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    #16
    Danke für die Antworten, bin froh, dass ich nicht bekloppt bin ;o)...

    Ich werde jetzt einen Termin wahr nehmen und hoffe auf den positiven Effekt, des "Bekannten Bonus".

    Werde mich mal mit dem Thema neuropathischer Schmerz auseinandersetzen und schauen, was ich selber evtl schon machen kann. Den Schmerz in der HWS habe ich allen Ärzten genau so beschrieben. Habe aber immer nur Cortison oder Betäubungsmittel in die Wirbel gespritzt bekommen und musste für ne gewisse Zeit Medikamente einnehmen. Es hat aber, wenn, dann nur für die Zeit Linderung gebracht. Kühlen sollte ich auch. Aber keiner hat mir erklärt, was es für ein Schmerz ist.

    In der re. Schulter hatte ich vor vier Jahren angeblich eine Schleimbeutelentzündung. Über ein Jahr hatte der
    Orthopäde daran rumgedoktert und danach die Schmerzklinik, ohne Besserung! Dann haben es alle aufgegeben.
    Daraus hat sich das jetzt so entwickelt und die Schmerzen sind teilweise sehr heftig und mittlerweile vom Schulterblatt bis in die Fingerspitzen mit Taubheit. Aber kein Arzt hält es für nötig, mal ein MRT zu machen, um zu sehen, wie es drinnen aussieht...
    Die linke Schulter/Arm Symptomatik ist noch nicht ganz so schlimm wie rechts, da hatte ich aber keine Schleimbeutelentzündung..

    Ich weiß ja nicht, ob es davon kommen kann, oder ob es mit meiner Grunderkrankung "was auch immer" zu tun hat.

    Kann ein Schmerzarzt / Neurochirurg auch noch Untersuchungen durchführen, oder macht er nur Therapie anhand der Anamnese?

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      #17
      Eine Entzündung kann jedwede Schmerzarzt verstärken, insb. auch neuropathische Schmerzen. Eine Schleimbeutelentzündung kann natürlich auch durch Überanspruchung des Gelenks entstehen.
      Wenn noch keine MRT erfolgt ist, wäre die Durchführung einer MRT imho sinnvoll. Denke schon, dass das auch der Schmerzarzt anordnen kann.

      Und nein, deine Beschreibung klingt mitnichten verrückt oder auch nur "heikel"...da können neuropathische Schmerzen aus eigener leidvoller Erfahrung (noch) ganz anderes fieses Zeugs machen, was man sich als Normalsterblicher nicht einmal annähernd vorstellen kann, und was auch viele Ärzte nicht glauben können. Insofern ist diesbezüglich noch alles im grünen Bereich und du brauchst denke ich keine Bedenken zu haben, insb. nicht bei einem Bekannten.
      Zuletzt geändert von pelztier86; 03.01.2019, 20:21.

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        #18
        Bei der HWS ist es schon richtig mit Schmerzmitteln zu arbeiten, denn die Schmerzen kommen durch die Verspannungen wegen der (unbewussten)Schonhaltung zur Entlastung der HWS, die führen zu weiteren Schmerzen das verstärkt die Schonhaltung usw. Mit den Schmerzmitteln versucht man den Teufelskreis zu durchbrechen.

        Schmerzen direkt an der HWS gibt es, ebenso wenig wie im Muskel selber übrigens nicht. Es ist bei Schmerzen an der WS immer das verspannte Bindegewebe. Eine andauernde Verspannung führt zu Entzündungen im Bindegewebe, was die Schmerzen dann verstärkt.


        Echt Nervenschmerzen sind nochmal eine ganz andere Nummer. Dagegen verursacht eine Zahnwurzelentzündung nur ein leichtes kitzeln.
        It's a terrible knowing what this world is about

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          #19
          Im Übrigen darfst du als Neupatient einer Schmerzambulanz in der Regel sowieso einen seitenlangen Schmerzfragebogen ausfüllen, der u.a. Fragen zum Schmerzcharakter, der Schmerzintensität, verstärkende oder (falls vorhanden) verbessernde Faktoren etc.pp...

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            #20
            Echt Nervenschmerzen sind nochmal eine ganz andere Nummer. Dagegen verursacht eine Zahnwurzelentzündung nur ein leichtes kitzeln.
            naja, das ist Definitionssache. Prinzipiell gibt es schon auch weniger schwere Nervenschmerzen, auch wenn das „Standard-Schmerzlevel“ bei neuropathischen Schmerzen sicherlich größer ist als bei anderen chronischen Schmerzarten. Neuropathischer Schmerz beschreibt im klinischen Gebrauch zunächst einmal nur einen bestimmten Schmerzcharakter, während im engeren Sinne dieser im Rahmen einer strukturellen oder funktionellen Läsion des somatosensiblen Nervensystems gemeint ist.

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              #21
              Schmerz im Rahmen einer strukturellen Läsion des somatosensiblen Nervensystems ist eine der notwendigen Bedingungen der Definition von neuropathischen Schmerzen. Die 2. notwendige Bedingung ist, dass der Schmerz in einem neuroanatomisch plausiblem Areal auftritt.

              Trifft nur eines zu ist es noch ein möglicher neuropathischer Schmerz.

              Nach der Beschreibung von kraftlos würde ich bei ihr keine neuropathischen Schmerzen vermuten. Ob es so ist oder nicht kann aber nur ein Arzt nach entsprechenden Untersuchungen sagen.
              It's a terrible knowing what this world is about

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                #22
                Also, ich habe mich eigentlich noch nie so intensiv mit meinen Schmerzen auseinander gesetzt, sie sind halt da und gehören zu mir...

                Die schlimmsten Akut Schmerzen sind für mich, wenn im Bauchraum Blutgefäße reißen. Und das, ohne körperliche Belastung. Hatte ich ein paar Mal ca. ein Jahr nach der Geburt meines zweiten Sohnes. Endete immer in der Notaufnahme. Was gerissen war, konnte man nie feststellen, aber da Blut im Bauchraum war, waren es vermutlich Blutgefäße...
                Heute muss ich nur noch aufpassen, dass ich nicht mit durchstreckten Beinen (vor allem im Liegen) nieße. Ansonsten passiert das (toi, toi, toi) auch nicht mehr... 🙈

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                  #23
                  ...ich schrieb ja auch im klinischen Gebrauch...und der ist häufig sinnvoller als das Kleben am insb. hierzulande völlig veralteten Textbook, das viele Neurologen drauf haben, und die meisten Schmerzärzte sehen das ähnlich. Mittlerweile werden Schmerzen, die einen neuropathischen Schmerzcharakter haben, aber nicht (eindeutig, was ohnehin vielfach schwer ist) auf eine (insb. strukturelle) Läsion auf der Bahn des somatosensiblen Systems zurückzuführen ist, als weitere Schmerzart von manchen postuliert. Für den klinischen Gebrauch ist das aber ziemlich einerlei: der ziemlich charakteristische neuropathische Schmerzcharakter zeigt immer eine Funktionsstörung und/oder Reizung der Nerven an, und danach muss sich die Behandlung auch richten. Es sind wahrscheinlich ohnehin die zellulären Veränderungen und nicht die strukturelle oder funktionelle Läsion an sich, die die charakteristischen Schmerzen verursachen.
                  Der Zusatz, dass die Schmerzen in einem neuroantaomisch plausiblen Areal auftreten müssen, ist im Grunde veraltet, denn das Wissen um neuropathische Schmerzen ist immer noch ziemlich begrenzt. Insofern kann man eigentlich keinen neuropathischen Schmerz ausschließen, nur weil er dafür scheinbar zu diffus bzw, sich nicht strikt an die Neuroanatomie hält. Im Grunde ist das einfach lachhaft, und ein Relikt der Zeit, in der sich Neurologen für ach so klug hielten und generell als die Genies unter den Ärzten halten (bzw. viele tun das ja immer noch ungeachtet ihrer tatsächlichen Kompetenz und Expertise und ungeachtet dessen, dass man (und insb. die Neurologen, die sich traditionell als nicht wirklich zuständig für neuropathische Schmerzen sehen )auf dem Gebiet noch nicht viel weiß.
                  Zuletzt geändert von pelztier86; 03.01.2019, 21:39.

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                    #24
                    Im Übrigen ist das wahrscheinlich auch genau der Grund, warum Kortison manchmal auch bei fehlender Entzündung als Schmerzmedikament wirkt, und warum Antioxidanzien (insb. bioaktives B12) sich oftmals positiv auf leichtere-mäßige Nervenschmerzen und Missempfindungen auswirken, und das häufiger und ausgeprägter als die konventionellen Schmerzmedikamente (Antidepressiva, Antiepilepetika) bei neuropathischen Schmerzen. Ich kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Schwere Nervenschmerzen dagegen sind noch einmal eine andere Nummer...

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                      #25
                      Die genannte Definition stammt von der Association for the Study of Pain.
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                        #26
                        Zitat von pelztier86 Beitrag anzeigen
                        Im Übrigen ist das wahrscheinlich auch genau der Grund, warum Kortison manchmal auch bei fehlender Entzündung als Schmerzmedikament wirkt, und warum Antioxidanzien (insb. bioaktives B12) sich oftmals positiv auf leichtere-mäßige Nervenschmerzen und Missempfindungen auswirken, ..

                        Hier sprichst Du aber von nozizeptorischen Schmerzen
                        It's a terrible knowing what this world is about

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                          #27
                          Die genannte Definition stammt von der Association for the Study of Pain.
                          mag sein, ändert aber nichts an ihrer Überholt- und Kleingeistigkeit.

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                            #28
                            Hier sprichst Du aber von nozizeptorischen Schmerzen
                            nein, nicht nur. In dem konkreten Beispiel sprach ich sogar ausdrücklich von neuropathischen Schmerzen. Bei neuropathischen Schmerzen kommt es ja im Rahmen der peripheren (und später zentralen) Sensibilisierung infolge der zellulären Veränderungen im PNS und ZNS sekundär zu der nervalen Funktionsstörung auch zu einer Überregbarkeit der peripheren und zentralen Nozizeptoren. Voila, Teufekskreislauf.
                            Es hängt wahrscheinlich von diesen zellulären Veränderungen und der Anwesenheit bzw. Ausprägung einer peripheren plus/minus zentralen Sensibilisierung ab, ob Patienten mit strukturellen und/oder funktionellen Läsionen des somatosensiblen Systems Nervenschmerzen haben oder nicht, wobei die gleichen und gleich ausgeprägten Läsionen bestehen können.
                            Nozizeptorische Schmerze dagegen sind Schmerzen, die im Rahmen einer Gewebsschädigung entstehen und primär auf einer Aktivierung (bzw. im längeren Verlauf sich ausbildenden Übererregbarkeit) der peripheren Nozizeptoren beruhen, wobei das UNS und PNS intakt sind und auch normal funktionieren.
                            Zuletzt geändert von pelztier86; 03.01.2019, 22:48.

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                              #29
                              "Bei neuropathischen Schmerzen kommt es ja im Rahmen der peripheren (und später zentralen) Sensibilisierung infolge der zellulären Veränderungen im PNS und ZNS sekundär zu der nervalen Funktionsstörung auch zu einer Überregbarkeit der peripheren und zentralen Nozizeptoren. "
                              Nein. Hier sprichst Du von dem Schmerzgedächtnis. Das ist aber die Folge von länger anhaltenden Schmerzen. Dabei ist es nicht relevant, ob das Auslöser nozizeptorisch oder neuropathische Schmerzen sind.

                              Wenn Du mit "zentrale Nozizeptoren" Rezeptoren im Gehirn meinst: die git es nicht.
                              It's a terrible knowing what this world is about

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                                #30
                                Zitat von Kraftlos Beitrag anzeigen
                                Also, ich habe mich eigentlich noch nie so intensiv mit meinen Schmerzen auseinander gesetzt, sie sind halt da und gehören zu mir...

                                Die schlimmsten Akut Schmerzen sind für mich, wenn im Bauchraum Blutgefäße reißen. Und das, ohne körperliche Belastung. Hatte ich ein paar Mal ca. ein Jahr nach der Geburt meines zweiten Sohnes. Endete immer in der Notaufnahme. Was gerissen war, konnte man nie feststellen, aber da Blut im Bauchraum war, waren es vermutlich Blutgefäße...
                                Heute muss ich nur noch aufpassen, dass ich nicht mit durchstreckten Beinen (vor allem im Liegen) nieße. Ansonsten passiert das (toi, toi, toi) auch nicht mehr... 
                                Was eigentlich wieder für ein Problem des Bindegewebes sprechen würde speziell mit Gefäßbeteiligung .
                                Aber wie schon mehrfach gesagt wurde , in Deutschland ist es so gut wie unmöglich einen vernünftigen Arzt dafür zu finden.

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