiss ja nicht wo du im Ausland bist und ob eine zeckenkontakt passen würde . Nachtschweiß ?

          gruss

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            #6
            Zitat von pelztier86 Beitrag anzeigen
            Kann man so nicht sagen. Die Faszis sind unspezifisch. Da müsstest du eben doch mal zum Neurologen und die Basisuntersuchungen (klinische Untersuchung, ENG, ggf auch EMG) machen lassen.
            Vielen Dank für den Rat - einen Termin beim Facharzt würde ich im März wohl zeitlich schaffen, sofern ich bis dahin überhaupt einen Termin bekomme.

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              #7
              Zitat von DennDenn Beitrag anzeigen
              Ich würde jedenfalls mal beim Neurologen vorstellig werden , das kann alles aber auch nichts sein . Spekulationen oder blutergebnisse bringen dich vorerst nicht weiter . Mal auf borrelien untersucht ? Ich weiss ja nicht wo du im Ausland bist und ob eine zeckenkontakt passen würde . Nachtschweiß ?

              gruss
              Bin in Skandinavien in der "Einöde". Untersuchung auf Borrelien hatte ich bislang nicht. Nachtschweiß würde ich eher verneinen - gehe mal davon aus, dass der sich derart manifestieren würde, dass die Nachtbekleidung richtig durchgeschwitzt wäre.

              Stress oder Angst (habe gelesen, das kann auch mal Muskelzucken verursachen bzw. verstärken) würde ich auch eher ausschließen. Hatte vor Jahren hin und wieder mal eine Makrohämaturie und bin erst ein halbes Jahr später damit zum Urologen gegangen, weil ich mir dachte "wird schon Nichts sein". War dann auch nix Gravierendes. Will mit diesem Beispiel nur sagen, dass ich nicht dazu neige beim Auftreten von Krankheitszeichen gleich in Panik zu verfallen.

              Insofern würde ich das "Überschwappen" der Faszikulationen von der Wade auf andere Bereiche nicht auf etwaige Nervosität/Psychosomatik zurückführen. Da ich beruflich auf die Funktionsfähigkeit meiner Hände angewiesen bin, bin ich innerlich natürlich etwas unruhig - das ist wohl nur menschlich.

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                #8
                Verständlich , der Termin wäre jedenfalls angebracht .
                ok ich denke da fallen Zecken auch erstmal weg .
                Solang du zu dem Zucken keinerlei Krafteinschränkungen verspürst, ist es auch erstmal unspezifisch das stimmt .

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                  #9
                  Zitat von DennDenn Beitrag anzeigen
                  Verständlich , der Termin wäre jedenfalls angebracht .
                  ok ich denke da fallen Zecken auch erstmal weg .
                  Solang du zu dem Zucken keinerlei Krafteinschränkungen verspürst, ist es auch erstmal unspezifisch das stimmt .
                  Ich werde versuchen in 1-2 Monaten einen Termin beim Neurologen zu bekommen. Der Allgemein-Arzt bei dem ich hier vor Ort war, hatte mir "Limptar" gegen die Faszikulationen verordnet.
                  Allerdings habe ich mir das Medikament gar nicht geholt, weil ich mir vorstellen könnte, dass dann evtl. neurologische Messungen verfälscht werden, wenn ich vorher ein paar Wochen lang "Limptar" einwerfe. Aber vielleicht liege ich da auch falsch, bin kein Mediziner.

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                    #10
                    Würde ich die Finger von lassen , nicht wegen der "verfälschung" sondern weil es eigentlich ein medikament gegen Malaria ist , Off Label mäßig wird es auch gegen Wadenkrämpfe eingesetzt bei Diabetes oder ähnlichem , allerdings muss man sagen dass es als Muskelrelaxan sehr fies entspannend ist ... lass die Finger davon

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                      #11


                      "...Die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA warnt zum wiederholten Mal vor der Einnahme von Chinin (LIMPTAR N) bei Wadenkrämpfen. Das Hauptalkaloid der Chinarinde ist in den USA zwar ausschließlich zur Behandlung der unkomplizierten Malaria zugelassen, wird dort aber überwiegend off label zur Vorbeugung oder Behandlung nächtlicher Muskelkrämpfe eingenommen.1 Die FDA dokumentiert zwischen April 2005 und Oktober 2008 38 Berichte über schwere Störwirkungen in Verbindung mit Chinin, darunter 24 hämatologische und 4 kardiovaskuläre Ereignisse. 5 Patienten versterben.1,2 Bedrohliche Störwirkungen des Alkaloids sind seit Langem bekannt. Neben Herzrhythmusstörungen, Tinnitus, Hör- und Sehstörungen sind vor allem potenziell tödliche immunallergische Thrombozytopenien sowie hämolytisch-urämisches Syndrom bzw. thrombotisch-thrombozytopenische Purpura gefürchtet. In Australien und Neuseeland ist Chinin deshalb seit einigen Jahren nicht mehr gegen Wadenkrämpfe zugelassen...."

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                        #12
                        Danke an pelztier86 und DennDenn für die Warnung vor "Limptar". Vielleicht sollte ich mal den Allgemein-Arzt wechseln.

                        Habe mir von der Praxis vorhin meine Blutwerte zuschicken lassen, der Arzt hatte mir ja mitgeteilt es sei "Nichts auffälliges dabei". Einen Blick hatte ich selber nicht darauf geworfen.
                        Allerdings stehen da so einige Werte außerhalb der Norm.
                        Bei einem kurzen Anruf beim Arzt dazu meinte er, was dort nach oben oder unten ausschlägt hätten "Millionen andere auch, daher nicht Besorgnis erregend."
                        Eventuell hat jemand von Euch ja eine Meinung dazu, ob das in der Gesamtschau tatsächlich so "unauffällig" ist, oder ggf. zu den Faszikulationen und Krämpfen passt.

                        Ich stelle hier nur die Werte ein, hinter denen ein + oder - steht:

                        Kreatinin mg/dl: 1.61 (Norm 0.67-1.17)

                        CRP mg/l: 9.7 (Norm unter 5.0)

                        Lymphozyten %: 15.0 (Norm 20.0 - 44.0)

                        Monozyten %: 9.7 (Norm 2.0 - 9.5)

                        Eosinophile Granulozyten %: 0.2 (Norm 0.5 - 5.5)

                        Lymphozyten 1000/ul: 0.80 (Norm 1.10 - 4.50)

                        Eosinophile Granulozyten 1000/ul: 0.01 (Norm 0.02 - 0.50)

                        Vielen Dank im Voraus für Eure Meinung dazu!


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