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    Absolut Ratlos!

    Hallo zusammen,

    ich bin 44 jahre alt und wende mich heute hoffnugsvoll an dieses Forum mit dem Gedanken, das dem einen oder anderen einige meiner Symptome bekannt vorkommen.
    Dabei bin ich mir noch nicht einmal sicher ob ich unter einer Erkrankung der Nerven oder unter einer Muskelerkrankung leide, wie auch....habe ich doch beides!

    Seit ca. acht Jahren laufe ich mit Muskelschmerzen am ganzen Körper durchs Leben, die jeder Arzt als psychosomatisch eingestuft hat. In den letzen Monaten kam eine immer stärker werdende Schwäche hinzu.

    Die Wende kam vor ca. 5 Wochen. Wegen einer tauben Stelle am rechten Fuß suchte ich einen Neurologen auf.
    Nach dem messen der Nervenleitgeschwindigleit (NLG) stellte er eine axonale Polyneuropathie fest, für meine Muskelschmerzen hatte er keine Erklärung, ausser der psychosomatischen natürlich! Ich bekam Gabapentin!
    Ich bestand aber auf eine Abklärung in der Uni Klinik Düsseldorf (kann ich übrigens sehr empfehlen).

    Nach vielen Untersuchungen dort, einschliesslich Lumbalpunktion konnte sowohl eine entzündliche wie auch eine metabolische Ursache ausgeschlossen werden.
    Entlassen wurde ich mit der Diagnose:Diskret ausgebildetes, sensomotorisches tetraspastisches (alle vier Extremitäten einschliesslich Rumpf) Syndrom unklarer Genese

    Dokumentiert sind folgende Einschränkungen:
    Untere Extremität Fußhebung und Zehenhebung 4+/5 MRC (Hackengang nicht möglich). MER allseits symetrisch gesteigert mit Verbreiterung der Reflexzone und teils kloniformen Antworten.
    Stand und Gang: Freier stand mit geöffneten Augen sicher; Romberg unsicher mit ungerichteter Fallneigung. Stehen auf einem Bein bds. nur schwer möglich. Monopedales Hüpfen bds. verklumpt. Freies Gangbild unauffällig bis auf eine diskreten Fußheberschwäche rechts mehr als links. Seiltänzergang unsicher.
    Sensibilität: Berührung, Schmerz, Lagesinn und Stereognosie intakt. Temperatursensibilität gestört im Bereich beider Unterschenkel und Füße. Vibrationsempfinden intakt an der oberen Extremität und im Bereich desMalleolus medialis auf 4/8 reduziert.

    Ausserdem: pathologische Latenzverlängerung der sympathischen Hautantwort. (Was bedeutet das mein Sympatikus ebenfalls betroffen ist)

    EMG war übrigens ohne Befund und seltsamerweise im Krankenhaus auch das NLG.

    Tja, und seitdem frage ich mich natürlich, wie mein Körper eine Tetraspastik bekommen kann und keiner weiss warum.
    Ausserdem habe ich noch unzählige andere Symptome wie Probleme mit Augen und Hörstörungen, Probleme mit der Blase usw.
    Seit ich Baclofen bekomme geht es mir bedeutend besser, Gabapentin nehme ich zusätzlich weiter.

    Die Ärzte in der Uni Klinik sagten mir, das sie mich ambulant in drei Monaten wiedersehen möchten. Wenn sich die Symptome verschlimmern werde ich wieder stationär aufgenommen und eine Muskel- und Nervenbiopsie wird gemacht.
    Dann sagten sie mir, meine Erkrankung könnte genetisch bedingt sein, leider habe ich es versäumt sie zu fragen, welche genetische Erkrankung in Frage käme.
    Tja, nun sitze ich hier und grüble, welche Erkrankung dafür verantwortlich sein könnte.
    Ausserdem...habe ich nun eine Muskel- oder Nervenerkrankung?

    Sorry für den langen Beitrag und vielen Dank fürs lesen...
    Liebe Grüsse
    Monalie

    #2
    Hallo Monalie

    Ich habe eine Einschlusskörpermyositis.
    Einige deiner Beschwerden treffen auch auf mich zu, andere wiederum nicht.

    Es gibt soviele Muskelerkrankungen die sich kaum unterscheiden.

    Das ist auch für die Ärzte oft deprimierend, einem Kranken nicht gleich eine Dagnose geben zu können.

    Du solltest die Biopsie abwarten, vielleicht bekommst du dann deine Diagnose.

    Hab etwas Geduld, und mach dich nicht verrückt. Es gibt auch Muskelerkrankungen die behandelbar sind und mit welchen man alt werden kann.

    mfg
    Horst
    Horst , Einschlusskörpermyositis,erkannt 2002,

    Man muss so leben ,
    als habe man nur noch eine Stunde Zeit
    und könne nur das Allerwichtigste erledigen .
    Und gleichzeitig so , als werde man das ,
    was man tut , bis in alle Ewigkeit fortsetzen .

    Leo Tolstoi

    Kommentar


      #3
      Hallo Holi,

      vielen Dank für Deine Antwort. Ja, Du hast recht, die Ärzte in der Uni waren auch nicht begeistert davon, das es nicht erklärbar war. Ich fühle mich dort übrigens sehr gut aufgehoben!
      Ist Deine Erkrankung auch erst nach einer Biopsie erkannt worden?

      Das Problem ist auch meine Arbeit die mir sehr schwer fällt (Teppenhäuser putzen und nicht gerade wenige) und ich weiss nicht, wie meine Zukunft aussieht.
      Ich habe noch 20 Jahre Arbeitsleben vor mir und es gibt im Moment keine Prognose. Schleichend progredient wurde dokumentiert. Ich mache mir Sorgen....am schlimmsten ist die Ungewissheit.
      Wüsste ich mehr könnte ich planen und mein Leben danach einrichten....*seufz*.
      So hänge ich in der Luft.
      Na, mal abwarten, was bleibt mir anderes übrig.... [img]smile.gif[/img].

      Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag!
      Gruß
      Monalie

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        #4
        Hallo Monalie

        meine Einschlusskörpermyositis kann man nur durch eine Biopsie erkennen.

        ich bin 62 Jahre alt ,
        meine Diagnose wurde vor 4 Jahren in der Uni-Essen erstellt.
        Erste Anzeichen meiner Erkrankung liegen schon ca 15 Jahre zurück .
        Zu dieser Zeit wussten die Ärzte auch nichts mit meinen Beschwerden anzufangen.

        Ich habe , da die Krankheitsfortschritte fast nicht erkennbar waren, alles verdrängt, und relativ gut damit gelebt.
        Bis ich 2001 beim Aufstehen von Stühlen und beim Treppen steigen große Schwierigkeiten bekommen habe.

        Kurz nach Diagnosestellung bekam ich dann volle Erwerbsminderungsrente.

        Du siehst es geht irgendwie immer weiter, du mußt versuchen Dinge die man selber nicht ändern kann , annehmen und das Beste daraus machen.

        mfg
        Horst
        Horst , Einschlusskörpermyositis,erkannt 2002,

        Man muss so leben ,
        als habe man nur noch eine Stunde Zeit
        und könne nur das Allerwichtigste erledigen .
        Und gleichzeitig so , als werde man das ,
        was man tut , bis in alle Ewigkeit fortsetzen .

        Leo Tolstoi

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