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Herzbeteiligung?

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    Herzbeteiligung?

    Hallo allesamt,
    ich bin 41 und bei mir wurde vor 5 Monaten eine Gliedergürtel- Muskeldystrophie festgestellt. In den letzten Jahren hatte ich aber auch immer wieder Herzbeschwerden, so dass eine Herzbeteiligung angenommen wird. Ich habe jetzt hier schon von mehreren Betroffenen gelesen, dass sie eine Herzbeteiligung haben. Meine Frage ist: wie wurde der Zusammenhang von Muskeldystrophie und Herzproblematik ärztlicherseits festgestellt?

    Liebe Grüsse, Guido

    #2
    hallo guido,
    ich war bei mehreren kardiologen um eine herz
    -beiligung auszuschliessen.im dez.2004 war
    ich zwecks myokardbiopsie und herzkath.unter
    -suchung im k.h.jedoch musste der eingriff aus techn.gründen abgebrochen werden.im jan.
    2005 war ich deshalb nochmal zur kernspin-
    untersuchung zitat u.a."die hier vorliegende fibrosierungsareale zeigen sich oftmals bei postmyokarditischen myokardialen residuen.diese veränderungen sind durchaus als kardiale manifestation einer fibrosierenden muskeldystrophie denkbar".
    so steht es im arztbericht.eine myokardbiopsie würde ich jetzt nicht mehr machen lassen ist aber glaube ich der einzige weg um definitiv eine beteiligung des herzmuskels auszuschliessen.
    wie schaut es bei dir mit deiner atmung aus denn auch da habe ich probleme wegen diaphragmaler beteiligung?
    falls du noch fragen hast melde dich über dieses forum damit andere interessierte auch informiert werden können oder mir bzw.uns informationen geben können.
    tschüss
    gisela

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      #3
      Hallo Gisela,
      vielen Dank für deine Antwort, Du hast mir sehr geholfen!
      jetzt habe ich gerade bei AHGrieb geschrieben, ohne vorher deine Antwort hier gelesen zu haben. Da steht ein bißchen von mir und meinem Herz.
      Morgen habe ich einen Termin beim Kardiologen, dem werde ich das mit dem Kernspin erzählen, wenn er es nicht selber vorschlägt. Der Befund erscheint mir doch ziemlich sicher und erspart Dir die Biopsie. Das freut mich für dich. Ehrlich gesagt, ich hätte vor einer Muskelbiopsie am Herz zuviel Schiss, würde ich mir nie trauen und ich staune über deinen Mut.
      Du zitierst aus deinem Kernspinbefund und die Diagnose hört sich an, als gäbe es einen unbekannten Kosmos in uns- nun ja, die Phänomenologie der Ärzte. Entscheident ist ja der letzte Satz. Ich denke, er reicht, um Dir Gewissheit zu geben- also, natürlich haben wir die Gewissheit unserer Empfindungen, darum geht es ja auch nicht unbedingt, denke ich. Eher geht es um die Mitteilbarkeit dieser Empfindungen, um eine möglichst objektiv gemachte Aussage über deinen Zustand. Sowas ist ja wichtig für die Krankenkassen, Rententräger etc..
      oder?
      Hat der Befund denn jetzt schon Konsequenzen für dich? Hat sich was an ärztlicher Versorgung geändert?

      Meine Atmung läuft eigentlich noch ganz gut, so rein subjektiv. Aber es gibt ganz klar Bereiche der Atemmuskulatur, die nur eingeschränkt funktionieren. Das ist bei mir vorallem die Rippenmuskulatur. Mein Zwerchfell scheint dagegen noch gut zu funktionieren und gleicht wohl vieles aus. Ich habe eine ausgesprochene Bauchatmung, und das ist jetzt rein physiologisch gesehen eher gut.
      Du schreibst ja, das dein Zwerchfell betroffen ist und deshalb auch eine Atemproblematik vorliegt. Ich nehme an, Du bekommst dementspechende Therapie, Physio- oder Atemtherapie, oder Logopädie?
      Klar, die betroffene Muskulatur ist verloren, aber das, was noch da ist, kann ja evtl. stabilisiert werden, bzw. durch nichtbetroffene Muskelgruppen evtl. kompensiert werden. Sagt die gängige Literatur. Ich kann das gerade bei meiner Atmung subjektiv bestätigen. Vor zwei Jahren hatte ich eine deutlich schlechtere Atmung als jetzt, da ich noch vielmehr meine Oberkörpermuskulatur zum atmen einsetzte. Die war aber schon sehr schwach und überhaupt ist das physiologisch verkehrt, aber durchaus häufig anzutreffen. Gerade bei Männern- Brust raus Bauch rein, nun ja.
      Neulich hatte sich bei einem DGM- Treffen eine Atemtheraupeutin vorgestellt. Sie arbeitet nach Ilse Middendorf und hat sehr viel Zuversicht ausgestrahlt. Sie hat ihre Praxis in Bremen, aber Middendorfler wird es auch bei Frankfurt geben.
      Vielleicht schreibst Du mal, wie sich die Atemproblematik bei Dir verhält und ob Du dazu eine Therapie erhälst?
      Liebe Grüße, Guido

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        #4
        Hallo Guido,
        ich hatte sehr grosse angst vor der Biopsie und war ganz ehrlich gesagt nicht undankbar darüber,dass das ganze aus technischen gründen abgebrochen werden musste.wegen der atmung hast du vollkommen recht,ich atme falsch wie viele andere auch.seit kurzem kommt deshalb bei mir ein beatmungsgerät zum einsatz.das ganze ist natürlich sehr gewöhnungsbedürftig weil ich u.a.eine typische auf-dem-bauch-schläferin bin bzw.war,naja aber darum geht es ja bei der ganzen sache auch nicht sondern um die entlastung in der nacht zu gunsten dem wohlbefinden am tag und die belastbarkeit. ich gehe 2x die woche zur physiotherapie und nehme 2x tägl.keatin.ich kann weder hüpfen noch springen und vieles andere auch nicht,aber trotzdem kann ich vieles mehr was andere leider nicht können und ich geniesse
        jeden tag an dem ich meine haxen aus dem bett kriege und die mich zur arbeit tragen und am abend auch wieder zurück.
        lieber guido,für deine untersuchung drücke ich dir die daumen
        liebe grüße
        gisela

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          #5
          lieber guido,
          habe deinen beitrag bei AHGrieb bezüglich deines herzens gelesen und
          wollte dir noch kurz berichten.ich nehme wegen meines blutdrucks beloc zok mite sowie blopress 16 mg u.z.morgens und abends(beide)die dosis von blopress wurde in diesem sommer von 8mg auf jetzt 2x 16 mg erhöht.ich verspüre auch ein innerliches zittern im brustkorb und weder mein blutdruck noch puls sind verändert.wenn ich im bett liege habe ich das gefühl als ob sich die erde bewegen würde bzw.als ob ich mich bewegen würde,wie ein innerliches zittern und beben und ich habe das gefühl als ob mir die hände zittern würden.ich hatte diesen zustand auch schon einige male als ich gerade beim arzt war und liess mir dann den blutdruck messen. der war aber zu meiner überraschung ganz normal und ich war mir sicher,dass er gerade sehr hoch war.
          alles gute
          gisela [img]tongue.gif[/img]

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            #6
            Liebe Gisela,
            die Herzeholperei hat mich just noch an dem Abend, bevor ich zum Kardiologen sollte, ins Krankenhaus geführt. Ich empfand: mein Blutdruck sprengt mich gleich. Als ich in der Aufnahme war, wurde sofort der Blutdruck gemessen: 160/80
            Das war mir beinahe peinlich. Ich konnte nur weiterhin sagen, mein Herz spinne, und auf die Muskeldystrophie hinweisen. Ein EKG wurde gemacht und die Blutwerte bestimmt: alles bestens. Und in mir zitterte es, wie Espenlaub, richtig übel. Irgendwann gab mir der Arzt eine Tablette, Tavor, ein Valiumpräparat. Ich war damit einverstanden. Nach etwa einer halben Stunde beruhigte sich auch alles. Vom nächsten Tag weiß ich allerdings so gut wie nichts. Ich war wohl beim Kardiologen, dem habe ich alle Zettel vom Krankenhaus und alle sonstigen Diagnosen gegeben. Dann hat der einen Ultraschall gemacht, wobei schon klar war, dass diese Methode nichts bringt. Ich weiß nicht mehr, ob ich ihm das sagte, oder nicht. Jedenfalls hätte ich mir diesen Termin wirklich sparen können, weil das Ergebnis lautet: ich bin kerngesund.
            Tja.
            Jetzt ist es ja so, hohen Blutdruck hatte ich nachweislich schon öftermal, weil der wurde in der Praxis meiner Hausärztin gemessen. Und ich weiß, dass während dieser Phasen mein Denken ziemlich eingeschränkt war. Für mich gab es da einen direkten Zusammenhang. Ich schreibe das, weil ich lese, dass Du Schwierigkeiten in kognitiven Bereichen hast. Ich habe während solcher Bluthochdruckphasen Wortfindungsstörungen, Erinnerungsschwächen etc. Damit will ich nicht sagen, dass der Bluthochdruck bei Dir der Grund für deine Beschwerden ist. Vielleicht ist der Grund viel profaner, ich weiß es nicht. Ich weiß nur, hoher Blutdruck führt bei mir zu erheblichen mentalen Schwächen. Und das macht natürlich eine enorme Angst. Schon diese Herzkasperei macht gehörig Angst, aber dazustehen und nicht Sprechen können, völlig unadäquate Antworten geben, die Raumorientierung verlieren- das sind ganz unerträgliche Situationen.
            Jetzt weiß ich natürlich nicht 100% genau, ob dies tatsächlich mein Blutdruck ist, oder ob da nicht doch was anderes arbeitet. So rein subjektiv fällt mir dieser mögliche Zusammenhang eben sehr stark auf.
            Was bleibt uns übrig, Gisela? die Ärzte.
            Auch wenn ich fast eine Bauchlandung beim Aufstehen von der Bare mache, handfeste Diagnosen mitbringe, auf mentale Einschränkungen hinweise- nichts da, ich sei kerngesund. Nun ja, ein bißchen Polemik muss sein.
            Es bleiben die Ärzte. Besprich deine Situation mit einem Arzt und frage nach möglichen Zusammenhängen zwischen Bluthochdruck und mentalen, oder kognitiven Problemen.
            Bei mir schwanken die Zustände ebenso stark , wie der Blutdruck. Und wenn ich deine Texte lese, so kann ich darin kein mentales Problem feststellen, im Gegenteil, Du schreibst klar und ausfühlich. Das spricht doch eigentlich auch bei Dir für Schwankungen, oder? Das heißt: zeitweise Einschränkungen bestimmter mentaler oder kognitiver oder geistiger Leistungen, ohne bleibenden Verlust. Alles kommt wieder. Oder?
            Hast Du denn schon mal mit einem Arzt darüber gesprochen?

            Wie wirkt den das Kreatin?

            Machst Du Atemtherapie? Ich glaube, das würde dir gut tun.
            Liebe Grüße, Guido und ich wünsche Dir noch ganz viele Wege ins Büro.

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              #7
              Hallo Guido
              Hab die Beiträge von dir und Rosalinde verfolgt.Ganz ehrlich, aber bitte nicht falsch verstehen.Bin etwas erleichtert,mir geht es genauso mit der Vergesslichkeit.Gesprächsinhalte sind einfach weg.Ich arbeite in einer Telefonzentrale,muss also ganz viel reden ! Bin oft im Kopf schon weiter und beende das Gespräch obwohl es noch nicht zu Ende ist. Peinlich !!! Auch die Wortfindung ist mühevoll. In grosser Runde zu reden dazu fehlt mir oft der Mut. Ich mache oft Dinge ohne Sinn und Verstand.Würde auch gerne wissen ob das mit der Muskelerkrankung zu tun hat.Mein Blutdruck ist eher niedrig oft
              nur 90/55 .
              Aber bei mir spielt sich zur Zeit einiges im Kopf ab, das häufige Hinfallen, nur noch langsam Vorwärstkommen,das mocht mir ganz schön zu schaffen.
              Und in letzter Zeit habe ich starke Schmerzen in meinen Hände.
              Ich gehe nicht mehr gerne unter Leute !!!!
              Irgendwie wird es schon weitergehen.
              Liebe Grüsse
              Schnecke

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                #8
                hallo schnecke,hallo guido und hallo Karoline
                wegen meiner vergesslichkeit war ich tatsächlich schon mal vor einigen jahren bei einem neurologen,u.z.bitte nicht lachen,
                ich dachte wirklich ich hätte alzheimer weil
                ich am abend nicht mehr wusste,was ich am mittag gegessen habe.dinge dieser art haben mich permanent geistig gestresst,dass ich an nichts anderes mehr gedacht habe alzheimer zu haben.der arzt bzw.die ärztin hatte sich damals köstlich über mich amüsiert und nach eingehender untersuchungen konnte sie mich dann beruhigen und sagte:"sie sind im kopf völlig gesund".tatsache ist,dass ich falsch atme und sehr oft die luft anhalte,besonders bei körperlicher anstrengung und dieser ist man ja permanent ausgesetzt.natürlich besteht ja auch die möglichkeit,dass der kopf so damit beschäftigt ist,den körper richtig funktionieren zu lassen z.b.wenn ich oft oder leicht hinfalle,muss ich doch mehr aufpassen und dies wiederum beschäftigt den kopf,jetzt muss ich aufpassen,jetzt kommt eine stufe,wie komm ich in die bahn,wie komme ich da hoch usw...usw...ich glaube wir sind einfach überfordert.ich bin ehrlich gesagt auch froh,wenn ich nach feierabend in meine wohnung komme und ich sein kann so wie ich bin denn am abend habe ich keine energie mehr,bin völlig ausgelaugt.meine mutter war auch sehr vergesslich.vieleicht habe ich auch das geerbt??werde auf jeden fall zum arzt gehen,denn es hat sich die letzten monate um einiges verschlechtert.
                liebe karoline,was du geschrieben hast klingt ja ganz schrecklich.kopiere deinen beitrag nochmals hierein,dann können andere ihn auch lesen und dir evtl.einen rat geben.
                lieber guido,deine untersuchung hattest du schneller wie geplant.es ist nicht gerade zufriedenstellend etwas zu haben was sich nicht finden lässt.ich kann meinen blutdruck
                mental in die höhe treiben nur bei dem gedanken an etwas unangenehmes.deshalb sollte man evtl.nur an schöne und angenehme dinge denken. was passiert jetzt weiter bei dir,gibst du dich mit der sie-haben-nichts-diagnose zufrieden oder suchst du noch einen anderen arzt auf denn dein problem ist ja noch da [img]redface.gif[/img]
                liebe grüsse euch allen
                gisela
                [img]tongue.gif[/img]

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                  #9
                  Hallo Gisela, Schnecke und Karoline
                  ich denke, Vergesslichkeit, Wortfindungsstörungen und ähnliches kann viele Gründe haben. Und es muss auch nicht immer nur ein einziger Grund sein. Blutdruck, ob zu hoch oder zu niedrig, kann solche Einschränkungen hervorrufen. Aber es können auch die Medikamente solche Wirkung haben, die etwa bei Bluthochdruck verschrieben werden. Oder Migräne. Und dann ist zu bedenken, bei einer Muskeldystrophie baut sich zwar erstmal "nur" die Muskulatur ab, aber es ist wohl zu technisch gedacht, wenn man daraus den Schluß zöge, dies wirke nicht irgendwie auf die Gesamtkonstitution. Bei einer Muskeldystrophie gibt es zwar keine organischen Veränderungen des Gehirns und auch nicht eine primär funktionelle Einschränkung. Aber der eingeschränkte Muskeltonus, die daraus resultierenden Überanstrengungen des Körpers, können sich über den Kreislauf auf die Hirnfunktionen auswirken. Das alles wäre, über Jahre hinweg gesehen, ein Prozess, der zu Hirnleistungseinschränkungen führen könnte.
                  Aber das ist alles spekulativ. Für Hirnleistungseinschränkungen reicht auch eine Wetterfühligkeit.
                  Bei mir ist der Herbst ein Verstärker für alle möglichen Sachen. Die Herzproblematik nimmt zu und insbesondere morgens bin ich manchmal wie bedeppert. Dieser Zustand brachte mich dazu, mir morgens generell sehr viel Zeit zu geben, allmählich bei einem Tee im Bett wachdämmern.
                  Wegen meinem Herz werde ich erstmal die genetische Analyse abwarten. Wenn die nichts ergibt, werde ich mit meinem Hausarzt, oder dem Neurologen mal die Kernspinntomographie besprechen. Wenn das zu nichts führt, dann soll es auch genug sein. Dann bleibt das eben ein rein subjektiv empfundener Herzkrampf. An der Empfindung ändert sich ja nichts.

                  Liebe Gisela, ich musste schon ein bißchen Lachen, weil deine Aussagen mir sehr vertraut sind. Wenn ich nicht mehr klar denken kann, dann denke ich vor allem eins: ich muss was am Hirn haben. Bei mir ist es dann Krebs. Vielleicht sind wir aufgrund unserer Muskelerkrankung so dermaßen darauf geeicht, dass wir bei Einschränkungsempfindungen jeglicher Art sofort einen Reflex haben, nämlich die durchaus begründete Annahme, dass da was sein muss.
                  Das kann ganz schön kirre machen.
                  Ich kenne diese Zustände an mir jetzt schon jahrzehnte lang. Manchmal bin ich geradezu blöd, dann wieder nicht. Manchmal läuft es sich ganz gut, dann wieder nicht. Und ganz allmählich, in einer atemberaubenden Zeitlupe, verschlechtert sich alles. Ich weiß nicht, wie lang das alles noch irgendwie geht, aber ich will es auch gar nicht wissen. Und wenn dann wieder mal der Krebs in mir unterwegs ist, dann muss ich mich schon selber auslachen. Du Idiot, denke ich dann. Aber das ändert nicht das geringste an der Empfindung.
                  Wie soll man damit umgehen? Ich habe definitiv eine Erkrankung, aber manchmal wirkt sich diese Erkrankung so allumfassend auf mein Lebensgefühl aus, dass das ganze Leben als krank erscheint. Alles erscheint plötzlich irgendwie betroffen. Es ist schwer an solchen Tagen. Da knickt das Knie ein, hier rempelt die Schulter an, der nächste Satz wird zur Mutprobe, das Herz macht rumpelpumpel und das Hirn hat fertig. Hurra du schöne Sonne.
                  Das ist die adäquate Antwort auf solche Tage. Du hast schon recht, wir sollten mehr an Schönes denken, und das dann auch noch tun.
                  Liebe Grüße, Guido

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                    #10
                    hallo guido
                    auch du hast mich zum lachen gebracht mit deinem krebsdenken.wenn ich manchmal so zurückschaue und in meinem geistigen auge die letzten 10 jahre revue passieren lasse,
                    habe ich wirklich sehr viel an energie damit vergeudet darüber nachzudenken,warum ich u.a.in keine bahn reinkomme,die einen höheren einstieg wie 20cm hat.was wäre wenn ich nicht schon früher zum arzt gegangen wäre und nicht erst im letzten jahr?wäre mir etwas erspart geblieben?eher nicht!
                    lieber guido,von welchem material wird bei dir die genetische analyse
                    gemacht? auch meine ärzte streben eine genauere zuordnung des typs meiner gliedergürtelmyopathie an u.z.anhand von einem rest der noch vorhandenen muskelbiopsiemasse.ein ergebnis dauert aber lange sagte mann mir!wegen deinem herzen wollte ich dir noch den tip geben es evtl.mal mit autogenem training zu versuchen,hat bei mir super geholfen [img]tongue.gif[/img]
                    liebe grüße
                    gisela

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                      #11
                      Liebe Gisela
                      es ist schön, wenn wir uns die derbsten Katastrophen schreiben, und uns dabei zum Lachen bringen. Auch dein letztes Schreiben zeigt wieder, das Du eine tiefgehende Einsicht in deine Handlungsweisen hast, und manchmal schaust Du Dir dann deine Handlungsweisen an und denkst: mein Gott. Und dann besitzt Du den Mut, andere daran teilhaben zu lassen. Das ist toll und auf mich wirkt so ein Denken erfrischend und aufmunternd.

                      Meine genetische Probe besteht aus einer schlichten Blutprobe. Wobei ich dabei immer sehr zimperlich auf die Nadel reagiere. Soweit ich das einschätzen kann, wird die zu untersuchende DNA aus Leukozyten, also weißen Blutkörperchen gewonnen. Aber Muskelzellen eignen sich dafür bestimmt auch, weil die DNA ja überall gleich ist, oder zumindest überall den gleichen Defekt aufweisen müsste.

                      Ja, mein Herz. Im Augenblick geht es wieder. Ich habe die letzten Tage peinlich genau auf meine Atmung geachtet. Und tatsächlich, meine Bauchmuskulatur- oder präzise gesagt: meine Bauch ist zur Zeit sehr angespannt. Ich weiß nicht, wie er das schafft, Muskeln sind da ja praktisch nicht, aber angespannt. Und die Anspannung betrifft auch das Diaphragma und das ist schon ein Problem, weil dann die Atmung nicht mehr richtig funktioniert, zumindest bei mir. Dann atme ich mit dem Oberkörper und das geht nun gar nicht. Da wird die Atmung total flach und kurz. Vorallem das Ausatmen geht dann schlecht. Deshalb wird es schon sein, das ich schlankweg hyperventiliert habe und dadurch die eigentlich schwach ablaufende Herzproblematik verschärfte.
                      Jetzt achte ich auf meine Atmung und es geht mir viel besser. Aber ich spüre nach wie vor den Herbst im Herzen. So richtig rund läuft es nicht, doch schränkt es mich in meinen Handlungen nicht mehr so stark ein. Nun ja, Spitzensportler werde ich eben nicht mehr.
                      Das eigentlich peinliche an der Geschichte ist, dass ich diesen Zustand der Verkrampfung über beinahe 2 Wochen nicht bemerkt habe. Meine Güte, manchmal sind meine Antennen wirklich nicht auf Empfang gestellt.
                      Und dann dachte ich natürlich sofort: mein Zwerchfell ist jetzt betroffen- oh nein, nicht schon wieder die Nummer, dachte ich gleich drauf. Und dann dachte ich: kann schon sein, weiter atmen!
                      Half.
                      Vielen Dank für deine Tip und es freut mich, dass autogenes Training Dir geholfen hat. Ich habe das schon mal probiert, aber irgendwie bin ich nicht der Typ dafür. Ich hatte das letzte Jahr viel Atemtraining und andere Entspannungstechniken, auch autogenes Training, aber das Atemtraining hat bei mir am besten gewirkt. Kann ich nur empfehlen.

                      Ach ja, die Genanalyse dauert bei mir auch mindestens drei Monate, sagte der Arzt. Frühstens November also. Und ob da was gefunden wird, ist auch nicht sicher, weil da nur sehr spezifisch geschaut wird. Das ganze Genum zu untersuchen, würde wohl Jahre dauern und wäre natürlich auch viel zu teuer. Tja.

                      Jetzt wollte ich Dir eigentlich nur kurz antworten
                      Liebe Grüsse, Guido

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                        #12
                        hallo guido,
                        hast du schon etwas bezüglich der genanalyse
                        von deinen ärzten gehört???ich habe bzw.ich lese z.Z.die dissertation eines jens alexander petersen thema"klinische-und molekulare charakterisierung von patienten mit gliedergürteldystrophie 2I (LGMD2I)".
                        ich verstehe vieles nicht,bin keine ärztin oder wissenschaftlerin,aber trotzdem verstehe ich einiges,und das was ich verstehe ist sehr sehr interessant und informativ.
                        liebe grüße
                        gisela

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                          #13
                          Hallo Gisela,
                          ich habe nächsten Donnerstag (10. 11.) den Termin, wo mir mein Ergebnis mitgeteilt wird. Das macht schon etwas nervös. Es führt geradezu zu einem paradoxen Wunsch, nämlich dem Wunsch, dass das Ergebnis auf jeden Fall positiv sein soll, also eine Erkrankung bestätigt werden soll. Schon komisch das alles.
                          Woher hast du denn die Dissertation, aus dem Internet?
                          Was macht dein Herz?
                          Liebe Grüße, Guido.

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                            #14
                            lieber guido,
                            sorry,hatte vergessen dir meine bezugsquelle mitzuteilen.gehe auf "edoc.ub.uni-muenchen.de/archive/00003762".
                            ich werde am 10.11. an dich denken,wenn du dir das ergebnis abholst :eek kann man eigentlich auch zu seinem hausarzt gehen,blut abnehmen lassen und das zur genetischen-untersuchung einschicken???)
                            meinem herzen geht es zur Zeit recht gut,
                            kein stolpern,keine extraschläge.
                            bitte teile uns dein ergebnis mit wenn du soweit bist.
                            liebe grüße
                            gisela

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                              #15
                              Hallo Gisela,
                              vielen Dank für die Literaturquelle, da werde ich gleich mal nachschauen.
                              Auch der Hausarzt kann eine genetische Untersuchung einleiten. Er nimmt dazu Blut ab und schickt es einem entsprechenden Institut. Meine Hausärztin war jedoch schon allein damit überfordert. Und dann ist ja auch die Interpretation, oder die Bewertung des Ergebnisses für den Hausarzt vermutlich schwierig. Aber warum fragst Du, ich dachte, bei Dir liefe schon eine genetische Untersuchung? Hast Du diesbezüglich Zweifel?Ansonsten würde ich Dir raten, dich eher an deinen Neurologen, oder an die Klinik zu wenden, die auch die Muskelbiopsie vorgenommen hat.
                              Dein Herz läuft ruhig, das ist wunderschön. Ein ruhig schlagendes Herz steigert die Lebensqualität enorm. Ich denke, ich werde demnächst mal mit meinem neuen Hausarzt über die Medikamente sprechen, die Du erwähnt hast. Vielleicht bin ich diesbezüglich auch irgendwie zu hart zu mir selbst, weil ich oft meine, alles bis zu Gehtnichtmehr aushalten zu müssen. Wovon man(n) nicht stirbt, härtet ab. Eine idiotische Haltung. Ist das eine Männersache?
                              Gaby erhält ja auch am 08.11. ihren Befund der Muskelbiopsie. Das sind schon heikle Termine. Es ist beinahe so, als erwarte einen ein Urteil, Freispruch oder lebenslänglich Haft. Und, wie schon geschrieben, ich gehe mit dem pradoxen Wunsch in die Urteilsverkündung, doch bitte lebenlange Haft zu bekommen, nur, damit Ordnung in meine Verhältnisse kommt. Der Freispruch würde eine zu große Unordnung erzeugen. Das erinnert mich an die Romane von Hans Erich Nossack, da haben die Protagonisten auch oft völlig verdrehte Ansichten, die aber irgendwie einen Sinn machen.
                              Na ja, Donnerstag weiß ich was, oder bin so schlau, wie zuvor. Ich werde es Dir schreiben.
                              Wie ist das denn jetzt bei Dir und der genetischen Untersuchung?
                              Liebe Grüsse, Guido.

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