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Weiß nicht ob ich das schon gepostet hatte, passt aber gut, wenn man große Träume hatte (so wie ich...) und dann nichts daraus werden kann: https://www.youtube.com/watch?v=Soa3gO7tL-c
Ein Bewusstsein, das über den Tod hinausgeht, muss nicht per se die im Christentum verankerte "klassische Seele" als eine Art Bewahrer der Persönlichkeit sein. Ein über den Tod hinausgehendes Bewusstsein kann auch vielmehr universal sein, das "Ich" geht sozusagen auf...oder: alle Flüsse fließen in das große Meer, wie es im Japanischen heißt.
Das Lied ist ganz gut (einer der besten Songs der Gruppe), ist für mich aber schon ziemlich ausgenudelt, weil ich das einen Sommer lang jeden Tag ertragen musste - mein Bruder auf seiner E-Gitarre spielte das rauf und runter...Und den Hype um solche Gruppen finde ich auch zum Kotzen...
Und wo würde da der Unterschied zum blanken Nichts sein? Bewusstsein ohne dem Erhalt des ICHs sind insofern für uns irrelevant, da wir nicht einmal von der Existenz wissen können. Das Problem bei den ganzen Gedanken an den Tod ist immer das Gleiche, das Bewusstsein kann nur eine Situation erfassen, wenn es präsent ist, es kann sich aber nicht in seine eigene Abwesenheit hineindenken. Sobald es an den Tod denkt, ist es dort, wo es nicht sein darf, damit er (Tod) vorhanden ist. Deshalb haben die Religionen Erklärungsmodelle geschaffen, um diesen Error aufzuheben.
Ferner gewöhne Dich an den Gedanken, daß der Tod für uns ein Nichts ist. Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung, der Tod aber ist Aufhebung der Empfindung. Darum macht die Erkenntnis, daß der Tod ein Nichts ist, uns das vergängliche Leben erst köstlich. Dieses Wissen hebt natürlich die zeitliche Grenze unseres Daseins nicht auf, aber es nimmt uns das Verlangen, unsterblich zu sein, denn wer eingesehen hat, daß am Nichtleben gar nichts Schreckliches ist, den kann auch am Leben nichts schrecken. Sagt aber einer, er fürchte den Tod ja nicht deshalb, weil er Leid bringt, wenn er da ist, sondern weil sein Bevorstehen schon schmerzlich sei, der ist ein Tor; denn es ist doch Unsinn, daß etwas, dessen Vorhandensein uns nicht beunruhigen kann, uns dennoch Leid bereiten soll, weil und solange es nur erwartet wird!
So ist also der Tod, das schrecklichste der Übel, für uns ein Nichts: Solange wir da sind, ist er nicht da, und wenn er da ist, sind wir nicht mehr. Folglich betrifft er weder die Lebenden noch die Gestorbenen, denn wo jene sind, ist er nicht, und diese sind ja überhaupt nicht mehr da.
Freilich, die große Masse meidet den Tod als das größte der Übel, sehnt ihn aber andererseits herbei als ein Ausruhen von den Mühsalen des Lebens. Der Weise dagegen lehnt weder das Leben ab, noch fürchtet er sich vor dem Nichtmehrleben, denn ihn widert das Leben nicht an, und er betrachtet das Nichtmehrleben nicht als ein Übel. Und wie er beim Essen nicht unbedingt möglichst viel haben will, sondern mehr Wert auf die gute Zubereitung legt, so ist er auch beim Leben nicht auf dessen Dauer bedacht, sondern auf die Köstlichkeit der Ernte, die es ihm einträgt.
Wer nun aber verkündet, der junge Mensch müsse ein schönes Leben haben, der alte aber brauche einen schönen Tod, der ist albern, und zwar nicht nur, weil das Leben stets erwünscht ist, sondern auch darum, weil die Übung eines schönen Lebens gleichbedeutend ist mit der Vorübung für ein schönes Sterben. Noch viel minderer aber ist, wer da sagt:
"Schön ist's, gar nicht geboren zu sein, . . . Ist man geboren, aufs schnellste des Hades Tor zu durchschreiten."(1)
Ist dies nämlich seine wirkliche Überzeugung, warum gibt er dann das Leben nicht auf? Das steht ihm ja frei, wenn er es sich fest vornimmt. Redet er aber nur aus Spott so daher, dann gilt er bei denen, die solches Gerede nicht mögen, erst recht als Narr.
Die Lieder sind nicht schlecht, passen aber imho. nicht zu meiner Intention Lieder zu suchen.
Beruht doch alles Gute und alles Üble nur auf Empfindung,
Das beruht nicht primär/allein auf einer Empfindung, also einem Gefühl, sondern auf einer Moralvorstellung und auf der Bewertung danach. Diese kann aber unter Umständen recht beliebig sein und natürlich auch bewusst geändert werden.
Natürlich kann man den Tod im Leben nicht wirklich denken. Das bedeutet aber imho nicht per se, dass er keine Bedeutung, die von den Lebenden nicht erfasst werden kann, haben kann. Ursache und Wirkung folgen einander nur in einer Dimension von Raum und Zeit, nicht aber außerhalb dessen.
Und ich würde auch nicht sagen, dass der Tod das größte Übel überhaupt ist. Ich würde ihn als Abstraktum völlig wertneutral sehen.
Angst vor dem Tod ist dagegen wahrlich unsinnig. Ich bin mir auch nicht sicher, ob die meisten Menschen wirklich Angst vor dem Tod an sich haben, oder nicht vielmehr die Vergänglichkeit allen Seins scheuen, oder eben ganz konkret den Weg unmittelbar zum Tod, also das Sterben...
Und die Argumentation von Epikur ist auch nur dann schlüssig, wenn man von davon ausgeht, dass nach dem Tod tatsächlich kein wie auch immer geartetes Bewusstsein mehr existiert. Anfang und Ende seiner Argumentation ist, dass der Tod ein Nichts sei. Insofern ist das ein wenig Zirkelschluss-Argumentation.
1.) Das ist nur für die Argumentation nicht von Relevanz, da es eine Kette ist, fehlt das erste Glied, ist die weitere Kette abgeschnitten. Insofern hatte er sich auch korrekt ausgedrückt, da er die Wertung nicht ausgeschlossen hat (beruht).
2.) Dass es nach dem Leben kein Bewusstsein mehr gibt, sollte klar werden, wenn man sich der Rolle des Gehirnes beim Menschen bewusst wird. Ob abseits von Raum und Zeit Bewusstsein existieren kann, was davon losgelöst existieren kann, halte ich für ausgeschlossen, hierfür fehlt einfach jegliche Grundlage. Man nutzt das Unvermögen des Menschen außerhalb von Raum und Zeit denken zu können, um sich dem Wunschtraum hingeben zu können, dass es noch ein Bewusstsein geben könnte. Wenn das aber so wäre, müsste man auch vor dem Leben ein Bewusstsein gehabt haben, warum dies dann im irdischen Leben sein Gedächtnis verloren haben sollte, erklärt sich mir nicht. Außer man geht davon aus, dass durch die Raumzeit das Bewusstsein die Erinnerungen nicht übertragen könnte. So ganz geht das aber alles nicht auf. Außerdem, wie soll ein Leben ohne Raum Zeit und ohne Materie aussehen? Alles schwarz? Kein zeitlicher Ablauf? Das wäre kein Leben, was ich dem ewigen Nichts vorziehen würde. Da würde ich den suizidalen Gott laut Mainländer verstehen, der sich erlöste und so das Universum schaffte.
...nur als kleiner Tipp am Rande, da du ja Österreicher bist: Die Uniklinik Berlin heißt Charité und nicht Charitié - kommt aus dem Französischen (Barmherzig- , Wohltätigkeit).
Man nutzt das Unvermögen des Menschen außerhalb von Raum und Zeit denken zu können, um sich dem Wunschtraum hingeben zu können, dass es noch ein Bewusstsein geben könnte
Das ist kein Wunschtraum, das ist eine theoretische Möglichkeit. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn das aber so wäre, müsste man auch vor dem Leben ein Bewusstsein gehabt haben
Nun ja, es gibt nicht wenige, die daran glauben. Letztlich lässt sich so etwas weder beweisen noch sicher widerlegen. Dieselbe Argumentation, die du hier irgendwo schon angeführt hast, könnte man auch hier anbringen: Energie und Information vergehen nie, sie durchlaufen nur verschiedene Formen, die für uns nicht alle verständlich und/oder wahrnehmbar sein müssen.
Außerdem, wie soll ein Leben ohne Raum Zeit und ohne Materie aussehen? Alles schwarz? Kein zeitlicher Ablauf?
Ein Leben ohne Zeit und Raum ist nicht vorstellbar, zumindest nicht für uns, nach unseren Maßstäben. Das heißt aber nicht, dass es ein "Leben" ohne Zeit und Raum und ein Bewusstsein nicht geben könnten...
Wenn man mal den Anfang der Bibel ganz ohne religiöse Intention betrachtet, dann steht da meiner Erinnerung nach sinngemäß so etwas wie: Im Anfang war das Wort, und das Wort war Gott (das dann später Gestalt annahm). Wort - das ist nichts anderes als die Information, die noch vor jeglicher Materialisierung existiert.
Du liest aber fleißig meine Beiträge. Danke für den Hinweis, hat sich ein Fehler eingeschlichen.
Hier hab ich die PdE aber nirgends verlinken, glaube ich. Hast du sie gelesen? Nur ein ganz grober Gedanke, geht aber mMn auf. Wunder mich, dass ihn noch kein Philosoph angeschnitten hat.
Kant hat es ja schon treffend formuliert, die Metaphysik kann nur existieren, wenn wir sie nicht erfassen können, somit können wir weder wissen was sie ist, noch was sie nicht ist. Ich bin nur kein Freund davon, wie er sie dann mehr oder weniger christlich interpretiert, bzw. welche Grundwerte er der Ethik zudichtet, ohne die Herleitung zu begründen. Man kann den kategorischen Imperativ so auslegen, dass er diese Basis glatt wiederlegt.
Meine Konsequenz daraus wäre, dass sie damit für und schlich irrelevant wird. Es ist aber auch eine Frage was man damit erreichen will, wenn es einem darum geht Todesangst oder Trauer der Verbliebenen zu mildern, geht das natürlich auf, wenn man daran glaubt.
...das kommt davon, wenn man nicht mehr viel machen kann außer am Laptop zu sitzen und zu surfen...
Dass Energie nicht vergehen kann, sondern immer nur in andere Formen übergeht, würde sich eigentlich schon aus der Quantenphysik erschließen. Und die Information ist das Grundgerüst allen Seins (und wenn man es so will, steht das sogar so in der Bibel)
Mal was anderes: wie sahen/sehen denn deine "broken dreams" aus?
Ich war extrem engagiert selbstständig zu werden (richtiger Workaholic), hatte über Jahre exzessiv gearbeitet, ich wollte eine Weltreise machen, eine non profit Organisation aufbauen, ne Familie gründen, Kraftsport bis zum natürlichen max. machen, ich hatte eine sehr genaue Vorstellung von meiner idealen Persönlichkeit (auch spirituell mit Meditation), usw. ich hatte ganze Mappen mit Zielen und habe alle Ziele mit großer Entschlossenheit verfolgt. Das war jetzt alles umsonst, was soll man machen.
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