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    Hallo ihr Lieben,

    seit meinem ersten Post ist jetzt etwas über ein Jahr vergangen und ich bin trotz zahlreicher Arztbesuche nicht wesentlich schlauer geworden, von zahlreichen Tips die Symtome zu verdrängen abzusehen.




    Verändert hat sich seit dem folgendes:

    -Gewichtsverlust auf 72 Kilo bei knapp 2m Körpergrösse
    -dauerhafte Faszikulationen, tagelang in den selben Körperteilen die wenige Wochen später atrophieren
    -Starke Atrophien an Händen, Füssen, Unterschenkel und Oberarmen/Schulter und Nacken , Körperstamm ist noch relativ intakt
    -zunehmende Ungeschicklichkeit beim Gehen, nach längeren Strecken leichtes Hinken links
    -Schwäche in Armen und Kaumuskeln, Abnahme der Mimik

    Neue diagnostische Befunde:

    - Muskelbiopsie : - unspezifische erhebliche Muskelfaserdisproportion, hypotrophe Typ 1 Fasten, Typ 2 Prädominanz
    - Veränderungen der mitochondrialen Ultrastruktur (noch nicht ausreichen für Befund einer Mito)
    - vermehrte Ansammlung von Lipidtropfen

    - Bluttests : - stark erhöhter IGE- Wert 2000+
    - CK leicht erhöht 211+
    - Homocystein leicht erhöht
    - Vitamin D leichter Mangel
    - Leukozyten seit Jahren erhöht

    EMG/NLG/MEP vom 24.8 : -NLG komplett in Ordnung
    :- EMG keine Faszikulationen, 3/5 gestochenen Muskeln sauber, linker Unterarm Fibrillationen und pos. sch. Wellen , rechter Oberschenkel einmalige Fibrillation
    : MEP keine eindeutige pathologische Veränderung nachweisbar

    Klinkik : Teilweise lebhafte Reflexe, Krafteinbussen beidseits, links stärker, generalisierte Faszikulationen


    Ich bin zur Zeit in Uni Bonn zur Behandlung, habe auch ein psychologisches Gutachten machen lassen um eine psychosomatische Ursache auszuschliessen, die Psychaterin hat mir bestätigt, dass die Erkrankung keine psychischen Ursachen hat und der Umgang damit adäquat ist. War bei einer Expertin für Muskelerkrankungen die sagt sie kann Momentan nicht helfen, kein Anzeichen für eindeutige Pathologie. Habe auch einen Termin bei einem Experten für Motoneuronerkrankungen einen Termin mit EMG gehabt vor einigen Tagen, dieser sagt es ist keine ALS, ist aber sicher dass ich an etwas muskulärem kann mir aber nicht helfen da es nicht sein Fachgebiet ist und sagt ich soll die Motoneuronerkrankung aus meinem Kopf streichen.

    Alles in allem verliere ich immer mehr Muskeln, die nicht direkt Atrophieren sonder erstmal schlaff werden, ich zucke Tag und Nacht mit heftig werdender Frequenz und Heftigkeit der Muskelbewegungen. An Sport oder körperliche Arbeit ist nicht mehr zu denken, selbst nach Hausarbeit zitter ich mittlerweile wie Espenlaub vor Anstrengung. Subjektiv gesehen habe ich Sprachprobleme, bleibe oft an Worten hängen und habe eine hin und wieder unangenehm feuchte Aussprache entwickelt. Erschöpft bin ich den ganzen Tag, wenn ich mich einen Tag angestrengt habe brauche ich meist danach erstmal einen Tag Ruhe, fühlt sich ein bisschen an wie ein Kater ohne Kopfschmerzen. Meine Hände sind sehr ungeschickt, brauche Ewigkeiten zum Tippen, meine Handschrift hat sich stark verändert.

    An die Situation habe Ich mich mittlerweile gewöhnt, trotzdem bin ich immer noch auf der Suche nach der Ursache und willl die Hoffnung nicht aufgeben eine behandelbare Ursache zu finden bevor ich mich garnicht mehr bewegen kann, was für mich allerdings bei meinen Restmuskeln schon ein Wunder ist.
    Wenn euch was einfällt oder ihr nen Tip habt freue ich mich sehr!!

    Liebe Grüsse,
    Alex

    #2
    Hallo Alex,
    Ufff.....das klingt alles ziemlich verwirrend.
    Finde es aber gut, das du ein Gutachten bei einem Psychiater lassen hast machen, welches dir bestätigt, das deine Synthome nicht psychischer Natur sind!
    Damit braucht dir kein Arzt mehr mit der Psychoschiene kommen.
    Das ist eine super Idee!!!
    Ich habe bei deinen Beschwerden als ersters an Morbus Pompe gedacht.
    Allerdings weiss ich nicht, ob die Muskelbio dazu passt.
    Damit kenne ich mich leider zu wenig aus.
    Hast du denn schon mal von Morbus Pompe gehört? Und wurde schon daran gedacht?

    Lg

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      #3
      Kann denn eine Mito auch distal beginnen plus Athrophie und Gesichtsmuskel Beteiligung?
      Alex Biopsie deutete ja am ehesten auf ne Mito...

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        #4
        Es gibt schon Myotonien bei denen leider Gesichts u. Atemmuskulaturschwäche Synthome sind, die müsste aber schon seit der Kindheit Beschwerden gemacht haben und nicht erst jetzt.

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          #5
          Auf eine Mito deutet das eher nicht hin. Beim Abbau der Muskelzelle bzw. dem Abbau der Zellkerne werden Mitochondrien abgebaut, weil sie nicht mehr benötigt werden aufgrund des geringer werdenden Energiebedarfs der Zelle.

          Wurde schon einmal an eine FSHD gedacht. CK, Leukozyten und Muskelbiopsie würden da doch passen.
          It's a terrible knowing what this world is about

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            #6
            Hallo zusammen nochmal, entschuldigung für die späte Antwort!

            Morbus Pompe hätte sich aus den bisherigen Untersuchungen ergeben müssen hat man mir gesagt, würde aber teilweise symptomatisch passen.
            Eine Mitochondriopathie ist möglich, allerdings habe ich keine veränderten Laktakwerte oder belastungsabhängige Schmerzen oder Schwächen. Habe aber gelesen Mitochondriopathien sind so heterogen, dass es da so yzemlich alles in der Symptompalette geben kann.

            An eine FSHD habe ich auch anfangs gedacht, habe allerdings mehrfach gelesen, dass eine FSHD ausdrücklich NICHT mit Faszikulationen einhergeht. Ebenfalls sind soweit ich weiss Atophien an Hand und Unterarmen sowie Oberarmen nicht typisch. Die Atrophien in Gesicht und Schulter sowie Rücken und Fussheber würde es jedoch erklären.

            Gibt es andere Erkrankungen, die mittelbar das 2. Motoneuron angreifen ,aber das 1. intakt lassen und wesentlich langsamer voranschreiten als ALS/PMA? So etwas habe ich glaube ich auch mal bei einer Mito gelesen...

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              #7
              Zitat von pickup Beitrag anzeigen
              Hallo zusammen nochmal, entschuldigung für die späte Antwort!

              Morbus Pompe hätte sich aus den bisherigen Untersuchungen ergeben müssen hat man mir gesagt, würde aber teilweise symptomatisch passen.
              Eine Mitochondriopathie ist möglich, allerdings habe ich keine veränderten Laktakwerte oder belastungsabhängige Schmerzen oder Schwächen. Habe aber gelesen Mitochondriopathien sind so heterogen, dass es da so yzemlich alles in der Symptompalette geben kann.

              An eine FSHD habe ich auch anfangs gedacht, habe allerdings mehrfach gelesen, dass eine FSHD ausdrücklich NICHT mit Faszikulationen einhergeht. Ebenfalls sind soweit ich weiss Atophien an Hand und Unterarmen sowie Oberarmen nicht typisch. Die Atrophien in Gesicht und Schulter sowie Rücken und Fussheber würde es jedoch erklären.

              Gibt es andere Erkrankungen, die mittelbar das 2. Motoneuron angreifen ,aber das 1. intakt lassen und wesentlich langsamer voranschreiten als ALS/PMA? So etwas habe ich glaube ich auch mal bei einer Mito gelesen...
              Ein gelichtetes IFMuster hattest du Gott sei Dank wohl nicht.
              Deswegen hat man bei dir eine ALS zum jetzigen Zeitpunkt trotz deiner Synthome denke ich auch augeschlossen.
              Irgendwo habe ich gelesen das einw FSHD sehr wohl Muskelzucken verursachen kann.
              Vl. Irre ich mich aber auch.

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                #8
                Am ehesten Pompe oder eine FSHD neiner Meinung nach.
                Oder etwas Motoneuron Mässiges im Anfangsstadium.
                Versuch alle 6 Monate ein Kontrolle EMG zu bekommen.
                Bei mir war 1 mal ein EMG nicht ok. Dann 4 Jahre später über 2 Jahre lang alles ok und dann hatte ich 2017 wieder ein pathologische EmG mit gerichteten IF MUSTER.
                Ich denke, der Verlauf des EMG wird teilweisen überbewertet kann aber auch Aufschluss darüber geben, in welche Richtung eine Krankheit sich entwickeln könnte.
                Schaden wirds nicht..
                Tut mir leid für dich, das bei dir auch noch nichts behandelbares dabei raus gekommen ist.
                Wir brauchen alle viel, viel Geduld!

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                  #9
                  dass eine FSHD ausdrücklich NICHT mit Faszikulationen einhergeht. Ebenfalls sind soweit ich weiss Atophien an Hand und Unterarmen sowie Oberarmen nicht typisch.
                  Woher hast du denn das? Lass mich raten: aus deutsche Lehrbüchern?
                  Jedenfalls kann eine FSHD sehr wohl Faszis machen. Und auch Atrophien an Hand und Unterarmen können durchaus insb. bei bestimmten Unterformen vorkommen. Ebenfalls kann das EMG eher neurogen denn myopathisch ausfallen oder gemischt myopathisch-neurogen.
                  Eine MNE sehe ich hier insgesamt nicht.

                  Kommentar


                    #10
                    Zitat von pelztier86 Beitrag anzeigen
                    Woher hast du denn das? Lass mich raten: aus deutsche Lehrbüchern?
                    Jedenfalls kann eine FSHD sehr wohl Faszis machen. Und auch Atrophien an Hand und Unterarmen können durchaus insb. bei bestimmten Unterformen vorkommen. Ebenfalls kann das EMG eher neurogen denn myopathisch ausfallen oder gemischt myopathisch-neurogen.
                    Eine MNE sehe ich hier insgesamt nicht.
                    Genau, von dir kam schon mal die Info bei einem anderen Usern!

                    Kommentar


                      #11
                      Aus kup.at

                      Die FSHD ist die dritthäufigste Muskeldystrophie nach den
                      Dystrophinopathien und der myotonen Dystrophie. Die
                      Erkrankung beginnt meist in der Adoleszenz bzw. im frü-
                      hen Erwachsenenalter, bei 20–30 % beginnt die Erkran-
                      kung im Säuglingsalter mit schwerem Verlauf. Klinisch
                      kommt es zu einer Schwäche der mimischen Muskulatur,
                      die Patienten verlieren die Fähigkeit zu pfeifen oder an ei-
                      nem Strohhalm zu saugen. Zusätzlich tritt eine progre-
                      diente Schwäche im Schultergürtelbereich mit Pektoralis-
                      atrophie, typischer Horizontalstellung der Klavikulae und
                      einer Scapula alata auf. Typisch ist die asymmetrische Ver-
                      teilung der Muskelbeteiligung und die Aussparung der
                      extraokulären Muskulatur und der Pharynxmuskulatur
                      [77]. Bei manchen Patienten kommt es zu einer Schwäche
                      der distalen tibialen Muskulatur. Der primäre Genlocus
                      (FSHD1A), der für über 90 % der Fälle zutrifft, wurde auf
                      dem telomeren Abschnitt des langen Armes von Chromo-
                      som 4 positioniert. Bisher konnte kein Gen identifiziert
                      werden, aber Deletionen einer unterschiedlichen Zahl von
                      3,3 kb großen Kpn1- (D4Z4-) Wiederholungselementen
                      [78]. Die Anzahl der Kpn-1-Kopien bei Gesunden liegt
                      zwischen 11 und 150, bei FSHD-Patienten ist sie durch
                      Deletionen reduziert. Die Größe der Deletion korreliert
                      mit der Schwere der Erkrankung, sodaß bei kongenitalen
                      Fällen nur kleinste Fragmente vorliegen und bei spät be-
                      ginnenden, langsam verlaufenden Formen eine Kopien-
                      zahl zwischen 8 und 10 nachweisbar ist. Die Diagnose
                      ergibt sich in den meisten Fällen aus dem typischen klini-
                      schen Bild, Standardbluten, elektrophysiologischen Unter-
                      suchungen und dem Vorliegen eines autosomal dominan-
                      ten Erbganges und wird molekulargenetisch bestätigt. Wenn
                      das molekulargenetische Testergebnis negativ ausfällt, ist
                      die Muskelbiopsie zur weiteren Abklärung indiziert.
                      Andere Erkrankungen, die Symptome einer FSHD imitie-
                      ren können, sind mitochondriale Myopathien, Polymyosi-
                      tiden, Inclusion-body-Myositis, Saure Maltase-Defizienz,
                      kongenitale Myopathien und LGMD [77, 79].

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