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Schwächegefühl / Muskuläre Müdigkeit / Belastungsintolleranz

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    #76
    So, beim Kardiologen auch alles sauber.

    Ich spreche den Neurologen auf diese Dinge an. Hoffentlich fühlt er sich in seinem Stolz nicht verletzt...
    Problem bei all diesen Dingen ist, ich kann ja schlecht zum Arzt gehen und fragen: "Verzeihen Sie bitte, sind sie zufälligerweise ein echter Spezialist mit viel Erfahrung?"

    Wäre aber witzig wenn jemand eiskalt mit "nein" antwortet.

    Und danke nochmal für eure Anregungen!

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      #77
      In welcher Stadt bist du denn? Lass dich in eine muskuläre Ambulanz überweisen, um alles Muskuläre abzuklären, sag deinem Neurologen, er soll dir eine Überweisung geben, weil diese Erkrankungen selten sind. Sag ihm vorsichtig, da jetzt alles zentral gesteuerte u.a. untersucht wurde, dass du das Periphere, Neuromuskuläre abklären möchtest. Und dass EMGs nicht allein genügen, erst falls er dann sagen sollte, dass die EMGs unauffälig waren.

      Eine Überweisung für eine FEES könnte er auch geben, da er bestimmt keine durchführt. HNOs können nicht sehen, wenn es neuromuskulär ist, auch wenn sich die Muskulatur bewegt, bei der FEES wird der Schluckakt beurteilt auch anhand der Schluckreste bei festerer Konsistenz.

      Viel Glück, halte uns auf dem Laufenden

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        #78
        Neuro wird jetzt die AAK prüfen, zumindest für MG. Sie hat nicht genau spezifiziert welche, deshalb muss ich vorerst darauf vertrauen, dass sie weiß, was sie tut.
        Überweisungen wollte sie mir keine ausstellen. Dabei ist das Wort "Überdiagnostik" gefallen. Das Wort "Psychosomatik" ist wieder gefallen. Meinetwegen, gehe ich halt zum Psychiater. Daran solls nicht scheitern.
        Nächster Termin ist Anfang Mai.
        Das FBI wäre direkt ums Eck, aber da ist es, glaube ich, auch am schwersten reinzukommen.
        Fortsetzung folgt...

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          #79
          Hast du denn das Gefühl, es könnte psychosomatisch sein? weil bei neurogenes spürt man ganz schön deutlich den Unterschied. Sind die Symptome immer da? Erholen sich die Muskeln bei Ruhe? Bei MG-Schluckstörungen würde sich das mit eiskaltem Wasser ein bisschen verbessert ..

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            #80
            Nein, ich habe nicht das Gefühl, dass es psychosomatisch ist. Dafür ist es eine Nummer zu heftig. Es ist auch 24/7 und über den Tag fast konstant. Ich habe nicht das Gefühl, dass die Muskeln zu irgendeinem Zeitpunkt sich komplett auf 100% erholen, d.h. wie vor dem Anfang der Beschwerden. Mit kaltem Wasser habe ich noch nicht getestet. Manchmal habe ich das Gefühl, dass die Schluckmuskeln verspannt sind. Ich bekomme dann manchmal leichte Halsschmerzen.
            Zuletzt geändert von Faramant; 27.03.2023, 22:57.

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              #81
              Ein Termin beim Psychiater kann auch was positives haben. Am Anfang wurde ich ebenfalls zu einem geschickt. Dieser hat mir versichert, dass ich krank und psychisch vollkommen OK bin. Er hat sich auch ziemlich aufgeregt, dass die Neurologen zuerst immer zum Psychiater überweisen und dann erst untersuchen. Im Arztbrief stand, dass eine umfassende Diagnose durchgeführt werden soll. Dann ging auch was weiter.

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                #82
                Hast du denn das Gefühl, es könnte psychosomatisch sein? weil bei neurogenes spürt man ganz schön deutlich den Unterschied. Sind die Symptome immer da? Erholen sich die Muskeln bei Ruhe? Bei MG-Schluckstörungen würde sich das mit eiskaltem Wasser ein bisschen verbessern ...

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                  #83
                  Wie gesagt, belastungabhängige Muskelschwäche gibt es vor allem bei MG und die Schluck-/Schlundmuskulatur ist oft typisch betroffen (verschlechtert sich auch bei musk. Belastung). Auch allein die AAK werden nicht genügen, was wenn die negativ sind? Es gibt bis zu 15 % negative MG weil die Autoimmunreaktion in den betroffenen Zellen stattfindet. Das heißt du müsstest die komplette MG-Diagnostik machen lassen.

                  Es gibt auch eine klinische körperliche MG-Untersuchung, die deine Neurologin wahrscheinlich nicht durchgeführt hat, weil die Neurologen eher die mit den Reflexen und Babinski u.a. kennen (wieder zentral gesteuerte Ursachensuche).

                  Man macht bestimmte Muskelkrafttests, die EMGs sind eigentlich ähnlich, aber genügen nicht.

                  Warte erst ab, und dann solltest du vielleicht doch versuchen in eine Muskelambulanz zu kommen, denn es gibt auch andere Muskelerkrankungen, die sind so selten, dass Niedergelassene kaum damit in Kontakt kommen.

                  Im Notfall musst du dann eine Ambulanz-Sprechstunde privat zahlen, das hält sich in Grenzen, weil das ganz alte Honorarvereinbarungen sind.

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                    #84
                    Was mich nicht so richtig Richtung MG denken lässt, ist die Tatsache, dass ich mit alltäglichen Dingen keine klinische Schwäche bezüglich der Maximalkraft provozieren kann. Wenn ich ein paar Minuten Flügel-Bewegungen mache, kann ich danach mit den Schultermuskeln das gleiche Hantelgewicht heben wie vorher und mich an der Klimmzugstange hochziehen kann ich dann auch noch. Augen(Lieder) sind auch nicht beteiligt, hat die Neuro geprüft. Edro­phoni­um­chlorid wäre vielleicht ein diagnostischer Beschläuniger, aber es gibt derzeit bei mir keine für die Neurologin objektive Kriterien um die Wirkung einzuschätzen. Wenn ich subjektiv eine Verbesserung wahrnehmen würde, könnte es auch ein Placebo Effekt sein.

                    Die Diagnostik lasse ich natürlich trotzdem machen und wenn es nur zum Ausschluss der MG ist. Und vor allem: warum bekomme ich den Mist kurz nach einem Infekt? Oder ist es eine Scheinkorrelation? (Die Frage ist rethorisch)

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                      #85
                      Das Medikament gibt es auch ambulant als Kalymin/Mestinon, man kann das als Tablette einige Male nehmen und gucken, ob es wirkt, ohne Risiko einer Überdosierung. Eigentlich merkt man dann schon den Unterschied, ob es Placebo-Effekt ist oder die Muskelkraft verbessert.
                      Und: Nach Infekten ist es sogar sehr typisch, weil eben autoimmune Reaktion, MG trat jetzt auch häufiger nach Covid-Infektionen und Covid-Impfungen auf.

                      Aber wie gesagt, um alles Neurologische auszuschließen, und weil du am Anfang geschrieben hattest, dass du nach längerem Laufen Muskeschwäche hast...

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                        #86
                        Solange ich auf einen Folgetermin beim Neurologen warte, habe ich Glass AI um eine "Differentialdiagnose" bemüht. Es war weder schlauer noch dümmer als ich es erwartet habe. Und ja, mir ist bewußt, dass es eine Spielerei ist und als solche habe ich sie ausprobiert. Die KI ist des Deutschen leider nicht mächtig, aber wer Englisch kann und Interesse hat, hier ist das Ergebnis:

                        Anfrage:
                        32-year-old male, fatigued muscles, muscle cramps, widespread muscle fasciculations. EMG, MEP and NCS normal. No pathologic reflexes. Patient reports myoclonic jerks and mild swallowing issues. ENT exam and speech normal. No clinical weakness or ptosis. Laboratory results show normal CK, CRP, B12, Magnesium, calcium, Sedimentation Rate, TSH, and liver levels. Patient doesn't take medicine or substances. No familial history of MND.
                        Antwort:
                        1. Benign fasciculation syndrome (BFS): Given the presence of widespread muscle fasciculations, fatigued muscles, and muscle cramps without any clinical weakness or abnormal laboratory findings, benign fasciculation syndrome is the most likely diagnosis. BFS is a benign condition characterized by persistent muscle twitching, often associated with anxiety or stress. The normal EMG, MEP, NCS, and absence of pathologic reflexes further support this diagnosis.

                        2. Anxiety disorder: Anxiety can manifest as various physical symptoms, including muscle tension, fatigue, and fasciculations. The patient's normal laboratory results and lack of other neurological signs suggest that an underlying anxiety disorder may be contributing to his symptoms. Additionally, myoclonic jerks can also be seen in patients with high levels of anxiety.

                        3. Hyperventilation syndrome: This condition occurs when rapid breathing leads to decreased carbon dioxide levels in the blood, causing muscle cramps, fasciculations, and fatigue. Although the patient does not report any respiratory issues, it is still possible that he could be experiencing hyperventilation episodes unknowingly, especially if there is an underlying anxiety disorder.

                        4. Oropharyngeal dysphagia: The patient reports mild swallowing issues, but the ENT exam is normal, and speech is unaffected. While less likely than the above diagnoses, it is still important to consider potential causes of oropharyngeal dysphagia, such as neuromuscular disorders or structural abnormalities. However, the normal EMG, MEP, NCS, and absence of clinical weakness make neuromuscular disorders less likely.

                        5. Myasthenia gravis: Although the patient has no clinical weakness or ptosis, myasthenia gravis should still be considered due to the presence of muscle fatigue and fasciculations. However, the normal EMG, MEP, NCS, and lack of other characteristic symptoms make this diagnosis less likely.

                        6. Motor neuron disease (MND): While the presence of muscle fasciculations, fatigue, and cramps may raise suspicion for MND, the normal EMG, MEP, NCS, and absence of clinical weakness or pathologic reflexes make this diagnosis unlikely. Additionally, the patient's age is relatively young for typical onset of MND.

                        In summary, benign fasciculation syndrome is the most likely diagnosis in this case due to the combination of widespread muscle fasciculations, fatigued muscles, and muscle cramps without any clinical weakness or abnormal laboratory findings. Anxiety disorder should also be considered as a potential contributing factor. Less likely diagnoses include hyperventilation syndrome, oropharyngeal dysphagia, myasthenia gravis, and motor neuron disease.​
                        Zuletzt geändert von Faramant; 13.04.2023, 00:01.

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                          #87
                          Hallo! Interessant und auch erwartetes Ergebnis. Man müsste die Eingangsdaten, die zum Trainieren des AI Modells verwendet wurden, wissen. Wenn hier - was anzunehmen ist - unreflektiert alle möglichen Diagnosen bzw Verdachtsdiagnosen berücksichtigt wurden, dann kann da gar nichts anderes herauskommen. Viel spannender wäre, nur bestätigte Diagnosen heranzuziehen, dann würden nämlich das Gros der Verlegenheitsdiagnosen (BFS, Angststörung, etc) wegfallen. Aber vielleicht gibt es diese Daten gar nicht.

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                            #88
                            Faramant Oh, interessant. Gar nicht so schlecht, was da rauspoltert. Das liegt auch daran, dass du eine sehr gute und sachliche Eingabe gemacht hast. Hättest du zum Beispiel leichtfertig von Muskelschwund oder Atrophie geschrieben, statt korrekt von Muskelermüdung, wäre das Ergebnis ganz anders ausgefallen.
                            Der Disclaimer am Anfang, dass die KI sich nur an Profis aus dem Gesundheitssystem richtet, ist echt wichtig.

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                              #89
                              Nur ein kurzes Update:

                              AChR AAKs negativ (0,27).
                              Repetitive Stimulation und Simpson Test negativ.
                              Lediglich Reflexe in den Knien sehr lebhaft, aber bilateral und auch nur auf diese Zonen beschränkt, daher klinisch ohne Bedeutung.
                              Neurologin weiß auch nicht mehr weiter, hat mir aber einen Kollegen für Zweitmeinung empfohlen. Termin ist Ende Juli.

                              Magenspiegelung ergab einen Verdacht auf Soor + leichte Entzündung in der Speiseröhre. Histologie steht aus. Kommt aber vermutlich vom Kortisonspray, das mir der HNO verschrieben hat. Die Schluckbeschwerden hatte ich schon davor.

                              Hände fühlen sich manchmal etwas komisch an, sind aber nicht taub... Keine Ahnung, ob das eine klinische Bedeutung hat.

                              Alles in allem hat sich nichts signifikant verändert, außer Nackenschmerzen. Das habe ich aber vermutlich durch ein unausgewogenes Schultermuskelntraining mir selbst zu verdanken.

                              Disclaimer: ich schaue hier nicht mehr so oft rein, weil ich merke, dass es mir nicht wirklich gut tut. Ich hoffe es fühlt sich dadurch keiner angegriffen. Und nochmals vielen lieben Dank für eure Hilfe und Ratschläge. Wenn ich etwas neues habe, schreibe ich wieder.

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                                #90
                                Hallo Faramant das ist schon mal positiv, dass sich nichts großartig verändert hat.
                                Wurden nur die AChR AAKs bestimmt, oder auch Anti-MusK bzw Titin? Alle 3 sollten zur Abklärung der Myastenie bestimmt werden.
                                Aber so wirklich passt es ja ohnehin nicht.

                                Alles Gute weiterhin.

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