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Zuckungen, Krämpfe und Ratlosigkeit...

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    Zuckungen, Krämpfe und Ratlosigkeit...

    Hallo,

    Bin 29 Jahre jung, männlich und bis Herbst letzten Jahres eigentlich kerngesund gewesen und gut trainierter Radrennfahrer (nein, habe nie irgendwas gespritzt oder eingeworfen...)

    Angenfange hat es im Oktober letzten Jahres mit Muskelzucken am linken Augenlid, anschließend hat sich dieses Zucken auf den gesamten restlichen Körper ausgedehnt. Es tritt immer wieder mal hier, mal dort auf. Der Muskel bzw. die Muskelfaser zuckt dann ein paar Mal und danach ist dann meistens Schluss und irgendwann tritt es woanders wieder auf. Ein paar Mal in den letzten Monaten kam es auch vor, dass es länger in einem Muskel gezuckt hat (Unterarm, Oberschenkel, Augenbraue). Ging das meistens so 1-2 Tage und ist dann irgendwann wieder verschwunden. Generell habe ich das Gefühl, dass das Zucken vermehrt auftritt, wenn ich wenig schlafe.

    Außerdem stelle ich ein komisches Zittern bei nachlassender Anspannung der Muskeln gegen einen leichten Widerstand fest, insbesondere im Rücken beim Bücken sowie beim Senken des Kopfes in bestimmten Positionen. Genauso beim Treppen runtergehen in den Beinen, in den Schultern und Handgelenken, in den Waden, in den Fußhebern, im Kiefer, eigentlich mehr oder weniger überall und relativ symmetrisch.

    Fühle mich in letzter Zeit oft einfach generell schwach, habe ungewöhnlich viel Schlafbedürfnis und fühle mich unsicher auf den Beinen. Oft habe ich auch das Gefühl, dass irgendwie meine Koordination nicht mehr die beste ist: Beim Essen berühre ich mit der Gabel ofters mal die Zähne oder piekse mich, beim Gehen stoße ich mir die Hüfte an Tischkanten an, fühle mich einfach trottelig in letzter Zeit

    Bin letztes Jahr noch Radrennen gefahren, jetzt bekomme ich nach ~30km schnellem Radfahren Wadenkrämpfe. So etwas kannte ich früher eigentlich nur nach oder während langen Rennen...
    Außerdem habe ich häufig das Bedürfnis tief einzuatmen und danach zu gähnen. Schwierig zu beschreiben, aber manchmal klappt das mit dem Einatmen auch nicht so richtig, habe das Gefühl, irgendwas würde die Lunge daran hindern, sich komplett zu entfalten.
    Seit einigen Wochen kommen nun noch irgendwie komische Probleme im Hals Bereich hinzu, habe oft eine krächzende, heisere Stimme und das Schlucken kommt mir irgendwie anstrengend vor, wie als wenn irgendwas im Hals blockieren würde. Dazu habe ich das Gefühl, ständig Speichel schlucken zu müssen, da der irgendwie "zu viel" und "zu flüssig" zu sein scheint.

    An Untersuchungen habe ich nun schon einige hinter mir:
    Hausarzt,
    Lungenfacharzt,
    Neurologe,
    Kardiologe...

    Blutwerte wurden mehrmals untersucht, dabei war einmal der CK Wert geringfügig erhöht (175) bei einer nachfolgenden Untersuchung eine Woche später war er aber wieder ok. Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse wurde vom Hausarzt gemacht, auch unauffällig.

    MRT vom Schädel wurde durch meinen Neurologen veranlasst, einziger Befund war eine "temporale Arachnoidalzyste links" welche aber laut Neurochirug keine Probleme verursachen sollte und auch nicht meine Symptome erklären würde.

    War dann einmal vor 4 Monaten in der Uni Klinik Erlangne in der Muskelsprechstunde, dort wurde dann auch ein EMG einer Wade gemacht. War unauffällig.
    Vor 2 Monaten war ich dann nochmal in Nürnberg im Krankenhaus, dort wurden so ziemlich alle Untersuchungen gemacht (Nervenleitgeschwindigkeit, TMS, EMG von beiden Waden), alles unauffällig.
    Vor 6 oder 7 Wochen, nach dem Krankenhausaufenthalt in Nürnberg, stellte ich auch fest, dass mein linkes Augenlid immer etwas weiter runter hängt als mein Rechtes. Habe meinen Neurologen darauf angesprochen und er hat nun noch ein MRT der Halswirbelsäule veranlasst und mir eine weitere Überweisung zum Neurochirugen gegeben.

    Bislang hieß es immer, die Zuckungen seien "benigne Faszikulationen". Bloß diese Krämpfe, die konnte bislang niemand so wirklich erklären und einordnen.

    Wegen den oben geschilderten Problemen im Halsbereich wollte ich morgen oder nächste Woche zum Arzt, bin jetzt gerade aus dem Urlaub wieder gekommen.
    Im Urlaub war ich einen Monat lang mit dem Fahrrad unterwegs, jeden Tag 100km am Tag Radfahren ging eigentlich ganz gut, so lange ich nicht schnell fahre. Sobald ich mich zu sehr anstrenge, kommen die Krämpfe. Und bei Pausen oder am Abend nach dem Fahren kann ich auch verstärkt Zuckungen in den Waden sehen und fühlen. Es zuckt dann alle paar Sekunden an verschiedenen Stellen mehr oder weniger auf beiden Seiten für ca. 2 Stunden.

    Hat irgendjemand eine Idee was das sein könnte oder welche sinnvollen Untersuchungen ich noch machen lassen könnte?

    Danke schon mal an alle, die sich die Mühe gemacht haben, den langen Text hier zu lesen!

    #2
    Untersuchung auf borelliose und Co Infektionen wäre sinnvoll und was mir noch einfällt wegen deinem Augenlid vieleicht mystania gravis.
    Sind die Schilddrüsen Werte geprüft ?
    Zuletzt geändert von Dokra; 29.07.2015, 20:11.

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      #3
      Servus,

      kann aber muss kein schwere Erkrankung sein!

      Was wurde im Blut alles untersucht außer den Neuro-Basics und dem 0815 Blutbild?

      Hast in den Monaten vor Beginn der Symptomatik was in Ernährung verändert/optimiert?

      LG

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        #4
        Lass Dir nichts einreden, wer 100 km Radfahren kann hat keine Myasthenie. Und vermutlich auch keine andere ganz seltene und ungewöhnliche Muskelerkrankung. Ist in der Zeit vor den Beschwerden irgendwas in Deinem Leben passiert?. Trennung? Umzug? Stress im Beruf? Vielleicht hast du auch zuviel trainiert oder Dich anderweitig überlastet und Dein Körper will Dir signalisieren dass er eine Pause braucht. Unterhalt Dich doch mal mit einem Sportmediziner oder mach eine Spioroergometrie. Wenn dein Hausarzt die wichtigsten internistischen Erkranungen ausgeschlossen hat würde ich empfehlen schalt mal einen Gang runter und versuch ein bisschen abzuschalten Lg birgit

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          #5
          Hallo,

          das hoffe ich doch sehr! Aber irgendwas stimmt halt einfach nicht. Vor einem Jahr waren es noch 200km die ich deutlich schneller und ohne die geringsten Probleme radeln konnte

          Die Muskelzuckungen, ok gut, damit kann ich leben. Aber die Krämpfe bereiten mir schon mehr Sorgen, ganz zu schweigen von der Geschichte mit der Atmung und vor allem dem Schlucken!

          An der Ernährung habe ich nichts verändert, zumindest nicht bewusst. Stress hatte ich in der Zeit in der es anfing mehr als genug, Umzug, viel zu viel zu tun in zu wenig Zeit auf der Arbeit, Mutter an Krebs gestorben... Aber kann so etwas wirklich "nur" an Stress liegen? Und vor allem, kann es erklären, dass die Beschwerden nach fast einem Jahr immer noch zunehmen und nichts besser wird?

          Was genau am Blut untersucht wurde weiß ich nicht, ich habe leider noch keinen Bericht von dem Krankenhausaufenthalt. Werde nächste Woche mal wieder zu meinem Hausarzt gehen, der müsste ihn eigentlich mittlerweile haben. Ich weiß nur, dass sie mehrmals Blut abgenommen haben und sehr viel untersucht haben. Einzige Auffälligkeit war wohl irgend eine einzelner Rheumafaktor, allerdings meinte die Ärztin, dass der Wert alleine keine große Aussagekraft hätte und eigentlich auch andere Beschwerden verursachen sollte.

          Mein Neurologe wollte mich eigentlich zum Friedrich Bauer Institut nach München schicken. Die wollten mich aber nicht, die meinten, wenn schon bislang bei sämtlichen Untersuchungen absolut keine Auffälligkeit vorhanden war, dann würden sie auch keine finden. Bloß was mache ich nun? Bin ratlos, meine Ärzte scheinen auch nicht so richtig weiter zu wissen. Aber irgendwie muss diesen Problemen doch auf die Schliche zu kommen sein!

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            #6
            Ich lauf auch schon 13 Monate von Arzt zu Arzt und keiner weiß etwas bin ebenfalls 29 und es juckt auch niemanden wenn die Ärtze nix finden wirst du irgendwann als verrückt abgestempelt. So ist es leider aber vielleicht hast noch Glück und bei dir findet jemand etwas.

            Ich habe ebenfalls Muskelzucken wie ein Maschinengewehr verteilt über den ganzen Körper manchmal einen leichten Krampf atmen is bei mir ne Qual und es wird von Monat zu Monat schlimmer. Total das Rauschen auf den Ohren seit Oktober 24 Stunden am Tag aber solange meine Blutwerte ok sind bin ich gesund :d Neurologen kannste eh vergessen bei denen is jeder psychisch krank auch dan noch wenn die Psychologen widersprechen.
            Zuletzt geändert von Dokra; 31.07.2015, 14:01.

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              #7
              Hallo bbs,

              Du treibst ja recht ambitioniert Sport. Grade Radfahren stellt hohe Ansprüche an den Körper.

              Klingt irgendwie nach einem Erschöpfungssyndrom oder Überanstrengung.
              Such Dir doch am Besten mal einen guten Sportmediziner und sprich mit ihm über Deine sportlichen Aktivitäten und die passende Ernährung. Evtl. ist das ja nur ein Ernährungsproblem. Zu wenig Kohlehydrate oder Mineralstoffmangel (Mgnesium, Kalium etc.).

              LG

              Klaus
              It's a terrible knowing what this world is about

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                #8
                Hallo Klaus,

                hätte so etwas nicht bei den Blutuntersuchungen auffallen müssen? Mache seit einem Jahr kaum noch Sport. Fahre halt noch mit dem Rad zur Arbeit, aber kein wirkliches Training mehr, keine Wettkämpfe... Halt nur noch ganz gemütlich. Aber geändert/verbessert hat sich dadurch leider nichts

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                  #9
                  Bei normalen Blutuntersuchungen fällt das nicht auf.
                  Warte doch mal die Ergebnisse aus dem Krankenhaus ab. Auch wenn Du nicht mehr Rennen fährst, so sprichst Du doch davon, dass Du immer noch längere Strecken fährst und nach schnellen Fahrten Probleme hast. Daher wäre die Idee mit dem Sportarzt, die schon Birgit aufgeworfen hat, nicht so schlecht, Die sind manchmal recht findig wenn es um solche Probleme geht.

                  Gruß

                  Klaus
                  It's a terrible knowing what this world is about

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                    #10
                    Zitat von bbs Beitrag anzeigen
                    Hallo,

                    Stress hatte ich in der Zeit in der es anfing mehr als genug, Umzug, viel zu viel zu tun in zu wenig Zeit auf der Arbeit, Mutter an Krebs gestorben... Aber kann so etwas wirklich "nur" an Stress liegen? Und vor allem, kann es erklären, dass die Beschwerden nach fast einem Jahr immer noch zunehmen und nichts besser wird?
                    Servus,

                    bin jetzt erst reichlich 1 Monat im Forum, bei allen PMs die ich bekommen habe,

                    - sind wir jetzt schon 5 Personen,
                    - mit 80% deckungsgleichen Symptomen,
                    - alle zu Anfang der Symptomatik im Alter Ende 20 bis Mitte 30,
                    - alle hatten vor Ausbruch der ersten Symptome mindestens eine mehrwöchige Stressphase,
                    - 4 von 5 vorher auf Leistungssportniveau,
                    - neurologische Basisuntersuchungen alle nicht eindeutig oder unauffällig,
                    - alle fortschreitender Verlauf.

                    Fazit:

                    1. Unser Problem ist statistisch nicht so selten wie ich gedacht habe. Wird wahrscheinlich nur nicht medizinisch statistisch erfasst, weil verkannt bzw. keine klare Diagnose vorhanden.

                    2. Stress ist wahrscheinlich auslösender (Co-)Faktor. Umgekehrt reicht Stressabbau/Entspannung aber nicht um die Prozesse zu stoppen.

                    LG
                    Zuletzt geändert von Haribo; 01.08.2015, 11:15.

                    Kommentar


                      #11
                      vielleicht können wir ein neues Syndrom manifestieren
                      Zuletzt geändert von chris15k; 01.08.2015, 11:10. Grund: schöneres Wort gefunden

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                        #12
                        Zitat von Haribo Beitrag anzeigen
                        Servus,

                        bin jetzt erst reichlich 1 Monat im Forum, bei allen PMs die ich bekommen habe,

                        - sind wir jetzt schon 5 Personen,
                        - mit 80% deckungsgleichen Symptomen,
                        - alle zu Anfang der Symptomatik im Alter Ende 20 bis Mitte 30,
                        - alle hatten vor Ausbruch der ersten Symptome mindestens eine mehrwöchige Stressphase,
                        - 4 von 5 vorher auf Leistungssportniveau,
                        - neurologische Basisuntersuchungen alle nicht eindeutig oder unauffällig,
                        - alle fortschreitender Verlauf.

                        Fazit:

                        1. Unser Problem ist statistisch nicht so selten wie ich gedacht habe. Wird wahrscheinlich nur nicht medizinisch statistisch erfasst, weil verkannt bzw. keine klare Diagnose vorhanden.

                        2. Stress ist wahrscheinlich auslösender (Co-)Faktor. Umgekehrt reicht Stressabbau/Entspannung aber nicht um die Prozesse zu stoppen.

                        LG

                        das heisst aber nicht , dass es bei allen dieselbe Erkrankung sein muss. Es gibt da so viele verschiedene , die in Frage kommen, vom "normalen Burnout / Erschöpfungssyndrom bis zu Erkrankungen aus dem rheumatischen Formenkreis kommt da ganz viel in Frage. Auch Hormonstörungen oder stoffwechselerkrankungen machen ähnliche Probleme und von der Psyche will ich gar nicht reden. Also macht euch bitte nicht gegenseitig verrückt. insbesondere wenn die Symtome noch nicht schwerwiegend sind LG Birgit

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                          #13
                          Die Entstehungsgeschichte würde auf Fibromyalgie passen. Aber die Symptome sind nicht so eindeutig.
                          It's a terrible knowing what this world is about

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                            #14
                            Ich muss Birgit Recht geben. Unser Körper ist keine Maschine - sondern ein sehr kompliziertes Gebilde. Stress kann all diese Symptome verursachen, aber es dauert meistens sehr lange - auch wenn man den Stress-Faktor "abschaltet" - bis Alles wieder so ist wie davor. Und: machen wir uns Nichts vor - meist braucht man dazu professionelle Hilfe. Das heisst doch nicht, dass man als "psychisch" krank abgestempelt wird. Wenn man bestimmte Fähigkeiten, die man vorher hatte, nun nicht mehr / nicht mehr im früheren Umfang hat, macht es einen selbstverständlich "wahnsinnig". Dann kreisen die Gedanken nur noch darum, warum man etwas nicht mehr kann, was früher kein Problem war. Wenn das kein Stress ist!!! Der Tipp mit dem Sportmediziner oder auch einem Psychotherapeuten oder Heilpraktiker ist gut. In Deutschland hat man immer noch Probleme damit, auch mal eine psychische Ursache für Erkrankungen zu akzeptieren. In allen Ländern geht man damit wesentlich offener um. Wenn die Schulmedizin nichts findet, sollte man auch mal ganzheitlich denken. Körper und Geist bilden nun mal eine wichtige Einheit.
                            LG Lilie24

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                              #15
                              Sicher hast Du recht, dass die Psyche eine Rolle spielt.
                              Aber häufig ist es doch so: Der Arzt kann die Ursache nicht finden. Dann kann es ja nur Psychisch sein. Damit hat er seine "Ursache" gefunden und er muss sich nicht weiter bemühen. Die "Therapie" erschöpft sich dann in der Verschreibung massenhafter Psychopharmaka. Häufig nicht mal vom Facharzt. Der Patient ist dann entweder ruhiggestellt oder er traut sich nicht mehr was zu sagen, weil er ja selber Schuld ist und eigentlich nichts hat.
                              It's a terrible knowing what this world is about

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