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10 Tipps für den Arztbesuch

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    10 Tipps für den Arztbesuch

    Hallo,

    da ich jetzt sehr viele Arztbesuche durch habe, hier einige Gedanken.

    1.) Nach dem ersen Schock warten, wenn es möglich ist.

    Wenn man eine Muskelkrankheit bei sich vermutet und nicht zu den Verdrängern gehört, wird man sehr beunruight sein, man hat Angst und der Arzt erkennt das sofort. Sobald der Arzt merkt, dass der Patient auch psychisch betroffen ist, wird er sehr schnell dazu verleitet die Hypochonder Schublade zu öffnen. Wenn es also nicht zu dringend ist, sollte man etwas warten, bis man den ersten Schock verdaut hat. Wenn das Warten nicht möglich ist, z.B. weil ein drigender MS Verdacht besteht, ist dieser Tipp hinfällig.

    2.) NIE eine Vermutung abgeben!

    Ganz wichtig, sagt niemals ich denke ich habe dieses oder jenes. Es ist zwar verlockend zu einer bestimmten Krankheit eine Meinung des Arztes zu bekommen, aber sobald er merkt ihr habt im Internet gelesen, geht wieder die Schublade auf. Wenn ihr schon einen Rat zu einer bestimmten Krankheit haben wollt, dann frage verdeckt ala "ich kennen einen Arzt der meinte man sollte Richtung ALS schauen, aber ich glaube nicht das ist das habe, oder? Was ist das überhaupt?"

    3.) Keine Fachbegriffe verwenden!

    Sagt lieber es zuckt da und dort, nicht, ich habe hier und da Faszikulationen oder sehen sie den Tremor? Wenn ihr einmal einen harten Befund habt, so dass es außer Frage steht, dass ihr etwas organisches habt, könnt ihr immer noch Fachbegriffe verwenden, aber solange die Schublade noch nicht zu und fest verschloßen ist, gebt dem Arzt keinen Grund sie zu öffnen.

    4.) Objektivieren was möglich ist!

    Am besten per Fotos oder ihr lasst beim Sportmediziner die Kraftwerte messen. Alles was sich irgendwie objektivieren lässt, sollte objektiviert werden. Ihr könnt sonst auch Zeugen mitnehmen, die den Muskelabbau beobachten könnten, oder auch Veränderungen in der Sprache etc.

    5.) Sucht euch gute Ärzte!

    Am besten immer privat zu einem OA oder Primar gehen, sieht dieser eine Phatologie wird er euch in sein KH überweißen und er genießt die Betreuung eines privaten Patienten. Das kostet zwar zwischen 150-250 €, aber es lohnt sich! Der Arzt nimmt sich Zeit und sieht so auch schnell wenn etwas nicht stimmt.

    6.) Wechselt den Arzt wenn nötig, aber nicht öfter.

    Solange ihr der Meinung seit der Arzt nimmt euch nicht ernst oder es wäre keiner der genau schaut, würde ich den Arzt wechseln. Jeder Wechsel hat aber auch den Nachteil, dass der Verlauf nicht kontrolliert werden kann. Man sollte also abwägen und ggf. nochmal zu einen gehen, der einen schon vor Monaten / Jahren gesehen hat. Am besten ihr erkundigt euch zuerst welcher Arzt wirklich gut ist, so könnt ihr euch das selber suchen sparen.

    7.) Macht alle Untersuchungen die möglich sind!

    Fragt auch mal nach einen MEP nach und wenn ihr eine Lumbalpunktion oder Biopsie angeboten bekommt, dann macht die Untersuchungen! Nicht alles ist angenehm, aber je mehr Infos, desto eher bekommt ihr eine korrekte Diagnose! Die Risiken einer Lumbalpunktion sind auch nicht so groß, wie man meinen möchte. Die Ärzte erklären aber eh alles sehr ausführlich und gehen auch auf alle Fragen ein.

    8.) Erkundigt euch nach alternativen Untersuchungen.

    Es ist sinvoll auch andere Ansätze zu verfolgen, auch wenn die Chance nicht hoch sein sollte, dass man etwas findet. Ein guter Test auf Borreliose hätte so manchen Ärztemarathon verhindert. Auch nach Schwermetallen sollte gesucht werden, oder nach anderen Krankheiten, die Muskelprobleme verursachen können. (Krebs, Blutkrankheiten, Schilddrüse, Vitamine)

    9.) Besser eien Zweitmeinung einholen.

    Man sollte immer min. 2 gute Ärzte kontaktieren, ein Arzt kann immer etwas übersehen, auch wenn es ein guter ist. Sobald also etwas objektiviert wurde, schadet es nicht nochmal zu einem Spezialisten zu gehen.

    10.) Legt den Ärzten nicht immer den Vorbefund vor.

    Viele Ärzte schreiben einfach ab, wenn ihr eine verlässliche Zweitmeinung wollt oder aber wenn ein Arzt mal eine Somatisierungsstörung diagnostiziert hat, sagt einfach nicht, dass ihr schon einmal beim Doc wart. Ihr könnt nachträglich immer noch einen Vorbefund vorlegen, wen es notwendig wäre.

    Habt ihr noch mehr Tipps? Einfach posten.

    #2
    Ich muss Dich loben. Du hast mit Deinen Tipps sehr gut dargestellt, woran es bei manchen Ärzten mangelt und wie die Ärzte auf bestimmte Äußerungen reagieren. Ich gebe Dir Recht, dass man bei den Ärzten immer aufpassen muss, nicht als Hypochonder beurteilt zu werden.
    Wenn man, was bei schweren Krankheiten verständlich ist, Angst zeigt, ist man schnell ein Hypochonder, auch dann, wenn eine schwere Krankheit bereits diagnostiziert ist und man also nicht eingebildet krank ist.
    Dass jedoch gerade ein solches Verhalten der Ärzte einem Patienten Angst machen kann, daran denken die wenigsten Ärzte.


    Bei einem Punkt, nämlich, dass man, wenn man privat bezahlt, mehr Leistung des Arztes erhält, stimme ich Dir nicht voll zu.
    Ich bin privat versichert und merke, dass das, wenn es um die Diagnostik geht, oft kein Vorteil ist.
    Sobald ein Arzt merkt, es kommt "Arbeit" auf ihn zu, d. h. ein Privatpatient wird zeitaufwendig für ihn, ist sein Interesse am Privatpatienten gering bzw. erloschen.
    Wenn der Privatpatient hingegen nur wegen einer Befindlichkeitstörung ihn aufsucht, ist er jederzeit willkommen.


    Natürlich sind auch nicht alle Ärzte gleich, d. h. man muss evtl. auch "Klinkenputzen gehen", bis man einen Arzt findet, der differenzierter eine Sache betrachtet.


    Die von Dir auch angesprochene Somatisierungsstörung wird von den Ärzten oft dann "bemüht", wenn sie für die Beschwerden keine Diagnose haben und sie nicht zugeben wollen, dass sie nicht wissen, was ein Patient hat.
    Denn mit der "Somatisierungsstörung" haben sie eine Diagnose, auch wenn sie selber wissen, dass diese falsch ist. Eine solche Krankenakte ist dann immer schlüssig und man kann dem Arzt nicht vorwerfen, er hätte etwas falsch gemacht.

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      #3
      Hallo Lilo,

      danke für ein Feedback, freut mich wenn dir die Tipps gefallen! Ich denke vieles ist zwar logisch, aber wenn man gerade so unerwartet mit so einer schlimmen Krankheit konfrontiert ist, denkt man oft nicht nach und plappert beim Arztbesuch was gerade in den Sinn kommt, darum wollte ich das wichtigste nochmal zusammen fassen.

      Mit den privaten Patienten ist es sicher auch eine Frage wo er den Arzt kontaktiert. Geht man als privater ins KH bekommt der Arzt nichts vom Kuchen, muss aber dennoch den Patienten entsprechen ausführlich behandeln. Hat er aber privat eine Praxis und man bleibt bei ihm, dann rechnet es sich auch für ihn und er hat eher Lust den Patienten gut zu betreuen. Ich will es aber auch nicht so pauschal sagen, erst neulich hatte mir ein Primar angeboten mich in eine Uni Klinik aufzunehmen, ohne, dass ich ihn zuerst privat aufsuchen sollte, er meinte da die Frage nach einer Muskelkrankheit schon nicht mehr gestellt werden muss, sondern nur mehr nach welcher, könnte ich gleich ins KH aufgenommen werden. Das fand ich sehr nett.

      LG

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        #4
        Denn mit der "Somatisierungsstörung" haben sie eine Diagnose, auch wenn sie selber wissen, dass diese falsch ist. Eine solche Krankenakte ist dann immer schlüssig und man kann dem Arzt nicht vorwerfen, er hätte etwas falsch gemacht.
        Das stimmt absolut, man nennt das ja auch Verlegenheitsdiagnose.

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          #5
          Das mit der Psyche ist bei den Ärzten immer beliebt. Gerade bei Neurologischen Sachen. Vlt. weil (zumindest in D) das Fachgebiet häufig mit dem Gebiet Psychiatrie verbunden ist.
          Als Muskelerkrankungen noch bei der Orthopäden angesiedelt waren kam kaum einer auf die Idee mit der Psyche.

          Ich finde es auch verwunderlich, dass so viele mit sicherer Diagnose Psychopharmaka bekommen. Vieleicht damit die Patienten nicht so viele unangenehme Fragen zur Krankheit stellen und der Neuro (gilt sicher nicht für alle) seine Ruhe hat und nicht so hilflos (was er zweifellos ist) vor dem Patienten steht?
          It's a terrible knowing what this world is about

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            #6
            Was übrigens auch noch ein Tipp ist, geht nicht zum Psychiater wegen dem Ausschluss einer Somatisierungsstörung.

            Warum nicht?

            Der Neuro schickt dich zum Psychiater, wegen dem Ausschluss einer Som., der aber sagt "hättest du was organisches, hätte dich der Neuro nicht zu mir geschickt". Dann bekommst du 100 % den Psycho-Stempel und gehst mit dem dann zum Neuro, dann sagt der, siehst du doch psychisch, sagte ich doch.

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              #7
              In D hast Du damit ein Problem.
              Die Versorgung ist extrem schlecht.
              Und wenn Du einen gefunden hast steht am Praxisschild meistens: "Arzt für Neurologie und Psychiatrie" manchmal auch zusätzlich noch "Psychotherapie" oder "Psychotherapeut"
              Wenn Du da dann ohne gesicherte Diagnose hingehst ist es zur Psychoschublade nicht mehr weit.
              It's a terrible knowing what this world is about

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                #8
                Und wenn Du einen gefunden hast steht am Praxisschild meistens: "Arzt für Neurologie und Psychiatrie" manchmal auch zusätzlich noch "Psychotherapie" oder "Psychotherapeut"
                Wenn Du da dann ohne gesicherte Diagnose hingehst ist es zur Psychoschublade nicht mehr weit.
                Wenn Du als Privatversicherter hingehst und der Arzt gern noch die Gebührenziffern für psychiatrische Behandlungen abrechnet (die bringen nämlich viel Geld), braucht er für die Krankenkasse auch eine psychiatrische Diagnose ... und meist findet er auch eine.
                Da geht es m. E. oft auch darum, nicht nur die Gebührenziffern für neurologische Untersuchungen abrechnen zu können, sondern auch noch das Geld aus den psychiatrischen Gebührenziffern "mitzunehmen".

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                  #9
                  hallo brev,

                  danke auch die für dein feedback. ich sehe es ähnlich, traurig dass man 2 mal nachdenken muss, ob nicht eine aussage so verdreht wird, dass man blöd dasteht und in die schublade gesteckt wird. dennoch ist es leider so, dass man - sobald man in einer schublade steckt - man fast keine chance hat eine gute untersuchung zu erhalten, sollte es dann nur den hauch eines zweifels geben, dass es nicht organisch ist, kann man sich sicher sein, dass alle untersuchungen so hingedreht werden, dass es dann am papier so aussieht. faszis werden zu beningen faszis, deutlich lichts ifm wird zu einer geringen mitarbeit usw. usv.. klar kann man solange einen arzt suchen, bis man einen erwischt der wirklich ohne vorurteil die untersuchung macht, aber bis dahin hat man dann gut und gerne einige tausender privat liegen lassen, denn die kasser zahlt das normal nicht und man müsste bei den kassenärzte immer auf lange termine warten, das wäre nicht effektiv durchführbar. ich halte es immer noch als am einfachsten einfach die paar tipps zu befolgen, auch wenn es mir selber dabei dem magen umdreht, da ich absolut nicht lügen will, ich hasse es zu lügen, nur im anbetracht der fallen denen man konfrontiert wird, finde ich es gerechtfertigt.

                  der einsatz der psychopharmaka ist natürlich auch etwas, das ich kritisiere. die menschen werden mit zig pillen ruih gestellt, damit man die probleme nicht aufarbeiten muss, sei es nun organisch oder psychisch. die nw werden vom arzt gerne inkauf genommen, da sie ihn nicht betreffen. selber würden die ihre eigenen pillen nicht schlucken.

                  lg

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