Ankündigung

Einklappen
Keine Ankündigung bisher.

es soll eine familiäre ALS sein, aber soo untypisch?

Einklappen
X
 
  • Filter
  • Zeit
  • Anzeigen
Alles löschen
neue Beiträge

    es soll eine familiäre ALS sein, aber soo untypisch?

    Vor gut einem Jahr wurde mir nach einigen Untersuchungen die Diagnose ALS mitgeteilt. Einige Ergebnisse und die Erkrankung meiner Mutter (ALS- bulbärer Beginn) brachten die Neurologen zu dieser Einschätzung.Einige Monate später konnten die Arzte der charite dies nicht wirklich bestätigen und dachten an Overlapsymptome mit einer HMSN.
    Eine umfangreiche genetische Untersuchung, konnte weder Ursachen für eine HMSN noch für eine fALS erkennen.


    Vor zehn Jahren kam ich wegen starker akuter Schmerzen ins Krankenhaus. Gleichzeitig traten Paresen an den Beinen, Fußheberschwäche,und strumpfförmige Sensibilitätsstörungen auf. der Liquor war mit 15 Zellen auffällig, NLG wies auf eine wurzelnahe Schädigung mit auffälligen F-Wellen hin, Sensibilitätsstörungen und leicht erhöhte Nervenleitgeschwindigkeiten in den Beinen aber auch der Arme. Als Diagnose wurde der Verdacht auf ein Elsbergsyndrom gestellt, ähnlich einem Gullian Barre Syndrom.

    2013 wurde bei einem EMG zwar ein chronischer neurodegenerativer Umbau festgestellt,aber insgesamt alles als adäquate Restsymptomatik dargestellt.
    Als ich mich mit den Jahren damit nicht zufrieden geben wollte wurde mir das Ganze von einem Neurologen/Psychiater als psychosomatische Symptomatik diagnostiziert.
    Aufgrund der Gangunsicherheit und der Beinschwäche zog ich mir vor drei Jahren einen Oberschenkelhalsbruch zu und versuchte daraufhin noch einmal eine Diagnose zu bekommen.
    Das Ergebniss war wie oben geschildert. Die NLG Werte sind weiterhin auffällig, sensible Störungen, EMG in den meisten Muskeln mit spontanen Aktivitäten und Degenerationszeichen.Die Kniesehnenreflex waren schon immer lebhaft bei mir, wurden als pathologisch eingestuft. Leichte Zellzahlerhöhung im Liquor.Ich habe seit 2012 eine sukzessive fortschreitende Schwäche in den Beinen die auch mit einer Artrophie einhergeht, Mißempfindungen, Krämpfe (beides seit zwei Jahren weniger), Sensibilitätsstörungen weiterhin strumpfförmig, zwar zunehmenden aber wenigen Faszikulationen an den unterschiedlichsten Stellen und schneller Erschöpfbarkeit.
    Ich laufe nach dieser langen Zeit aber immer noch herum. Nicht mehr lange Strecken aber gemessen an dem wie es sein könnte noch ganz hervorragend. Treppen schaffe ich nur mit Pausen. .Die Arme sind noch immer ganz ok, Schlucken und Sprechen ohne Beschwerden.
    Das letzte Gespräch mit der Charite verlief folgendermaßen: Wir sind auch skeptisch ob das eine ALS ist. Wenn die Sensibilitätsstörungen nicht wären wäre es eindeutig.
    Die Antwort auf meine Frage, ob er denn schon so einen Verlauf bei einer ALS gesehen hätte lautete:Nein.

    Ich weiß nun nicht so richtig was ich weiter machen soll. Ich habe hier schon einmal gefragt ob es hier jemanden gibt mit einer ähnlichen Geschichte, ohne viel Resonanz.
    Ich habe das Gefühl ein wenig abgestellt worden zu sein. Wir wissen nicht so richtig was Sie haben und warten einfach noch ein paar Jahre!
    Ich weiß auch nicht ob sich weitere diagnostische Versuche lohnen.
    Ich habe mich mit dem Gedanken an eine ALS arrangiert zumal ich dann offensichtlich einen einzigartig langsamen Verlauf hätte.
    Ich bin es mittlerweile auch leid weiter im trübem herum zu stochern. Es ist mühselig. Zumindest ist das psychosomatische vom Tisch.
    Aber vieleicht hat hier im Forum ja auch noch jemand eine Idee oder Tipps. Bei meiner Frage nach imunologisch vermittelten Ursachen wurde nur abgewunken. Ich habe so ein bißchen das Gefühl, dass die ALS Erkrankung meiner Mutter da den Willen bei den Arzten verstellt noch weiter zu gucken.

    Gruß Thorsten​

    #2
    Hallo Thorsten, warst du in der ALS-Ambulanz oder der Muskelambulanz der Charite? Und wieviel Gene wurden untersucht? Bei manchen werden 15, bei anderen 30 Gene untersucht. Wurde der Nfl bestimmt?
    Wurde deine Mutter genetisch untersucht?
    Zuletzt geändert von Rebecca3; 26.09.2022, 21:57.

    Kommentar


      #3
      Das klingt ja echt nach einem ganz schönen Ritt, verstehe ich, dass dich das frustriert. Ich nehme an, dass deine Mutter leider schon verstorben ist, oder? Sonst könnte man nämlich tatsächlich wie Rebecca schreibt Gene gegeneinander untersuchen.

      Kommentar


        #4
        Hallo Rebecca
        ich war in der ALS Ambulanz in Berlin. Zuletzt zum zweiten Anfang September. Zugegebener Maßen etwas entäuscht, da man dort beim letztem Mal mich unbedingt in `großer Besetzung`noch mal sehen wollte, um zu schauen wie es weiter gehen könnte. Der zweite Besuch war dann aber tatsächlich nur so wie beschrieben.
        Bei mir wurden 30 Gene untersucht, meine Mutter wurde nie untersucht. Sie verstarb vor über dreißig Jahren. Es gibt aber keine Hinweise auf ein familiäres auftreten in den davorliegenen Generationen.

        Der NFL liegt wie zu erwarten im Normbereich. Die Ergebnisse vom letztem Besuch liegen noch nicht vor, da gehe ich aber auch von einem niedrigem Wert aus.
        Von weiteren Besuchen in der Ambulanz sehe ich jezt erst einmal ab.
        Zuletzt geändert von Raindance19; 26.09.2022, 22:09.

        Kommentar


          #5
          Hallo Blixa. Ich habe noch einen Zwillings, bzw. Zweilingsbruder mit dem ich dieses Experiment unternehmen könnte.

          Kommentar


            #6
            Hm, ich weiß nicht ob das mit einem nicht gesichert Erkrankten als Gegenpart funktioniert. Mein Freund hatte diese C9 Mutation von seinem Vater geerbt und kurz vor seinem Tod wollte sich seine Schwester genetisch testen lassen. Da haben wir erst erfahren, dass man nicht einfach ins Blaue hinein testet, sondern dass ihre Probe mit seiner verglichen werden muss. Und so mussten sie meinem Freund noch mal Blut abnehmen (das war zu dem Zeitpunkt echt Schikane), weil die Genanalyse kurz nach der Diagnose in eine Studie einfloss und nur dort aktenkundig vorlag. Die Study Nurse hatte ihm zwar das Ergebnis mündlich mitgeteilt, aber das war's dann auch.
            ​​​​​
            Diagnostisch habe ich leider auch gar keine Tipps. Im Grunde wird bei ALS eine Diagnose dann wichtiger, wenn man Hilfsmittel braucht. Dann würde eine Diagnose allerdings auch einfacher. Aber weil es dich schon mal so heftig hingelatzt hat mal die Frage, hast du irgendwelche Gehhilfen? Orthesen, Stock oder Rollator? Gehhilfen sollten meiner Meinung ja auch nicht unbedingt Gehhilfen heißen (weil sie ja von Leuten benutzt werden die gehen können), sondern Sturzprophylaxe.
            Zuletzt geändert von Blixa; 26.09.2022, 22:19.

            Kommentar


              #7
              Hatte deine Mutter evtl psychische Auffälligkeiten, wie Reizbarkeit oder Apathie, evtl Wortfindungsstörungen? Ich frage wegen FTD, frontotemporale Demenz im Zusammenhang mit ALS?
              Dann könnten noch FTD Gene untersucht werden, weil FTD oft in ALS übergeht.
              Wurden GRN, MAPT untersucht?
              Zuletzt geändert von Rebecca3; 26.09.2022, 22:31.

              Kommentar


                #8
                Zitat von Blixa Beitrag anzeigen
                Hm, ich weiß nicht ob das mit einem nicht gesichert Erkrankten als Gegenpart funktioniert. Mein Freund hatte diese C9 Mutation von seinem Vater geerbt und kurz vor seinem Tod wollte sich seine Schwester genetisch testen lassen. Da haben wir erst erfahren, dass man nicht einfach ins Blaue hinein testet, sondern dass ihre Probe mit seiner verglichen werden muss. Und so mussten sie meinem Freund noch mal Blut abnehmen (das war zu dem Zeitpunkt echt Schikane), weil die Genanalyse kurz nach der Diagnose in eine Studie einfloss und nur dort aktenkundig vorlag. Die Study Nurse hatte ihm zwar das Ergebnis mündlich mitgeteilt, aber das war's dann auch.
                ​​​​​
                Diagnostisch habe ich leider auch gar keine Tipps. Im Grunde wird bei ALS eine Diagnose dann wichtiger, wenn man Hilfsmittel braucht. Dann würde eine Diagnose allerdings auch einfacher. Aber weil es dich schon mal so heftig hingelatzt hat mal die Frage, hast du irgendwelche Gehhilfen? Orthesen, Stock oder Rollator? Gehhilfen sollten meiner Meinung ja auch nicht unbedingt Gehhilfen heißen (weil sie ja von Leuten benutzt werden die gehen können), sondern Sturzprophylaxe.

                Tatsächlich laufe ich immer noch so gut, das ich ohne Rollator od ähnl.unterwegs bin. Ich schaffe es drei Stunden am Tag gut aktiv zu sein. Wenn ich, auf allen vieren kriechend, im Garten unterwegs bin, auch länger. Ich habe, aufgrund der Diagnose und weiterer Nebendiagnosen die mich aber nicht wirklich belasten, einen Behinderungsgrad von 70% + G +B. Da müssen viele Betroffene schwer darum kämpfen. Ich werde mich da aber nicht beschweren, weil ich es für zu hoch halte.
                Ich frage mich z.Z ob sich Diagnoseversuche, oder Therapieversuche ins blaue hinein lohnen, oder ob ich mich einreihe in die `man weiß es nicht' Schlange.

                Kommentar


                  #9
                  Zitat von Rebecca3 Beitrag anzeigen
                  Hatte deine Mutter evtl psychische Auffälligkeiten, wie Reizbarkeit oder Apathie, evtl Wortfindungsstörungen? Ich frage wegen FTD, frontotemporale Demenz im Zusammenhang mit ALS?
                  Dann könnten noch FTD Gene untersucht werden, weil FTD oft in ALS übergeht.
                  Wurden GRN, MAPT untersucht?
                  Ich habe behauptet das 30 Gene untersucht wurden. Tatsächlich waren es 300! wie ich gerade festgestellt habe. GRN und MAPT wurden auch untersucht.
                  Bei meiner Mutter war ich nicht sicher ob eine FTD vorliegt. das ist über dreißig Jahre her. Sie war weder mit einem Sprachassitenten versorgt, noch mit einem Zugang für künstliche Ernährung.
                  Die Hohe Anzahl an untersuchten Genen liegt am Verdacht einer Charco Marie Tooth Erkrankung und eines Marfan Syndroms. Das hat sich beides aber auch nicht bestätigt.

                  Kommentar


                    #10
                    Auf entzündliche Neuropathien (sowas wie CIDP) wurde vermutlich auch überprüft, oder? Das wär ja auch noch eine Möglichkeit, wenn es eine Neuropathie aber nicht genetisch ist.

                    Kommentar


                      #11
                      Zitat von turtle25 Beitrag anzeigen
                      Auf entzündliche Neuropathien (sowas wie CIDP) wurde vermutlich auch überprüft, oder? Das wär ja auch noch eine Möglichkeit, wenn es eine Neuropathie aber nicht genetisch ist.
                      Ja, das war eine der ersten Gedanken. Ich persönlich hielt das diagnostizierte Elsbergsyndrom immer für eine Fehldiagnose. Meiner Meinung nach spielt sich so, wie vor zehn Jahren, ein infektiöses Geschehen ab.Aber auch dafür geht es mir glaube ich nach zehn Jahren noch zu gut.es müsste irgendetwas sein, was mit einer schleichenden Progression einhergeht.Ich bin da immer bei immunvermitteltem Prozeßen irgendwo im Bereich der Vorderhörner/wurzelnah.

                      Kommentar


                        #12
                        Aber deine Mutter hat damals die Diagnose bulbäre ALS bekommen, oder nimmst du an, dass sie es hatte?
                        300 Gene, wurden damit alle neurologische Erkrankungen ausgeschlossen, die bekannt sind? Sind das mehrere Panels?
                        Entschuldige, aber das interessiert mich sehr. Hat das eine Uni oder ein privates Institut untersucht?

                        Kommentar


                          #13
                          Warst du da schon mal in einer Klinik die auf so immunvermittelte Sachen spezialisiert ist? In der ALS-Ambulanz kennen sie sich damit ja nicht unbedingt so gut aus.

                          Ansonsten wäre eine andere Möglichkeit auch noch, dass du CMT hast und das Gen das es auslöst nur noch nicht gefunden wurde. Das ist soweit ich weiß ein immer noch recht aktives Feld und es werden immer wieder neue CMT-Gene gefunden. Da könnte dir vielleicht ein CMT-Spezialist helfen, der sich bei den neuesten Entwicklungen auskennt.
                          Zuletzt geändert von turtle25; 27.09.2022, 17:12.

                          Kommentar


                            #14
                            Zitat von Rebecca3 Beitrag anzeigen
                            Aber deine Mutter hat damals die Diagnose bulbäre ALS bekommen, oder nimmst du an, dass sie es hatte?
                            300 Gene, wurden damit alle neurologische Erkrankungen ausgeschlossen, die bekannt sind? Sind das mehrere Panels?
                            Entschuldige, aber das interessiert mich sehr. Hat das eine Uni oder ein privates Institut untersucht?
                            Soweit ich weiß hatte meine Mutter einen bulbären Begin. Die Krankheitsdauer betrug ca 3 Jahre.
                            Die genetische Untersuchung fand im Auftrag einer Praxis für Humangenetik statt. Nach eingehender Untersuchung wurde neben dem Verdacht der fALS und einer möglichen Überlappung mit einer HMSN auch ein mögliches Marfan Syndrom zur Abklärung angefordert. Ob das mehrere Panels sind? Dazu kann ich nichts sagen.
                            Die Untersuchung fand im Rahmen einer Whole Exome Sequenzierung statt.

                            Kommentar


                              #15
                              Zitat von turtle25 Beitrag anzeigen
                              Warst du da schon mal in einer Klinik die auf so immunvermittelte Sachen spezialisiert ist? In der ALS-Ambulanz kennen sie sich damit ja nicht unbedingt so gut aus.

                              Ansonsten wäre eine andere Möglichkeit auch noch, dass du CMT hast und das Gen das es auslöst nur noch nicht gefunden wurde. Das ist soweit ich weiß ein immer noch recht aktives Feld und es werden immer wieder neue CMT-Gene gefunden. Da könnte dir vielleicht ein CMT-Spezialist helfen, der sich bei den neuesten Entwicklungen auskennt.
                              Die Abklärung zur Imunvermittlung geht mir auch noch durch den Kopf. Ich werde mal sehen ob ich einen Arzt dafür begeistern kann. Die Charite hatte bei dem Thema abgewunken.
                              Die Charcot Marie Tooth Erkrankung war tatsächlich im Gespräch als Overlapsymptomatik mit einer ALS. Die Genetik hat hier nichts fesstellen können.
                              Da es deswegen aber nicht ausgeschlossen ist, steht auf meinem neuesten Arzt Brief der Charite diese auch weiterhin als Differentialdiagnose neben der fALS.(die ja aber auch nicht sicher ist)
                              Ich glaube das ich meine Krankenkasse nicht für weitere Genuntersuchungen begeistern kann.I
                              Gegen CMT wird letztlich auch nur symptomatisch behandelt, da macht es fast keinen Sinn weiter zu schauen.

                              Kommentar

                              Lädt...
                              X