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Tipps wie man mit einer Erkrankung umgeht

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    Tipps wie man mit einer Erkrankung umgeht

    Hallo Leute,

    vermutlich bekomme ich wenig hilfreiche Tipps, ich frage aber dennoch. Ich habe große Schwankungen in der Psyche, mal geht es mir total gut und ich fahre mit einem Freund und beriten Grinsen nach Italien, dann bekomme ich wieder Faszis und hab Selsbtmordgedanken, bin zwar nicht Deprie aber ich habe dennoch solche Gedanken.

    Jetzt wäre meine Frage, was kann man da machen? Mein Muskelschwund ist aktuell nur sehr wenig progressiv, vieles hat sich gebessert, aber es fuckt mich einfach immer ab, wenn ich nach Wochen wieder Faszis habe. Mit Sorge dich nicht lebe, und Meditation, habe ich gute Erfahrungen gemacht, auch Viktor Frankel aht mir etwas geholfen, aber so ganz bin ich noch nicht dort, wo ich hinkommen will.

    Ev ist es eine Illusion, dass ich trotzu Krankheit immer happy bin? Gitb zwar Leute die wirken immer happy, trotz Behinderung, aber das komtm oft künstlich rüber, so als ob sie nach Anerkennung streben.

    Was meint ihr? Wie geht ihr mit eurer Krankheit um?

    Grüße LF

    #2
    Immer "happy" ist kein Mensch, und "immer happy zu sein" sollte auch nicht der Anspruch an sich oder das Leben sein, auch wenn die moderne westliche Gesellschaft ein perfektes Leben immer voller Glück als ein normales, anzustrebendes Leben suggeriert.

    Außerdem sollte man bedenken, dass sich die social medias auch auf die Gruppe der chronisch Kranken auswirken. Man sollte vorsichtig damit sein alles, was man sieht, für bare Münze halten. Letztlich geht es meiner Erfahrung nach vielen, die sich in den social medias tummeln, mehr um Selbstdarstellung und -inszenierung als um etwas anderes. Die wirklich Schwerkranken, die das Beste aus ihrem Leben zu machen versuchen, finden sich häufig dort nicht.

    Letzten Endes ist nichts im Leben sicher außer der Tod. Der Tod und Behinderungen mit mehr oder weniger starken Einschränkungen auf den Alltag können auch bei einem scheinbar oder tatsächlich gesunden Menschen jederzeit eintreten.
    Insofern ist es immer das Beste, sein Leben auf den Moment, auf die Gegenwart zu konzentrieren, und in dem gegebenen Zustand das Beste aus dem Moment zu machen. Das gelingt natürlich nicht immer und ist je nach Ausprägung der Einschränkungen unterschiedlich schwer, aber es ist im Grunde alternativlos. Die Schwelle, ab der rein von der Physis her keine ausreichende mentale Kompensation mehr möglich ist, liegt viel höher, als sich die meisten Menschen vorstellen können, nämlich bei schweren chron. Schmerzen. Und ich glaube auch, dass die meisten Menschen (auch die, die von vorneherein über eine geringere Resilienz verfügen) bis zu diesem Punkt viel Kraft in sich entdecken können, wenn sie sich entsprechend "fordern" und an sich arbeiten.

    Kein Licht ohne Schatten, kein Ying ohne Yang, und ein irdisches Leben in immerwährendem "Glück" wäre absolut banal, sinnentleert und im Grunde auch befreit von echten Gefühlen (inklusive der Freude). Das, was letzten Endes über ein Leben hinweg zufrieden (und ich sage bewusst zufrieden und nicht: glücklich, weil das oft eine andere Konnotation hat) macht, ist nicht das, was man unter "Glück" versteht, sondern die Fähigkeit dem eigenen Leben trotz der eventuellen Widrigkeiten einen individuellen Sinn zu verleihen.

    Mir hat auch immer Camus Mythos vom Sisyphos gefallen...
    Zuletzt geändert von pelztier86; 11.04.2018, 02:52.

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      #3
      Danke PZT auf eine Antwort von dir habe ich gehofft. Ich stimmt dir da in vielem überein.

      Ich überlege eh mal für einige Monate nach China zu fliegen, um dort mit den Mönchen meditieren zu lernen. Ich denke das hilft besser wie jeder Psychiater. Ings habe ich die Erfahrung gemacht, dass Psychiater und Psychologen den Patienten fast nie helfen, die meisten gehen dennoch hin, für die Fürsorge.

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        #4
        hallo lf, du hast ein ziel .. willst ankommen, das ist schonmal gut. wenn du wirklich ankommen möchtest wirst du das auch, aber du musst es wollen, und .. manchmal dauert es einfach etwas länger und vieles geht nicht inerhalb einer bestimmten zeit. meditation ist sehr gut, aber ich würde mit der geführten meditation einsteigen, damit vermeidest du dass sich unerwünschte gedanken einschleichen. so wie pelztier das bereits geschrieben hat, niemand kann oder sollte immer happy sein, das ist auch nicht real. man kann eine krankheit annehmen, das macht sie zwar nicht weg, aber man ist entspannter und ruhiger, was sich wiederum positiv auf die psyche auswirkt. wie andere leute das machen ... damit umgehen, sollte dir egal sein, denn du musst deinen weg finden! das andere kostet dich nur unnötige kraft und energie ..
        gruß sandmann
        ach und noch was. steck dir reale ziele die du umsetzen kannst, alles was du nicht erreichst, wirft dich wieder ein stück zurück.

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          #5
          ich hab in meiner schlimmsten zeit am besten mit Biofeedback wieder die innere Ruhe gefunden. damit konnte ich die "depri"phase gut überwinden. Aber ups and downs gibt's halt auch immer wieder, das wirst du nicht vermeiden können. Wenn es mir schlecht geht, versuch ich mich halt möglichst gut mit dingen abzulenken, die mir spaß machen: also koch mir was leckeres, oder geh mit freunden los oder reagier mich soweit es grad zulässt mit Sport ab.
          LG Silke

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            #6
            Zitat von springmausi Beitrag anzeigen
            ich hab in meiner schlimmsten zeit am besten mit Biofeedback wieder die innere Ruhe gefunden. damit konnte ich die "depri"phase gut überwinden. Aber ups and downs gibt's halt auch immer wieder, das wirst du nicht vermeiden können. Wenn es mir schlecht geht, versuch ich mich halt möglichst gut mit dingen abzulenken, die mir spaß machen: also koch mir was leckeres, oder geh mit freunden los oder reagier mich soweit es grad zulässt mit Sport ab.
            Danke für den Tipp, weiß aber nicht ob das wirklich was für mich ist, ich werde mal schauen. Bei mir ist es so, dass ich merke - wenn ich große Ziele habe - dann gehts mir schlechtern, wenn es zB wieder Faszikuliert. Die alten Stoiker meinten ja, man darf keine zu großen Leidenschaften haben, damit es einem nicht so schwer fällt wenn man diese nicht mehr ausüben kann. Aber das ist auch nicht so meines, obwohl ich Seneca Fan bin.

            Naja. Also es ist eben so, wenn ich keine großen Ziele haben, dann gehts mir ganz gut, aber diese brennende Leidenschaft, die ich früher so liebte, ist weg. Dazu kommt, wenn ich länger Faszis habe, gewöhne ich mich daran und es stört mich nicht mehr, wenn sie weg gehen und dann wieder kommen, bin ich deprie. SSRIs und so helfen da nicht. Hängt damit zusammen, dass wir dauerhafte Einschränkungen mit der Zeit akzeptieren (siehe Viktor Frankel), aber wenn sie sporadisch kommen und gehen sieht das anders aus, man gewöhnt sie eben nicht.

            Darf mich aber nicht beklagen, gibt hier ja genug die ganz andere Probleme haben.

            Ev ist das auf und ab auch völlig ok und natürlich, aber es wäre schon nice wenn man wie ein Feld in der Brandung alles abhaben kann. Wobei dieses immerpositive, auf mich oft künstlich und aufgesetzt wirkt. Hmmm. Muss noch ein bisschen überlegen.

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