Hallo Kerstin,
eine Myotone Dystrophie Curschmann- Steinert (DM1) kann sehr schwierig verlaufen, was, darauf möchte ich gleich jetzt hinweisen, wir hier im Forum bezüglich deines Mannes überhaupt nicht beurteilen können, ob das so ist oder nicht. Schon im Schweregrad sehr geringgradige Muskelerkrankungen können Menschen an ihre Grenzen führen, was sich dann durch Rückzug, lange Phasen hartnäckigster schlechter Laune, Abwehr usw. zeigen kann.
Das medizinische Lehrbuch kennt jedenfalls, anders als bei den meisten reinen Muskeldystrophien, bei der DM1 eine Symptompalette, die weit über einen Muskelabbau hinausgehen kann. Zur Muskelproblematik können noch Verschlechterungen von Augenleistungen, von Herzleistungen, der glatten Muskulatur, des Stoffwechsels und auch von Hirnleistungen kommen. Ob dies auch für deinen Mann so zutrifft, weiß ich nicht. Und selbstverständlich gibt es unter den DM1- Erkrankten große Unterschiede in der schwere des Verlaufs und der Beteiligung und Ausprägung der oben genannten Bereiche.
Worauf also das Verhalten deines Mannes beruht, ob auf seelischen Verarbeitungsprozessen seiner Erkrankung oder auf physischen Prozessen oder auf Beides, dazu können wir hier leider gar keine Aussage machen. Das macht das Ratgeben natürlich auch sehr schwer. Ich kann verstehen, dass die Situation dich fertig macht.
Einen ersten Schritt, Dir und deinem Mann zu helfen, hast Du aber schon unternommen, in dem Du dich hier gemeldet hast und von außen Rat holen möchtest. Deinen Gedanken gilt es allerdings aus dem virtuellen Bereich des Forums zu übersetzen in den ganz praktischen Bereich deines realen Umfeldes. Wirkliche Hilfe in dieser Situation kann Dir nur vor Ort gegeben werden.
Es müsste zB geklärt werden, worauf das Verhalten deines Mannes zurückzuführen ist. Das heißt, eigentlich müsste ein Arzt mal bei euch vorbeischauen und begutachten, was als mögliche Ursache für sein Verhalten in Frage kommt. Möglicher Weise spielen da auch Medikamente eine Rolle. Habt Ihr einen solchen Arzt, dem Du das zutraust?
Für dich wäre es sicher gut und wichtig, Menschen die Dir nahe sind, in die Situation einzuweihen, mit ihnen über deinen Mann zu sprechen, Dir ihren Rat einzuholen. Auch deine nächsten Freunde sollten sehen, was passiert. Das ist natürlich für dich sehr schwer auszuhalten, aber nur so bekommen sie ein gutes Bild von deiner Situation und können Dir beistehen und helfen. Hast Du solche Freunde?
Öffne die Situation. Über die Öffnung erreichst Du Hilfe für dich und für euch.
Ich gehe mal davon aus, dass dieser Öffnungsversuch eurer Beziehung deinem Mann nicht gefallen wird. Ob dies so ist oder nicht, weiß ich natürlich nicht. Ich gehe jetzt nur einmal davon aus, dass er niemanden an sich heranlassen will. Wenn dies so ist, heißt das nicht, dass seine Vorgabe für dich verpflichtend wäre. Schließlich geht es nicht nur um ihn, sondern auch um dich und um das "Euch", für das Du im Augenblick mehr stehst als dein Mann. Traue dich, ihm das zu zeigen, was für dich wichtig ist, nämlich, dass Du ihm und euch helfen willst.
Natürlich muss so eine Öffnung nicht notwendig zum Guten führen. Es kann selbstverständlich auch das Gegenteil vom Erhofften eintreten. Aber so verfahrene Situationen erfordern immer eine Risikobereitschaft, die darin besteht, etwas ändern zu wollen. Wie Änderungen wirken, weiß man immer erst im Nachhinein.
Ich wünsche Dir jedenfalls die Kraft, eine Öffnung und Änderung eurer Sitaution im Guten zu erlangen.
Liebe Grüße
Guido
eine Myotone Dystrophie Curschmann- Steinert (DM1) kann sehr schwierig verlaufen, was, darauf möchte ich gleich jetzt hinweisen, wir hier im Forum bezüglich deines Mannes überhaupt nicht beurteilen können, ob das so ist oder nicht. Schon im Schweregrad sehr geringgradige Muskelerkrankungen können Menschen an ihre Grenzen führen, was sich dann durch Rückzug, lange Phasen hartnäckigster schlechter Laune, Abwehr usw. zeigen kann.
Das medizinische Lehrbuch kennt jedenfalls, anders als bei den meisten reinen Muskeldystrophien, bei der DM1 eine Symptompalette, die weit über einen Muskelabbau hinausgehen kann. Zur Muskelproblematik können noch Verschlechterungen von Augenleistungen, von Herzleistungen, der glatten Muskulatur, des Stoffwechsels und auch von Hirnleistungen kommen. Ob dies auch für deinen Mann so zutrifft, weiß ich nicht. Und selbstverständlich gibt es unter den DM1- Erkrankten große Unterschiede in der schwere des Verlaufs und der Beteiligung und Ausprägung der oben genannten Bereiche.
Worauf also das Verhalten deines Mannes beruht, ob auf seelischen Verarbeitungsprozessen seiner Erkrankung oder auf physischen Prozessen oder auf Beides, dazu können wir hier leider gar keine Aussage machen. Das macht das Ratgeben natürlich auch sehr schwer. Ich kann verstehen, dass die Situation dich fertig macht.
Einen ersten Schritt, Dir und deinem Mann zu helfen, hast Du aber schon unternommen, in dem Du dich hier gemeldet hast und von außen Rat holen möchtest. Deinen Gedanken gilt es allerdings aus dem virtuellen Bereich des Forums zu übersetzen in den ganz praktischen Bereich deines realen Umfeldes. Wirkliche Hilfe in dieser Situation kann Dir nur vor Ort gegeben werden.
Es müsste zB geklärt werden, worauf das Verhalten deines Mannes zurückzuführen ist. Das heißt, eigentlich müsste ein Arzt mal bei euch vorbeischauen und begutachten, was als mögliche Ursache für sein Verhalten in Frage kommt. Möglicher Weise spielen da auch Medikamente eine Rolle. Habt Ihr einen solchen Arzt, dem Du das zutraust?
Für dich wäre es sicher gut und wichtig, Menschen die Dir nahe sind, in die Situation einzuweihen, mit ihnen über deinen Mann zu sprechen, Dir ihren Rat einzuholen. Auch deine nächsten Freunde sollten sehen, was passiert. Das ist natürlich für dich sehr schwer auszuhalten, aber nur so bekommen sie ein gutes Bild von deiner Situation und können Dir beistehen und helfen. Hast Du solche Freunde?
Öffne die Situation. Über die Öffnung erreichst Du Hilfe für dich und für euch.
Ich gehe mal davon aus, dass dieser Öffnungsversuch eurer Beziehung deinem Mann nicht gefallen wird. Ob dies so ist oder nicht, weiß ich natürlich nicht. Ich gehe jetzt nur einmal davon aus, dass er niemanden an sich heranlassen will. Wenn dies so ist, heißt das nicht, dass seine Vorgabe für dich verpflichtend wäre. Schließlich geht es nicht nur um ihn, sondern auch um dich und um das "Euch", für das Du im Augenblick mehr stehst als dein Mann. Traue dich, ihm das zu zeigen, was für dich wichtig ist, nämlich, dass Du ihm und euch helfen willst.
Natürlich muss so eine Öffnung nicht notwendig zum Guten führen. Es kann selbstverständlich auch das Gegenteil vom Erhofften eintreten. Aber so verfahrene Situationen erfordern immer eine Risikobereitschaft, die darin besteht, etwas ändern zu wollen. Wie Änderungen wirken, weiß man immer erst im Nachhinein.
Ich wünsche Dir jedenfalls die Kraft, eine Öffnung und Änderung eurer Sitaution im Guten zu erlangen.
Liebe Grüße
Guido

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