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Muskelzucken…. Brauche einen Rat

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    Muskelzucken…. Brauche einen Rat

    Hallo liebes Forum,

    ich kann mir vorstellen, dass euch Beiträge dieser Art mittlerweile auf eine Art zum Hals raushängen…. Dennoch hoffe ich hier auf eine unabhängige Meinung und nüchterne Bewertung der Dinge / Fakten, da ich mich dazu aufgrund meiner „Panik“ nicht mehr in der Lage sehe.

    Auch entschuldige ich mich vorab für den langen Text.

    Ich heiße Patrick und bin 34 Jahre alt.

    Ungefähr im April / Mai des letzten Jahres vernahm ich das erste Mal bewusst Zuckungen in der rechten Wade. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte ich die „gesunde Einstellung“, dass es halt mal hier mal da Zucken kann. Aber irgendwie war diese Einstellung plötzlich weg und ich habe mir unendliche Sorgen darüber gemacht und habe mich (vielleicht) etwas sehr mit Dr. Google hineingesteigert. Als ich dann auch noch beim Autofahren ein Zucken an der linken Hand am Daumenmuskel wahrnahm, war es ganz vorbei. Irgendwelche anderen „Symptome“ (Krämpfe, Kraftverlust usw.) hatte ich jedoch nicht.

    Auffälligkeiten beim Laufen (häufiges Stolpern) oder beim Treppensteigen hatte zu damaligenZeitpunkt und habe ich nach wie vor nicht. Ab und zu „setzt“ mal meine Sohle auf unebenem Boden auf und „schleift“ etwas, aber ich denke das kann man auch als „normal“ ansehen?

    Ich habe mir dann im Juni 2021 einen Termin bei einem Neurologen geben lassen. Dieser hat mir bereits beim Gespräch gesagt, dass ich garantiert nix haben werde. Er hat dann dennoch die Reflexe und Muskelfunktionen überprüft und ein EMG an dem rechten Bein und dem rechten Arm durchgeführt. Es war wohl alles super.

    Durch meine ganzen „Recherchen“ bin ich dann auch noch auf den CK-Wert gestoßen, der ja wohl bei einer vorliegenden ALS erhöht sein kann / soll. Also habe ich diesen auch noch im Juni 2021 in einem Labor prüfen lassen. Das Ergebnis war jedoch nicht auffällig bzw. nicht erhöht (89 U/l).

    Daraufhin habe ich mich auch wieder „gefangen“ und war beruhigt was meine Angst vor ALS angeht.

    Zur Ablenkung habe ich dann wieder mit dem Sport angefangen (2/3 mal die Woche Kraftsport). Aber nun kein professionelles Bodybuilding. Ich konnte jedoch einen „Zuwachs“ in der Ausprägung der Handmuskulatur und allen anderen Bereichen erkennen. Auch war überall ein Kraftzuwachs da.

    Auch dass ich zwischenzeitlich mal hier mal da wieder ein Zucken hatte, war für mich (wieder) gedanklich kein Problem. Ich kann mich z.B. an eine Situation beim Training erinnern, bei der plötzlich meine ganze linke Rückenmuskulatur gezuckt hat. Oder, nachdem ich Stunden im Büro saß, mein rechter Gesäßmuskel. Das Zucken hielt hierbei nur ein paar Sekunden (30-60) an. Auch hat es mal in meinem linken Kinn für ein paar Minuten echt stark und sichtbar gezuckt. Mal war das Muskelzucken dann direkt am Kreuz.

    Ende November hatte ich dann nach dem Aufstehen echt ein heftiges Zucken im linken Oberarm. Hier hat sich der ganze Bizeps nach oben bewegt. Es machte den Anschein, als ob das Zucken von einer „Sehne“ aus der Achsel kommen würde. Ganz komisch. Naja, auf jeden Fall trat das Zucken dann am nächsten Tag über Stunden auf. Wenn ich mich jedoch hingelegt und den Arm ausgesteckt hatte, war das Zucken weg bzw. nicht mehr wahrnehmbar. Am nächsten Morgen war es dann auch weg.

    Am 01. Januar (Happy new Year) begann dann plötzlich mein Trizeps im unteren Bereich am Ellenbogen heftig zu Zucken. Das Ganze ging dann auch über 2,5 Tage. Auch Nachts war es durchgehend da. Irgendwann ist mir aufgefallen, dass wenn ich den Arm hochhalte, das Zucken weg ist. Auch habe ich dann irgendwann das Gefühl bekommen, dass mein Trizeps irgendwie weh tut.

    Naja, ich bin dann am Montag sofort zu meinem Hausarzt gegangen, der mich dann „untersucht“, mir Blut abgenommen und mich zum Röntgen geschickt hat und mir eine Überweisung zum Kopf-MRT gegeben hat. Für ihn stand die Diagnose aber schnell fest. Alles normal und purer Stress.

    Parallel habe ich mich dann zu einem anderen Neurologen in die offene Sprechstunde gesetzt. Dieser konnte bei der Untersuchung (Reflexe usw.) nichts feststellen. Ein EMG hat er nicht gemacht. Jedoch ein EEG und NTC (glaube ich). Er hat dann aber Blut abgenommen (CK-Wert und weitere „Muskelwerte und -enzyme“).

    Das MRT vom Kopf war ohne Befund und alle Laborwerte (CK-Wert usw.) waren unauffällig. Laut Aussage des Neurologen soll ich mir keine Sorgen machen.

    Dennoch bekomme ich dieses Mal einfach nicht den „Absprung“ hin und hänge weiterhin in der Angst vor einer möglichen ALS-Erkennung fest.

    Kurze Zeit nach den Zuckungen im Trizeps des rechten Armes bekam ich echt Schmerzen im Ellenbogen. Auch tat auf einmal etwas die rechte Schulter weh.

    Dennoch habe ich wieder mit dem Kraftsport angefangen (hatte ca. 1 Monat Pause). Ich war zwar schnell wieder auf dem „alten Level“ und kann keinen großen Abbruch in der Kraft feststellen, jedoch entwickelten sich Schmerzen in der rechten oberen Schultermuskulatur. Bei bestimmten Bewegung „zieht“ es kurz aber ordentlich. Dazu kamen dann wirklich extrem heftige Rückenschmerzen im oberen Bereich, welche direkt an der Wirbelsäule sind. Sowas hatte ich bisher noch nie…. Daher weiß ich nicht, ob solche Schmerzen ein mögliches ALS-Symptom sein könnten?

    Einen krassen Rückgang an der Muskulatur erkenne ich nicht. Jedoch sind die Muskeln auf der linken und rechten Körperseite etwas unterschiedlich geformt oder ausgeprägt.

    Auch schmerzt mal meine Waden, dann meine Knie und dann wieder mein Unterarm. Auch zuckt es mal hier mal da am ganzen Körper verteilt. Mal das rechte Augenlid, dann die Wade, der Oberschenkel, der Unterarm, der Bizeps usw. Meistens aber nur einmal oder allerhöchstens ein paar Sekunden. Teilweise ist das Zucken aber so „stark“, dass sich dann kurz minimal z.B. der ganze Fuß, der Unterschenkel oder die Schulter bewegt / zuckt oder halt ein kleiner Ruck durch den ganzen Körper geht (wie es beim Einschlafen mal passiert). Oder manchmal ziehen sich dann auch die Fußglieder zusammen. Manchmal kommt es mir so vor, als die Zuckungen am ganzen Körper alle kurz hintereinander kommen und dann ist erstmal wieder Ruhe.

    Von der Aussprache habe ich keine großen Probleme. Mir ist zwar aufgefallen, dass ich ab und an mal „undeutlich / verwaschen“ spreche. Das ist aber irgendwie tages- oder situationsabhängig bei mir. Es gibt Tage, da quatsche ich ohne Probleme und mal kommt es mir so vor als ob ich total undeutlich spreche. Verschluckt habe ich mich seit geraumer Zeit nicht mehr.

    Auch ist mir bisher nichts auffällig oft aus der Hand gefallen und ich habe keine Probleme Sachen zu packen oder festzuhalten. Klar rutschen mal ein paar Sachen aus der Hand, aber ich denke auch das ist normal?

    So und auch wenn es etwas doof klingt, aber über die alten Daten meiner Körperfettwaage konnte ich feststellen, dass ich im Vergleich zum April 2021 zwar (leider) an Gewicht zugelegt habe, der Muskelanteil jedoch auch um 1 kg zugenommen hat.

    Naja, ich habe probiert alle „Symptome“ und Fakten bestmöglich zusammen zu fassen…

    Ich wäre wirklich über eine sachliche Einschätzung der Möglichkeit einer ALS dankbar!

    Auch wäre es toll, eine Meinung zu diesem CK-Wert zu bekommen, da dieser (nach Aussage des Neurologen) ein „gutes Zeichen“ einer nicht vorliegenden ALS ist. Ist dieses Muskelzucken bei denen sich z.B. die Gliedmaßen kurz bewegen oder die Zehen zusammenziehen ein „typisches Zucken“ wie es bei einer ALS wäre? Es wäre auch toll eventuell noch „Alarmsignale“ (falls nicht schon vorhanden) zu hören, bei denen ich wieder zu dem Neurologen gehen sollte, sobald diese auftreten.

    Liebe Grüße
    Patrick


    P.s.: Entschuldigt bitte die Rechtschreibfehler.

    Zuletzt geändert von Patrickkk; 18.01.2022, 08:56.

    #2
    Hallo Patrick
    Ich schreibe sehr selten in dieses Forum ,alles was du an Symptome hast ,habe ich seid fast mehr als 5 Jahren.
    Manchmal mehr manchmal weniger.
    Lass es zucken beachte es nicht mehr und akzeptiere es einfach.
    Meine Diagnose ist BFS die Ursache ist unbekannt aber harmlos.
    Solange es keine eindeutige verslechteringen auftreten würde ich mich keine Sorgen machen
    Und mit verslechteringen meine ich nicht die Intensität oder Häufigkeit von den Zuckungen, weil das hat meine Meinung und Erfahrungen nach nichts zu bedeuten.
    Ich hoffe ich konnte dich einwenig beruhigen weil es für deine Psyche nicht gut ist
    Gruß Hetty

    Kommentar


      #3
      Hey Hetty,

      vielen Dank für deine Antwort!

      Natürlich tut es auf eine Art gut zu hören, dass man mit diesen Problemen nicht alleine ist.

      „Leider“ ist bei mir jedoch so, dass diese Zuckungen von der Intensität und Häufigkeit eben seit dem letzten Jahr deutlich zugenommen haben und mittlerweile auch überall am Körper sind. Heute Morgen war’s z.B. wieder so, dass etwas in meinem Bein gezuckt hat, so dass sich auch das ganze Bein kurz und etwas nach links bewegt hat? Daher sind das doch „klassische Faszikulationen“ oder?

      Kommentar


        #4
        Hallo Patrick
        Ja Zuckungen sind Faszikulationen das ist das gleiche
        Das alles ist mir bekannt Auch bei mir bewegt mal die Hand Fuss oder Finger
        Glaube mir das ist nichts schlimmes

        Kommentar


          #5
          Erneut danke für deine Antwort.

          Eventuell kann mir ja jemand noch was zu dem CK-wert und den übrigen Fragen sagen…. Wäre echt toll!

          Kommentar


            #6
            Moin!

            Als erstes: Lass das gegoogel und verschwinde - sobald dein Thread nicht mehr groß frequentiert wird - auch hier aus dem Forum! Gerade im Teil "Ohne Diagnose" ist hier nicht viel von gegenseitiger Unterstützung im Sinne von Bewältigungsstrategien, Ärztetipps, Interpretationshinweisen von Befunden etc. (wofür ein Forum da wäre in meinen Augen). Ich hoffe, in meinem Beitrag zumindest etwas davon zu leisten.
            Stattdessen wimmelt es hier von ängstlichen Menschen, die ihre ALS-Diagnose - die niemals kommen wird - aus irgendwelchen Gründen sehnlichst erwarten. Da wird nicht davor zurückgeschreckt mehrere Ärzte namentlich zu nennen und als blind oder ignorant abzutun, um der eigenen völlig irrationalen Angst weiter Futter zu geben. Das wird dich nur verunsichern und kein Stück weiterbringen.
            Auch das Vergleichen eigener subjektiver Empfindungen mit - vielleicht ähnlich empfundenen - Symptomen Anderer hat keinen Mehrwert: Die Logik Person X hatte die "gleichen Symptome" und wurde jetzt mit Krankheit Y diagnostiziert, also habe ich auch Krankheit Y, funktioniert schlicht nicht.

            Zur Krankheit: Ich bin kein Experte, aber solltest du nicht völlig selektiv gegoogelt haben, solltest du einige Dinge herausgefunden haben, die eine ALS sehr, sehr unwahrscheinlich machen. Dein Alter, die Abfolge der Symptome (erst Zuckungen), die Symptome (Schmerz, aber keine Ausfälle), die Wechselhaftigkeit der Empfindungen sprechen gegen eine degenerative Krankheit. Weiterhin wurdest du von zwei Neurologen untersucht, die beide nichts fanden. Das sollte man dann auch glauben und lieber ein Bier trinken, anstatt die Möglichkeit zu erwägen, vielleicht ein unglückseliger SonderSonderSonderSonderSonderSonderfall zu sein. Dazu kommen sehr spezifische Zuckungen (Augenlid), die zusammen mit den anderen Faszikulationen auftreten, aber keinen Krankheitswert haben, sondern ein klares Stresssymptom sind. Solltest du also nicht zeitgleich pathologische Faszikulationen UND gutartige (soooooo viel wahrscheinlicher) Zuckungen haben, sind die Zuckungen als Gesamtheit zu betrachten: völlig belanglos.

            CK-Wert: Ist unerheblich für eine ALS (die auch mit normwertigen CK-Werten vonstatten gehen kann) und kann - wenn überhaupt - nur im Kontext betrachtet werden. Dann ist eine dauerhafte, moderate Erhöhung zu erwarten. Deiner ist aber niedrig, kombiniert mit dem Fakt, dass du Krafttraining machst sogar sehr niedrig. Also alles easy.

            Bewältigungsstrategien: Objektiviere! Bau dir ein Workout zusammen und notiere, bei welcher Übung du welche Probleme hattest. Balance? Kraft? Ausdauer? Guck dir deine Notizen nach drei Monaten an und werte aus. Tagesform? gar keine Beschwerden? Tendenzen? Oder kristallisiert sich doch ein Problem irgendwo heraus? Ich mach das mit meinem rechten Fuß so und stelle fest, dass es keine Tendenz zu irgendwas gibt. Erst recht wird nichts dauernd schlechter. Das beruhigt und bildet eine gute Grundlage für eine evtl Diagnosefindung, falls doch was sein sollte - und damit meine ich in erster Linie nichts neurologisches. Ein anderer User hier geht immer gleich schwimmen und wertet die Zeiten und das Befinden aus - auch das ist allemal besser als ein ungefiltertes "In-sich-hinein-horchen".

            Hast du ein dauerhaftes Problem (meinetwegen schmerzende Schulter) festgestellt und willst dennoch die ALS-Angst loswerden? Dann ist die "100-boxes-strategy" für mich eine gute Variante: mache alle Bewegungen mit der "betroffenen" Region, die sie können muss (trocken: ohne Maximalkraft, einfach heben, drehen, springen, etc.), beginne an einem ängstlichen Tag. Wenn alles geht (auch unter Schmerzen), mache einen Haken in eine Box. Morgen wieder. Übermorgen auch. Etc. Hast du 100 Boxen abgehakt, ist es wahrscheinlich keine ALS, denn die zeigte sich dann schon. Eine Mystifikation der Manifestationsphase (manche glauben nach Jahren noch, sie befänden sich dort) zu einer Jahre- bis Dekadenlangen Reise ist Unsinn. Eine ALS schreitet fort. Unterschiedlich schnell, aber immer recht zügig und unerbitllich.

            Natürlich gibt es auch hier Ausnahmen und Sonderfälle, aber die gibt es halt immer und überall. Nicht alles, was es im Internet zu lesen gibt stimmt und einiges verkauft sich nur deshalb so gut, WEIL es eben so selten ist.

            Grüße aus Lübeck

            Schnecke
            Zuletzt geändert von slug; 18.01.2022, 21:43.

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              #7
              @sluge
              Danke, du hast einen tollen Beitrag geschrieben.
              Ich bin ganz deiner Meinung und denke, das sollten alle lesen und sich zu Herzen nehmen, die ohne Diagnose, und sich doch in panische ALS Angst hineinsteigern.
              Liebe Grüße Barbara

              Kommentar


                #8
                Diese gutartigen Zuckungen stehen nicht selten in Verbindung mit chronischer Erschöpfung oder Fatique, habe mal was gelesen von Hyper-Nerve hyperexcitability. Manche Leute wo das extrem ausgeprägt ist, die bekommen Medikamente gegen Epilepsie. Es sind aber die peripheren Nerven betroffen, also außerhalb vom zns (Gehirn U Rückenmark) Wahrscheinlich kommt das wirklich von dauerhaftem Stress

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                  #9
                  @slug: Das hast Du sehr gut geschrieben. Genau so sehe ich das auch. Danke!

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                    #10
                    Dauerstress ist definitiv ein Thema. Der Körper ist für diese schnellebige und leistungsorientierte Welt einfach nicht gemacht und auf Dauer nicht gewachsen. Es warten an jeder Ecke Stressoren. Man gönnt sich selbst keine richtige Auszeit mehr, hängt am Handy etc.
                    Ich sehe, dass hier in letzter Zeit irgendwie echt viele zwischen 30 und 40 gewisse Probleme entwickeln. Vielleicht auch noch der "Corona Stress" dazu. Mit ein bisschen chillen ist es leider nicht mehr getan, wenn man seinen Körper + Geist schon jahrelang "ausgedörrt" hat.

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                      #11
                      Danke für die Blumen. Einen Absatz wollte ich heut nachmittag noch kurz anreißen, bin aber aus Zeitgründen nicht mehr dazu gekommen. Auch bin ich mir nicht sicher, ob es hier richtig ist, weil es in den ein oder anderen (inkl. meines eigenen, Selbstreflexion ist wichtig^^) Faden evtl besser passt - ich schreibe es trotzdem.

                      Das Alter:
                      Ich verstehe nicht, was viele (häufig Männer) hier im Forum für Erwartungen oder Vorstellungen von ihren Körpern mit Mitte/Ende dreißig haben. Nur weil die Gesellschaft immer älter wird, wird man ja selbst nicht jünger (relativ natürlich schon, aber absolut nicht...). Der turning point liegt trotzdem immernoch bei knapp 30, ab da geht es körperlich nunmal bergab. Die Lebenserwartung ohne moderne medizinische Errungenschaften liegt für Männer in Mitteleuropa bei Ende 60, es gibt derzeit 10 Jahre Wohlstandszugabe (zum Glück!) oben drauf - die Hälfte des Lebens ist verlebt, Jungspund sieht anders aus, man hat einiges mitgemacht, erlebt, gearbeitet, gesportelt etc.

                      Es zuckt mal hier, es zwickt mal da? Müde, durchgelatschte Füße, öfter mal brainfog? Dinge, die vor 10 Jahren leichter waren, fühlen sich schwierig an (nicht nur muskulär, auch ne durchgezechte Nacht etc.)? Muskeln, die nicht mehr explizit trainiert werden, nehmen rascher ab, der Bauch dafür schneller zu? Mein Gott - na klar! Hier werden doch auch graue Haare oder Halbglatzen nicht thematisiert oder was?

                      Man stelle sich vor, jede Frau mit Wechseljahrbeschwerden würde in einem Gesundheitsforum schreiben und tödliche Krankheiten herbeiphantasieren...Und das Wechseljahre kein rein feminines Thema sind, sollte doch auch mittlerweile Allgemeinwissen sein...

                      Ich verstehe kurzfristige Ängste bei seltsamen Symptomen, die hatte ich auch. Aber irgendwann sollte man sich geschüttelt haben und auch die nahe liegenden Dinge betrachten und mal zumindest mit einbeziehen.

                      Nun bin ich erst einmal ne wieder ne Weile still und wünsche allen (Schein)betroffenen eine schöne nächste Zeit.

                      Beste Grüße aus Lübeck

                      Schnecke

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                        #12
                        Im englischsprachigen Raum wird das Thema BFS, CFS, Neuromyotonie, Isaac-Syndrom, Faszikulations-Crampus Syndrom etc pp ernster genommen. Hier in Deutschland habe ich den Eindruck, das viel zu schnell die Psyche für alles mögliche verantwortlich gemacht wird. Der Medizinapparat geht noch zu sehr von den Problemen aus was die Leute in den 50er, 60er, 70er Jahren hatten. Die neuartigen Gesundheitsprobleme können nicht effektiv behandelt werden und ich lese häufig das Leute viele Jahre mit den Symptomen leben müssen.

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                          #13
                          Kann ich aus meinem Umfeld in gewisser Weise bestätigen. Mein Cousin hat jahrelang in London gearbeitet. Trauma Center. Das NHS ist zwar auch nicht ideal, aber die arbeiten viel enger unter Einbeziehung aktueller Studien. Als er nach Deutschland zurückkam war er als "Pflegekraft" wohl besser ausgebildet als so mancher Arzt, da auch die Pflegekräfte in England wesentlich mehr Weiterbildungen machen (können). Er ist für unser System komplett überqualifiziert und er ist auch mit manchen Ärzten aneinandergeraten. Hier werden wohl nach wie vor Sachen gemacht, die in England schon seid Jahren eben wegen der Studienlage nicht mehr oder eben anders gemacht werden.
                          Er hat keinen Bock mehr auf "diese Saftläden, die sich Krankenhäuser nennen" und begleitet jetzt Krankenflüge als Intensiv-Pfleger. Also wo Leute die gerade noch so transportfähig sind von Land A nach Land B geflogen werden.

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                            #14
                            Zitat von CCAA Beitrag anzeigen
                            Im englischsprachigen Raum wird das Thema BFS, CFS, Neuromyotonie, Isaac-Syndrom, Faszikulations-Crampus Syndrom etc pp ernster genommen. Hier in Deutschland habe ich den Eindruck, das viel zu schnell die Psyche für alles mögliche verantwortlich gemacht wird. Der Medizinapparat geht noch zu sehr von den Problemen aus was die Leute in den 50er, 60er, 70er Jahren hatten. Die neuartigen Gesundheitsprobleme können nicht effektiv behandelt werden und ich lese häufig das Leute viele Jahre mit den Symptomen leben müssen.
                            da gebe ich Dir grundsätzlich recht; aber was hat der englischsprachige Raum als Behandlungsoptionen bis jetzt für die genannten Krankheitsbilder hervorgebracht?

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                              #15
                              Glaube das hauptsächlich Mittel gegen Epilepsie eingesetzt werden, wobei die auch nicht jedem der ein bisschen zuppelt und zuckt direkt verabreicht werden sollen. In dem Zusammenhang hab ich häufig was von Gabapentin gelesen. Bei Facebook habe ich auch nur ne englische, bzw amerikanische Gruppe gefunden und auch sonstige Infos über PNH (peripheral nerve hyperexcitability) eigentlich nur auf englisch
                              Zuletzt geändert von CCAA; 24.01.2022, 19:36.

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