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Mobilität, Rollstuhl

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    Mobilität, Rollstuhl

    Hallo zusammen,

    meine Mutter hat ja eine PLS mit eher langsamem Verlauf. Sie kann am Rollator durch die Wohnung gehen, aber draußen eigentlich kaum noch. Sie klagt sehr oft, dass sie nicht raus kann und wäre da gerne selbstständiger. Nun ist die Auswahl des richtigen Rollstuhls schwierig...

    "Schwerer" elektrischer Rollstuhl: Hier hatte sie nun schon einen auf Probe, ein zweiter kommt bald. Aber diese 100-kg-Monster passen nicht ins Auto. Was aber gut ist, sie kann damit in ihrem Heimatort auch mal alleine einkaufen fahren oder "spazierenfahren", also ganz selbstständig unterwegs sein. Mein Stiefvater schaut nach einem neuen Auto, aber sie stört, dass sie dann ja immer abhängig von ihm ist, also wir könnten sie nicht mitnehmen usw.

    Leichter elektrischer Rollstuhl wie zum Beispiel e-flex oder Moving Star: Sie hätte gerne so einen. Das Sanitätshaus Nummer eins hat den nicht und ich weiß auch nicht, wenn man so einen hat, wird der bald nicht mehr reichen und man muss im weiteren Verlauf einen schweren bekommen? Zahlt die Krankenkasse dann einen Wechsel? Die Rollstühle werden ihr von der Krankenkasse "geliehen".

    Ja und dann als Ergänzung wünscht sie sich ein Seniorenmobil. Also wie ein Roller nur mit seitlichen Stützen und sie bittet uns, ihr so einen zu kaufen. Ich bin da nicht sooo angetan von, ich finde es irgendwie gefährlich. Sie meint, sie könnte dann auch auf dem Radweg am Fluss entlangdüsen... Aber das könnte sie ja mit dem schweren Rollstuhl auch?

    Meine Idee wäre, der elektrische Rollstühl von der Kasse plus ein gebrauchter leichterer Rollstuhl für mehr Flexibilität.

    Gibt es zu dem Thema Erfahrungen und Hilfe bei der Entscheidungsfindung? Kann man allen Rollstühlen auch auf Forstwegen fahren?

    #2
    Kannst du mit Hilfe der Suchfunktion Beiträge aus der Vergangenheit suchen? Z.B.

    https://www.dgm-forum.org/forum/foru...ktro-rollstuhl 04.05.2020, 17:49
    Beitrag von mir z.B.: 11.05.2020, 16:42

    Rechtzeitig mit dem Thema Elektro-Rollstuhl beschäftigen ist empfehlenswert. Nicht zu "klein" anfangen aber die Kassen lassen meist nicht zu, wenn man zu "weit voraus plant".
    Mein Männe hatte zu Beginn einen "Aktivrollstuhl von O. Bock mit dem E-Fix-Antrieb von Alber". Faltbar, zerlegbar, klein, leicht - aber kaum verstellbar (z.B. Rückenlehne kippen, etc.)
    Bedauerlicherweise, war dieser nicht sehr lange nutzbar nur ca. 6 Monate und dieser war wegen Krankheitsfortschrift zum Ende schon sehr ungenügend, unbequem etc.
    Gleich nach dem Ausliefern des Aktivrollstuhls befassten wir uns mit dem Elektro-Rollstuhl.
    Von Bestellung bis Auslieferung dauerte es fast 6 Monate..............


    Also:
    Der neue PKW für deine Mutter z.B. Caddy-Maxi behindertengerecht umgebaut: Da passen sowohl ein "kleiner Klapprolli mit E-Fix" als auch ein großer E-Rolli hinten rein.
    Der PKW sollte auf den Namen deiner Mutter zugelassen werden (geringere KFZ-Steuern).

    Es kann aber auch gleich ein ganz großer Wagen wie "Transit" angeschafft werden. Unser Bekannter konnte bei seinem Wagen sogar mit dem Permobil auf der Beifahrerseite "angedockt" werden. Während beim umgebauten Caddy-Maxi der Betroffene hinten mitfahren muss.

    Wenn deine Mutter auch mit Euch mit dem PKW weg fahren will, so könntet Ihr diesen PKW nehmen und der Vater bekommt in dieser Zeit Euren Privat-PKW zur Verfügung. Ihr müsst die Mutter ohnehin dort abholen (vermute ich).

    Der Aktivrollstuhl den wir hatten, war zerlegbar / klappbar und somit auch im Kofferraum eines jeden PKW transportierbar.
    Einen "Schieberolli" ohne E-Fix würde ich nicht akzeptieren. Da fehlt die Möglichkeit, dass deine Mutter selbständig durch die Gegend fahren kann. Und man muss auch beachten, dass es schwierig bzw. unmöglich sein wird z.B. einen Hügel hochzufahren.
    Wenn ein Aktivrollstuhl / Klapprollstuhl einen E-Fix-Antrieb hat, so kann man jederzeit diesen abnehmen und den Rolli mit den normalen Rädern versehen. Mit dem E-Fix kann man diese Rollis auch schieben.

    Wir hatten uns sowohl den Aktivrollstuhl als auch den großen E-Rolli selbst ausgesucht und vorab ausführlich getestet - entsprechend mit ausführlicher Verordnung bei der Krankenkasse beantragt und alles obwohl "Neukauf" genehmigt bekommen. (Aber dies ist bei jeder Krankenkasse anders - bei uns war es die TK).

    Seniorenmobil: Dies kann ein Problem werden, z.B. im Falle von Versicherung (obwohl ich nicht weiß, wie soetwas versichert wird im Straßenverkehr), aber auch die allgemeine Sicherheit für die Mutter und andere "Verkehrsteilnehmer".

    Übrigens: Unsere Sanitätshäuser hatten auch dies alles nicht "auf Lager". Die hatten dann alles neu von den Herstellern geordert, nachdem wir die passenden Verordnungen dort abgaben.

    Aber bei den großen E-Rollis sollte man unbedingt ein sehr versiertes Sanitätshaus auswählen. Die Hersteller helfen auch gerne bei dieser Auswahl. Die kennen schon ihre Sanitätshaus-"Kunden".

    PS: Genug Krankenkassen holen gerne diese technischen Hilfsmittel von ihren Lagern - also gebrauchte Ware. Dies ist nicht per se schlecht, aber oft genug ist es einfach nicht das Hilfsmittel was exakt auf die Bedürfnisse des Betroffenen abgestellt ist. Dann müssen diese Hilfsmittel meist auch noch umgerüstet werden (kostet Zeit und Nerv).
    Zuletzt geändert von Skyline; 24.02.2021, 11:26.

    Kommentar


      #3
      Zu den E-Rollis eine Ergänzung betr. "Sanitätshaus Wahll" :

      Aber bei den großen E-Rollis sollte man unbedingt ein sehr versiertes Sanitätshaus auswählen....

      also dann, wenn es ein "Neukauf" wird - weil an solchen E-Rollis auch Reparaturen / Umbauten / Ausbauten anfallen. Dies können nur versierte Sanitätshäuser gut bewerkstelligen.

      Unser Etac z.B. wurde mittels Tablet und speziellem EDV-Programm vom Hersteller softwaremäßig eingestellt (das Tablet wurde an das Steuerpult des Rollis angedockt - es konnten Fehler ausgelesen werden - und Einstellung vorgenommen z.B. wie weit "senkrecht" geht die Aufstellfunktion, Fahrhöchstgeschwindigkeit...).
      Dies weil dieser Rolli mehrere Motoren hat - nicht nur zur Fortbewegung - sondern für z.B. Verstellung per Joystick von Rückenlehne, Sitz, Fußrasten, Kantelung, Aufstehmotor, Liegen usw.
      und natürlich die reine "Hardware" des E-Rollis sollte der Mitarbeiter des Sanitätshauses beherrschen.

      Für unseren Etac war nur 1 Mitarbeiter eines großen Sanitätshauses (mit etlichen Filialen) der Fachmann. Und wehe dieser war erkrankt....andere Kollegen waren nicht versiert.
      Wir hätten sonst immer auf den Hersteller-Fachman warten müssen, oder was noch schlimmer ist, der E-Rolli wäre zum Hersteller gesandt worden. Unser Hersteller hatte seinen Sitz in Schweden oder Norwegen (zwar in der BRD einen Vertrieb - aber keine Reparaturabteilung).

      In der Zeit, die unser E-Rolli zur Reparatur außer Funktion war, bekamen wir immer einen sog. Standard-Pflege-Rollstuhl - nicht viel auf meinen Mann eingestellt - aus dem Lager des Sanitätshauses (weil die Krankenkasse scheinbar nix anderes finanzieren wollte) nur zum Schieben. Diese "Dinger" waren für meinen Mann hochgradig unbequem bis hin zu quälend. Also - wenn dann der E-Rolli noch für viele Wochen im Ausland zur Reparatur wäre, könnte man sich dies Desaster vorstellen.

      Was kann mit einem solchen E-Rolli an Fehler passieren hier Beispiel:
      Mein Mann ging in die sog. "Kantelung" damit er wieder weiter hinter auf der Sitzfläche rutscht, oder auch zwecks Druckentlastung des Popos. Dann etlichen Minuten will er wieder in die normale Position vor.
      Plötzlich funktioniert aber diese Motorfunktion nicht mehr und er bleibt in starker Kantelung stehen.
      Ein-/Ausschalten änderte daran nichts. Ein spezieller Tastencode hilft womöglich auch nichts (laut tel. Instruktion aus dem Sanitätshaus).
      Schlimm wurde es dann, als mein Mann auch den E-Rolli in die Hubfunktion gefahren hatte. Wie soll ich meinen Mann alleine oder mit Krankenpflegerin aus dem hochgefahrenen, gekantelten Sitz herausbekommen.

      Trotz vorkommender technischer Probleme, waren wir sehr froh diesen E-Rolli über die TK erhalten zu haben.

      Manche Krankenkassen würden auch "eigene" Mitarbeiter zur Reparatur senden - diese eignen sich aber meist nicht wirklich, denn aufgrund der Fülle an verschiedenen E-Rollis welche diese betreuen müssen, können diese nicht Fachleute für nur 1 spezielles (kompliziertes) E-Rolli Modell sein.

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