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Rigor/Wackelige Beine/Muskelprobleme

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    Rigor/Wackelige Beine/Muskelprobleme

    Hallo ihr Lieben,

    ich möchte meine Geschichte gern beschreiben, in der Hoffnung, dass jemand ähnliche Symptome hat und mir vielleicht helfen kann.

    Ich bin weiblich, 30 Jahre alt und habe 2 kleine Kinder. Letztes Jahr im April gebar ich meine kleine Tochter. Während der Schwangerschaft hatte ich eine Kehlkopfentzündung und mehrere Anginen, die mit Antibiotika behandelt wurden. Nach der Schwangerschaft hatte ich dann wieder 2 Anginen, bevor mir im August 2023 die Mandeln entfernt wurden. Während der letzten Angina im Juli 2023 bekam ich urplötzlich seltsame Symptome. Ich begann fürchterlich zu zittern, hatte das Gefühl dass mein Kreislauf schlapp macht und mein linker Arm und mein linkes Bein kribbelten, als wären sie eingeschlafen. Zudem kam das Gefühl, keine Kraft in den Armen zu haben. Ich hatte ständig Angst, meine Tochter fallen zu lassen. Beim Kochen schnitt ich mich wegen des starken Zitterns. Erst dachte ich, die Symptome hängen mit der Angina zusammen. Aber als diese ausgeheilt war, hielten die anderen Symptome an und das über ca. 3 Wochen. Mein Hausarzt untersuchte die Schilddrüse, da war und ist jedoch alles im Lot. Daher schob er es auf die Psyche (ohne dass es dafür Anlass gab). Die Symptome verschwanden irgendwann wieder, lediglich ein leichtes Zittern blieb.

    Ein paar Wochen später ging es plötzlich wieder los. Das Zittern war zurück und auch dieses kribbelnde Gefühl in der linken Körperhälfte, es fühlte sich an als wäre sie eingeschlafen. Dazu kam ein Gefühl der inneren Unruhe, auch wenn ich ganz entspannt war. Ich schob es dann selbst schon auf Psyche, denn was sollte solche seltsamen Symptome auslösen? Ich spielte mit meinen Kindern und aus dem nichts fühlte ich mich aufgeregt, als müsste ich morgen vor 1000 Leuten sprechen, total nervös. Ich holte mir dennoch einen Termin beim Neurologen. Dieser veranlasste ein MRT von Kopf und Rücken, beides absolut in Ordnung. Lediglich eine leicht vergrößerte Milz wurde festgestellt, was mittlerweile per Ultraschall untersucht wurde und scheinbar wieder ok ist.

    Im November hatte ich dann plötzlich das Gefühl, mein rechtes Bein stünde unter Spannung und ich konnte es nicht mehr entspannen. Lediglich im Liegen war das möglich. Ich muss dazu sagen, dass ich seit der Schwangerschaft Probleme mit dem Piriformis habe. Ich weiß nicht, ob dies solche „Spannungsgefühle“ auslösen kann oder ob es sich eventuell um eine Spastik handelt. Ein paar Wochen später kamen plötzlich Beine wie aus Wackelpudding dazu. Sie zitterten teilweise auch sichtbar. Mittlerweile sind die Wackelbeine nicht mehr permanent vorhanden, aber schon noch sehr häufig und ist meist im Wechsel mit dem Gefühl vorhanden, irgendwie unsicher auf den Beinen zu sein. Schwer zu beschreiben. Auch das Spannungsgefühl ist noch da.
    Ich bekam ein SEP, welches völlig unauffällig war und wurde (endlich!) auch mal körperlich vom neurologischen Oberarzt untersucht. Er nahm sich wirklich Zeit dafür und konnte absolut nichts auffällig feststellen. Er machte auch einen Ultraschall meiner Muskeln und meinte, sie sehen genauso aus wie sie in meinem Alter aussehen sollten. Er ging von einer funktionellen neurologischen Störung aus. EEG war auch unauffällig.

    Nun war ich vorerst beruhigt, aber die Symptome waren immernoch da. Ab Mai gesellt sich ein Zahnradphänomen dazu, welches aber nur bei aktiven Bewegungen vorhanden ist. Also wenn ich meine Hand absenke, ruckelt das Handgelenk. Gleiches habe ich beim Bücken im Rücken, beim Kopf senken und Fuß beugen. Aber nicht immer, nur das in den Händen ist immer vorhanden, mal stärker und mal schwächer.
    Wenn ich Gemüse geschnippelt habe, ist meine rechte Hand danach ziemlich steif und fühlt sich an, als wäre sie innen geschwollen. Dann ist auch dieser seltsame Rigor/Zahnradphänomen stärker. Eigentlich ist es bei jeder Anstrengung so, dass danach die Hand doller ruckelt. Meine Muskeln sind insgesamt recht schnell ermüdbar, sie fangen an zu zittern wenn ich mich dehne oder Sport mache, weswegen ich dies nicht mehr tue. Außerdem schlafen mir meine Glieder recht schnell ein, auch wenn ich zB auf Toilette sitze.

    Ein weiterer Neurologe war etwas beunruhigt aufgrund der Symptome, hat mich erneut körperlich untersucht und einige Blutwerte abgenommen (auch für Morbus Wilson), konnte aber ebenso nichts auffälliges feststellen. Diagnose: funktionelle neurologische Störung.

    Ein Rheumatologe machte ebenfalls ein sehr umfangreiches Blutbild und untersuchte mich, da war aber auch alles supi. Der Orthopäde sagte, dass diese Art Rigor manchmal vorkommt, ohne eine richtige Ursache zu haben. Er sei untypisch für jegliche Erkrankung.

    Nun war ich in meiner Verzweiflung beim Privatarzt für Borreliose und er fand im nicht zugelassenen LTT leicht erhöhte Antikörper, also hatte ich definitiv mal Kontakt zu Borreliose-Erregern. Ein weiterer Infektiologe erklärte mir allerdings, dass dies reine Geldmacherei sei und weder meine Symptome noch die Ergebnisse zueinander passen und ich keine chronische Borreliose habe. Er hat mir ziemlich Angst gemacht und sagte, dass er fest von einer neurologischen Ursache ausgeht und auch Motoneuronerkrankungen nicht für unmöglich hält (er ist jedoch „nur“ Infektiologe, einer der vorherigen Neurologen hätte doch diesbezüglich schon einen Verdacht geäußert, oder?).

    Im Blut sieht man dass die NK-Zellen deutlich zu niedrig sind und TNF-Alpha erhöht ist. Das spricht laut Infektiologe eventuell für ein immunologisches Geschehen, was meiner Meinung nach zum plötzlichen Beginn während des Infekts passt.

    Extrem seltsam finde ich die Wechselhaftigkeit der Symptome. Das Zittern und Kribbeln vom Anfang ist mittlerweile komplett verschwunden, die wackeligen Beine sind auch besser und dieses ständige aufgeregt fühlen ist auch weg. Dafür jetzt dieser Rigor, die schnelle Muskelermüdung und tatsächlich auch leichte Schluckprobleme/Kauprobleme. Ich habe allerdings auch CMD und einen Reflux.

    Im September soll im Krankenhaus eine umfassende Diagnostik gemacht werden. Ich habe große Angst, was dabei herauskommen könnte. Kennt hier jemand diese Symptome und auch diese Wechselhaftigkeit? Gibt es etwas, worauf ich bei den Untersuchungen pochen sollte?
    Ich bin hier im Forum auf SFN gestoßen und denke, einiges könnte passen, werde das daher abklären lassen.

    Haltet ihr eine Motoneuronerkrankung oder Myotonie für möglich?
    Ich habe unfassbare Angst davor, dass meine Kinder evtl. Ohne Mama aufwachsen müssen.

    Ich danke schon einmal für jede Antwort :-)

    #2
    Achso, noch ein Nachtrag…
    mich fühle mich insgesamt irgendwie steif.
    An Tagen, an denen sich zB mein Arm besonders steif anfühlt, habe ich dann abends auch leichte Schmerzen, als wäre er überlastet worden. Vermutlich Muskelschmerzen.

    Ich habe auch vergessen die Muskelzuckungen zu erwähnen. Diese sind seit mind 6 Monaten täglich vorhanden, an völlig unterschiedlichen Stellen. Aber in dem Bein, das sich so angespannt anfühlt, deutlich vermehrt. Sie sind auch gut sichtbar.

    Seit neuestem habe ich auch ein Vibrieren in den Füßen, wenn ich Ruhe, also die Füße hochlege.

    Ich kann nicht sagen, ob und wie viel davon Psyche ist, denn natürlich macht das was mit einem, wenn man ewig nicht weiß was los ist. Ich denke das kennen hier so gut wie alle. Sicherlich triggert die Psyche auch einige der Symptome.

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      #3
      Ich kann dir nur ein Tipp geben…lass dich nochmal gründlich checken im Krankenhaus…wenn da nichts bei rumkommt dann versuche mit den Symptomen zu leben…hört sich hart an ist aber manchmal besser als sich 24 Stunden am Tag sich verrückt zu machen …ich beispielsweise bin jetzt im 6 Jahr mit diversen Symptomen und habe bis jetzt keine Diagnose….so lange du keine „klinischen “ Symptome hast ist das Schonmal sehr gut…

      Grüße und ich hoffe auf Besserung in Zukunft für dich !

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        #4
        lillymarlen,

        also, es spricht nichts für eine MNE, da hat der Neurologe schon Recht und der Infektologe sollte nicht von Dingen sprechen, von denen er keine Ahnung hat.
        Das Zahnradpänomen, welches du beschreibst, ist gar nicht so selten, ich habe es auch und kenne etliche, die es auch haben. Die Neuros können das allerdings in keinster Weise einordnen.

        Es gehört möglicherweise zu dem Formenkreis des BFS (benignes Faszikulationssyndrom), dass du mit einiger Sicherheit hast. Wenn alle neurologoschen Untersuchungen keinen patholgischen Befund ergeben, ist das quasi sicher. Was BFS auslöst, ist weitestgehend unbekannt und dagegen kann man auch nichts machen, außer Stress vermeiden.
        Manchmal steckt hinter BFS eine SFN, die könnte man mittels Hautbiopsie nachweisen, aber dann bist du auch nicht wirklich weiter, weil man gegen SFN auch nur wenig tun kann.

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          #5
          Danke für eure Antworten :-)

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            #6

            kadan

            Danke für deine beruhigenden Worte… wenn jemand schon sagt dass er eine MNE nicht für ausgeschlossen hält, macht das schon echt Angst. Deine Worte beruhigen mich etwas :-) Ich denke auch, bei den MNE müsste ich jetzt nach einem Jahr schon unter deutlicher Schwäche leiden oder zumindest ein Symptom haben, welches stetig schlechter wird, und nicht diesen Wechsel. Oder?

            Wenn du diese Art von Rigor auch hast und auch andere kennst, die das haben, würde mich mal interessieren ob du schon mitbekommen hast dass es auch wieder verschwinden kann? Es schwankt stark in der Intensität, weshalb ich Hoffnung hege, dass es auch ganz verschwinden kann. Gab es bei dir einen auslösenden Faktor, der deine Symptome ins Rollen brachte? Infekt oder Ähnliches?

            Ein benignes Faszikulationssyndrom wäre an sich jetzt nichts gefährliches, oder? Passt dazu oder zu SFN diese Wechselhaftigkeit der Symptome?

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              #7
              lillymarlen,

              also nochmal: du hast keine MNE. Symptome passen nicht, Befundung passt nicht und Alter passt erst recht nicht.
              Es kann gut sein, dass der Rigor nicht mehr verschwindet. Meiner ist auch immer noch da, obwohl es mit sonst viel besser geht. Ich habe SFN.
              Ein BFS ist nicht gefährlich, aber gegebenenfalls unangenehm und nervig. Man muss sich daran gewöhnen und es so wenig wie möglich beachten.
              Das zittern der Muskeln nach geringer Belastung hatte ich auch.

              Mir hat hochdosiertes Vitamin B12 geholfen, obwohl ich keinen Mangel hatte. Diesen Tipp habe ich von einer echten Kapazität für SFN bekommen, eine Professorin in den Staaten. Manchen hilft es, manchen nicht.
              Und ja, sowohl BFS als auch SFN sind sehr wechselhaft in der Symptomatik

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                #8
                Ok, vielen Dank nochmal. Deine Worte helfen sehr :-)

                Welches B12-Präparat hast du denn eingenommen? Und nimmst du sonst noch weitere NEM‘s ein?

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                  #9
                  Du solltest auf jeden Fall ein Methylcobaliminpräperat nehmen, mind. 500 ug/Tag, besser 1000ug/Tag und am besten als Lutschtablette.

                  z.B dieses:


                  Ich nehme noch Vitamin C, Omega 3, alpha-Liponsäure und Q10

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                    #10
                    Ich bin hier nur damit beschäftigt, mich zu bedanken Also: danke! :-) Welche deiner Symptome sind denn mittlerweile besser geworden?

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                      #11
                      lillymarlen,

                      vielleicht liest du einfach mal meinen Faden. Da steht eigentlich alles drin.

                      Ich lese hier seit einigen Jahren interessiert mit, habe aber noch nie was gepostet. Ich war in anderen Foren aktiv. Mir ging es wie den meisten hier - Unklare neurologische Symptome und trotz Untersuchungen keine Diagnose. Um es vorwegzunehmen: Inzwischen habe ich eine Diagnose und bin mir sicher, dass einige hier das Gleiche

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                        #12
                        Ok, also ich muss schon sagen, der Text könnte fast von mir sein mit all deinen Symptomen. Ich hoffe, das Krankenhaus lässt sich auf eine Abklärung von SFN ein.

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                          #13
                          Sogar der Hintergrund mit dem Immunsystem würde passen… verrückt

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                            #14
                            Die zur Bestätigung der SFN notwendige Hautbiopsie ist nicht so einfach zu bekommen. Das liegt daran, dass die meisten Neurologen wenig bzw. falsche Vorstellungen von SFN haben. In welcher Klinik hast du denn deinen Termin?

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                              #15
                              Im Marienkrankenhaus in Dresden… ist wohl ein Fachkrankenhaus für Neurologie (& Psychologie). Meine Neurologin hat mit dem KH sehr gute Erfahrungen gemacht was Diagnostik angeht. Falls sie die Untersuchung nicht machen, könnte ich dann die Hautbiopsie beim niedergelassenen Neurologen durchführen lassen und einschicken oder muss ich dafür zB nach Aachen überwiesen werden, weißt du das?

                              Und ist SFN eine Krankheit, die einen potenziell in den Rollstuhl zwingen könnte? Die letzten Monate hatte ich aufgrund der Gangunsicherheit oft Angst, bald im Rollstuhl zu sitzen… aktuell ist es ja aber wieder besser (keine Ahnung woran das liegt).

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