Hallo zusammen,
mir ist es ein Anliegen euch ein wenig die Ängste zu nehmen, da ich selbst weiß wie schlimm das ganze sein bzw. werden kann.
Kurz zu mir: ich bin männlich, 35 Jahre alt und habe normal Gewicht.
Bei mir hat das ganze vor etwa zwei Jahren angefangen. Und ich kann euch sagen dass ich wirklich eine sehr breite Palette an Symptomen hatte. Ich war felsenfest davon überzeugt dass ich ALS oder eine andere schwere neurologische Erkrankung habe.
Angefangen hat das ganze mit einem HWS Bandscheibenvorfall. Ich hatte ausstrahlende Schmerzen in die Hände und Schmerzen im Rücken wie Stromschläge. Wahrscheinlich habe ich mich damals schon ein wenig hereingesteigert. Habe gegoogelt und recherchiert. Kurze Zeit später fingen die Muskeln wild an zu zucken. Los ging es in den Unterschenkeln und hat sich im ganzen Körper ausgebreitet. Es waren wirklich alle Arten von Zuckungen dabei. Mal ganz leicht. Mal wie ein Maschinengewehr. Teilweise dachte ich man hätte mir ein Smartphone implantiert. Die Muskeln haben Wellenbewegungen gemacht. Manchmal haben auch ganze Muskelstränge kontrahiert. Es gab Nächte in denen ich nicht in den Schlaf gefunden habe. Ihr kennt einschlafzuckungen wahrscheinlich alle. Diese waren bei mir wirklich extremst ausgeprägt. Jedes Mal kurz vor dem Einschlafen, ging ein Ruck (wie ein Elektroschock) durch den Körper.
Zu den Zuckungen gestellten sich weitere Probleme. Ich habe Krämpfe gehabt, teilweise spontan und in verschiedenen Muskeln. Weiterhin hatte ich schwäche empfinden in vielen Muskeln. Alltagstätigkeiten wie Wäsche aufhängen oder Zähne putzen fühlten sich enorm anstrengend an. Die Muskeln fühlten sich an wie blei, es war wirklich extrem. Vor allem die Hände waren auch sehr empfindlich in Bezug auf Kälte. Ich hatte Schwierigkeiten beim spreizen der finder. Der Fussheber fühlte ich schwer und verspannt an. Weiterhin hatte ich Erschöpfung in Zunge und Kaumuskulatur. Auch das Treppen steigen war ein Problem, die Muskulatur hat regelrecht gezittert.
In dieser Zeit kam auch noch ein cpps dazu, was mich zusätzlich belastet hat. Zu der Zeit war ich das erste Mal stationär in der Neurologie. Es wurde EMG, Eng, Sep etc durchgeführt. Das EMG jedoch nur in einem Muskel. Auf eine Liquor Punktion habe ich verzichtet... Es wurde bei den Untersuchungen nichts festgestellt. Lediglich die Reflexe waren leicht abgeschwächt. Nach dem Krankenhaus war ich auch bei einer weiteren neurologin, die das ganze schnell in die psychosomatische Schublade gesteckt hat. Auch sie hat mich noch einmal untersucht und hat nichts feststellen können. Ich ließ mich jedoch nicht wirklich beruhigen... Ich dachte felsenfest dass ich eine schwere Erkrankung habe...
Schlussendlich habe ich einen Termin in der Neurologie in der Uni Klinik in Essen gemacht (Ambulanz). Auf diesen Termin musste ich etwa ein Jahr warten. In dieser Zeit hat sich viel getan. Ich hatte auch in dieser Zeit Themen die mich emotional sehr beschäftigt haben, darunter eine Beziehung die mir gar nicht gut getan hat. Ich habe jedoch gemerkt , dass in der Zeit in der ich Urlaub hatte insbesondere die faszikulationen stark rückläufig sind. Ich habe diese, einschließlich leicht auslösbarer Krämpfe in verschiedenen Muskeln noch heute. Aber die Symptome sind erheblich zurück gegangen. Zurück zum Termin in der Klinik... Es wurde umfangreich untersucht und die Ärztin war wirklich sehr nett und hat sich Zeit genommen. Dieses Mal wurde nicht nur der Biceps untersucht, sondern insgesamt 5 verschiedene Muskeln in unterschiedlichen Körperregionen. Fussheber (bei dem ich immer schwäche verspürt habe), Rücken, Triceps, Oberschenkel. Auch die Nervenleitgeschwindigkeit wurde gemessen. Es war wirklich alles in Ordnung. Keine spontanen faszikulationen oder ähnliches. Kein Hinweis auf geschädigte Motoneuronen.
Die Symptome sind real aber das heißt nicht zwangsläufig dass man krank in dem Sinne ist. Wahrscheinlich ist es laut ihrer Aussage eine funktionelle Störung. Und die Psyche , das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen, ist wirklich mächtig. Stresst euch da bitte nicht rein und vor allem : lasst das googlen sein! Schaut dass ihr (ich weiß es ist schwer) aus der grübel- und Stressspirale raus kommt. Besonders hat mir geholfen wieder das Krafttraining aufzunehmen. Es ist wirklich ein starkes Werkzeug, weil es sowohl die Psyche verbessert, als auch das Körpergefühl.
Ich sage auch aus meiner Erfahrung heraus. Wenn ich keine kompletten Ausfälle habt, die auch wirklich objektivierbar sind (Feststellung durch einen Neurologen), braucht ihr euch erst einmal keine Sorgen machen. Wenn ihr im beim Krafttraining Fortschritte macht, wenn die Muskulatur wächst, ist das eigentlich schon ein komplettes Ausschluss Kriterium für ALS oder ähnliche Motoneuronen Erkrankungen. Je länger die Symptome gehen und es nicht zu Ausfällen wie Lähmungen kommt, desto sicherer könnt ihr da sein. Natürlich ist ALS auch bei jungen Menschen möglich. Aber es ist einfach unglaublich unwahrscheinlich, auch wenn es bei Google an erster Stelle kommt , wenn man Muskelzuckungen eingibt...
Ihr kommt da alle wieder raus, kümmert euch um euer psychisches Wohlbefinden und gebt dem Körper das was er braucht. Gesunde Ernährung, Sport.
Ich kann nur sagen dass ich nach dieser schweren Phase deutlich auf dem Weg zu meinem alten Ich bin. Insbesondere die Zuckungen sind immer noch da. Aber irgendwann kann man sie ausblenden. Ich kann alles machen, habe mich massiv gesteigert mit den Gewichten. Und das ist der beste Hinweis, dass es sich nicht um eine Schwere neuromuskuläre Erkrankung handeln kann. Denn all das , ist nach so langer Zeit mit Symptomen schlicht nicht mehr möglich, wenn man ALS oder ähnliches hat.
Ich hoffe ich kann mir diesen Worten den ein oder anderen etwas beruhigen. Ich weiß wie schwer es ist , aber macht euch bitte nicht verrückt! Schaut was euch und eurem Körper gut tut. Vernachlässigt nicht eure mentale Gesundheit. Bei mir war das der Schlüssel, damit es mir endlich wieder besser geht.
Liebe Grüße und entschuldigt bitte die Schreibweise. Ich habe es jetzt auf dem Handy getippt.
mir ist es ein Anliegen euch ein wenig die Ängste zu nehmen, da ich selbst weiß wie schlimm das ganze sein bzw. werden kann.
Kurz zu mir: ich bin männlich, 35 Jahre alt und habe normal Gewicht.
Bei mir hat das ganze vor etwa zwei Jahren angefangen. Und ich kann euch sagen dass ich wirklich eine sehr breite Palette an Symptomen hatte. Ich war felsenfest davon überzeugt dass ich ALS oder eine andere schwere neurologische Erkrankung habe.
Angefangen hat das ganze mit einem HWS Bandscheibenvorfall. Ich hatte ausstrahlende Schmerzen in die Hände und Schmerzen im Rücken wie Stromschläge. Wahrscheinlich habe ich mich damals schon ein wenig hereingesteigert. Habe gegoogelt und recherchiert. Kurze Zeit später fingen die Muskeln wild an zu zucken. Los ging es in den Unterschenkeln und hat sich im ganzen Körper ausgebreitet. Es waren wirklich alle Arten von Zuckungen dabei. Mal ganz leicht. Mal wie ein Maschinengewehr. Teilweise dachte ich man hätte mir ein Smartphone implantiert. Die Muskeln haben Wellenbewegungen gemacht. Manchmal haben auch ganze Muskelstränge kontrahiert. Es gab Nächte in denen ich nicht in den Schlaf gefunden habe. Ihr kennt einschlafzuckungen wahrscheinlich alle. Diese waren bei mir wirklich extremst ausgeprägt. Jedes Mal kurz vor dem Einschlafen, ging ein Ruck (wie ein Elektroschock) durch den Körper.
Zu den Zuckungen gestellten sich weitere Probleme. Ich habe Krämpfe gehabt, teilweise spontan und in verschiedenen Muskeln. Weiterhin hatte ich schwäche empfinden in vielen Muskeln. Alltagstätigkeiten wie Wäsche aufhängen oder Zähne putzen fühlten sich enorm anstrengend an. Die Muskeln fühlten sich an wie blei, es war wirklich extrem. Vor allem die Hände waren auch sehr empfindlich in Bezug auf Kälte. Ich hatte Schwierigkeiten beim spreizen der finder. Der Fussheber fühlte ich schwer und verspannt an. Weiterhin hatte ich Erschöpfung in Zunge und Kaumuskulatur. Auch das Treppen steigen war ein Problem, die Muskulatur hat regelrecht gezittert.
In dieser Zeit kam auch noch ein cpps dazu, was mich zusätzlich belastet hat. Zu der Zeit war ich das erste Mal stationär in der Neurologie. Es wurde EMG, Eng, Sep etc durchgeführt. Das EMG jedoch nur in einem Muskel. Auf eine Liquor Punktion habe ich verzichtet... Es wurde bei den Untersuchungen nichts festgestellt. Lediglich die Reflexe waren leicht abgeschwächt. Nach dem Krankenhaus war ich auch bei einer weiteren neurologin, die das ganze schnell in die psychosomatische Schublade gesteckt hat. Auch sie hat mich noch einmal untersucht und hat nichts feststellen können. Ich ließ mich jedoch nicht wirklich beruhigen... Ich dachte felsenfest dass ich eine schwere Erkrankung habe...
Schlussendlich habe ich einen Termin in der Neurologie in der Uni Klinik in Essen gemacht (Ambulanz). Auf diesen Termin musste ich etwa ein Jahr warten. In dieser Zeit hat sich viel getan. Ich hatte auch in dieser Zeit Themen die mich emotional sehr beschäftigt haben, darunter eine Beziehung die mir gar nicht gut getan hat. Ich habe jedoch gemerkt , dass in der Zeit in der ich Urlaub hatte insbesondere die faszikulationen stark rückläufig sind. Ich habe diese, einschließlich leicht auslösbarer Krämpfe in verschiedenen Muskeln noch heute. Aber die Symptome sind erheblich zurück gegangen. Zurück zum Termin in der Klinik... Es wurde umfangreich untersucht und die Ärztin war wirklich sehr nett und hat sich Zeit genommen. Dieses Mal wurde nicht nur der Biceps untersucht, sondern insgesamt 5 verschiedene Muskeln in unterschiedlichen Körperregionen. Fussheber (bei dem ich immer schwäche verspürt habe), Rücken, Triceps, Oberschenkel. Auch die Nervenleitgeschwindigkeit wurde gemessen. Es war wirklich alles in Ordnung. Keine spontanen faszikulationen oder ähnliches. Kein Hinweis auf geschädigte Motoneuronen.
Die Symptome sind real aber das heißt nicht zwangsläufig dass man krank in dem Sinne ist. Wahrscheinlich ist es laut ihrer Aussage eine funktionelle Störung. Und die Psyche , das kann ich euch aus eigener Erfahrung sagen, ist wirklich mächtig. Stresst euch da bitte nicht rein und vor allem : lasst das googlen sein! Schaut dass ihr (ich weiß es ist schwer) aus der grübel- und Stressspirale raus kommt. Besonders hat mir geholfen wieder das Krafttraining aufzunehmen. Es ist wirklich ein starkes Werkzeug, weil es sowohl die Psyche verbessert, als auch das Körpergefühl.
Ich sage auch aus meiner Erfahrung heraus. Wenn ich keine kompletten Ausfälle habt, die auch wirklich objektivierbar sind (Feststellung durch einen Neurologen), braucht ihr euch erst einmal keine Sorgen machen. Wenn ihr im beim Krafttraining Fortschritte macht, wenn die Muskulatur wächst, ist das eigentlich schon ein komplettes Ausschluss Kriterium für ALS oder ähnliche Motoneuronen Erkrankungen. Je länger die Symptome gehen und es nicht zu Ausfällen wie Lähmungen kommt, desto sicherer könnt ihr da sein. Natürlich ist ALS auch bei jungen Menschen möglich. Aber es ist einfach unglaublich unwahrscheinlich, auch wenn es bei Google an erster Stelle kommt , wenn man Muskelzuckungen eingibt...
Ihr kommt da alle wieder raus, kümmert euch um euer psychisches Wohlbefinden und gebt dem Körper das was er braucht. Gesunde Ernährung, Sport.
Ich kann nur sagen dass ich nach dieser schweren Phase deutlich auf dem Weg zu meinem alten Ich bin. Insbesondere die Zuckungen sind immer noch da. Aber irgendwann kann man sie ausblenden. Ich kann alles machen, habe mich massiv gesteigert mit den Gewichten. Und das ist der beste Hinweis, dass es sich nicht um eine Schwere neuromuskuläre Erkrankung handeln kann. Denn all das , ist nach so langer Zeit mit Symptomen schlicht nicht mehr möglich, wenn man ALS oder ähnliches hat.
Ich hoffe ich kann mir diesen Worten den ein oder anderen etwas beruhigen. Ich weiß wie schwer es ist , aber macht euch bitte nicht verrückt! Schaut was euch und eurem Körper gut tut. Vernachlässigt nicht eure mentale Gesundheit. Bei mir war das der Schlüssel, damit es mir endlich wieder besser geht.
Liebe Grüße und entschuldigt bitte die Schreibweise. Ich habe es jetzt auf dem Handy getippt.
