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    Muskelzucken

    Hallo ihr Lieben.

    Ich 35 Jahre, Weiblich, kerngesund, mit zwei Kindern habe seit ca 2 Monaten ein Muskelzucken in den Waden, Oberarmen und im Gesicht. Das Zucken ist immer da, vor allem abends und in Ruhe. Meine HÄ hat mir Nahrungsergänzungsmittel mit Magnesium, Kalium, Calcium usw. verordnet. Meine Blutwerte sind alle im Normbereich.Jedoch ist bis jetzt keine Besserung eingetreten. Hinzu habe ich seit einigen Tagen das Gefühl von Muskelkater in meinem rechten Arm, obwohl ich keine außergewöhnlichen Aktivitäten damit gemacht habe. Schwäche und Einschränkungen habe ich ansonsten keine - es ist einfach so ein Gefühl dass etwas nicht stimmt. Arbeite im Medizinischen Bereich und möchte nicht als psychosomatisch oder Hypochonder abgestempelt werden, was bei unerklärlichen Symptomen häufig der Fall ist. Termine bei Neurologen sind in meiner Gegend schwer zu bekommen mit mind 6 Monaten Wartezeit. Und natürlich kommt jetzt langsam die Angst dazu, es könnte was Ernstes (ALS) sein. Meine Frage richtet sich an ALS-Betroffene oder deren Angehörige: hattet ihr in der Zeit vor der Diagnose ähnliche Symptome oder wusstet ihr insgeheim schon das etwas nicht stimmt? Die Schwäche bei ALS wird ja auch nicht von heute auf morgen eintreten... Bitte um Inputs! Danke!

    #2
    Hallo Karploe,


    Benignes Muskelzucken (benigne Faszikulationen)
    • Treten ohne Schwäche, ohne Atrophie und ohne andere Zeichen einer Motoneuronerkrankung auf.
    • Sind sehr häufig stressbedingt, durch Koffein, Schlafmangel, Magnesiummangel, oder nach körperlicher Belastung.
    • Die Zuckungen sind oft fein, oberflächlich, und betreffen meist wenige Muskelgruppen, besonders häufig Augenlider, Waden, Oberarme.
    • Können über Tage bis Jahre bestehen, ohne dass eine Verschlechterung eintritt.
    • Frequenz: Kann hoch sein, aber typischerweise kurzzeitige Serien, oft einzelne „Hüpfer“ oder wenige Sekunden am Stück.

    Pathogene Zuckungen betreffen deutlich mehr Muskelgruppen >= 9 und die Zuckungen sind meistens höher von ihrer Frequenz >= 14/Min.
    Wobei das auch kein Beweis für ALS wäre ohne Schwäche und Atrophie, die mit den Zuckungen oder im Anschluss kommen.

    Sollte also mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit harmlos sein


    LG.
    Zuletzt geändert von Sommerregen; 11.07.2025, 13:10.

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      #3
      Danke für deine Antwort. Hoffentlich hast du recht und es bleibt nur beim Zucken. Ich versuche meine Gedanken nicht zu sehr darauf zu fokussieren, aber natürlich kommt immer wieder ein Anflug von Panik, dass doch mehr dahinter steckt.

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        #4
        Kann ich total verstehen Deine Angst.

        Ich gebe Dir einen Ratschlag, den ich leider selbst nicht beherzigt habe und nun vor dem Scherbenhaufen stehe.

        Sei optimistisch und schiebe diese Angst beiseite und beschäftige Dich nicht mehr mit diesem Thema!
        Genieße Dein Leben und erfreue dich an Deinen Kindern.
        Sei ein Optimist und sage Dir, das kann garnicht sein, dass ich so ne schlimme und seltene Krankheit kriege!
        Glaube aber auch daran!

        Ich z. Bsp. bin als Pessimist und Kontrollfreak immer nur vom Schlimmsten ausgegangen und habe geradezu alle Symptome von dem, wovor ich am meisten Angst hatte, bei mir manifestiert und meine ursprüngliche Krankheit transferiert zum absoluten Horror Albtraum!

        Man kann es sich nämlich auch selbst herbeireden!


        LG.

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          #5
          Sommerregen ALS kann man nicht herbeireden. Das ich echt mal eine Erkrankung, die von Psychosomatik recht unbeeindruckt ist. Genausowenig wie Erkrankte ihren Verlauf mit positiven Gedanken bremsen können, kann man von der Krankheitsangst ALS bekommen.
          Aber die Angst selbst kann man immer weiter füttern, die wächst und gedeiht bei steter Zuwendung und ist ungeachtet anderer Grunderkrankungen behandlungswürdig.

          Karploe Nichts was du schilderst erinnert an ALS. Mein Freund hatte als erstes Symptom eine Fußheberparese. Also echter Ausfall ohne dass sich irgendwas anders anfühlt. Als er schon im Rollstuhl saß, hat er manchmal vergessen, dass er nicht mehr aufstehen kann und es einfach probiert. Ging halt nicht, Muskeln zu schwach und teils komplett gelähmt, aber in Ruhe fühlte er sich nie schwach.
          Wenn du im medizinischen Bereich arbeitest und zwei Kinder hast, brauche ich eigentlich gar nicht zu fragen wie es mit Schlaf und Stress aussieht. Ob als Warteprogramm bis zur Entwarnung durch einen Facharzt oder als alleinstehende Alternative, bitte versuch dir Erholungszeit freizukämpfen. Evtl Koffein reduzieren, auf guten Schlaf achten, anständig Essen, Bewegung, Dehnung, Entspannung, Freunde. Es gibt oft viel was zu kurz kommt und dein Gefühl, dass nicht alles in Ordnung, trügt dich vermutlich nicht. Aber die Ursache ist vermutlich nicht über einen etwas gestressten Körper hin physiologisch. Nimm dir Zeit für dich, aber verschwende sie nicht in der Telefonwarteschlange von Ärzten.

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            #6
            Blixa Hi, Du hast natürlich Recht, dass man die Krankheit nicht herbeireden kann - es war auch nicht wörtlich gemeint, sondern im übertragenen Sinn, zu versuchen seine Lebenseinstellung zu ändern und positiver zu sein und nicht immer ans Schlimmste zu denken - etwas was mir leider nicht vergönnt war.
            Aber das die Psyche erheblichen Einfluss auf den Körper haben kann, positiv wie negativ, ist erwiesen.

            Ansonsten wünsche ich schon Mal ein schönes Wochenende!

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              #7
              Sommerregen Wenn das alles nicht wörtlich gemeint war, dann hör doch mal auf von deiner Situation so fatalistisch in der Vergangenheit zu reden. Bei dir ist nichts entschieden, außer vielleicht, dass du keine ALS hast.

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                #8
                Blixa Hi, das Sprichwort sagt ja: Einem alten Gaul bringt man nichts mehr bei. Mit meinen 51 Jahren auf dem Buckel, wirst Du mich leider nicht mehr ändern können.
                Ich kann nur versuchen anderen jüngeren Menschen den Ratschlag zu geben, vielleicht noch das Ruder rumzureißen und optimistischer zu sein. Bei mir ist der Zug da leider abgefahren.

                Was meinen aktuellen Pessimismus betrifft, so kommt der daher, dass ich seit Anfang März mich fast nur noch mit meinen galoppierenden Symptomen beschäftige, zwei Mal im Krankenhaus in der Neurologie und ambulant bei über einem Dutzend Ärzten war - der Großteil davon altgediente Neurologen mit sogar einem Professor dabei. Darüberhinaus habe ich mich extrem viel inhaltlich mit dem Thema notgedrungen beschäftigt und habe bei manchen Sachen mittlerweile mehr Ahnung als ein Oberarzt der Neurologie (wahre Geschichte!). Darüber hinaus habe ich extrem viele Untersuchungen, 2x MRT, 2x CT, 4x ENG, 2x EMG und Blutwerte machen lassen.

                Ich sage nicht, dass ich unfehlbar bin. Ich hoffe sogar sehr, dass ich falsch liege. Deshalb bin ich unter anderem auch hier im Forum. Ich bin offen für andere Meinungen und hoffe sogar, dass ich unrecht habe und von jemandem hier einen Hinweis in eine andere Richtung kriege.

                Mein Problem: die Symptome folgen leider einem mir bekannten Fahrplan in eine nicht gute Richtung. Die Ärzte können es nicht glauben, dass jemand so viel Pech hat. Ein Neurologe meinte kürzlich, dass wäre ja wie 2x 6er im Lotto :-/

                Und da ich den Ärzten gerne glauben möchte, dass es was anderes ist, versuche ich für meine objektiv ernstzunehmende Symptome eine passende Krankheit zu finden, die nicht am Ende „psychosomatische Angststörung“ heißt. Das wäre nämlich zu billig bei meiner Vorgeschichte.


                LG.

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                  #9
                  Zu billig, alles klar. Ich sag's dir mal so, nur weil man lange nach einer Antwort sucht, heißt es nicht, dass die Antwort kompliziert sein muss.
                  Bis Leute, denen dort geholfen werden kann, in der Psychosomatik landen, vergehen im Schnitt fünf Jahre. Weil die bei allen anderen Ärzten aufschlagen, außer bei denen, die sich damit auskennen. Das hängt sicher auch mit dem Stigma zusammen. Bei manchen muss immer erst ein Bein ab (oder eine Krankheit unheilbar und fatal) sein, bevor sie das Gefühl haben, dass sie auch mal nicht mehr funktionieren müssen.

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