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Gangstörung, Muskelschwäche, Faszikulationen

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    Gangstörung, Muskelschwäche, Faszikulationen

    Hallo zusammen,

    ich möchte eigentlich niemandem auf die Nerven gehen, bin aber inzwischen etwas ratlos und hoffe, dass ich hier vielleicht ein bisschen Klarheit bekommen kann.

    Ich bin knapp 29 Jahre alt und weiß seit ein paar Tagen nicht mehr, wie ich meine Beschwerden einzuordnen habe.
    Sollte jemand Zeit und Lust haben, sich durchzulesen, womit ich mich rumschlage, dann hier eine sehr lange Zusammenfassung:


    Vorgeschichte:

    Anfang/Mitte Oktober:
    - Schwere in den Beinen, Schwere beim Treppenabstieg, leichte Kurzatmigkeit
    - gelegentlich Spannungskopfschmerz oder Schulterschmerz


    Mitte November:
    - Kurzatmigkeit etwas schlimmer, muss beim Sprechen oft sehr tief einatmen
    - Beine beginnen beim Treppenabstieg stark zu zittern
    - sichtbare Zuckungen in Oberarmen > Unterarmen > Oberschenkel > Waden > andere Stellen Rumpf


    Ende November:
    - beide Hände beginnen zu zittern, wenn ich Muskelspannung halte (in Bewegung und Ruhe normal); z.B. Hand ausstrecken, Löffel oder Tasse zittert
    - Durchschlafstörungen, alle 1,5 - 3 h wach (kein Harndrang, kein hoher Puls, kein Husten); keine Einschlafprobleme
    - vor allem die rechte Körperseite kraftloser und zittriger
    - Zuckungen gleich geblieben, vor allem im Sitzen oder Liegen


    Anfang Dezember:
    - stark zitternde Arme bei Belastung (Wäschekörbe tragen, Arme länger über Kopf einsetzen, Blumentöpfe von Fensterbank heben)
    - Zittern der Hände weiter verschlimmert, v.a. bei Halten von Spannung (z.B. bei ausgestreckte Hand, Daumen bei Handynutzung, Tippen auf Tastatur, zitternde Knie beim Aufheben)
    - vermehrte Muskelzuckungen, langsam und unregelmäßig (Oberarmen, Schultern > Unterarmen > Oberschenkeln, Waden > Gesäß)
    - 70% Lungenvolumen: Asthma bronchiale mit Cortisonspray behandeln, geringer Effekt bisher


    Mitte Dezember:
    - Gangunsicherheit rechtes Bein:
    --> kann das Bein nicht ordentlich belasten, als wäre ich deswegen "nach links" verschoben; beim Versuch "mittiger" zu laufen Schwanken nach rechts
    --> wenn ich über die Straße gehe und nach links und nach rechts gucke habe ich das Gefühl, dass ich meinen rechten Fuß nicht mehr in der graden Spur halte
    --> wie Gleichgewichtstörung durch Fehlbelastung Bein
    - rechtes Knie unbeweglicher, steifer
    - Vibration nach Bewegung oder Kälte im rechten Oberschenkel
    - Feinmotorik Hände gestört, v.a. rechts


    Ende Dezember:
    - vermehrte Faszikulationen: häufiger, mehrere Stellen gleichzeitig am ganzen Körper - mal leicht, oberflächlich, kleines Gebiet, eher flimmernd und unregelmäßig, aber sichtbar; mal intensiver und rhythmischer ( Oberschenkeln, Schienbeine, Waden, Fußsohle > Oberarmen, Schultern > Unterarmen > Gesäß)
    - Vibrationsgefühl auch in Ruhe und in beiden Oberschenkeln, Waden, Füßen und Unterarmen
    - häufiger Belastungs- und Ermüdungsschmerzen Knie, Oberschenkel, Lendenwirbelsäule, Fuß nach kurzer und leichter Belastung
    - häufiger Verkrampfungen rechter Fuß und rechte Hand, leichte Wadenkrämpfe links und rechts, anbahnende Krämpfe rechte Oberschenkelrückseite


    Anfang Januar:
    - Zuckungen rechtes Handgelenk und rechter Daumen, manchmal auch mit Bewegung
    - Zuckungen in Extremitäten immer noch da, treten insbesondere im Sitzen oder Liegen auf
    - oft Muskelkatergefühl und Erschöpfungsgefühl rechter Arm und rechtes Bein
    - Mund, Hals/Kopf zittern bei Lächeln/Grinsen/Gähnen oder Schulterblick - immer, wenn ich Muskelspannung halte
    - ständig das Gefühl, meine Arme und Beine zu "spüren", vor allem rechts
    - rechter Unterarm, rechter Oberschenkel sehen schmaler aus; Muskeln des rechten Armes und Beines fühlen sich weicher an als links (obwohl rechts der dominante Arm ist)

    Seit Oktober habe ich 4-5 kg abgenommen.

    Keine der Beschwerden hat sich seit dem gebessert. Ich habe es Ende November mit anderthalb Wochen 600 mg Magnesium versucht und im Dezember mit 2 Wochen 250 mg Magnesium. Das konnte zwar ein "Nachkrampfen" der Oberlippe beseitigen, aber hat sonst nichts gebracht.

    Bis zur Gangstörung habe ich versucht, an einen Magnesiummangel oder Müdigkeit zu denken, aber die Beschwerden haben sich nicht gebessert und werden eher schlimmer. Inzwischen habe ich naütlich große Sorgen.



    Bisherige Befunde:

    Im Juni hatte ich eine leichte chemische Gastritis, was mit 80 mg Pantoprazol pro Tag für 4 Wochen behandelt wurde. Im August und September hatte ich eine leichte Durchfallerkrankung, weshalb ich eine Darmspiegelung und ein Oberbauch-CT mit Kontrastmittel hatte. Auch wurden Nierenultraschall, Gallenblasenultraschall, Blasenultraschall gemacht. Das war alles befundfrei, weshalb die Diagnose Reizdarm heißt. Zwischen August und Mitte September habe ich 8 kg abgenommen.

    Ein kleines Blutbild von September war auch völlig in Ordnung, bis auf einen leicht erhöhten Bilirubinwert.
    Im November waren Kalium, Natrium, Blutzucker- und Schilddrüsenwerte völlig in Ordnung, ebenso Gerinnungswerte.

    Ein Kurzzeit-EKG war auch in Ordnung.

    Im Dezember stellte mein Lungenfacharzt fest, dass ich nur 70% Lungenvolumen habe, allerdings hatte ich als Kind Asthma und bin auch nicht sehr sportlich, gehe aber jeden Tag ca. 4 - 5 km.


    Mein Hausarzt hat einen B12- oder Magnesiummangel ausgeschlossen, weil mein Blutbild von September insbesondere im Bezug auf Erythrozyten und Eisenwerte unbedenklich war und ich auch kaum Krämpfe und nahezu keine Schmerzen habe.


    Daher wurde ich mit Gangstörung, Muskelschwäche, Faszikulationen zum Neurologen überwiesen.
    Die Ärztin in der Praxis hat mich körperlich untersucht: Fersengang, Zehenspitzengang, Glühbirnen drehen, auf und ablaufen, auf einem Bein stehen und hüpfen, Reflextests an Knien und Ellbogen.
    Bis auf mittelmäßige Körperhaltung war das unbedenklich.

    Danach hat sie noch eine Elektroneurographie an Händen und Beinen gemacht, die befundfrei war und eine Nervenleitgeschwindigkeit von 50 m/s ergab.

    Zuletzt gab es noch eine Elektromyographie vom lateralen Oberschenkelmuskel im rechten Bein und vom rechten Daumenballen.
    Ich habe den Arztbericht leider noch nicht gesehen, aber direkt nach der Untersuchung sagte sie, die Potentiale seien schön groß und sie konnte keine Spontanaktivität feststellen.
    Sie tippt auf ein orthopädisches Problem und sagte, dass ich sicher nichts neurologisches habe.


    Beim Orthopäden war ich heute. Der hat die ähnliche Bewegungstest gemacht und sagte mir, dass das kein orthopädisches Problem sei und ich zum Neurologen muss.




    Leider hat mich das sehr irritiert und ich bin überfragt und wollte gleich morgen zu meinem Hausarzt gehen. Leider habe ich natürlich Dr. Google zur Rate gezogen und bin verunsichert und habe jetzt ein paar Fragen an Menschen, die mir vielleicht helfen können, die Situation zu entspannen:



    - Hat die Neurologin mit der Untersuchung wirklich alles Neurologische ausgeschlossen, wie sie sagt? Natürlich habe ich Berichte von neurodegenerativ Erkrankten Menschen gefunden, bei denen schon mit mehr Beschwerden EMG und ENG unauffällig waren. WIe wahrscheinlich ist sowas?

    - Sollte ich weitere Untersuchungen in diese Richtung verfolgen, z.B. Bluttests, MRT oder ein weiteres EMG in ein paar Wochen? Die Ärztin hielt das aus einer neurologischen Sicht nicht für nötig. Wäre eine neuromuskuläre Ambulanz, z.B. in der Uni-Klinik Köln, sinnvoller gewesen und sollte ich da ggf. nochmal vorstellig werden?

    - Ich habe zwischenzeitig Magnesium mit Vitamin E eingenommen (1 Woche 600 mg pro Tag (1x 400 abends, 1 x 200 morgens; 2 Wochen 250 mg morgens) - leider hat das nur meine zuckende Oberlippe beruhigt, sonst hat sich nichts verändert.
    Sollte ich mich dennoch auf einen Magnesiummangel untersuchen lassen?

    - Kommen andere Mängel, z.B. Vitamin B12 oder Vitamin D in Frage? Oder andere Ungleichgewichte im Elektrolythaushalt (Kalium war ja im Normbereich)? Das hatten die Neurologin und mein Hausarzt eher für unwahrscheinlich gehalten, weil die Beschwerden nicht so drastisch für schwere Mängel seien und mein Hausarzt das Blutbild, abgesehen von Bilirubin, für völlig in Ordnung hält.

    - Kennt jemand rein orthopädische Beschwerden sich derart auf Muskelkraft in allen Gliedmaßen und besonders halbseitig und mit Gangstörung auswirken - mit Schwäche, Zittern und Faszikulationen?




    Meine Frau sagt mir, dass ich jetzt endlich daran glauben kann, dass ich kein ALS oder eine andere neurologische Erkrankung habe - die letzten Tage war ich sehr unruhig und aufgelöst und fürchte, dass ich in ein paar Wochen oder Monaten schlimmere Symptome habe und man doch was feststellt.
    Leider muss ich einsehen, dass ich keine Ahnung habe, nur weil ich einige Erfahrungsberichte und Differentialdiagnosen gelesen habe und mich auf diversen Medizin-Info-Seiten getummelt habe.


    Vielleicht kann mir hier jemand die ein oder andere Frage beantworten.

    Vielen lieben Dank für alle, die es bis hierher geschafft haben und mir eventuell die ein oder andere Frage beantworten können/wollen.
    Zuletzt geändert von hannatsei; 08.01.2020, 15:29.

    #2
    Das ist sehr lang, aber ein paar Gedanken dazu:
    ALS halte ich für sehr unwahrscheinlich.

    VItamin B21 Einnahme (insb. in Form von Methylcobalamin) kann insb. bei neuromuskulären Beschwerden nicht schaden, sofern keine Leber/Nierenerkrankung vorliegt.
    Vitamin D kann man ebenfalls versuchen, hier sollte man aber mit der Dosierung vorsichtig sein und besser den Spiegel vorher bestimmen lassen.

    Natürlich kann eine orthopädische Problematik (nämlich an der Wirbelsäule) zu Schwäche (auch einseitiger), Faszikulationen, Muskelabbau führen. Wenn noch nicht passiert, sollte man mal eine MRT der Wirbelsäule machen.

    Du scheinst dich schon ziemlich genau zu beobachten. Das ist verbunden mit einer Grundängstlichkeit nicht zu empfehlen.

    Bzgl. des Lungenvolumens von 70% wäre die Frage, ob es sich hier tatsächlich um das Lungenvolumen handelt (TLC), oder aber um einen anderen Wert (der, der bei Asthma eigentlich mehr Sinn machen würde, nämlich FEV1). Die TLC ist bei Asthma als obstruktive Störung i.d.R. nicht vermindert, bei einer restriktiven Störung dagegen schon.

    Ist die von dir beschriebene Gangstörung bestätigt? So beim Lesen klingt ein wenig wie ein leichter, einseitiger Trendelenburg-Gang, aber das hätte man eigentlich als Neurologe erkennen müssen, zumindest, wenn der Gangtest ausreichend lange war.

    Ansonsten wäre wegen der möglichen zeitlichen Korrelation zu der Infektionserkrankung des Darms eine autoimmune Problematik möglich.
    Wurde eine ENG gemacht? wenn nicht, das wäre imho noch sinnvoll, insb. mit Messung der F-Wellen zum Ausschluss einer CIDP und mit repetitiver Stimulation (wegen Myasthenie). Allenfalls käme imho noch eine Polymyositis in Betracht.
    Zuletzt geändert von pelztier86; 08.01.2020, 16:52.

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      #3
      Hallo Pelztier,

      vielen lieben Dank für Deine Antwort!



      VItamin B21 Einnahme (insb. in Form von Methylcobalamin) kann insb. bei neuromuskulären Beschwerden nicht schaden, sofern keine Leber/Nierenerkrankung vorliegt.
      Vitamin D kann man ebenfalls versuchen, hier sollte man aber mit der Dosierung vorsichtig sein und besser den Spiegel vorher bestimmen lassen.
      Ich werde meinen Hausarzt ggf. nochmal danach fragen.



      Natürlich kann eine orthopädische Problematik (nämlich an der Wirbelsäule) zu Schwäche (auch einseitiger), Faszikulationen, Muskelabbau führen.
      Das beruhigt mich ein wenig. Nach dem sehr fruchtlosen und 5-minütigem Orthopäden-Termin werde ich meinen Hausarzt um seine Meinung dazu bitten, um dann erstmal einen anderen Orthopäden aufzusuchen. Ggf. veranlasst der Hausarzt selber auch ein Wirbelsäulen-MRT oder ähnliches. Das wird mein Arzt am Besten wissen, schätze ich.



      Bzgl. des Lungenvolumens von 70% wäre die Frage, ob es sich hier tatsächlich um das Lungenvolumen handelt (TLC), oder aber um einen anderen Wert (der, der bei Asthma eigentlich mehr Sinn machen würde, nämlich FEV1). Die TLC ist bei Asthma als obstruktive Störung nicht vermindert, bei einer restriktiven Störung dagegen schon.
      Es gab zwei Werte: das totale Volumen lag bei nur 70%, das Ausatemvolumen waren 78% ohne Salbutamol und etwa 80% nach Salbutamol. Daraufhin hieß es, mein Asthma sei nicht gut eingestellt und ich soll ein halbes Jahr lang Cortisonspray ausprobieren und dann wieder zur Kontrolle kommen.


      Ist die von dir beschriebene Gangstörung bestätigt? So beim Lesen klingt ein wenig wie ein leichter, einseitiger Trendelenburg-Gang, aber das hätte man eigentlich als Neurologe erkennen müssen, zumindest, wenn der Gangtest ausreichend lange war.
      Leider (oder wahrscheinlich besser so) weiß ich nicht, was ein Trendelenburg-Gang ist. Ich bin ca. 3 - 4 m von der Neurologin weggegangen und dann wieder 3 - 4 m auf sie zu. Dazu hat sie erstmal nichts weiter beanstandet, legte mir aber nach allen Untersuchungen eine Rückenschule nahe. Ich werde meinen Hausarzt fragen, ob sie etwas derartiges im Bericht vermerkt hat.
      Leider wollte der Orthopäde mich trotz meiner Schilderungen gar nicht laufen sehen.


      Ansonsten wäre wegen der möglichen zeitlichen Korrelation zu der Infektionserkrankung des Darms eine autoimmune Problematik möglich.
      Wurde eine ENG gemacht? wenn nicht, das wäre imho noch sinnvoll, insb. mit Messung der F-Wellen zum Ausschluss einer CIDP und mit repetitiver Stimulation (wegen Myasthenie).
      Soweit ich weiß, ja. Mir wurde ein Impulsgeber auf den Unterarm gesetzt und Elektroden und Metallschlaufen in verschiedener Reihenfolge an die Finger gelegt und dann Stromimpulse gegeben. Das Gleiche wurde auch an den Unterschenkeln gemacht.
      Dazu sagte die Neurologin, dass die Ergebnisse auf den ersten Blick gut aussähen und eine Nervenleitgeschwindigkeit von 50 m/s vorläge.
      Ich werde meinen Hausarzt fragen, ob ihm der Bericht der Neurologin schon vorliegt - insb. mit Messung der F-Wellen zum Ausschluss einer CIDP und mit repetitiver Stimulation (wegen Myasthenie). Das sagt mir leider nicht viel, nur, dass ich CIPD schonmal beim googeln gefunden hatte.


      Du scheinst dich schon ziemlich genau zu beobachten. Das ist verbunden mit einer Grundängstlichkeit nicht zu empfehlen.
      Dem habe ich leider nichts entgegenzusetzen. Ich nehme seit ein paar Tagen Baldrian und trinke Lavendeltee, damit ich meine Beschwerden etwas besser ignorieren kann.



      Danke nochmal für Deine Antwort!

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        #4

        Beim Trendelenburg-Gang müsste das Trendelenburg-Zeichen auffällig sein;
        Als Trendelenburg-Zeichen bezeichnet man das Abkippen des Beckens zur gesunden Seite beim Stehen auf dem erkrankten Bein im Einbeinstand.

        4-5 Meter Gang reichen vll nicht aus, wenn das Ganze belastungsabhängig ist.

        Die F-Wellen werden häufiger nicht mitgemacht bei einer ENG, die repetitive Nervenstimulation ist eine Zusatzuntersuchung, die extra angefordert werden muss.

        Wenn die TLC 70% beträgt (und der Wert valide ist, was man ohne Kurven nicht sehen kann), dann spricht das aber in der Tat eher gegen Asthma als (alleinige) Ursache der Belastungsdyspnoe. Wenn du mit dem Ausatmenwert FEV1 meinst, dann passt der leicht erniedrigte Wert zu Asthma.

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          #5
          Das mit dem Trendelburg klingt nicht völlig unpassend - am 31.1. habe ich einen Orthopäden Termin, vllt. fällt dem etwas Derartiges auf.

          Die Neurologin hat den Bericht direkt an den Hausarzt geschickt, aber von Deiner Beschreibung denke ich nicht, dass das gemacht wurde.

          Der Pneumologe vermutet, dass ich durch mein Übergewicht ein reduziertes totales Lungenvolumen habe und der Ausatemwert durch das Asthma bedingt ist. Bei der körperlichen Untersuchung und der Auswertung der Ergebnisse aus der Body-Lyse hatte er wohl keinen Hinweis auf eine pathologischere Ursache bzgl. des Totalvolumens (abgesehen von Übergewicht).


          Ansonsten ein kleines Update:

          Mein Hausarzt hat letzte Woche nochmal eine Blutuntersuchung veranlasst. Soweit alles in Ordnung (Blutbild, Natrium, Vitamin B12 im Serum im Normalbereich).
          Allerdings lag mein Vitamin D bei nur 5,8 ng/ml, er sagte, die untere Grenze des Normbereiches seien 10 ng/ml. Ich soll jetzt 1000 IE täglich bis zum Sommer nehmen.
          Desweiteren lässt er jetzt auch Calcium nachbestimmen - wenn dort auch ein Mangel vorliegt, meinte er, könnte das die Faszikulationen und die Schwäche erklären.
          Am Freitag kann ich bzgl. des Calciumwertes anrufen.


          Sind denn 1000 IE bei so niedrigen Werten ausreichend? Ich hatte als Anfangstherapie bei sehr niedrigen Werten 50.000 IE pro Woche gelesen?

          Könnte der Mangel in so kurzer Zeit durch die Durchfallerkrankung entstanden sein? Ich habe schon länger Probleme mit einer recht schnellen Verdauung (Diagnose Reizdarm, Darmspiegelung, Magenspiegelung, Gallen- und Leberwerte unauffällig, nur Bilirubin erhöht) und habe in der Zeit nicht besonders gut gegessen (und in 2-3 Wochen 10 kg Gewicht verloren).


          Und aus Neugier: ich hatte über neurodegenerative Erkrankungen gelesen, dass es da Zusammenhänge in der Pathogenese mit Mangelzuständen (z. B. Vitamin D und B12) gibt und Alzheimer, Parkinson, MS und ALS zum eine schlechtere Prognosen haben und zum anderen, dass Patienten oft erniedrigte Werte zeigen.
          Begünstigen solche Mängel die Krankheiten oder können die Mängel durch die Erkrankungen entstehen?

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            #6
            1000 sind viel zu wenig ... du solltest 3 x 20.000 Einheiten pro Woche nehmen also alle 2 Tage für 3 Wochen , zusätzlich Vitamin K sonst bringt dir D nicht viel und dein Calcium könnte in die Höhe schießen.
            Nach den 3 Wochen stellst du um auf 20.000 1 x pro Woche .

            Zu dem Rest (deiner Neugier) möchte ich nichts sagen , spekulationen kann jeder aufstellen und bisher ist das alles nur Spekulation.
            Und bevor man über neurodegenerative Erkrankungen nachdenkt sollte man sich vor Augen führen wieviele Neuromuskuläre Erkrankungen es gibt .
            Zuletzt geändert von DennDenn; 16.01.2020, 09:23.

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              #7
              Hallo DennDenn,

              danke für den Hinweis! Wieviel K2 sollte ich denn auf 20.000 nehmen? Ich habe in der Drogerie vor Ort nur K2 Tabletten mit 100 Mikrogramm gefunden.

              Ich wollte tatsächlich nicht darauf hinaus, dass ich was davon haben könnte - momentan möchte ich auch einfach glauben, dass der Vitamin D Mangel die Beschwerden verursacht hat und in ein paar Wochen wieder alles normal ist

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                #8
                Also wichtig wäre ein Kombi Präperat ,vorallem Vitamin d3 und vitamin K2 , beide sind entscheind , D3 und K2 , da gibt es unterschiede .

                Bei Vitamin Express gibt es sowas,die Dosis ist zwar nur 5000 Einheiten,aber diese kann bei dem Mangel an D durchaus über mehrere Wochen Problemlos 1 x täglich eingenommen werden, es dauert halt nur länger bis der Wert steigt . 200mcg K2 sind darin pro Kapsel enthalten.

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                  #9
                  was mit 80 mg Pantoprazol pro Tag für 4 Wochen behandelt wurde
                  Weil ich das gerade zufällig las: Offenbar können PPI in seltenen Fällen auch außerhalb von Mängeln eine leichte Myopathie verursachen (die sich dann aber wieder zurückbilden müsste)

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                    #10
                    Ich habe mir jetzt ausreichend D3 und K2 besorgt und nehme das seit ein paar Tagen. Zusätzlich nehme ich auch noch etwas Magnesium.
                    Vielen Dank nochmal für die Dosierungstipps, ich hoffe, dass es hilft! Mit der 1000-er Dosierunghätte das ja ewig gedauert, bis der Wert im Normalbereich gewesen wäre.


                    Der Calcium-Wert lag genau im Normbereich - ich hatte fast gehofft, dass er etwas erniedrigt ist, damit das die muskuläre Beschwerden erklären kann.
                    Mein Hausarzt meinte allerdings, dass er es dennoch für möglich hält und die Beschwerden in den nächsten 4 Wochen besser werden sollten, wenn sie mit dem Vitamin D Mangel in Verbindung stehen.


                    Der B12 Serum Wert lag im mittleren Normbereich. Ich hatte gelesen, dass der normale Serumtest wohl oft wenig aussagekräftig ist und mit dem Gedanken gespielt, einfach mal eine B12 Kur zu machen, da es wohl kaum möglich ist, sich mit B12 überzudosieren - würde wahrscheinlich genauso viel kosten wie der Pinkeltest.

                    In 3 Monaten soll der Vitamin D Spiegel kontrolliert werden.

                    Ende Januar habe ich dann erstmal den Termin beim Orthopäden-Termin. Ich muss mich wohl erstmal in Geduld üben.

                    Vielen Dank für eure hilfreichen Tipps und Hinweise!


                    Offenbar können PPI in seltenen Fällen auch außerhalb von Mängeln eine leichte Myopathie verursachen
                    Ich hatte die Therapie nach den vier Wochen Mitte August beendet - die ersten muskuläre Beschwerden hatte ich allerdings erst 8-12 Wochen nach Beendigung.

                    Was ich bisher zu Myopathie und PPI gefunden hatte klang eher danach, dass sie Symptome während der Behandlung auftreten?

                    Sollte ich nochmal PPIs nehmen müssen, werde ich das auf jeden Fall bedenken, da in einigen Fällen die Beschwerden bei erneuter Gabe wiederauftreten.

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                      #11
                      Calciummangel wirst du idR nie haben, der Körper zieht das Calcium aus den Knochen wenn du zu wenig zuführst. Vitamin K ist das von Life Extension das beste, das hat auch K1 dabei. Aber kannst ja mal dein K2 aufbrauchen. Beim Calcium wäre ev Mineral zu empfehlen (ionisiertes Calcium) da Carbonate ggf nicht ausreichend aufgenommen werden können. (24h Harn auf Calcium prüfen) habs nur überflogen, aber das geht ja Richtung Knochen, Vitamin D, K und Calcium. Wenn bei den Knochen Probleme vorliegen gäbs da noch mehr,
                      Bitte keine PN oder nur in seltenen Fällen bei einer Frage die einen direkten Bezug zu einem Beitrag von mir hat, die nicht andere beantworten können. Danke.

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                        #12
                        Mit der Einnahme von Calcium solltest Du vorsichtig sein, gerade bei Muskelproblemen und wenn Du gleichzeiti Vitamin-D einnimmst.
                        In Deinem Fall würde ich auf eine zusätzliche Einnahme ganz verzichten.
                        It's a terrible knowing what this world is about

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                          #13
                          Calcium wollte ich tatsächlich nicht zusätzlich nehmen - der Blutwert war ja in Ordnung.

                          Wenn dann ggf. B12, weil der Serumblutwert im mittleren Normbereich war, aber der Serumtest von B12 wohl nicht so zuverlässig ist.

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                            #14
                            Noch zu dem Vit-D Spiegel: Wegen der umständlichen Verstoffwechselung kann es bis zu 3 Monate dauern bis der Blutwert entsprechend der Einnahme ansteigt. Daher nicht ungeduldig werden.
                            It's a terrible knowing what this world is about

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                              #15
                              Zitat von KlausB Beitrag anzeigen
                              Noch zu dem Vit-D Spiegel: Wegen der umständlichen Verstoffwechselung kann es bis zu 3 Monate dauern bis der Blutwert entsprechend der Einnahme ansteigt. Daher nicht ungeduldig werden.
                              Das liegt daran, dass man eigentlich einen Front Load macht mit wesentlich höheren Dosen, die Dosen in DACH sind sehr zurückhaltend, die Amis machen das anders. Generell sollte auch immer die aktive Form geprüft werden. Ich habe den Thread hier nicht gelesen, wenn es nur um die Muskeln geht ist dieses Calcium / Vitamin D Dinges eh selten zielführend. Das ist halt bei Knochenphatologien. Calcium sollte man nur dann zuführen, wenn die tägliche zuführung durch die Ernährung zu gering ist (kann man schnell prüfen) oder zu wenig vom Darm aufgenommen wird (sieht man im 24h Harn) bei normaler Ernährung. Jede andere Zuführung belastet die Nieren und schädigt den Körper, zumindest dann, wenn es nicht ionisiertes Calcium ist. Warum igw immer alle Ärzte Tabletten verschreiben, trotz bekannter NW, ist mir igw unklar.
                              Bitte keine PN oder nur in seltenen Fällen bei einer Frage die einen direkten Bezug zu einem Beitrag von mir hat, die nicht andere beantworten können. Danke.

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