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    Alles ein großes Fragezeichen...

    Hallo zusammen,

    nachdem ich schon seit längerem still mitlese, möchte ich mich heute an euch wenden.
    Ich weiß schlicht nicht mehr weiter, nachdem es mir heute zum ersten Mal nicht möglich war, arbeiten zu gehen.

    Ich bin weiblich, 42 Jahre alt, verheiratet und habe drei Söhne im Alter von 6, 12 und 14.

    Meine (akute) Geschichte beginnt vor drei Jahren. Ich hatte aus dem Nichts einen Kehlkopfkrampf
    Keine angenehme Erfahrung, wäre aber alleine nicht das Problem gewesen. Allerdings hatte ich ab diesem Zeitpunkt massive Probleme mit dem Schlucken. Flüssigkeit ging ein wenig, feste Nahrung nur noch zeitweise und minimal. Beim HNO-Arzt wurden Kehlkopf und Schilddrüse überprüft, alles ok. Auch beim Logopäden wurden nur massive Verspannungen der Halsmuskulatur festgestellt. MRT Schädel ebenfalls ohne Befund, beim MRT der HWS wurden nur auffallend vergrößerte Lymphknoten festgestellt.
    Also eine funktionelle Störung, mit der ich mich auch arrangiert habe.
    Mir fiel im Verlauf dann auf, dass die Schluckbeschwerden über den Tag zunahmen. Am Abend war schlucken nicht mehr möglich. Nach Ruhepausen kann ich fast normal essen. Mit dieser Erkenntnis und Physiotherapie konnte ich dann mein Gewicht stabilisieren, nachdem ich über 20 kg abgenommen hatte. Auch der Physio fielen der massiv erhöhte Tonus der gesamten Hals-, Nacken- und Rückenmuskulatur auf. Rückblickend war die Schluckstörung schon Monate vorher vorhanden, ich habe es nur nicht erkannt und auf das Chaos mit drei Kindern beim gemeinsamen Essen geschoben.
    Durch die Gewichtsabnahme war ich an die Grenze der körperlichen Belastung gekommen…. dachte ich. Doch leider hörte das nicht auf, auch nachdem ich in der Lage war ausreichend Kalorien aufzunehmen und auch das Gewicht zu halten.


    Ich komme ohne Abstützen nicht vom Stuhl hoch, einen Wäschekorb kann ich nur mit Zittern der Oberarme tragen, aus der Hocke aufstehen geht gar nicht, nach einem gemütlichen Spaziergang habe ich tagelang Muskelkater. Am schlimmsten waren Oberschenkel- und Schulter/Nackenmuskulatur.


    Beim Neurologen wurde ein EMG des Bizeps gemacht, kein Befund. Laborbefunde ebenfalls alle unauffällig. Ansonsten wurde nicht mal ein Anamnesegespräch geführt.
    Im Februar durfte ich mich in der Neuro-Ambulanz in Tübingen vorstellen. Das Gespräch dauerte 15 Minuten. Ich wurde gefragt, ob ich Depressionen und Schlafstörungen hätte, was ich klar verneinte. Die Schlussfolgerung war eine psychosomatische Störung. Der kausale Zusammenhang erschließt sich mir heute noch nicht.


    Auch mit dem hätte ich mich abgefunden, wenn ich nicht vor ca. vier Wochen einen weiteren „Schub“ erhalten hätte. Ich bekam erst Schmerzen im unteren Rücken, lokalisiert auf einen tiefen Hüftmuskel links. Und der versagt mir seitdem zunehmend den Dienst. Ich kann mich einfach nicht mehr aus der Beugung aufrichten. Zuerst sind es nur Schmerzen und dann wird der Betrieb eingestellt und ich kann mich irgendwie wieder hochhangeln. Beine übereinander schlagen geht nicht mehr, beim Hinsetzen muss ich das linke Bein von Hand an Ort und Stelle bewegen. Gehen und Treppen steigen geht nur noch im Schildkrötentempo.
    Morgens ist die gesamte Muskulatur inzwischen so steif, dass ich zwei bis drei Stunden benötige um halbwegs in die Gänge zu kommen. Und die Schmerzen dazu sind auch nicht ohne. Alle Wirbel sind an Ort und Stelle und auch die Bandscheiben sind in Ordnung. Ich habe das Gefühl, dieser Muskel ist massiv entzündet, warum auch immer.
    So ist also der momentane Stand.


    Irgendwann im letzten Jahr kam ich auf die Idee der ganzheitlichen Betrachtung (ich bin Krankenschwester ) und habe mal alle meine Wehwehchen aufgelistet. Das sah dann so aus :

    Raynaud-Syndrom (seit ich denken kann)
    Kalte Füße
    Herzrhythmusstörungen (seit 2000, internistisch abgeklärt)
    Muskelkrämpfe im Schienbein und Nacken (seit drei Jahren), neuerdings krampft jeder einzelne Muskel, sobald die Anforderungen etwas höher werden
    Zu wenig Tränenflüssigkeit (zunehmend in den letzten zwei Jahren)
    Entzündung des Dickdarms (3x in den letzen 1,5 Jahren)
    Muskelschwäche in den Oberschenkeln (sehr lange schon), inzwischen ausgedehnt auf alle Muskeln
    Marmorierte Hautveränderung symmetrisch an den Oberschenkeln
    Geschwollene Lymphknoten in Leiste und am Hals
    Über-Kopf-Arbeiten waren noch nie möglich
    Dauerfrieren
    Dauermüdigkeit
    Zunehmend Probleme mit der Feinmotorik
    „Sonnenallergie“ im Gesicht und Halsbereich

    Einer meiner Söhne sagte letztens: „Mama, du gehst ja richtig kaputt“. Und genauso fühle ich mich inzwischen auch.
    Mein Arzt ist aber froh, wenn er mich mit einem KG-Rezept wieder zur Türe rausschieben kann.
    Vielleicht habt Ihr mir einen Tipp oder Ratschlag? Oder auch nur, ob ich in diesem Forum komplett falsch bin?

    Danke an alle, die bis hier gelesen haben! Das ist schon mehr als mir jeder Arzt bisher zugehört hätte

    Liebe Grüße

    #2
    Herzlich Willkommen erst einmal.

    Wie weit wurde bereits nach Rheuma und Borreliose geschaut? Sonst würde ich hier die ersten Ansätze machen.

    Liebe Grüße
    Borrelio

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      #3
      Mir fällt da auf Anhieb Lupus ein. Lediglich der erhöhte Muskeltonus ist dafür nicht typisch.

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        #4
        Hallo,
        Und herzlich Willkommen. Ich würde auch sagen, falls noch nicht geschehen, schau' mal bei einem Rheumatologen vorbei.
        Lg, Sharon

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          #5
          Hallo Fragezeichen, das mit der Rheumaklinik ist eine gute Idee, es klingt nach was rheumatologischem Polymyositis oder Dermatomyositis . Und bei stationärem Aufenthalt bekommt man die Diagnostik in ein paar Tagen durch , wo man sonst monatalang nach Terminen sucht.

          Lg und gute Besserung
          Birgit

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            #6
            Ganz lieben Dank für eure Antworten!

            Ja, Borreliose wurde ausgeschlossen. Myositis auch, da der CK nicht erhöht war. Allerdings ist das Ergebnis vom letzten Jahr, aus einem Zeitraum, in dem es mir richtig gut ging. Kann eine nicht-akute Phase sich im CK-Wert zeigen?

            Ich war gestern bei der Vertretung meines Hausarztes und habe jetzt für nächste Woche einen ambulanten Termin in der Rheumaklinik. Aber nach der Erfahrung mit den Neurologen habe ich nun echt etwas Muffensausen

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              #7
              Hallo Ixie,

              Zitat von ixie
              rechne damit dass du dich nackig machen musst.
              Von dem gehe ich bei einer umfassenden Anamnese eigentlich aus Deswegen war ich bei den Neurologen doch etwas erstaunt, dass ich nicht mal die Schuhe ausziehen musste. Die Liste hatte ich auch dabei. Die wurde im Schnellüberblick abgenickt. Zu Wort kam ich überhaupt nicht.
              Und eigentlich bin ich es gewohnt, mir bei Ärzten Gehör zu verschaffen....

              Vielen Dank dir!

              LG

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                #8
                Hallo, ist die schwäche immer belastungsabhängig? Hast du auch Schmerzen nach Belastung? Dann könnte es etwas Richtung metabolischer Myopathie sein.

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                  #9
                  Hallo Nana,
                  die Schwäche nimmt mit Belastung zu und geht bis zur Einstellung des Betriebs. Nach 20min lockerem Schwimmen kam ich zwar noch auf dem Beckenrand zum sitzen. Konnte aber nicht mehr aufstehen. Meine Beine waren schlicht "out of order". Und dann kam für Tage der Muskelkater, als hätte ich sonst was geleistet.
                  Inzwischen sind die Schmerzen bei Belastung eher krampfartig, mit gleichbleibendem Funktionsausfall.

                  Danke für Deinen Tipp und liebe Grüße

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