Hallo an alle,
um meine Symptome eventuell besser einzuordnen, muss ich etwas länger ausholen, da laut Ärzten die reine Symptombeschreibung nicht genügt.
zu meiner Person:
Ich bin 34 Jahre alt und arbeite seit 3 Jahren im technischen Vertrieb. Stress steht an der Tagesordnung, um Quartalsziele etc zu erreichen. Zwischenmenschliche Probleme mit Chefs und Vorgesetzten haben ich jetzt dazu bewegt, zum 01.12.2025 zu kündigen.
Nun zu den Symptomen:
Anfang Dezember 2024 bin ich nach einem Bürotag nach Hause gefahren, habe etwas zu Abend gegessen und später ins Bett. Nach kurzer Zeit im Bett passierte es und mein Körper begann zu vibrieren und ich dachte, dass mein Herz rast. Laut Pulsuhr war allerdings alles normal. Diese „Attacken“ hielten jeweils 15-20 Sekunden an, dann war es wieder gut. Nach 20-30 Minuten trat das Vibrieren erneut auf. Meine Muskeln „kontrahierten“ oder Blut pulsierte so sehr in meinem Körper, dass es auch meine Verlobte erfühlen konnte, als ich sie darum gebeten hatte, meinen Arm anzufassen. Ich hatte Angst, dass ich es mir einbilde.
Am nächsten Tag war ich beim Hausarzt und es wurde ein EKG gemacht, welches unauffällig war. Auch ein 24h-EKG war unauffällig, obwohl ich alles genauestens notiert hatte, wann diese Attacken über den Tag hinweg auftraten (meist nur im Liegen und kurz vorm einschlafen).
Das gemachte Blutbild zeigte keine Auffälligkeiten, außer dass der Kreatininwert minimal erhöht war, was mir der Arzt mit meinem Sport und der damit einhergehenden supplementation von Kreatin erläuterte.
Es kamen die Weihnachtsfeiertage und es war das schlimmste Weihnachten, das ich je hatte. Eines Tages begann mein rechter Arm in Höhe des Ellenbogens zu Zucken und das ging über Tage hinweg so. Nach ein paar Tagen traten die Zuckungen dann links am Arm auf und rechts nicht mehr. Ich steigerte mich derartig hinein, dass ich eines nachts eine Panikattacke hatte, da für mich die Diagnose ALS klar war (Zuckungen am Körper). Ich war froh, als ich dann kurz nach Weihnachten zum Hausarzt konnte, welcher mir eine Überweisung für ein MRT (Schädel) und eine Überweisung zum Neurologen aushändigte.
Das MRT des Schädels war ohne Befund.
Beim Neurologen erläuterte ich all meine Symptome und wurde untersucht. Ich musste mich ausziehen, er hat sich meinen Körper angesehen, Reflexe getestet und mir einen folgetermin für ein EMG gegeben.
In der Zwischenzeit war ich dann bei einem zweiten Neurologen, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, etwas im hals zu haben („Kloßgefühl im Hals“ -> dies verstärkte meine höllische Angst vor ALS).
Der zweite Neurologe untersuchte mich ebenfalls körperlich (Gleichgewicht, Finger->Nase->Tippen etc.) und führte ein ENG an beiden Händen durch. Alles unauffällig und ohne Befund.
Aufgrund meiner Angst sollte ich mich an einen Psychologen wenden, was ich getan habe und eine Verdachtsdiagnose auf Hypochondrie gestellt wurde. Ich befinde mich seither in psychologischer Behandlung.
wieder zurück beim ersten Neurologen wurde dann ein ENG an beiden Beinen durchgeführt sowie ein EMG an meinem linken Bein, da sich die Zuckungen und dieses „wabernde Gefühl“ mittlerweile auf die Beine konzentrierten. Alles war ohne besondere Auffälligkeiten, ebenfalls das im Februar gemachte Blutbild mit Bestimmung der NfL-Werte und CK-Werte.
Ich wurde also vom Neurologen entlassen mit den Worten „Ich hoffe, dass Ihnen die Verhaltenstherapie hilft. Alles Gute Ihnen“
Durch die Therapie bin ich „entspannter“ geworden und versuche, nicht mehr jedes Zucken oder Kribbeln im Körper zu bewerten.
Seit Februar/März 2025 habe ich dann noch (sichtbar) das Gefühl, dass sich mein rechter Unterarm verändert, da ich hier eine sichtbare Delle in der Muskulatur beim Beugen des Handgelenkes sehe. Der Neurologe sagte, es sei keine Atrophie.
Ich kann mittlerweile das Googeln nach Symptomen fast vollständig abstellen, aber manchmal überkommt es mich doch.
Zum Beispiel habe ich seit ca 2 Monaten eine unfassbar raue Zunge und eine Zunge Hälfte ist spürbar größer als die andere. Das bemerke ich beim sprechen, da mir die Wörter nicht mehr recht aus dem Mund kommen wollen und ich Angst habe, etwas falsch auszusprechen.
Auch wortfindungsstörungen treten immer häufiger auf und ich weiß einfach nicht, welches Wort ich in einem Satz verwenden soll.
als letztes bemerkte ich vor 3-4 Wochen Veränderungen an meinen Fingerkuppen und meiner rechten Gesichtshälfte. Diese sind maximal Berührungsempfindlich, sie verschrumpeln sobald sie mit Wasser in Kontakt komme und sehen aus, als hätte ich stundenlang gebaden und ich habe generell den Eindruck, als wäre die „Spannkraft“ in den Fingerkuppen weg.
Ein paar Tage lang haben sich an allen Fingern weiße Bläschen gebildet, wo sich dann die oberste Hautschicht schälte. Das ist nun wieder weg und „nur“ noch die schrumpeligen empfindlichen Finger sind da.
zur gesichtshälfte: ich habe das Gefühl, dass ich meine rechten Mundwinkel nicht mehr so weit nach hinten/oben ziehen kann (beim Lächeln) wie den linken und als würde irgendwas in meiner Wange die ganze Zeit wie „blockiert“ sein.
zusammenfassend:
- Fingerkuppen (schrumpelig/druckempfindlich)
- Zunge (gefühlt eine Hälfte größer als die andere und dieses raue trockene Gefühl, welches schon fast weh tut) seit April 2025
- Probleme beim sprechen (gerade Englisch fällt mir schwer oder Laute im deutschen wie „tsch“ „sch“ „ch“ „st“ „ts“) seit wenigen wochen
- muskelzuckungen am gesamten Körper (mal mehr mal weniger) seit Dezember 2024
- Gesichtsmuskel-„Lähmung“
Ich gehe seit Januar regelmäßig laufen und bin seither insgesamt 280km gelaufen. Wenn es eine Muskeldegeneration wäre, müsste doch schon längst etwas passiert sein oder?
Meine 10kg Kurzhantel kann ich auch immer noch anheben und mache Bizeps curls mit 3x10 Wiederholungen.
ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, dass das alles von der Angst vor einer Krankheit kommen soll. Gibt es irgendetwas, was übersehen wurde oder habt ihr noch Ideen, was gemacht werden könnte, um mir irgendwie weiterzuhelfen?
Tut mir Leid für den ewig langen Text, es fühlte sich gut an, einfach mal alles aufzuschreiben.
um meine Symptome eventuell besser einzuordnen, muss ich etwas länger ausholen, da laut Ärzten die reine Symptombeschreibung nicht genügt.
zu meiner Person:
Ich bin 34 Jahre alt und arbeite seit 3 Jahren im technischen Vertrieb. Stress steht an der Tagesordnung, um Quartalsziele etc zu erreichen. Zwischenmenschliche Probleme mit Chefs und Vorgesetzten haben ich jetzt dazu bewegt, zum 01.12.2025 zu kündigen.
Nun zu den Symptomen:
Anfang Dezember 2024 bin ich nach einem Bürotag nach Hause gefahren, habe etwas zu Abend gegessen und später ins Bett. Nach kurzer Zeit im Bett passierte es und mein Körper begann zu vibrieren und ich dachte, dass mein Herz rast. Laut Pulsuhr war allerdings alles normal. Diese „Attacken“ hielten jeweils 15-20 Sekunden an, dann war es wieder gut. Nach 20-30 Minuten trat das Vibrieren erneut auf. Meine Muskeln „kontrahierten“ oder Blut pulsierte so sehr in meinem Körper, dass es auch meine Verlobte erfühlen konnte, als ich sie darum gebeten hatte, meinen Arm anzufassen. Ich hatte Angst, dass ich es mir einbilde.
Am nächsten Tag war ich beim Hausarzt und es wurde ein EKG gemacht, welches unauffällig war. Auch ein 24h-EKG war unauffällig, obwohl ich alles genauestens notiert hatte, wann diese Attacken über den Tag hinweg auftraten (meist nur im Liegen und kurz vorm einschlafen).
Das gemachte Blutbild zeigte keine Auffälligkeiten, außer dass der Kreatininwert minimal erhöht war, was mir der Arzt mit meinem Sport und der damit einhergehenden supplementation von Kreatin erläuterte.
Es kamen die Weihnachtsfeiertage und es war das schlimmste Weihnachten, das ich je hatte. Eines Tages begann mein rechter Arm in Höhe des Ellenbogens zu Zucken und das ging über Tage hinweg so. Nach ein paar Tagen traten die Zuckungen dann links am Arm auf und rechts nicht mehr. Ich steigerte mich derartig hinein, dass ich eines nachts eine Panikattacke hatte, da für mich die Diagnose ALS klar war (Zuckungen am Körper). Ich war froh, als ich dann kurz nach Weihnachten zum Hausarzt konnte, welcher mir eine Überweisung für ein MRT (Schädel) und eine Überweisung zum Neurologen aushändigte.
Das MRT des Schädels war ohne Befund.
Beim Neurologen erläuterte ich all meine Symptome und wurde untersucht. Ich musste mich ausziehen, er hat sich meinen Körper angesehen, Reflexe getestet und mir einen folgetermin für ein EMG gegeben.
In der Zwischenzeit war ich dann bei einem zweiten Neurologen, weil ich die ganze Zeit das Gefühl hatte, etwas im hals zu haben („Kloßgefühl im Hals“ -> dies verstärkte meine höllische Angst vor ALS).
Der zweite Neurologe untersuchte mich ebenfalls körperlich (Gleichgewicht, Finger->Nase->Tippen etc.) und führte ein ENG an beiden Händen durch. Alles unauffällig und ohne Befund.
Aufgrund meiner Angst sollte ich mich an einen Psychologen wenden, was ich getan habe und eine Verdachtsdiagnose auf Hypochondrie gestellt wurde. Ich befinde mich seither in psychologischer Behandlung.
wieder zurück beim ersten Neurologen wurde dann ein ENG an beiden Beinen durchgeführt sowie ein EMG an meinem linken Bein, da sich die Zuckungen und dieses „wabernde Gefühl“ mittlerweile auf die Beine konzentrierten. Alles war ohne besondere Auffälligkeiten, ebenfalls das im Februar gemachte Blutbild mit Bestimmung der NfL-Werte und CK-Werte.
Ich wurde also vom Neurologen entlassen mit den Worten „Ich hoffe, dass Ihnen die Verhaltenstherapie hilft. Alles Gute Ihnen“
Durch die Therapie bin ich „entspannter“ geworden und versuche, nicht mehr jedes Zucken oder Kribbeln im Körper zu bewerten.
Seit Februar/März 2025 habe ich dann noch (sichtbar) das Gefühl, dass sich mein rechter Unterarm verändert, da ich hier eine sichtbare Delle in der Muskulatur beim Beugen des Handgelenkes sehe. Der Neurologe sagte, es sei keine Atrophie.
Ich kann mittlerweile das Googeln nach Symptomen fast vollständig abstellen, aber manchmal überkommt es mich doch.
Zum Beispiel habe ich seit ca 2 Monaten eine unfassbar raue Zunge und eine Zunge Hälfte ist spürbar größer als die andere. Das bemerke ich beim sprechen, da mir die Wörter nicht mehr recht aus dem Mund kommen wollen und ich Angst habe, etwas falsch auszusprechen.
Auch wortfindungsstörungen treten immer häufiger auf und ich weiß einfach nicht, welches Wort ich in einem Satz verwenden soll.
als letztes bemerkte ich vor 3-4 Wochen Veränderungen an meinen Fingerkuppen und meiner rechten Gesichtshälfte. Diese sind maximal Berührungsempfindlich, sie verschrumpeln sobald sie mit Wasser in Kontakt komme und sehen aus, als hätte ich stundenlang gebaden und ich habe generell den Eindruck, als wäre die „Spannkraft“ in den Fingerkuppen weg.
Ein paar Tage lang haben sich an allen Fingern weiße Bläschen gebildet, wo sich dann die oberste Hautschicht schälte. Das ist nun wieder weg und „nur“ noch die schrumpeligen empfindlichen Finger sind da.
zur gesichtshälfte: ich habe das Gefühl, dass ich meine rechten Mundwinkel nicht mehr so weit nach hinten/oben ziehen kann (beim Lächeln) wie den linken und als würde irgendwas in meiner Wange die ganze Zeit wie „blockiert“ sein.
zusammenfassend:
- Fingerkuppen (schrumpelig/druckempfindlich)
- Zunge (gefühlt eine Hälfte größer als die andere und dieses raue trockene Gefühl, welches schon fast weh tut) seit April 2025
- Probleme beim sprechen (gerade Englisch fällt mir schwer oder Laute im deutschen wie „tsch“ „sch“ „ch“ „st“ „ts“) seit wenigen wochen
- muskelzuckungen am gesamten Körper (mal mehr mal weniger) seit Dezember 2024
- Gesichtsmuskel-„Lähmung“
Ich gehe seit Januar regelmäßig laufen und bin seither insgesamt 280km gelaufen. Wenn es eine Muskeldegeneration wäre, müsste doch schon längst etwas passiert sein oder?
Meine 10kg Kurzhantel kann ich auch immer noch anheben und mache Bizeps curls mit 3x10 Wiederholungen.
ich kann mir einfach nicht mehr vorstellen, dass das alles von der Angst vor einer Krankheit kommen soll. Gibt es irgendetwas, was übersehen wurde oder habt ihr noch Ideen, was gemacht werden könnte, um mir irgendwie weiterzuhelfen?
Tut mir Leid für den ewig langen Text, es fühlte sich gut an, einfach mal alles aufzuschreiben.
