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Muskelschwäche, Schmerzen, wie komme ich zu einer Diagnose?

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    Muskelschwäche, Schmerzen, wie komme ich zu einer Diagnose?

    Hallo miteinander,

    nachdem es mir im Moment wieder einmal sehr schlecht geht habe ich mich hier registriert in der Hoffnung, eventuell ein paar hilfreiche Hinweise zu bekommen.
    Bitte entschuldigt dass es so lang geworden ist, aber ich wollte nichts wesentliches auslassen. Hab mich schon relativ kurz gefasst ...

    Ich bin weiblich, 49 Jahre alt, und habe seit Jahren eine langsam, aber deutlich fortschreitende Muskelschwäche und diverse Probleme.
    Die Hauptsymptome sind:

    • Muskelschwäche v.a. in Armen, Händen, Schultergürtel/Nacken, Oberschenkeln
    • Teilweise Taubheitsgefühle
    • Plötzlich einschießende stechende Schmerzen in Füßen und Händen
    • Ständig fallen mir Sachen aus den Händen, Feinmotorik gestört
    • Muskelschmerzen und Steifigkeit, vor allem nach Belastung
    • Starke Erschöpfung nach Tätigkeiten (tritt meist verzögert auf)
    • Hocken/knien kaum noch möglich, da sehr schmerzhaft, Treppensteigen fällt sehr schwer
    • Nach starker Be- bzw. Überlastung stellt sich am nächsten Tag eine erhebliche Verschlechterung ein, die Tage andauert
    • starkes Schwitzen bei geringster Anstrengung



    Als Kind war ich relativ sportlich. Außer, dass ich immer einen lang anhaltend knallroten Kopf nach einer Aktivität bzw. Sport hatte kann ich mich nicht an irgendwelche Probleme erinnern.
    Mit ca. Anfang 20 fiel mir dann das Fahrradfahren zunehmend schwer. Schon bei sehr kurzen Strecken taten mir die Oberschenkel weh, das ging auch durch regelmäßiges Fahren nicht weg.
    Ab dem Zeitraum (Anfang der 1990er) hatte ich bis 2005 einige operative Eingriffe und Gesundheitsprobleme (v. a. gynäkologisch bedingt).
    Von ca. 2002 bis 2005 machte ich immerhin noch 2-3 Tageswanderungen pro Monat, nach denen ich jedes Mal tagelange Schmerzen in den Oberschenkeln hatte die anders waren als das, was ich von früher als üblichen Muskelkater kannte. Heute sind mir gerade noch kurze Spaziergänge möglich, an manchen Tagen nicht mal mehr das.
    Ich kann allgemein nur noch schwer manuelle Arbeiten machen, was mich manchmal verzweifeln lässt, da ich alleine lebe und auch Spaß z.B. am kochen und Handwerken habe. Hartes Gemüse schneiden ist an manchen Tagen kaum noch möglich, aber es ist nunmal keiner da der das für mich erledigen könnte. Das ist sehr frustrierend.

    Durch die letzte große OP Anfang 2005 kam der endgültige Absturz, seitdem kam ich nicht mehr richtig auf die Beine. Chronische, extreme Erschöpfung und generelle Schwäche und Schmerzen im ganzen Körper.
    Nach jeder größeren Belastung kommt einen Tag später der Crash, wo überhaupt nichts mehr geht und ich nur noch liegen kann. Letztes Wochenende war es wieder einmal soweit: ich hatte i.d. letzten zwei Wochen verteilt über mehrere Tage Anstreicharbeiten ausgeführt, jeweils maximal eine Stunde, immer mit 1-2 Tagen Ruhe dazwischen. Trotz Pausen verschlechterte sich die Energie und Kraft immer weiter.
    Am Samstag wollte ich blöderweise wg. des guten Wetters unbedingt weitermachen und bin über meine Grenzen gegangen. Nachdem ich am Anfang gleich Probleme hatte hab ich mich gezwungen wenigstens das eine Stück noch fertig zu machen, und da lief es nach einer Weile doch relativ gut, und ich habe etwa 30-40 min. gearbeitet.
    Danach fühlte ich mich noch recht fit, doch am Sonntagmorgen beim aufwachen dann wieder die Hölle: Schmerzen im ganzen Körper, extreme Muskelschwäche, Schüttelfrost, dröhnender Kopf, eine Mischung wie aus einem alkoholbedingten Kater und als wäre ich verprügelt worden. Und das ist ganz typisch und tritt immer am Folgetag einer Überanstrengung auf.
    Seitdem schaffe ich wieder gar nichts. Heute früh habe ich mir die Haare gewaschen und der Tag ist schon wieder gelaufen. Selbst das Tippen an der Tastatur fällt mir schwer, weshalb ich das Schreiben auch nur portionsweise hinkriege.

    Seit Jahren renne ich von Arzt, zu Arzt, zu Arzt … aber komme kaum weiter.
    Mein Hausarzt nimmt mich immerhin ernst, aber von seiner Seite aus kommt so gut wie nichts mehr an weiteren Vorschlägen oder Ideen.
    Vor ein paar Jahren habe ich einige selber bezahlte Bluttests machen lassen, als Ergebnis kam raus, dass ich wohl einen anaeroben Stoffwechsel habe und meine Mitochondrien nicht volle Leistung erbringen. Immerhin schon mal ein Ansatzpunkt.
    Außerdem habe ich eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung mit Unterfunktion (Hashimoto), die allerdings von den Werten her inzwischen gut eingestellt ist. Nur die Muskelprobleme werden kontinuierlich schlimmer.
    Von der Radiologin wurde empfohlen mal nach weiteren autoimmunen Erkrankungen zu schauen, da bei einer AI-Erkrankung gerne noch weitere auftreten.

    Mein HA hatte mich deshalb zum Neurologen überwiesen, aber der nimmt mich nicht ernst, da laufe ich unter Psychosomatik. Meine Probleme mit den Armen/Händen werden auf die HWS geschoben, obwohl mir schon andere Ärzte sagten, dass dadurch nicht solche extremen oder symmetrische Probleme entstehen würden.
    Ist übrigens schon der zweite Neuro, auch bei der vorherigen lief alles nur auf Psyche hinaus.
    Dazu kommt noch, dass ich übergewichtig bin und auch deshalb schon oft gleich in eine Schublade (frustriert, fett, faul, gefräßig) gesteckt werde. Dass das Gewicht auch eine FOLGE dessen ist, dass ich mich nicht mehr bewegen kann (und nicht etwa nicht will!) kapiert irgendwie keiner. Wie gerne würde ich wieder wandern gehen oder Rad fahren, aber daran ist absolut nicht mehr zu denken.

    Nun, vielleicht reicht das für den Anfang ja mal. Meine Sorge ist halt, dass irgend etwas übersehen wird und ich unter Umständen noch größere Schäden anrichte, wenn ich mich z.B. zwinge mehr zu tun als ich eigtl. sollte …
    Ich kenne mich und meinen Körper gut, und ich spüre, dass irgend etwas physisch nicht in Ordnung ist. Nur was macht man, wenn einem Ärzte keine weiterführenden Untersuchungen anbieten, weil sie einem bereits einen Stempel aufgedrückt haben?

    Was mich beschäftigt ist auch diese massive Verschlechterung nach der letzten Operation. Das war ganz eindeutig, dass die alles erst so richtig schlimm gemacht hat.
    Wenn mit meinen Mitochondrien etwas nicht stimmt, könnte es dann nicht dazu passen, dass durch Narkose und Medikamente der Stoffwechsel massiv beeinträchtigt wurde und ein (wahrscheinlich) vorher bereits bestehendes Problem so extrem gemacht hat?

    Ich mach an der Stelle mal Schluss, ich würde mich freuen über Ideen und Gedanken zu dem Thema. Ich bin halt einfach ratlos, wie ich weiter vorgehen soll.
    Danke, wer bis hierhin gelesen hat!

    Viele Grüße,
    Puffin

    #2
    Wenn ich mal raten würde:
    Deine letzte OP war eine Ovarektomie?
    It's a terrible knowing what this world is about

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      #3
      Zitat von KlausB Beitrag anzeigen
      Wenn ich mal raten würde:
      Deine letzte OP war eine Ovarektomie?
      Nein, die war schon Jahre davor. Die letzte war wg. Spätfolgen aus den vorherigen OPs (Verwachsungen).

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        #4
        Alles klar ....

        Danke

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          #5
          Zitat von Puffin Beitrag anzeigen
          Vor ein paar Jahren habe ich einige selber bezahlte Bluttests machen lassen, als Ergebnis kam raus, dass ich wohl einen anaeroben Stoffwechsel habe und meine Mitochondrien nicht volle Leistung erbringen. Immerhin schon mal ein Ansatzpunkt.
          Hallo Puffin, wie kann man das in einem Test feststellen?

          Zitat von Puffin Beitrag anzeigen
          Außerdem habe ich eine autoimmune Schilddrüsenerkrankung mit Unterfunktion (Hashimoto), die allerdings von den Werten her inzwischen gut eingestellt ist. Nur die Muskelprobleme werden kontinuierlich schlimmer.
          Von der Radiologin wurde empfohlen mal nach weiteren autoimmunen Erkrankungen zu schauen, da bei einer AI-Erkrankung gerne noch weitere auftreten.
          Lass dich mal zu einem Endokrinologen überweisen.

          VG Angelika

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            #6
            Verwachsungen oder Endometriose?
            Wurde von einem Endokrinologen schon einmal Gesamt-Hormonstatus gemacht?
            It's a terrible knowing what this world is about

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              #7
              Hallo Angelika,

              im einzelnen weiß ich es jetzt nicht, aber es gibt einige Parameter die darauf hinweisen. Das war jedenfalls seine Erkenntnis damals, als die Ergebnisse da waren.

              Beim Endo war ich bereits, der hat das mit dem Hashimoto festgestellt, hormonell bin ich gut eingestellt, nicht nur schilddrüsenmäßig.

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                #8
                Wenn du schon beim Endo warst... das ist gut.

                Man brauch die Ärzte für die Diagnostik. Wenn sie dich nicht ernst nehmen, kannst nur du das ändern.
                Zuletzt geändert von Gast; 04.10.2018, 21:31.

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                  #9
                  Ja verstehe was Du meinst, und Du hast auch recht.
                  Aber ich war die letzten Jahre nicht inaktiv und habe nichts versucht, ganz im Gegenteil.

                  Diese Gewichtsfrage impliziert immer, dass das Gewicht an allem schuld ist und man als übergewichtiger Mensch gar keine ernsthafteren Probleme haben KANN. Denn man müsste ja nur paar Kilo abnehmen und schon ist man alle Symptome los.
                  Mit dem Argument hat mich mal ein Notdienst habender Arzt wieder weg geschickt als ich starke Schmerzen in der Nierengegend hatte. Am Abend lag ich im Krankenhaus - Diagnose Nierenstein.

                  Edit:
                  dass man mit Übergewicht z.B. Probleme beim Treppensteigen hat ist ja nicht ungewöhnlich. Aber wir reden hier nicht von 40- 50 kg zu viel, sondern 10. Was mir halt Gedanken macht sind die Probleme bei Alltagsverrichtungen und v.a. diese extreme Schwäche in den Händen, Armen und Schulterbereich. Das kann doch damit nichts zu tun haben, und da versteh ich eben nicht, dass das keiner ernst nimmt.
                  Zuletzt geändert von Puffin; 04.10.2018, 21:11.

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                    #10
                    Was mir bei deinem Beitrag fehlt: warst du schon einmal beim Neurologen und wenn ja, was war das Ergebnis davon? Wurdest du von irgendjemandem mal klinisch untersucht? Wenn ja, wurde die Schwäche objektiviert? Hast du einen Muskelschwund bemerkt?
                    Theoretisch könnte es sich auch um eine Kanalopathie handeln.
                    Diese Selbstzahler-Untersuchungen hinsichtlich der Mitochondrienfunktion sind selten richtungsweisend und eine richtige Mitochondriopathie wird damit ohnehin nicht diagnostiziert; eine sekundäre Mitochondriendysfunktion findet sich bei ganz vielen Prozessen.

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                      #11
                      Ach je, dann kennt ihr das Thema auch ... Hab meinen vorigen Beitrag editiert, weiß nicht ob Du das noch gelesen hast.

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                        #12
                        Und ist es wirklich eine Schwäche oder eher einer Steifheit? Beides kann sich mitunter ähnlich im Sinne der Einschränkungen auswirken.

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                          #13
                          Hallo Pelztier,

                          beim Neurologen war ich schon. Da wurden Reflexe getestet, die waren in Ordnung und somit gab es keine weiteren Untersuchungen....

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                            #14
                            Wie? Da können doch nicht nur Reflexe getestet worden sein?
                            Zumindest ein paar Krafttests (Gegenhalten), Funktionstest (Aufstehen aus der Hocke...) müssten doch gemacht worden sein?

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                              #15
                              Hallo Puffin,

                              ich kann dir sehr gut nachempfinden, wie es dir geht! Auch dass du nicht ernst genommen wirst und alles auf die Psyche geschoben wird, das kenne ich selber nur zu gut. Ist doch klar, dass einem so eine Symptomatik auf die Psyche schlägt!

                              als ich was von Mitochondrien gelesen habe, ist mir eingefallen, dass ich hier mal irgendwas gelesen habe von Mitochondrialer Myopathie. Habe das eben nochmal nachgelesen. Vielleicht könnte das auf dich zutreffen? Ist auch nur so eine Vermutung, vielleicht hilft es dir weiter? Vielleicht gehst du nochmal zu einem dritten Neurologen oder guckst mal welcher Arzt für Mitochondriale Myopathie zuständig ist.

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