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elektrischer Aufricht-Rollstuhl und die Glanzleistung der Krankenkasse

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    elektrischer Aufricht-Rollstuhl und die Glanzleistung der Krankenkasse

    aufgrund des Fortschreitens der Krankheit brauche ich seit Jahren einen elektrischen Aufrichtrollstuhl um halbwegs im Alltag klar zu kommen:
    das fängt morgens beim Frühstück an ... - ich muss vor dem Esstisch "hochfahren", um mich überhaupt nach vorne beugen zu können ... - folglich: ohne Aufricht-Funktion kein selbständiges Essen
    genauso beim Trinken, da ich Tassen und Gläser aufgrund meiner zunehmenden Ataxie möglichst wenig anfassen sollte, um nicht den Inhalt über den Tisch zu verteilen
    das nächste Problem stellt alles dar, was nicht in unmittelbarer Reichweite steht: bei allem, bei dem ich mich auch nur leicht vorbeugen muss, muss ich erst ein Stück "hochfahen", um es zu erreichen ... - und wenn man auf eine derartige Funktion angewiesen ist fällt einem wahrscheinlich erst auf wie oft man sie braucht ...
    weiter geht´s beim Zähneputzen ...: um mich über das Waschbecken beugen zu können, muss ich vor dem Waschbecken "hochfahren"
    das nächste Problem habe ich beim "pippinieren" (urinieren): damit die Hose überhaupt runterkrige muss ich ein Stück "hochfahren", um mich hochstützen zu können und die Hose ein Stück runterzuziehen ... - damit der Urin in die Urinflasche läuft (und nicht zurück in meinen Schoß ...) ist die Aufricht-Funktion auch durchaus hilfreich
    als nächstes will man ja vielleicht mal was aus dem Kühlschrank nehmen: ohne Aufricht-Funktion gar nicht dran zu denken, da ich mich da wieder vorbeugen muss ...
    davon das man hin und wieder auch was trinken sollte, rede ich schon gar nicht ...
    als nächstes kommt das Mittagessen: ich muss wieder vor dem Esstisch "hochfahren", um halbwegs vernünftig essen zu können
    nach dem Essen putze ich immer die Zähne ... - s.o. (ich will mich ja nicht unnötig wiederholen ... - lächel)
    und dann muss man ja auch schon mal zur Toilette: 1. Problem: Hose runterkriege - siehe vorher ... - jetzt noch etwas mehr aber das Problem ist wie bereits geschildert ... - dazu kommt dass ich jetzt vor der Toilette recht stark "hochfahren" muss, um mich rüberziehhen zu können
    das Trinken fällt natürlich auch wie beschrieben an ... - und in der Folge auch wieder "pippinieren"
    das Problem mit der Erreichbarkeit von Dingen ändert sich im Tagesblauf natürlich auch nicht zum positiven hin ... - im Gegenteil ... - im Tagesverlauf baue ich nach und nach ab ... - was bedeutet dass die beschiebenen Probleme sukzessive zunehmen ...
    die nächsten Probleme sind eigentlich Wiederholungen: Abendessen, trinken, "pippinieren", Zähneputzen usw.
    das nächste neue Problem ist das ins-Bett-bringen:
    wie Sie ja schon wissen bin ich kein ganz kleiner Mensch ... - und wie Sie wahrscheinlich vermuten auch kein ganz leichter ...
    damit das trotzdem mit dem ins-Bett-bringen funktioniert, muss ich neben dem Bett bis in den Stand "hochfahren" und der Pflegedienst dreht mich dann so, dass ich mich auf die Bettkante setze ... - danach wird der Rolli wieder in seine Ausgangslage gebracht und weggestellt ... - dann können die Beine ins Bett gelegt werden und sowohl für mich als auch für den Rolli ist der Tag vorbei ... - und wir kommen zu der angedeuten "Glanzleistung" der Krankenkasse ...
    Es dürfte deutlich geworden sein, dass der Rollstuhl bei mir extrem im Dauereinsatz ist ... - aber dazu kommen noch 3-5 Stunden tägliches Training ...-
    Mein erster Rollstuhl dieser Art war ein "Levo" - er hat zwar insgesamt auch nur rund 5 Jahre gehalten, aber angesichts der Dauerbelastung und der Tatsache, dass ich in diesen 5 Jahren fast keine Probleme hatte ... -
    auf jeden Fall war "Levo" der Krankenkasse zu teuer und der nächste Rollstuhl war ein "Lifestand" ... - mag ja sein dass der "Lifestand" In der Anschaffung günstiger war, aber dafür war er gefühlt jedes halbe Jahr kaputt ... - und nicht mal eben 2-3 Tage sondern direkt 4-6 Wochen - und die Krönung war, als ich wiederholt nachgefragt habe, ist mir tatssächlich gesagt worden "Wenn Sie uns jetzt großartig auf die Nerven gehen, ziehen wir die Inventur vor und dann wartenn Sie noch 6 Wochen ..."
    der nächste Rolli sollte scheinbar noch billiger werden ... - nachdem ich aber ein Mal beim Stehen mit dem "Permobil" umgekippt bin haben se scheinbar eingesehen, dass das so keinen Sinn hat und haben den "Permobil" durch einen "Meyra" ersetzt ... - selbstverständlich nicht ohne den "Meyra" auf "Permobil-Niveau abzuspecken" ... - jetzt habe ich zwar einen standfesten Rollstuhl ... - aber auch einen der noch öfter als der Lifestand kaputt ist ... - na gut, man muss das positiv sehen: die Reparaturen dauern i.d.R. "nur" vier Wochen ...-
    Was ich aber nicht verstehe: laut www.lebenshilfe.de muss sich die Krankenkasse um einen geeigneten Ersatzrollstuhl kümmern ... - aber weder die noch das Sanitätshaus tun das ... - und kommen damit durch ... - soweit zu den Rechten Behinderter ...
    Zuletzt geändert von Meiki; 21.02.2013, 20:00.
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