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Studieren bei Hilfsbedürftigkeit

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    Studieren bei Hilfsbedürftigkeit

    Hallo,
    ich habe hier zwar noch nichts derartiges gefunden, hoffe aber trotzdem, den ein oder anderen nützlichen tipp zu erhalten.

    ich bin 19 Jahre, an Muskeldystrophie Duchenne erkrankt und habe grade meine schriftlichen Abiturprüfungen hinter mir. Nun steht die Wahl eines Studienplatzes an und ich konnte mich u.a. wegen des Abi-Stresses bis jetzt nicht dazu überwinden, etwas größeres in der Richtung zu unternehmen, da dies in meiner Situation nicht zu den kleinsten Herrausforderungen zählt.

    Zunächst zum aktuellen Stand meiner Krankheit: ich bin für mein Alter noch recht mobil, kann mich tagsüber noch selbst im Schiebe-Rolli relativ gut bewegen, für längere Strecken hat es in der Schule noch geklappt, dass ich mich schieben lasse, sonst muss halt auf den elektrischen umgestiegen werden. Auch sonst brauche ich tagsüber relativ wenig Hilfe, oder dies kann von Freunden oder gar Fremden übernommen werden. Beim Stuhlgang, und der Körperpflege benötige ich allerdings Hilfe. Außerdem brauche ich nachts oft Hilfe, um mich im Bett zu wenden, wo meines Erachtens das größte Problem bei der Pflege/Betreuung vorliegt.

    Zum Studium: Ich beabsichtige Informatik zu studieren, wobei bei der Art des Studiengangs noch Ungewissheit liegt, auch da ich meine Möglichkeiten erst abklären muss. Dabei ist die Frage, inwieweit ich in anderen Städten neben dem Studium alleine leben kann, oder ob ich lediglich die Möglichkeit habe, mich in an den Unis der nahen Städten Frankfurt und Gießen oder an der hiesigen FH einzuschreiben.

    Hatt jemand Erfahrungen oder Wissen dazu?
    D.h. konkret, wie es mit Wohnen inkl. täglichem Leben(Essen, Waschen, etc.) und Pflege in den Uni-Städten sowie der Finanzierung des ganzen aussieht?
    Auch der Transport, d.h. Fahrdienste etc. sind ein wichtiges Thema. (Aktuell wird ein Fahrdienst von und zur Schule vom Sozialamt im Rahmen des Rechts auf Bildung gezahlt.)
    Rolli-Rallye Marburg-Marseille
    <http://marburg-marseille.eu>

    #2
    Hallo Martin,
    ich studiere in Tübingen. Es ist eine tolle Stadt, super Ambiente; das gefällt jedem. Informatik wird hier auch angeboten. Bei uns am Psychologischen Institut gibt es auch einen Rollstuhlfahrer, der auf Hilfe jeglicher Art angewiesen ist, er hat immer einen Betreuer dabei; er ist zusätzlich blind. Ich versuche mal, mit dem in Kontakt zu treten. Ich schätze, das geht aber erst nach Ostern, da ich nicht weiss, ob ich morgen noch dazukomme, da ich zum Arzt an der Uni-Klinik muss und das dauert immer ewig.
    Hei, finde ich klasse, dass Du Informatik studieren möchtest....nimm's in Angriff, es ist eine super Wahl.
    Grüßle Ulrike

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      #3
      Hallo Martin,

      eigentlich haben die Universitäten immer ein Behindertenreferat, oder: sie sollten es haben. Es macht jetzt, glaube ich, wenig Sinn, wenn ich Dir von Oldenburg schreibe. Wahrscheinlich willst Du gar nicht so weit in den Norden, oder doch lieber Bremen oder Hamburg. Vielleicht ist die Sache einfacher anzugehen, wenn Du dich fragst, wohin Du gerne möchtest, um dann dort mit dem Behindertenreferat der Uni Kontakt aufzunehmen. Die wissen dann schon eine ganze Menge über die Möglichkeiten in der Stadt, Finanzierung usw.

      Liebe Grüße
      Guido

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        #4
        Ich denke mal die Stadt selber ist das geringste Problem, dass sich (fast) überall irgendwie lösen lassen dürfte.

        Die Frage ist mehr, wo ich wohnen kann und wie ich dort Hilfe und Pflege erhalte. Ein anderer Student mit Muskelkrankheit hat mir das Konrad-Biesalski-Haus in Marburg empfohlen, wo ich mich jetzt erkundigen werde. Weiß jemand ähnliche Einrichtungen?

        Nicht desto trotz würde mich allgemein interessieren, ob es möglich ist, in einer eigenen Wohnung oder Zimmer zu leben und dort die nötige Betreuung - v.a. nachts - zu erhalten.
        Rolli-Rallye Marburg-Marseille
        <http://marburg-marseille.eu>

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          #5
          Lieber Martin,

          ich arbeite an der Uni in Bochum. Informatik als Studiengang wird hier angeboten. Hier gibt es ein Studentenwohnheim, das auf die Belange Behinderter ausgerichtet ist. Als ich dort noch wohnte, gab es dort nachts Zivis, die sich um diejenigen kümmerten, die Hilfe brauchten. Allerdings weiß ich nicht, ob es diesen Service jetzt noch gibt (es werden ja ständig Einsparungen vorgenommen). Hier an der Uni gibt es auch eine extra Service-Stelle für behinderte Studierende. Die Leute dort sind sehr gut informiert, da sie teilweise selbst betroffen sind. Die können dir bestimmt viele wertvolle Tipps geben, nicht nur für das Studium in Bochum, sondern auch zu anderen Unis sowie zur Bewältigung der im Alltag auftretenden Probleme. Hier der link zur Service-Stelle: http://www.akafoe.de/behindertenbera...x-lang-de.html
          Liebe Grüße,
          Sabine

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