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Wer hat Erfahrungen mit Narkosen bei MELAS ?

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    #16
    Hallo zusammen,

    ich will die Fragen beantworten, wobei ich manchmal weiter ausholen muss:
    Ich weiß, dass die Muskelbiopsie nicht immer nötig ist. Es kommt auf den Gendefekt an. Bei manchen geht es ohne diese Biopsie, andere können nur mit der Biopsie gefunden werden - so wurde es mir gesagt.
    Dieser Gendefekt, den im og. Link diese Frau mit MELAS und der Hirnvenenthrombose hat, der wurde offenbar aber im Muskel untersucht und den sollte ich, falls man im Blut nichts findet, wohl untersuchen lassen.

    Und stroke-like episdes: darunter versteht man meines Wissens nach Symptome wie bei einem Schlaganfall, also plötzliche Hemiparese, Dysfunktion des Hör- und Sehnervs, Sprachprobleme...das Ganze kann natürlich auch in einer harmloseren Form, als im Sinne eines TIA, auftreten.
    Daneben sind oft Migräne, Epilepsie, Erbrechen bei MELAS zu finden.
    Ich habe diese Fundstelle gelesen:

    Kennzeichnend sind plötzlich auftretende Halbseitenlähmungen, die einem Schlaganfall entsprechen („stroke-like episodes“), wobei sich die mit Kopfschmerzen und Erbrechen einhergehenden Symptome progredient innerhalb von einigen Tagen entwickeln und reversibel sein können;

    Was mir darin auffällt ist, dass sich die Symptome innerhalb von einigen Tagen entwickeln, d. h. sie nicht alle sofort und gleichzeitig auftreten. Der Begriff "Episode" sagt dies eigentlich auch aus.


    Ich hatte sicher keine Lähmungen im eigentlichen Sinne, sondern es waren halbseitige Taubheitsgefühle. Ich konnte Arm und Bein bewegen, doch spürte ich beides nicht mehr richtig. Auf dieser Körperseite ist bei mir auch die Tibialis-SEP pathologisch.
    Im Gehirn ist die verschlossene Sinusvene auf der anderen Seite.
    Hätte ich die Beschwerden in heftigster Form bekommen, könnte ich hier sicher nicht mehr im Forum schreiben ...

    Was mir in dieser o.g. Fundstelle auffällt und was sich mit meinen Beschwerden deckt, ist eben die Entwicklung innerhalb von einigen Tagen.
    Ich hatte am 1. Tag Schwindel und halbseitige extreme Kopfschmerzen, dann kam die Übelkeit (2. und 3. Tag) und die Kopfschmerzen waren wieder weg und ebenso nahmen die Gleichgewichtsprobleme, die ich eh schon habe, zu. Die halbseitigen Gefühlsstörungen kamen am 4. Tag nach Beginn. Wann der Nystagmus anfing, kann ich nicht sagen. Er wurde zumindest 2 Tage nach Beginn festgestellt von einem Arzt. Ca. am 5. Tag nach Beginn wurde er aber so stark, dass ich das Display meines Apnoegerätes nicht mehr lesen konnte, weil die Augen richtig hin- und herwackelten.
    Die Cheyne-Stokes-Atmung hatte ich erst ca. 3 Wochen später nachts. Da ich ein Beatmungsgerät habe, konnte ich diese in der Auswertung der Daten morgens sehen. Ab diesem Tag wurden dann die halbseitigen Gefühlsstörungen wieder ganz stark, stärker als sie am 3. Tag und danach waren.
    Dann hatte ich noch einige Tage nach der Cheyne-Stokes-Atmung eine Fallneigung, die aber auch nur den einen Tag bestanden hatte.
    Während der ganzen Zeit und auch heute teils noch hatte ich Kribbeln im Hinterkopf, dort wo die verschlossene Sinusvene liegen müsste. Das Kribbeln wird bei Kraftanstrengung stärker.

    Also die Symptomatik zog sich über einige Wochen hin und schwächte sich dann langsam ab. Dabei waren nicht immer alle Beschwerden gleichzeitig vorhanden.
    Ich merke auch heute immer wieder Taubheitsgefühle und ich meine, dass ich mehr Schwindel und Gangunsicherheit seither habe.
    Vielleicht wäre der Verlauf der Beschwerden anders (günstiger) gewesen, wenn man mir gleich Blutverdünnungsmittel wie Heparin oder Marcumar gegeben hätte. Da ich aber noch eine Blutungskrankheit (von Willebrand) in ganz leichter Form habe, traut sich keiner so richtig mir das zu verordnen. obwohl ich sogar bereit wäre, zu unterschreiben, dass ich die volle Verantwortung habe, wenn es schiefgeht.

    Was Epilepsie angeht:
    Ich wurde früher wiederholt nach durchgeführten EEG´s gefragt, ob ich schon epileptische Anfälle hatte. Denn ich muss im EEG entsprechende Hinweise haben.
    Auch habe ich morgens im Bett, insbesondere in der Zeit, wo ich diese oben genannten neurologischen Störungen hatte, immer wieder bemerkt, dass ich für ein paar Sekunden "weggetreten" war. Ich weiß nicht, ob das nun kleine Ohnmachtsanfälle waren oder ob so etwas auf Epilepsie hinweisen kann oder ob das evtl. auch normal sein kann.
    Epilepsie gibt es ja in sehr unterschiedlichen Varianten.

    Schlaganfallähnliche Episoden müssen nicht gleich so heftig verlaufen, dass man bleibende Schäden hat. Sie können aber sich immer mehr steigern und irgendwann hat man dann wohl auch bleibende Schädigungen.
    Wenn man zu MELAS nachliest, wird immer geschrieben, dass die Symptome sehr variabel sein können und es MELAS auch mit nur einem Symptom geben könne. D. h. es gibt da nichts, was es nicht gibt.

    Meine Mutter und ihre Schwester, bei denen man ebenfalls die mitochondriale Krankheit vermutet, weil beide an einer Ptosis operiert wurden, hatten beide "kleine" Schlaganfälle.
    Beide sind kleinwüchsig (nicht mehr als ca. 150 cm groß), was auch bei MELAS oft genannt wird, meine Mutter hat einen latenten Diabetes, ist dement. Meine Tante hatte eine Makuladegeneration, was bei MELAS auch vorkommen könne und sie drohte zu Erblinden.
    Meine Mutter hat darüber hinaus, enorme Augenbewegungsstörungen und Doppelbilder.
    Auch ich habe abends vorm Fernseher schon manchmal doppelt gesehen, d. h. wenn ich sehr müde bin. Und bei den Augenbewegungsstörungen bin ich auch gut dabei.
    Da ich auch eine beginnende Schwerhörigkeit habe bei auffälligen AEP´s, dazu eine Schwäche der Hüftmuskulatur (wird in obiger Fundstelle genannt), dazu diese relativ hohen Laktatwerte in einer Phase, wo ich mich nicht belastet hatte und ich immer mehr vergesslich werde (meine Mutter ist dement...,) sehe ich eben noch weitere Hinweise auf MELAS.
    Auch mit einem Diabetes muss ich wohl rechnen, denn meine Werte entwickeln sich in diese Richtung.

    Dass CPEO bei mir vorliegen kann, davon gehen mehrere Ärzte aus:
    Mind. 3 Augenärzte, mind. 3 Neurologen (teils Neurologen mit Erfahrungen mit mitochondrialen Krankheiten). Aber CPEO ist nur wegen dieser Verdachtsdiagnose bei meiner Mutter durch die Augenklinik in Verdacht. Ich nehme mal an, dass die Augenklinik bei derartigen Problemen immer die Verdachtsdiagnose CPEO nennt.
    Korrekter wäre vielleicht:
    Verdacht auf eine mitochondriale Krankheit, evtl. CPEO,
    um damit auszudrücken, dass es nicht zwingend CPEO sein muss.
    Es könnte wegen der Augenprobleme jede andere mitochondriale Krankheit auch vorliegen, denn die Augenprobleme sind meines Wissens bei allen mitochondrialen Krankheiten ein mögliches Symptom.
    D. h. ob meine Mutter nun CPEO oder nicht doch MELAS hat, ist damit nicht geklärt. Sie wurde neurologisch auch nicht sonderlich untersucht, denn für sie ist, egal was es nun genau ist, die Diagnose nicht mehr entscheidend.
    Leider haben sich die Ärzte wegen der Verdachtsdiagnose bei meiner Mutter bei mir nur auf CPEO konzentriert und MELAS gar nicht erst in Erwägung gezogen.
    Genauso wenig hat einen der Ärzte interessiert, dass ich wiederholt einen Mangel an Coenzym Q10 hatte, den ich den Ärzten öfters genannt habe
    <= Es gibt diese Coenzym-Q10-Defizienz, die in den Leitlinien als eigenständige mitochondriale Krankheit auch genannt ist und die auch zu Augenproblemen führen kann.


    Hm, vielleicht würde es helfen, wenn du mal hier eine Liste mit deinen Symptomen einstellst, und welche davon schon klinisch bestätigt wurden, und welche nicht. (Letzteres muss wie gesagt nichts heißen bei der Qualität vieler Neurologen, aber das wäre einfach zur besseren Einschätzbarkeit der Situation).
    Also z.b.
    Ataxie (bestätigt, nicht bestätigt)
    Sinusvenenthrombose

    Das mit dem "klinisch Bestätigen" ist so eine Sache.
    Z. B. bei meiner Gangstörung:
    Die einen Neurologen sagen, es ist auch eine Ataxie, die anderen sagen nur, mein Gangbild sei "unsicher".
    Der eine Neurologe hat bei mir keine Augenbewegungsstörungen sehen wollen, alle anderen Neurologen und vor allem alle Augenärzte hingegen schon.
    Vielleicht liegt das auch zum Teil daran, dass je nach Müdigkeit die Beschwerden zunehmen und diese dann nicht immer im vollen Umfang zu erkennen sind? Ich merke z. B. dass mir abends die Augenlider so tief hängen, dass ich beim Fernsehen meine Wimpern sehen kann. Morgens hingegen ist das weniger.
    Und ich merke auch oft selbst, dass mein linkes Auge weniger beweglich ist.
    Ja, auch eine Prismenbrille wurde mir schon von den Augenärzten vorgeschlagen.

    Hinzu kommt, dass ich noch den M. Wilson habe, der auch für ein paar neurologische Störungen herhalten könnte - nicht jedoch für die Störungen mit den Augen, denn sind untypisch für den MW.

    Was ich auf jeden Fall auch habe, ist diese zu schnelle Ermüdung:
    Ich kann nicht lange auf den Beinen sein und muss mich dann zum Ausruhen oft hinsetzen können. Das führt dazu, dass ich sehr viel sitze und kaum noch aus dem Haus gehe.


    Fazit:
    Ohne den Gentest komme ich sicher zu keinem verlässlichen Ergebnis.

    Jedenfalls hoffe ich, dass ich es schaffe, bald genetisch untersucht zu werden.
    Vielleicht wäre es auch eine Option, dass man meine Mutter im Blut auf CPEO und mich auf MELAS untersucht?


    Gruß
    Lilo




    Kommentar


      #17
      Hallo Lilo,
      es ist nicht richtig, das Augenärzte oder Augenklinken zuerst an CPEO denken. Bei meinem Sohn dachte seine Augenärztin an Kongenitale Myasthenie, die Augenklinik an Mito - Kearn-Sayer- Syndrome.
      Eine Augenklinik sollte aber zumindest eine Muskelschwäche an den Augen erkennen und wenn dem so ist, werden in der Regel auch noch andere Untersuchungen durchgeführt. Haben sie dann einen Verdacht, bekommst du auch von ihnen eine Verdachtsdiagnose und wirst mit einer Empfehlung für weitere Untersuchungen ( bei wem auch immer) wieder nach Hause geschickt.
      So kenn' ich das zumindest. Du auch?
      Mit dieser "Verdachtsdiagnose" geht man dann zum Neurologen oder zur Humangenetik, das scheinst du ja auch getan zu haben. Und die haben dir gesagt, es ist bzw. kann keine Mito sein?
      Oder haben deine Augenärzte bzw. die Augenklinken bei denen du warst auch schon keine Mito als Verdacht geäußert?
      Und nur du bist davon überzeugt eine Mito zu haben bzw. speziell MELAS?

      Und doch noch etwas am Rande....
      Google nicht so viel ;o)

      Sharon

      Kommentar


        #18
        Also wenn du es über die Genetik laufen lassen willst, dann macht es eher Sinn zu einem Genetiker zu gehen als zu einem Neurologen, zumal sich viele Neurologen sowieso nicht (gut) mit Mito auskennen.

        Die beschriebenen Symptome über einige Tage bzw. Wochen könnten theoretisch eine schlaganfallähnliche Episode gewesen sein. Das ist aber schwer zu beweisen, sofern in deinem Kopf-MRT keine konkreten dauerhaften Hinweise auf MELAS zu finden sind (die permanente morphologischen Veränderungen wie "white matter disease", Atrophie entwickeln sich ja erst mit der Zeit bei schwerer ausgeprägter Erkrankung; ansonsten würde man nur im akuten Schub Veränderungen des Signalverhaltens in FLAIR und evtl. der Diffusion sehen).
        Wurde mal während einer Episode ein MRT gemacht?

        Hätte ich die Beschwerden in heftigster Form bekommen, könnte ich hier sicher nicht mehr im Forum schreiben ...
        Das nun auch nicht unbedingt...

        Da ich auch eine beginnende Schwerhörigkeit habe bei auffälligen AEP´s, dazu eine Schwäche der Hüftmuskulatur (wird in obiger Fundstelle genannt),
        Darf ich dich fragen, wie sich die Schwäche der Hüftmuskulatur und die beginnende Schwerhörigkeit (von welchem Typ? sensorineural?) bemerkbar machen?

        Q10-Mangel wird manchmal als eigenständiges mitochondriales Krankheitsbild genannt; oft besteht aber einer leichter Mangel auch im Rahmen anderer mitochondrialer Erkrankungen oder Erkrankungen mit sekundärer mitochondrialer Dysfunktion.

        Die Atatxie kann auch bei Morbus Wilson auftreten, aber du hast Recht, dass dabei i.d.R. keine der von dir beschriebenen Augenprobleme (Ptosis, PEO) vorhanden sind (allerdings durchaus Schielen, Katarakt Sehnerventzündungen)

        Z. B. bei meiner Gangstörung:
        Die einen Neurologen sagen, es ist auch eine Ataxie, die anderen sagen nur, mein Gangbild sei "unsicher".
        Wie äußert sich denn diese Gangstörung im Alltag?

        Es kann natürlich sein, dass, im Rahmen einer fluktuierenden Energieversorgung bzw. einer gewissen Fluktuation im ATP-Mangel, die nervalen und muskulären Funktionen manchmal besser und dann wieder schlechter sind.
        Allerdings ist eine genaue und präzise klinisch-neurologische Untersuchung auch nichts, was man in 5 Minuten schaffen kann, was viele Neurologen zu glauben scheinen (allerdings kann man natürlich aus Zeitmangel nicht jedem Patienten eine genaue Untersuchung zukommen lassen, und dann passiert es, dass bei komplexen Fällen, die eine längere klinische Untersuchung bräuchten, einiges übersehen wird). Und die Fähigkeit eine solche Untersuchung überhaupt adäquat durchzuführen scheint auch nicht mehr bei jedem Neurologen vorhanden zu sein.

        Die Cheyne-Stokes-Atmung hatte ich erst ca. 3 Wochen später nachts. Da ich ein Beatmungsgerät habe, konnte ich diese in der Auswertung der Daten morgens sehen. Ab diesem Tag wurden dann die halbseitigen Gefühlsstörungen wieder ganz stark, stärker als sie am 3. Tag und danach waren.
        Du hast also eine Schlaf-Apnoe? Zentral oder obstruktiv? Bei der zentralen Apnoe kann eine Cheyne-Stokes-Atmung durchaus auftreten, muss also nicht zwangsläufig mit der Episode zusammenhängen.
        BiPAP oder cPAP?
        Wie hat man die Apnoe festgestellt und welcher Ursache soll sie haben?

        Kommentar


          #19
          Hallo zusammen,

          ich schaffe es nicht, sooo viele Fragen zu beantworten.
          Ich hatte soeben 2 bis 3 Stunden lang eine Antwort verfasst. Es waren über 14000 Zeichen und der Beitrag konnte nicht gesendet werden, weil man nur 10000 Zeichen senden kann.
          Ich wollte den Beitrag abspeichern und dann in 2 Teilen senden. Doch beim Speichern habe ich Fehler gemacht. Ich kann Entwürfe von Beiträgen nicht (mehr) auf meinem Computer zwischenspeichern. Was genau die Ursache ist, weiß ich nicht.
          Der lange Beitrag war dann jedenfalls weg! Das ist so ärgerlich, weil ich so lange Zeit dran gesessen war und weil mir das Schreiben von so langen Beiträgen überhaupt nicht gut tut.

          Aber wenn ich die Fragen der letzten beiden Beiträge lese, muss ich sagen, dass ich in den bisher hier im Forum verfassten Beiträgen schon schon vieles dazu geschrieben hatte.
          Wenn ich nun wieder eine "ellenlange" Antwort hier reinstelle, die aufgrund der Länge dann keiner richtig liest, ist das auch nicht sinnvoll.

          Z. B. diese Frage von Sharon als Beispiel:
          Oder haben deine Augenärzte bzw. die Augenklinken bei denen du warst auch schon keine Mito als Verdacht geäußert?
          Und nur du bist davon überzeugt eine Mito zu haben bzw. speziell MELAS?
          Die Antwort ergibt sich aus einem der obigen Beiträge, worin ich folgendes schrieb:
          Dass CPEO bei mir vorliegen kann, davon gehen mehrere Ärzte aus:
          Mind. 3 Augenärzte, mind. 3 Neurologen (teils Neurologen mit Erfahrungen mit mitochondrialen Krankheiten). Aber CPEO ist nur wegen dieser Verdachtsdiagnose bei meiner Mutter durch die Augenklinik in Verdacht. Ich nehme mal an, dass die Augenklinik bei derartigen Problemen immer die Verdachtsdiagnose CPEO nennt.
          Korrekter wäre vielleicht:
          Verdacht auf eine mitochondriale Krankheit, evtl. CPEO,
          um damit auszudrücken, dass es nicht zwingend CPEO sein muss.
          Ich habe mit keinem der Ärzte bisher über MELAS konkret gesprochen, da diese neurologischen Beschwerden, von denen ich oben schrieb, nach diesen Arztkontakten erst aufgetreten sind.
          Auch wurde mir erst gestern klar, dass eine Sinusvenenthrombose zu den Schlaganfällen rechnet und ich habe erst gestern den Fall dieser Patientin gefunden, die MELAS hat und eine Sinusvenenthrombose bekam. Gerade dieser Fall ist für mich sehr aufschlussreich.
          D. h. ich habe mit keinem der Ärzte bisher konkret über das evtl. Vorliegen von MELAS sprechen können.

          Daher habe ich hier auch die obigen Fragen gestellt, weil ich vorhabe, die Ärzte auf MELAS anzusprechen.

          Eine Ärztin hat mir zwar mal zu MELAS beiläufig gesagt, man habe bei MELAS keine Augenprobleme. Doch bin ich mir sicher, dass das nicht stimmt.

          Als ich hinterher recherchierte, dass es auch bei MELAS zu Augenproblemen kommt, sagte ich mir, dass ich mich doch damit befassen muss, wenn selbst Ärzte nicht genau wissen, was MELAS eigentlich genau ist.
          Daher versuche ich hier im Forum auch mein Wissen dazu zu erweitern.

          Wenn ich dann den Fall von Marc sehe, der einen Gendefekt hat, bei dem man CPEO aber auch MELAS haben kann, so sehe ich, dass MELAS und CPEO so weit gar nicht auseinander liegen müssen.


          @pelztier:
          Für Deine Fragen müßte ich sehr weit wieder ausholen. Ich schaffe das nicht und bin mir auch nicht sicher, wem die Antworten dann etwas bringen.
          Ich kann auch meinen Krankheitsfall hier nicht bis ins letzte Detail schildern. Dazu ist er viel zu umfangreich.
          Es werden sich immer wieder neue Fragen ergeben, wenn man da mal angefangen hat. Das sehe ich immer mehr, dass aus der einen Beschreibung und Schilderung dann weitere Fragen entstehen und so viel Energie habe ich nicht, dass ich immer so viele Infos geben kann.

          Da ich hier anonym bleiben will, würde noch dazu jeder, der mich kennt, mich erkennen können.


          Gruß
          Lilo

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            #20
            Moin Lilo,
            ….....
            Die Antwort ergibt sich aus einem der obigen Beiträge, worin ich folgendes schrieb:

            Dass CPEO bei mir vorliegen kann, davon gehen mehrere Ärzte aus:
            Mind. 3 Augenärzte, mind. 3 Neurologen (teils Neurologen mit Erfahrungen mit mitochondrialen Krankheiten). Aber CPEO ist nur wegen dieser Verdachtsdiagnose bei meiner Mutter durch die Augenklinik in Verdacht. Ich nehme mal an, dass die Augenklinik bei derartigen Problemen immer die Verdachtsdiagnose CPEO nennt.
            Korrekter wäre vielleicht:
            Verdacht auf eine mitochondriale Krankheit, evtl. CPEO,
            um damit auszudrücken, dass es nicht zwingend CPEO sein muss.



            .......

            Damit ist doch aber meine Frage nicht beantwortet. Du schreibst lediglich das die Augenklinik die Verdachtsdiagnose CPEO bei deiner Mutter genannt hat. Bedeutet für mich, das diese Diagnose zunächst einmal nur deiner Mutter gilt.
            Du schreibst weiter, mind. 3 Augenärzte und 3 Neurologen gehen davon aus, das bei dir eine CPEO vorliegen kann.....diese beziehen sich aber darauf was die Augenklinik bei deiner Mutter als Verdachtsdiagnose gestellt hat? oder wie ist das zu verstehen?

            Bedeutet für mich lediglich " Wenn die Mutter eine Mito hat, kann diese auch vererbt werden ".. oder verstehe ich deinen Satz falsch?

            Andrerseits, wenn dir 6 Ärzte die Verdachtsdiagnose Mito oder auch CPEO ( ich glaube, das ist vollkommen egal ob CPEO oder Melas oder Kearn - Sayer ) an Hand deren Untersuchungen, die sie bei dir gemacht haben, gestellt hätten, würde doch mindestens einer von diesen sechs Ärzten eine genetische Untersuchung veranlassen.
            Was ja auch getan wurden ist ( von einer Augenärztin ), aber so wie ich es verstanden habe, ging der Verdacht wieder über deine Mutter, oder habe ich das auch wieder falsch verstanden?

            Ich frage nicht um dich zu ärgern, ich verstehe nur einiges nicht ;o)

            Im Klartext versteh' ich es so, das dir die Ärzte lediglich bestätigt haben, das bei dir eine Mito möglich sein kann weil bei deiner Mutter der Verdacht besteht. Aber keiner dieser Ärzte hat irgendwelche Untersuchungen dahingehend veranlasst, herauszufinden ob du ebenfalls eine Mito hast weil sie es nicht für notwendig hielten, warum auch immer.
            Du möchtest aber fûr dich herausfinden ob du vielleicht eine Mito hast weil ja bei deiner Mutter eine in Verdacht steht. Richtig?

            Falls ja,
            meine Tochter wollte sich auch testen lassen, vor ca. einem halben Jahr. Die Verdachtsdiagnose Mito steht bei meinem Sohn schon seit 15 Jahren, bei mir seit einem Jahr. Die Genetiker haben die Untersuchungen bei meiner Tochter abgelehnt weil es bei meinem Sohn und auch bei mir nur "Verdacht" hieß.
            Jetzt, seit ca. 4 Wochen habe ich, nach weiteren Untersuchungen, - die die Humangenetik veranlasst hatte, eine bestätigte Mito.
            Dies bedeutet für meine Tochter, sie kann sich jetzt Testen lassen.

            Sharon
            Zuletzt geändert von Gast; 21.08.2016, 08:48.

            Kommentar


              #21
              Hallo Sharon,

              habe nicht viel Zeit. Daher für mich relativ kurz folgendes:
              Du schreibst weiter, mind. 3 Augenärzte und 3 Neurologen gehen davon aus, das bei dir eine CPEO vorliegen kann.....diese beziehen sich aber darauf was die Augenklinik bei deiner Mutter als Verdachtsdiagnose gestellt hat? oder wie ist das zu verstehen?
              Mitochondriale Krankheiten sind doch genetisch und oft liegt ein maternaler Erbgang vor. D. h. wenn man bei meiner Mutter die Diagnose CPEO gestellt hat, was ja der Fall ist, dann ist doch naheliegend, dass die Tochter, wenn sie nahezu identische Symptome hat, auch darauf untersucht wird.
              Die Frage ist eben, ob die Diagnose bei meiner Mutter richtig ist. Denn bei meiner Mutter könnte ein mit Mito erfahrender
              Neurologe auch den Verdacht auf MELAS haben.
              Da aber Augenkliniken auf MELAS kaum untersuchen, d. h. den Aspekt Laktat, Schlaganfall, Demenz, Diabetes, Herz und andere Symptome gar nicht prüfen, können Augenkliniken eben, wenn sie CPEO als Diagnose nennen, auch irren.
              Denn alle mitochondrialen Erkrankungen machen nun mal Augenprobleme und es gibt offenbar eine große Vielfalt an Symptomen bei jeder einzelnen dieser mitochondrialen Erkrankungen, so dass es nicht DIE CPEO oder DAS Melas-Syndrom gibt. Innerhalb jeder dieser Krankheiten gibt es Varianten.
              Nehme ich mal den Fall von Marc hier:
              Soweit ich ihn richtig verstanden habe, hatte er noch keine schlaganfallähnliche Symptomatik. Aber seine Ärzte haben bei ihm MELAS offenbar für möglich gehalten. Ich nehme an, dass seine genetische Untersuchung und seine übrigen Symptome das hergeben.

              Ich selbst habe bis vor kurzem geglaubt, dass es wohl CPEO bei mir sein müsse, einfach deshalb, weil ich dachte, das mit der Diagnose meiner Mutter wird schon stimmen. Daher habe ich vielleicht auch meine Ärzte in diesen Richtung gedrängt, als ich denen die Befunde meiner Mutter mit der Diagnose CPEO vorgelegt hatte.
              Meine Mutter wurde neurologisch so gut wie gar nicht untersucht. Fragen kann man sie auch nichts mehr, sie ist ja dement. Was soll ein Arzt dann zu Ihrer Vorgeschichte erfragen? Es spielt darüberhinaus bei einer Frau über 80 auch keine Rolle mehr, was genau es bei ihr nun wirklich ist.
              Aber keiner dieser Ärzte hat irgendwelche Untersuchungen dahingehend veranlasst, herauszufinden ob du ebenfalls eine Mito hast weil sie es nicht für notwendig hielten, warum auch immer.
              Doch, ich war stationär in einem Muskelzentrum und es wurde dort nur über CPEO gesprochen, eben wegen der Diagnose bei meiner Mutter und ich bekam eine Empfehlung im Arztbrief dies genetisch abzuklären. Auch nannte man mir 2 Humangenetiker dafür.
              Da ich aber kurz zuvor schon einen Antrag über eine hiesige Humangenetikerin gestellt hatte, der von der Krankenkasse abgelehnt wurde und da ich also wußte, dass ich für einen 2. Antrag einiges werde "liefern" müssen, habe ich nicht gleich nochmals einen Genetiker aufgesucht.
              Ich hatte mir erhofft, dass sich das Muskelzentrum wenigstens das Schreiben meiner Kasse ansieht.
              Aber dort war ich im Grunde eine Nummer. Es ging dort leider einiges schief. Mit dem Arztbrief von denen hätte ich gar nicht zum Genetiker gehen können, denn die haben erst mal alle Diagnosen meiner Mutter in meinen Arztbrief reingeschrieben. Ich hatte dort 2 Arztbriefe meiner Mutter vorgelegt, in denen die CPEO stand und hatte aber ausdrücklich auf die Kopien geschrieben, dass dies Briefe für meine Mutter sind.
              D. h. ich musste erst den Arztbrief ändern lassen.
              Dann hatte dieser Arzt dort als bisher einziger die Augenbewegungsstörungen nicht sehen wollen und wenn ich so einen Arztbrief dann der Kasse vorlegen würde, wo dies verneint wird, dann wird eine Kasse doch fragen, wieso soll ich eine Mito haben, wenn ich keine Augenbewegungsstörungen habe. Jeder Augenarzt und jeder Neurologe vor und danach hat geschrieben, ich hätte deutliche Störungen in den Augen.
              Auch war dort der Laktat-Belastungstest nur deshalb nicht durchführbar, weil man mir keine Braunüle legen konnte! 3 junge Neurologinnen versuchten dies. Und der Test wäre sicher aussagefähig gewesen. Denn ich habe auch ohne Belastung schon in der BGA grenzwertiges Laktat.
              usw. usw.
              Ich sagte mir daher, ich gehe dann eben in ein anderes Zentrum.
              usw. usw.

              Die Genetiker haben die Untersuchungen bei meiner Tochter abgelehnt weil es bei meinem Sohn und auch bei mir nur "Verdacht" hieß.
              Verdacht wird doch aber so lange geschrieben, bis ein positiver Gentest vorliegt! Wie können die Genetiker die Untersuchung ablehnen. Erst durch ihren Test kann doch aus einem Verdacht endgültig eine Diagnose werden?!
              So hat man es mir immer erklärt.

              Aber: Bei meiner Mutter hat die Augenklinik das "Verdacht auf" weggelassen. Meine Mutter hat die endgültige Diagnose einer Augenklinik auf CPEO.
              Darauf gebe ich allerdings nicht sooo viel, weil eine Augenklinik eben nur die Augen und nicht die übrigen Folgen einer Mito untersucht. Denn dann kann aus einer vermeintlichen CPEO durchaus auch MELAS werden, wenn man meine Mutter insgesamt untersucht hätte.

              D. h. ich wurde nur auf CPEO untersucht und nicht auf andere Mitos, weil bei meiner Mutter die Augenklinik das Wort CPEO in den Befund geschrieben hatte.
              Und wie gesagt, bis vor kurzem dachte ich auch, es könne eine CPEO sein.
              (Gut, wegen des Q 10 hatte ich noch eine Q10-Defizienz in Erwägung gezogen).

              Ich hoffe, Du verstehst nun wie ich es meinte.


              Gruß
              Lilo

              Kommentar


                #22
                Hallo,

                bei der Ausgangsfrage dieses Themas stellte sich mir die Frage, was dabei rauskommen soll. Es ist keine Mito bestätigt und eine Narkose ist eine ganz individuelle Geschichte, die ein ausgebildeter Anästhesist mit dem und auf den einzelnen Patienten abstimmt. Dazu findet vor der Operation auch ein Gespräch statt. Dabei kann man dem Anästhesisten sagen, dass der Verdacht einer Mito besteht, ihm Informationen z.B. aus dem Handbuch zur Verfügung stellen und seine Erfahrungen und Ängste schildern. Mehr geht nicht. Oder willst Du dem Anästhesisten sagen, was er tun soll? Wie anmaßend wäre das denn!? Rein gar nichts bringen Dir Erfahrungen anderer mit ihren Narkosen.

                Nachfolgend wird dann immer ausführlicher über alle möglichen Konjunktive philosophiert. Das bringt doch nichts. Du bist keine Ärztin. Wir sind keine Ärzte.

                Wir können hier einander stützen, praktische Tipps geben, z.B. für Vorgehensweisen, Hilfsmittel, gute Adressen für Rehakliniken, u.ä.. Niemals kann hier eine Diagnose gestellt oder bestätigt werden. Mehr oder weniger qualifizierte Verdachtsdiagnosen von Laien übers Internet machen die Betroffenen nur verrückt und schaden dem Einzelnen allenfalls.

                Wäre ich Arzt und zu mir käme ein Patient, der selbst schon „herausgefunden“ hat, was er hat und mir erzählen will, was ich zu tun und festzustellen habe, wäre ich not amused. Das Verhältnis zwischen Patient und Arzt ist dann von Anfang an belastet und wenig produktiv. Ein Vertrauensverhältnis konnte niemals entstehen. Meiner Erfahrung nach sind es oft diese Menschen, die generell kein Vertrauen zu Ärzten haben und vor allem auch niemals aufbauen können. So wird Hilfe sehr schwer bis unmöglich.

                Eigenes kritisches Mitdenken muss sein, Vertrauen aber auch.

                Viele Grüße

                Marc
                Krankheitsrelevante Daten s. Profil

                Kommentar


                  #23
                  wieso soll ich eine Mito haben, wenn ich keine Augenbewegungsstörungen habe".


                  Ich habe keine Augenbewegunsstörungen und trotzdem eine Mito.
                  Mein Sohn hat sie aber, meine Tochter ist Gesund (sie wollte diesen Test lediglich um des Wissens wollen und eventueller Vererbarkeit bei eventuellem Kinderwunsch)
                  Mein Sohn hat auch eine Ptosis, ich wiederum nur wenn ich ziemlich kaputt bin. Die Ärzte haben mich noch nie mit einem "hängenden" Lid gesehen.
                  Es ist also Quatsch zu sagen, alle die eine Mito haben, haben Augenprobleme.

                  Verdacht wird doch aber so lange geschrieben, bis ein positiver Gentest vorliegt! Wie können die Genetiker die Untersuchung ablehnen. Erst durch ihren Test kann doch aus einem Verdacht endgültig eine Diagnose werden?!


                  Und......jetzt muss ich mich richtig ausdrücken um nicht falsch verstanden zu werden,
                  Die Regel besagt; wenn die Mutter an Mito erkrankt ist und es an ihren Söhnen weiter vererbt, erkranken die Söhne ebenfalls an einer Mito. Gibt es die Mutter an ihre Töchter weiter, werden diese "nicht" unbedingt an Mito erkranken, vererben es aber an ihre Söhne weiter. Ausnahmen gibt es aber.
                  Bedeutet für dich also, das selbst wenn deine Mutter eine Mito hat, du nicht zwangsläufig daran erkranken muss.
                  Vielleicht deshalb oder aber weil sie nicht wissen wo sie suchen sollen..

                  Aber
                  : Bei meiner Mutter hat die Augenklinik das "Verdacht auf" weggelassen. Meine Mutter hat die endgültige Diagnose einer Augenklinik auf CPEO.
                  Darauf gebe ich allerdings nicht sooo viel, weil eine Augenklinik eben nur die Augen und nicht die übrigen Folgen einer Mito untersucht. Denn dann kann aus einer vermeintlichen CPEO durchaus auch MELAS werden, wenn man meine Mutter insgesamt untersucht hätte.


                  Die können ja nicht einfach "Verdacht auf " weglassen. Denn wenn dem so wäre, müssten sie es ja auch Nachweisen können. Auch eine Augenklinik muss nachweisen können worauf sich ihre Diagnose beruht.

                  D. h. ich wurde nur auf CPEO untersucht und nicht auf andere Mitos, weil bei meiner Mutter die Augenklinik das Wort CPEO in den Befund geschrieben hatte.
                  Und wie gesagt, bis vor kurzem dachte ich auch, es könne eine CPEO sein.
                  (Gut, wegen des Q 10 hatte ich noch eine Q10-Defizienz in Erwägung gezogen).


                  Hm.....was meinst du mit, "ich wurde nur auf CPEO untersucht?" Genetisch oder meinst du eher die körperlichen Symptome?
                  Bin jetzt kein Profi aber ich würde ja behaupten, dass es dem Neuro völlig egal ist (erstmal) welchen Namen eine mitochondriale Myopathie hat. Für ihn wäre zunächst einmal interessant ob aus körperlicher Sicht (Untersuchungen) überhaupt eine in Betracht zu ziehen ist. Wenn dem so war, steht es eigentlich auch so im anschließenden Befundbericht. Deine Mutter würde logischerweise erwähnt werden, das ist in der Regel so.
                  Bei uns war es zumindest so.
                  Und dann werden eigentlich auch diese genetischen Untersuchungen durchgeführt.

                  Mit welcher Begründung hat deine Krankenkasse es abgelehnt?

                  Sharon

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                    #24
                    Ich will nur kurz etwas zu der Kombination MELAS und CPEO einwerfen.
                    CPEO plus und KSS entstehen am häufigsten durch eine de novo Mutation. Daneben gibt es natürlich den maternalen Erbgang. Die häufigste Mutation, die sich dabei zeigt, ist die A3243G-Mutation. Diese Mutation ist aber auch die häufigste für MELAS verantwortliche Mutation, kann aber zum Teil auch andere mitochondriale Erkrankungbilder (auch nicht syndromale) auslösen. Wie genau das geht, weiß man nicht. Tatsache ist aber, dass ein und dieselbe Mutation verschiedene Phänotypen verursachen kann, so dass der Nachweis der Mutation immer mit dem klinischen Bild abgeglichen wird um eine Diagnose stellen zu können.
                    PEO (progressive externe Ophtalmoplegie) ist zudem ein mögliches Symptom bei syndromalen wie nicht-syndromalen Mitochondriopathien. CPEO meint dagegen das Syndrom CPEO, also die syndromale mitochondriale Erkrankung.
                    Zuletzt geändert von pelztier86; 21.08.2016, 13:31.

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                      #25
                      Und für die Narkosen spielt die genaue Diagnose meiner Meinung nach auch keine Rolle. Es wäre sicherlich nicht verkehrt zu sagen, dass der Verdacht auf eine Mito besteht, aber die individuellen Risiken werden ja immer im Narkosegespräch besprochen. Meiner Erfahrung nach sind Anästhesisten die kompetenteste Gruppe unter den Ärzten. Und ich hatte schon viele OPs.

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                        #26
                        Hallo,

                        wir lassen immer eine triggerfreie Narkose machen. Damit haben wir keine Komplikationen gehabt. Aber auch vorher nicht, als wir für noch keine Diagnose hatten.

                        Ich habe noch eine Frage zu MELAS bzw CPEO was ist der Unterschied? Wenn alles von einer 3243 kommen kann?
                        Warum soll dann Kreatin bei MELAS helfen bein CPEO nicht?


                        lg,

                        Martin

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                          #27
                          Hallo Marc,

                          eigentlich ging es ursprünglich um Narkosen in diesem Thread. Ich hatte, als dann auch andere Themen diskutiert wurden, vergeblich versucht, die Überschrift des Threads zu ändern. In anderen Foren ist so etwas möglich. Hier habe ich dies nicht geschafft, wohl, weil es nicht vorgesehen ist.

                          Zu Deinen Einwendungen, dass man Vertrauen zum Arzt haben sollte, gebe ich Dir prinzipiell Recht.
                          Es ist aber für Menschen, die jahrzehntelang ohne Diagnose herumlaufen und die in dieser langen Zeit auch viele negative Erfahrungen mit Ärzten machten, nicht immer leicht, Vertrauen aufzubringen, vor allem dann, wenn sie merken, der Arzt stellt sich einige Stufen über sie und redet nicht auf Augenhöhe mit dem Patienten.

                          Bei mir hat die Tatsache, dass ich viele Jahre überhaupt keine Diagnose hatte, dazu geführt, dass ich versucht habe, selbst nachzulesen. Denn ich wußte, wenn ich nicht bald weiß, was ich habe, sitze ich irgendwann im Rollstuhl und weiß nicht wieso.
                          Und ich muss sagen, dass ich keine meiner Diagnosen hätte, wenn ich das nicht getan hätte. Auf das Karzinoid, der M. Wilson und nun auch auf die Mito wurde ich nur untersucht, weil ich die Ärzte gebeten habe, dies zu prüfen. Das wiederum konnte ich nur, weil ich sehr ausführlich recherchiert hatte - denn blamieren will ich mich nicht bei Ärzten.
                          Bei den beiden erstgenannten Krankheiten habe ich lupenreine Diagnosen, die ich nicht hätte, wenn ich mich nicht gekümmert hätte.
                          Und bei der Mito spricht eben die Tatsache, dass meine Mutter und ich viele übereinstimmenden Symptome haben, dafür, dass wir das gleiche haben - egal, was es nun ist.
                          In meinem Fall kann ich es nicht riskieren, dass der 2. Antrag auf Genuntersuchung schief geht, denn Privatkassen zahlen nicht unbegrenzt viele Gentests. Ich muss also schon im Vorfeld klären, ob man mich nun besser auf CPEO oder doch lieber auf MELAS oder auf eine 3. Krankheit untersucht, wobei ich auch weiß, dass einzelne Gendefekte wie der von Dir (= 3243...) bei CP'E'O und bei MELAS vorkommen können.
                          Aber angenommen, man untersucht mich auf CPEO und es stellt sich heraus, dass es CPEO doch nicht ist, hätte ich so gut wie keine Chance mehr hinterher auf MELAS oder auf eine andere genetische Krankheit genetisch untersucht zu werden oder nur mit viel Aufwand und viel Zeitverzögerung. Wie gesagt, das liegt daran, dass einige (oder alle?) Privatkassen bei Genuntersuchungen "unterirdisch geizig" sind.
                          Und was dazu käme: Es wäre dann ein Riesenstress für mich, wenn ich um einen weiteren Gentest kämpfen müsste und den Stress will ich mir ersparen. Daher versuche ich schon im Vorfeld Argumente zu finden, die für und die gegen die eine oder die andere Krankheit sprechen, um diese dem Arzt vortragen zu können.
                          Mir geht es nicht darum, schlauer als der Arzt zu sein. Aber ich sehe, wie wenig Zeit manche Ärzte haben oder sich nehmen und da kann man nie alles prüfen.

                          Ich hatte auch gehöfft, dass hier evtl. doch der eine oder andere ist, der zu evtl. noch zu einem oder anderen angesprochenen Punkt etwas aus eigener Erfahrung weiß oder dazu mal etwas gelesen hat und mir eine Fundstelle dann nennen kann.

                          Bei Dir war es offenbar so, dass Du schon als Kind eine Diagnose bekamst. Nicht dass ich Dich beneide, denn das bedeutet, dass Du schon lange unter der Krankheit leiden musst.
                          Aber sobald man die richtige Diagnose mal hat, wird es doch für den Patienten etwas "entspannter". Er weiß, woran er ist und kann sein Leben danach planen.
                          Das kann man aber erst mit einer korrekten Diagnose.
                          Ich bin nun auch nicht mehr die Jüngste und würde daher schon bald erfahren, ob und wenn ja, welche Mito ich habe. Denn wenn ich davon ausgehe, dass ich auch die Demenz meiner Mutter bekommen könnte, dann sollte ich mein restliches Leben danach planen können.
                          Auch das ist ein Aspekt für mich, die Sache zu beschleunigen und voranzutreiben.

                          Und ein weiterer Punkt, den Nana, aber auch andere angesprochen haben:
                          Ich höre hier und kann das aus eigener Erfahrung nur bestätigen, dass viele mit der Berufsgattung "Neurologe" keine allzu guten Erfahrungen gemacht haben. Ich könnte selbst hier Erfahrungen "zum Besten geben", bei denen Du vielleicht denken würdest, die lügt uns hier etwas vor, weil Du so etwas nicht für möglich hältst.
                          Wenn Du ungerecht von einem Arzt behandelt wirst, hast Du aber Probleme, zu ihm Vertrauen zu haben.

                          Aber für den "Normalfall", den Du sicher mit Deinen Ausführungen meintest, gebe ich Dir Recht.
                          Vertrauen ist wichtig und nur so kann man mit einem Arzt zusammen arbeiten. Es sollte aber von beiden Seiten auf Augenhöhe sein.


                          Gruß
                          Lilo

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                            #28

                            Hallo Sharon,


                            Ich habe keine Augenbewegunsstörungen und trotzdem eine Mito.
                            Du hast vermutlich NOCH keine Augenbewegungsstörungen.
                            Bei Mitos kommen manche Probleme erst, wenn man älter wird. Mitos können früh beginnen, aber auch später. Sie können milde verlaufen und heftiger.
                            Es ist fast alles möglich an Beschwerdevielfalt und -intensität.
                            Du bist vermutlich noch unter ca. 40 Jahren. In dem Alter habe ich vermutlich auch noch keine erkennbaren Augenbewegungsstörungen gehabt.
                            Mein Sohn hat auch eine Ptosis, ich wiederum nur wenn ich ziemlich kaputt bin. Die Ärzte haben mich noch nie mit einem "hängenden" Lid gesehen.
                            Wenn Du sie aber ab und an hast, so hast Du auch die Veranlagung dazu und das kann sich auch bei Dir dann noch herausbilden, wenn Du älter wirst.
                            Nein, ich wünsche es Dir sicher nicht.
                            Die Regel besagt; wenn die Mutter an Mito erkrankt ist und es an ihren Söhnen weiter vererbt, erkranken die Söhne ebenfalls an einer Mito. Gibt es die Mutter an ihre Töchter weiter, werden diese "nicht" unbedingt an Mito erkranken, vererben es aber an ihre Söhne weiter. Ausnahmen gibt es aber.
                            Das kenne ich nicht für die CPEO:
                            Mir sagte der Arzt des Muskelzentrums, dem ich zutraue, dass er die Erbgänge kennt, dass, wenn meine Mutter eine CPEO hat, diese alle ihre Kinder bekommen. Es könne aber sein, dass diese CPEO bei jedem Kind unterschiedlich stark ist. Es kann sein, dass einzelne Kinder so gut wie keine Symptome haben und andere Kinder sogar früher als die Mutter symptomatisch werden. Ich bin früher als meine Mutter symptomatisch geworden. Bei meinen jüngeren Brüder heißt es abwarten. Der eine sagte mal, er glaube auch, dass sein Augenlid manchmal etwas hängt ....

                            Die können ja nicht einfach "Verdacht auf " weglassen. Denn wenn dem so wäre, müssten sie es ja auch Nachweisen können. Auch eine Augenklinik muss nachweisen können worauf sich ihre Diagnose beruht.
                            Die haben das "Verdacht auf" bei meiner Mutter deshalb weggelassen, weil sie sicher sind, dass sie CPEO hat. Meine Mutter ist auch ein sehr auffälliger Fall und sie hat sicher alle Augenprobleme, die man bei einer Mito (oder bei CPEO) haben kann, so dass man sich wohl so sicher war, dass sie eine CPEO hat - oder eben eine andere Mito, wie ich es vermute. Aber letztlich ist es für meine Mutter egal, welche Mito sie hat. Es wird sich bei ihr an der Therapie nichts ändern, wenn sie eine andere Mito hätte.
                            Außerdem kann man ja keinen Menschen zwingen, einen Gentest zu machen und dennoch muss ein Arzt dann eine Diagnose stellen können. Früher als es die Gentests noch nicht gab, musste man sich ja auch zu einer Entscheidung bzw. Diagnose durchringen.

                            Hm.....was meinst du mit, "ich wurde nur auf CPEO untersucht?" Genetisch oder meinst du eher die körperlichen Symptome?
                            Bin jetzt kein Profi aber ich würde ja behaupten, dass es dem Neuro völlig egal ist (erstmal) welchen Namen eine mitochondriale Myopathie hat. Für ihn wäre zunächst einmal interessant ob aus körperlicher Sicht (Untersuchungen) überhaupt eine in Betracht zu ziehen ist. Wenn dem so war, steht es eigentlich auch so im anschließenden Befundbericht.
                            Ich habe nur aufgrund von körperlichen Symptomen die Verdachtsdiagnose auf CPEO, da ich wohl alle Augenprobleme habe, die man bei dieser Krankheit haben kann.
                            Genetisch bin ich ja leider noch nicht untersucht worden.

                            enn dem so war, steht es eigentlich auch so im anschließenden Befundbericht. Deine Mutter würde logischerweise erwähnt werden, das ist in der Regel so.
                            Bei uns war es zumindest so.
                            Und dann werden eigentlich auch diese genetischen Untersuchungen durchgeführt.
                            Ja, bei gesetzlich Versicherten läuft es so. Da bekommt man relativ schnell eine Genuntersuchung bezahlt. Ich weiß von einer Patientin, die sogar eine "Vorsorge-Genuntersuchung" bezahlt bekommen haben will. D. h. eine Genuntersuchung, bei der nicht aus Krankheitsgründen nach Ursachen gesucht wird, sondern wo ohne symptomatisch zu sein, nach Gendefekten gesucht wird.
                            So etwas bekäme ich überhaupt nie bezahlt, weil die Privatkassen deswegen schon vor Gericht gegangen sind und Recht bekamen.

                            Mit welcher Begründung hat deine Krankenkasse es abgelehnt?

                            Sie hat so hohe Auflagen gestellt, dass es wie eine Ablehnung war:
                            Ich sollte alle Ärzte von der Schweigepflicht entbinden. Sie wollte auch wissen, wie sich ein pos. Ergebnis auf die Therapie auswirkt, etc.
                            Die Kasse wollte einen Gutachter dann beauftragen, der zur Notwendigkeit der Untersuchung erst noch Stellung nehmen sollte und der dann sich alle Unterlagen über mich hätte besorgen können.

                            Allumfassende Schweigepflichtentbindungen darf eine Kasse juristisch aber nicht fordern. Es wird meines Wissens bei gesetzlich Versicherten daher auch nicht gemacht.
                            Oder habt Ihr eine solche Schweigepflichtenbindung unterschreiben müssen?
                            Oder genügte nicht einfach ein Arztbrief über die Notwendigkeit des Gentests?
                            Ich nehme mal an, dass das Letztere der Fall war.
                            Denn Schweigepflichtentbindungen bei schwer chronisch Kranken sind ein heißes Thema. Ich fürchte, dass dies ein Bumerang werden kann:
                            Leider sind viele Arztbriefe, die ich erhalte, inhaltlich nicht 100 % korrekt. Das fängt damit an, dass viele Ärzte nicht den aktuellen Medikamentenplan erfragen und den vor 5 Jahren im Arztbrief abdrucken, obwohl man dem Arzt dies schon beim letzten und vorletzten Arztbrief sagte, dass der alte Plan nicht mehr gilt und sogar schon einen aktuellen Medikamentenplan in der Arztpraxis abgegeben hat.
                            Und es gibt auch noch andere -vermeidbare- Falschdarstellungen in den Arztbriefen.
                            Ich könnte bei jedem Arztbrief mich hinsetzen und schriftlich um eine Korrektur bitten. Das tue ich deshalb nicht, weil ich den Arzt ja nicht ärgern will und weiterhin zu ihm gehen will. Wenn ich laufend um Korrektur von Arztbriefen bitten würde, würde ich damit rechnen müssen, dass der Arzt sagt, suchen Sie sich einen anderen Arzt.
                            Aber wenn dann so ein falscher Brief an eine Kasse geht, die ja nicht weiß, dass und was darin falsch ist, ist der Ärger schon vorprogrammiert ...
                            Dann will die Kasse wissen, wie sich das Ergebnis auf die Therapie auswirken würde:
                            Bei Mitos gibt es ja keine Therapie, die zur Heilung führt, so dass ein pos. Ergebnis beim Gentest schwer mit Therapiemaßnahmen zu begründen ist. Das weiß wohl auch die Kasse, wenn sie eine Begründung betr. die Therapie haben will.
                            Gut, bei MELAS wird empfohlen, gerinnungshemmende Mittel und Arginin zu geben. Hier ist z. B. ein Unterschied zur CPEO.

                            Ich versuche daher, beim nächsten "Anlauf" auf Genehmigung einen hieb- und stichfest begründeten Arztbrief dem Antrag beifügen zu können.


                            Gruß
                            Lilo





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                              #29
                              Hallo Martin,

                              danke für Deine Info:
                              wir lassen immer eine triggerfreie Narkose machen. Damit haben wir keine Komplikationen gehabt. Aber auch vorher nicht, als wir für noch keine Diagnose hatten.
                              Doch kannst Du mir noch etwas genauer erklären, was eine triggerfreie Narkose ist?

                              Ich habe noch eine Frage zu MELAS bzw CPEO was ist der Unterschied? Wenn alles von einer 3243 kommen kann?
                              Warum soll dann Kreatin bei MELAS helfen bein CPEO nicht?
                              https://www.dgm.org/behandlung/nahru...atinsupplement
                              Dieser Link ist sehr interessant. Ich werde mir das ausdrucken, denn Kreatin habe ich noch nicht probiert und ich habe vor, alles zumindest mal zu probieren, was evtl. sinnvoll für eine Mito ist. Aber ich will nicht alles zur selben Zeit nehmen, denn sonst kann man nicht sagen, was nun evtl. zu einer Verbesserung geführt hat.

                              Du sprichst den unteren Abschnitt des Links an, wo man unterschiedliche Wirkungen des Kreatins bei MELAS- und bei CPEO-Patienten gefunden haben will. Es wird ein Effekt bei MELAS beschrieben und kein Effekt bei CPEO.
                              Doch danach wird auch geschrieben, dass die Studien möglicherweise nicht vergleichbar seien und dass man weitere Studienergebnisse abwarten sollte.

                              Vielleicht muss man das Kreatin einfach selbst probieren, wobei ich aber immer prüfen würde, ob die Menge, die man nimmt, nicht auch schädlich sein kann.
                              D. h. einfach ohne Rücksprache mit dem Arzt Kreatin hoch dosiert zu nehmen, würde ich nicht.
                              Ich würde auch immer erst mit einer niedrigen Dosis beginnen, denn vielleicht hat man auch darunter schon eine Verbesserung und benötigt keine hohe Dosierungen. Denn man isst ja auch noch Nahrungsmittel, die Kreatin enthalten.

                              Aber dieser Hinweis von Dir ist gut. Ich werde mich mit dem Thema noch beschäftigen.


                              Gruß
                              Lilo

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                                #30
                                Ähm....ich bin 53 Jahre alt, nur mal zur Info ;o)
                                Und ich habe schon ziemlich oft Schweigepflichtentbindungen unterschrieben. Ich weiß schon gar nicht mehr wie oft. Es geht doch auch darum, das bei Fragen, deine Ärzte Antworten geben können.
                                Unterschreibst du diese nicht und deine Krankenkasse hat irgendwelche Fragen.....dürfen deine Ärzte keine Auskunft geben. Ob das sinnvoll ist, bezweifle ich. Denn du möchtest doch was von ihnen, oder nicht.
                                Sharon

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