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Muskelerkrankung? Vorsicht lang.

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    Muskelerkrankung? Vorsicht lang.

    Hallo zusammen,

    erstmal möchte ich mich kurz vorstellen. Ich bin 35 Jahre alt. Seit Teenager-Zeiten habe ich eigentlich schon einen Ärztemarathon hinter mir, nur leider will er nicht abbrechen:

    Als ich 17 Jahre alt war, schwollen meine Beine und mein Gesicht plötzlich an. Beim Hausarzt wurden mir Allergietabletten gegeben, leider halfen die gar nichts. Ich bin dann von Arzt zu Arzt, keine konnte mir helfen, bis ich zu meinem damaligen Kinderarzt ging. So kam der Stein ins Rollen. Dieser ordnete Laboruntersuchungen an. So viel auf, dass meine Blutfett um mehr als das dreifache der Norm erhöht waren. Mein Blutdruck zu hoch war und ich sehr viel Eiweiß im Urin ausschied. So kam ich ins regionale KH, leider konnte man mir dort nich helfen, so dass ich in die Uniklinik verlegt wurde. Dort wurden dann nochmals Untersuchungen durchgeführt und man kam sehr schnell drauf, dass es sich um ein nephrotisches Syndrom handelt. Es wurde eine Nierenbiopsie gemacht mit dem Ergebniss einer membranösen Glomerulonephritis. Es wurden noch Tests durchgeführt, ob die Ursache dessen primär (Autoimmunerkrankung allein die Niere betreffend) oder sekundär (durch Medikamente, Hepatitis, Lupus, Sarkoidose, Streptokokken, Hashimoto oder Tumor) war. Es konnte keine sekundäre Ursache festgestellt werden. Ich wurde behandelt mit ACE-Hemmer (Blutdrucksenker) und damit ging die Eiweißausscheidung zurück. So, dass ich bis heute in nephrologischer Kontrolle war und bis zu einem bestimmten Zeitpunkt alles in Ordnung war.

    Dann ging es aber los im Jahr 2009. Damals hatte ich unerklärliche Schwindelattacken. Diese äußerten sich in das Gefühl, das mich jemand zur Seite schiebt, das man in Löcher tritt, wo keine sind und führte dadurch zu Gangunsicherheiten. Mein Nacken ist ständig verspannt. Bei Stress, Sonneneinstrahlung und Wärme verstärkt sich die Symptomatik noch. Das ist bis heute so geblieben und wird immer schlimmer, so dass ich Schwierigkeiten habe, mich auf den Beinen zu halten. Es ist dann als ob ich in mir zusammenfalle, keine Muskeln mehr besitze und ich habe dann Probleme zu gehen. Ich muss mich dann richtig zwingen, ein Bein vors nächste zu setzen. Das klappt, aber das Gefühl des Zusammensackens bleibt. Man konnte keine Ursache finden, im MRT des Kopfes sah man nur einen einzelen Demyelinisierungsherd am ehesten durch einen mikroangiopathie, dass ist lt. Neurologe aber nichts weltbewegendes. Das hätten andere auch in ihrem MRt. So trainiere ich mit Reha-Sport die Hals- und Rumpfmuskulatur leider ohne Erfolg.

    2011 bekam in dann aus unerklärten Gründen Nesselsucht und Angioödeme. Ich wurde von Kopf bis Fuß untersucht, es konnte keine Ursache gefunden werden. Die Blutdrucksenker stellte man auf Kalziumantagonisten um, allerdings kommen die Schwellungen immer und immer wieder. Ich habe aber kein erbliches Angioödem (HAE), dann bekam ich eine Eisenmangelanämie, einen B12-Mangel und Vitamin D-Mangel. Dies wird alles substituiert.

    Seit 2009 sind regelmäßig erhöhte Antinukleare Antikörper gefunden worden, wechselnd zw. 1:320; 1:640; 1:160 und 1:1280.Diese sind bis heute da. Ich war mehrfach in der Uni beim Rheumatologen. Der konnte weder einen Lupus noch was anderes feststellen. Das einzigste was man feststellen konnte, dass ich eine verkleinerte Schilddrüse von 4 ml habe. Die Endokrinologen gehen aber von einer Hypoplasie aus, da ich kein Hashimoto-Typisches Ultraschallbild habe und auch keinen Nachweis von Antikörpern gegen Schilddrüse. In der Familie haben meine Mutter und Schwester Hashimoto und meine Oma hatte Basedow.

    Dann kamen immer mehr Müdigkeit und Schlappheit auf. Seit 2015 extrem. Es hat angefangen, dass ich meine Joggingrunden nicht mehr geschafft habe und diese immer mehr einkürzen musste (von Marathon auf max. 10km). Und jetzt geht gar nichts mehr. Ich schaffe meine Joggingrunden nicht mehr. Egal, wie ich will, es geht einfach nicht. Schon bei 1,5 km fühlen sich die Beine total schlapp an und sind total wackelig. Hinzu kommt eine Müdigkeit nicht verschwindet. Ich muss teilweise Mittagsschlaf machen um über den Tag zu kommen. Abends habe ich dann eine schlimme Unruhe, die meist den ganzen Körper betrifft. Ich habe den unbändigen Drang meine Beine zu bewegen und dies zieht sich durch den ganzen Körper. Hin- und herlaufen lindert es ein wenig. Darüber hinaus habe ich phasenweise Missempfindungen in den Oberschenkeln. Wenn ichim kalten Wasser stand, fühlte es sich an wie Kochenendes. Außerdem habe ich muskelkaterähnliche Schmerzen in den Oberschenkeln beidseits, die bis zu reißendem Schmerzen werden können. Dies ist dann meist abends so.

    Ich Juli 2015 hatte ich dann einmal Antikörper gg. dsDNA im Elisa, aber im Bestätigungstest Critidia war es negativ. Man ging von einem Laborfehler aus und Lupus konnte wieder nciht bestätigt werden. Ich habe alles durch Endokrinologe, Rheumatologe, Orthopäde, HNO, Kardiologe. Beim Nephrologen fand sich jetzt eine Mikroalbuminurie am oberen Grenzbereich, man geht aber von einem Restzustand der Glomerulonephritis aus, nicht von einem Rezidiv.

    Nun war ich beim Neurologen, der hat mir eine Überweisung für die Muskelsprechstunde gegeben. Soll unbedingt nach Halle/Saale. Wurde von ihm empfohlen. Habe allerdings auch Uni Dresden und Charité Berlin angefragt. Aber es ist über all das selbe muss mich 1 Jahr gedulden. Ich hoffe, dass ich das schaffen kann. Außer dem Schädel-MRT damals wurde noch nichts untersucht. MRT HWS war oky. CK-Wert war pathologisch mit 2,8, allerdings ist das außer der Norm aber nicht abnorm hoch.

    Spricht das alles für eine Muskelerkrankung, habt ihr da ERfahrung? Oder doch Rheuma, oder könnte die Mini Schilddrüse daran Schuld sein. Welche Klinik ist von den 3 die Beste?

    #2
    Mh, ich würde auf Anhieb sagen, dass es sich eher nach etwas Rheumatologischem anhört. Aber letztlich bringt oft nur der Verlauf darüber Klarheit.
    Wurde denn mal ein Versuch mit Kortison probiert? Das ist manchmal auch ein veritables Mittel um eine Autoimmunerkrankung, die man nicht per Labor bestätigen kann, klinisch auszuschließen oder zu bestätigen.

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      #3
      Hallo,

      nein, es wurde kein Kortison-Versuch gemacht. Die Ärzte halten sich dahingehend sehr zurück. Die Nephrologen meinten immer, dass, wenn sie es nicht beweisen können, dann halten sie sich noch zurück, da Immunsupressiva schwerwiegende Nebenwirkungen hätten....so muss ich warten was kommt. Der Rheumatologe meinte, dass keine Routinekontrollen notwendig seien. Ich soll nur kommen,wenn ich typische Beschwerden bekomme wie Gelenkschmerzen, Schmetterlingserythem vom Hautarzt bestätigt usw. Und genau die typischen Kriterien habe ich nicht. Habe nur den Ana, und die Glomerulonephritis: also 2 von 4 der Lupuskriterien die man erfüllen muss. D.h. Lupus ist möglich, aber nicht bewiesen. Erst ab 4 Kriterien aufwärts.

      Vielleicht kann man im MRt oder so eine ZNS-Beteiligung nachweisen...ist nicht so, dass ich es mir wünsche. Aber im Ungewissen leben und immer mehr blöde Symptome kriegen, macht einen auch zu schaffen....

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        #4
        Hallo Rina , erstmal herzlich willkommen hier im Forum
        Hast du irgend welche Darm symptome? Vitamin b12 mangel und eisen jd vitamin D mangel kann auf eine Störung der Resorption im letzten Abschnitt des Dünndarms hinweisen. Oder auch eine spezielle Magenentzündung.

        LG Birgit

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          #5
          Die Vorstufe des Vitamin D, das über deb Darm aufgenommen wird muss über 2 Schritte umgewandelt werden, damit es über dem Körper zur Verfügung stehen kann. Einer dieser Aktivierungsschritte findet in der Niere statt. Es kann sein, dass dieser Prozess wegen der Nierenproblematik gestört ist.

          Nimmst Du ein Vitamin-C-Präparat ein? Hochdosiert neutralisiert das B12.

          Insgesamt klingt das nicht unbedingt nach einer neuromuskulären Erkrankung, sondern eher nach etwas Systemischen das sich auch auf die Muskeln auswirkt.
          Die Muskelsprechstunde wäre trotzdem nicht verkehrt. Vielleicht finden die etwas das Rückschlüsse auf die Ursache zulässt.
          Die langen Wartezeiten liegen wahrscheinlich daran, dass neuerdings jeder 2. ALS haben will.

          Was hat der Neurologe als Überweisungsgrund aufgeschrieben?
          It's a terrible knowing what this world is about

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            #6
            Hallo,

            ich hatte Magen- und Darmspiegelung. In der Magenspiegelung zeigte sich eine Refluxösophagitis und eine leichte Gastritis Typ C. Der Dünndarm war in Ordnung. Bei der Darmspiegelung zeigten sich rasenartige Lymphfollikel - vor allem im Endarm - . Es wurde auf ein Lymphom untersucht. Aber es war Gott sei dank keins. Der Pathologe schrieb "reaktiv entzündliche Veränderung".

            Vitamin C nehme ich nicht. Bekomme alle 4 Wochen B12-Spritzen und Vitamin D nehme ich Dekristol 1000 täglich.

            Auf dem Überweisungsschein steht "Myalgie zur Abklärung".

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              #7
              Hallo,

              ich bin es nochmal. Hatte vor einer Woche wieder einen absoluten Aussetzer. Absolute Muskelschwäche in den Beinen, kurz vor Zusammenbruch. So langsam bekomme ich es mit der Angst zu tun. Das kann alles nicht normal sein.

              Nun habe ich schon eher einen Termin für die Charité bekommen. Nun bin ich vollkommen unschlüssig, wo nun die "Beste" Adresse ist. Habe überall im Netz gesurft, und überall hört man gutes, aber auch schlechtes. Der Neuro hat ja Halle empfohlen. Was mach ich jetzt? Hat jemand mit den angegebenen Kliniken (Dresden, Halle, Berlin) Erfahrungen, was die Muskelsprechstunde angeht? Möchte nicht unnötig meinen Überweisungsschein verschleudern....es ist so schwierig einen Arzt zu finden, der einen nicht gleich auf die Psycho-Schiene abstempelt.....

              bitte, bitte, teilt mir eure Erfahrungen mit!

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                #8
                Hallo Rina81,

                ich meine das wirklich nicht böse, aber wenn Du über alle Kliniken bereits Gutes und Schlechtes gehört hast, was glaubst Du, wird sich jetzt hier ändern? Hier wirst Du auch Gutes oder Schlechtes hören. Oder nichts... ;-)

                Ich habe mit allen Dreien keine Erfahrungen. Von Halle und Berlin habe ich Gutes gehört, von Dresden nichts. Hilft jetzt nicht wirklich. Ich weiß.

                Viele Grüße

                Marc
                Krankheitsrelevante Daten s. Profil

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