Ich weiß, dass das Folgende eigentlich nicht direkt zum Thema NME passt, aber die ärztliche Ignoranz und Arroganz vieler deutscher Ärzte spielt hier im Forum doch oft eine Rolle, und auch das Marfan-Syndrom ist eine potenzielle DD bei muskulären Beschwerden.
Ich habe gestern rein zufällig einen weiteren Beweis für die hier vielerorts anzutreffende ärztliche Arroganz und Ignoranz im Ärzteblatt gefunden.
https://www.aerzteblatt.de/forum/117187
Hier schreibt wohl ein Allgemeinarzt zu Dr. Google/Morbus Google. Ich kann absolut nachvollziehen, das Ärzte genervt auf Patienten mit Halbwissen von Gesundheitsseiten mit fragwürdigen fachlichen Informationen reagieren, gerade wenn sie dann in ihren Lappalien Symptome einer schweren Erkrankung sehen und sich selbst diagnostizieren.
Aber es gibt auch durchaus wertvolle Informationsseiten, auch für Laien, wie bspw. orphanet. Ich selbst greife sowieso immer nur auf wissenschaftliche Artikel in den online-Journalen und pubmed zurück.
Nun will dieser Arzt ein Beispiel für die tatsächlich häufig sehr schlechten Informationsseiten für Laien/Patienten geben.
Und verweist auf die Seite der BÄK bzw. deren Information über das Marfan-Syndrom.
Weil er selbst nur 2 Patienten bei 20 000 Patienten mit dieser angeblich extrem seltenen Erkrankung hatte, schließt er darauf, dass die Angabe über die Häufigkeit der Erkrankung falsch sei. Interessant...
Noch kurioser wird es, wenn er meint, dass die Aussage, dass ein Kind eines Elternteils mit dem Gendefekt eine 50%ige Chance habe zu erkranken, falsch sei, denn "nach der Mendelschen Vererbungslehre" liege das Risiko zu erkranken nur bei 25%.
Offenbar kennt hier ein Arzt nicht einmal die Grundlagen der Biologie bzw. Genetik.
Das Marfan-Syndrom ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung, ergo hat das Kind eine 50%ige Chance die Mutation vererbt zu bekommen und damit zu erkranken...
Ich hatte die Tage auch nochmal Kontakt mit einem jungen kardiologischen OA, der mir in den meisten Dingen recht gegeben hat, insb. auch bzgl. der Zustände in Kliniken und die zunehmende menschliche und fachliche Inkompetenz vieler seiner Kollegen.
Er empfahl mir wegen des Kardio-MRT mich an einen Kardiologen zu wenden, dessen Vorträge er gehört habe, und der ein kardioMRT-Spezialist ist. Dieser koennte vll. meine fachlich fundierten Fragen, die weit über das hinausgehen, was ein üblicher Kardiologe, der sich mit der MRT beschäftigt, weiß, beantworten.
Tja, ich habe also gestern noch die Mail geschrieben, und was war? Eine kurze, sehr unpersönliche Mail von wegen, er könne wegen Arbeitsbelastung sich solcher komplexen Probleme nicht annehmen.
Außerdem erzählte mir der junge OA, dass er sich wegen der Zustände in vielen Kliniken und generell im System ohne eigene Praxis selbstständig gemacht habe, auch wenn das schwierig sei.
Aber er könne derartige Dinge, wie das, was er mir dann erzählte, nicht noch mehr mittragen, als er ohnehin schon müsste. Er habe vor 2 Wochen Meldung gemacht wegen eines den Patienten gefährdenden Verhaltens des Chefanästhesisten und Notarztes des Partnerkrankenhauses. Bei den Patienten bestand ein hochgradiger Verdacht auf einen Herzinfarkt. Statt mit dem Patienten die 45 Minuten in das Partnerkrankenhaus mit dessen Katheterlabor, wo der Kardiologe zeitweise arbeitet, zu fahren, lieferte der Anästhesist den Patienten in der Notfallaufnahme seines Hauses ab, wohlwissentlich, dass man dort den Patienten nicht adäquat versorgen kann und ihn mit einem Transporter, dessen Organisation Zeit in Anspruch nehmen würde und schließlich zwei Stunden brauchte, in das Partnerkrankenhaus bringen müsste.
Glücklicherweise erlitt der Patient dadurch keinen bleibenden Schaden, aber der Kardiologe meldete das Verhalten des Anästhesisten, der sich offenbar nachts um 2 Uhr die längere Fahrt sparen wollte. Daraufhin bekam er wohl von der Leitung eins auf den Deckel, mit der Begründung, dass sie den Anästhesisten bräuchten und man daher bei manchen Dingen bzw. Eigenheiten von ihm ein Auge zudrücken müsse...
Ich habe gestern rein zufällig einen weiteren Beweis für die hier vielerorts anzutreffende ärztliche Arroganz und Ignoranz im Ärzteblatt gefunden.
https://www.aerzteblatt.de/forum/117187
Hier schreibt wohl ein Allgemeinarzt zu Dr. Google/Morbus Google. Ich kann absolut nachvollziehen, das Ärzte genervt auf Patienten mit Halbwissen von Gesundheitsseiten mit fragwürdigen fachlichen Informationen reagieren, gerade wenn sie dann in ihren Lappalien Symptome einer schweren Erkrankung sehen und sich selbst diagnostizieren.
Aber es gibt auch durchaus wertvolle Informationsseiten, auch für Laien, wie bspw. orphanet. Ich selbst greife sowieso immer nur auf wissenschaftliche Artikel in den online-Journalen und pubmed zurück.
Nun will dieser Arzt ein Beispiel für die tatsächlich häufig sehr schlechten Informationsseiten für Laien/Patienten geben.
Und verweist auf die Seite der BÄK bzw. deren Information über das Marfan-Syndrom.
Weil er selbst nur 2 Patienten bei 20 000 Patienten mit dieser angeblich extrem seltenen Erkrankung hatte, schließt er darauf, dass die Angabe über die Häufigkeit der Erkrankung falsch sei. Interessant...
Noch kurioser wird es, wenn er meint, dass die Aussage, dass ein Kind eines Elternteils mit dem Gendefekt eine 50%ige Chance habe zu erkranken, falsch sei, denn "nach der Mendelschen Vererbungslehre" liege das Risiko zu erkranken nur bei 25%.
Offenbar kennt hier ein Arzt nicht einmal die Grundlagen der Biologie bzw. Genetik.
Das Marfan-Syndrom ist eine autosomal-dominant vererbte Erkrankung, ergo hat das Kind eine 50%ige Chance die Mutation vererbt zu bekommen und damit zu erkranken...
Ich hatte die Tage auch nochmal Kontakt mit einem jungen kardiologischen OA, der mir in den meisten Dingen recht gegeben hat, insb. auch bzgl. der Zustände in Kliniken und die zunehmende menschliche und fachliche Inkompetenz vieler seiner Kollegen.
Er empfahl mir wegen des Kardio-MRT mich an einen Kardiologen zu wenden, dessen Vorträge er gehört habe, und der ein kardioMRT-Spezialist ist. Dieser koennte vll. meine fachlich fundierten Fragen, die weit über das hinausgehen, was ein üblicher Kardiologe, der sich mit der MRT beschäftigt, weiß, beantworten.
Tja, ich habe also gestern noch die Mail geschrieben, und was war? Eine kurze, sehr unpersönliche Mail von wegen, er könne wegen Arbeitsbelastung sich solcher komplexen Probleme nicht annehmen.
Außerdem erzählte mir der junge OA, dass er sich wegen der Zustände in vielen Kliniken und generell im System ohne eigene Praxis selbstständig gemacht habe, auch wenn das schwierig sei.
Aber er könne derartige Dinge, wie das, was er mir dann erzählte, nicht noch mehr mittragen, als er ohnehin schon müsste. Er habe vor 2 Wochen Meldung gemacht wegen eines den Patienten gefährdenden Verhaltens des Chefanästhesisten und Notarztes des Partnerkrankenhauses. Bei den Patienten bestand ein hochgradiger Verdacht auf einen Herzinfarkt. Statt mit dem Patienten die 45 Minuten in das Partnerkrankenhaus mit dessen Katheterlabor, wo der Kardiologe zeitweise arbeitet, zu fahren, lieferte der Anästhesist den Patienten in der Notfallaufnahme seines Hauses ab, wohlwissentlich, dass man dort den Patienten nicht adäquat versorgen kann und ihn mit einem Transporter, dessen Organisation Zeit in Anspruch nehmen würde und schließlich zwei Stunden brauchte, in das Partnerkrankenhaus bringen müsste.
Glücklicherweise erlitt der Patient dadurch keinen bleibenden Schaden, aber der Kardiologe meldete das Verhalten des Anästhesisten, der sich offenbar nachts um 2 Uhr die längere Fahrt sparen wollte. Daraufhin bekam er wohl von der Leitung eins auf den Deckel, mit der Begründung, dass sie den Anästhesisten bräuchten und man daher bei manchen Dingen bzw. Eigenheiten von ihm ein Auge zudrücken müsse...

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