Die Mehrzahl der Menschen mit erhöhten Leberwerten werden sicherlich keine Lebererkrankung und erst recht keine Leberschädigung haben.
Es kommt dabei auf verschiedene Faktoren sicher noch an.
Z. B. welcher Leberwert ist erhöht?
Ist die GPT erhöht, so ist das die Leber, denn die GPT wird weit überwiegend in der Leber produziert. Auch bei der GGT ist es überwiegend die Leber, evtl. auch noch das Pankreas.
Ist nur die GOT erhöht, so kann es auch etwas anderes sein. GOT ist kein reiner Leberwert.
Aber wenn ich von erhöhten Leberwerten rede, meine ich in erster Linie die GPT, in 2. Linie die GGT und erst dann andere Leberwerte. Die GOT halte ich, was die Leber angeht, für einen eher unwichtigen Wert.
Man muss natürlich unterscheiden:
1. Hat jemand dauerhaft erhöhte Leberwerte (wobei ich vor allem die GPT meine)?
2. Hat jemand immer wieder erhöhte Leberwerte und ansonsten oft grenzwertig hohe?
3. Hat jemand nur einmalig erhöhte Leberwerte, die nach einigen Wochen wieder abfallen?
Nur im letztgenannten Fall würde ich von einer nicht dauerhaften Schädigung der Leber sprechen, wie man es bei einer Hepatitis A oder eine EBV-Infektion mal haben kann.
Dass es so eine immens hohe Dunkelziffer bei Leberkrankheiten gibt, liegt an den Ärzten bzw. unserem, ach so guten Gesundheitssystem:
Wenn ich allein schon sehe, dass mein Bruder mit der milden Form einer Eisenspeicherkrankheit von seinem Hausarzt noch nicht mal gründlich untersucht wurde und noch nicht einmal, obwohl der Hinweis auf die Eisenspeicherkrankheit auf dem Laborbefund stand, zur Untersuchung an einen Leberarzt oder eine Leberambulanz überwiesen wurde.
Und bei mir war ich es, die auf der Leberbiopsie bestehen musste, die dann meinen Leberschaden auch zeigte und dazu noch die hohe Kupferbelastung.
Denn es gab Ärzte, die stillschweigend meine jahrelang erhöhten Leberwerte einem von ihnen einfach unterstellten Alkoholismus zurechneten.
Aber auch bei anderen Familienangehörigen wird seitens der Ärzte nichts getan, um erhöhte Leberwerte aufzuklären, geschweige denn deren Auswirkungen (hepatische Enzephalopathie) zu mindern.
Ich ahne allein aus den Fällen in meiner Familie daher auch, wie das bei anderen Menschen mit erhöhten Leberwerten auch abläuft.
Was die Leber angeht (und wohl nicht nur bei der Leber), ist Deutschland ein absolutes Entwicklungsland.
Es wird mehr getan bei Diabetes, bei Bluthockdruck, bei Herz- oder Lungenerkrankungen.
Bei der Leber wird einfach weggesehen, weil es eben immer noch viele talentfreie Ärzte gibt, die einfach glauben, dass jeder erhöhte Leberwert durchs Saufen käme.
Wenn man die beiden nachfolgenden Quellen liest, wird meine Meinung indirekt bestätigt:
Auslöser für eine Leberzirrhose können - außer Alkohol - Infektionen mit Hepatitis-Viren sein. Etwa 500.000 Menschen in Deutschland sind mit dem Hepatitis C Virus und etwa ebenso viele mit dem Hepatitis B Virus infiziert. Die Dunkelziffer liegt weit darüber.
Mehr als eine Million Menschen in Deutschland haben eine chronisch entzündete Leber. Doch nur die wenigsten ahnen etwas von ihrer Erkrankung. Denn das Tückische bei allen Leberentzündungen ist, dass das kranke Organ still leidet. Eine entzündete Leber tut nicht weh und ruft lange Zeit nur so unspezifische Symptome wie Abgeschlagenheit, Juckreiz oder ein Druckgefühl im Oberbauch hervor. Symptome wie Gelbfärbung von Haut und Augen (Ikterus), starke Schmerzen im Oberbauch, Erbrechen und große Müdigkeit treten meist nur bei schweren Fällen auf. Nur ein Bruchteil der Betroffenen sucht deshalb einen Arzt auf. „Das ist fatal, weil die Folgen unentdeckter Leberentzündungen dramatisch sein können“, sagt Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Leberstiftung.
Hinzu kommt noch, dass es Ärzte gibt, die nicht wissen, dass man nicht nach der Höhe der Leberwerte bei der Einschätzung der Schwere der Lebererkrankungen gehen kann. Man kann nämlich auch mit leicht erhöhten und sogar mit normalen Leberwerten schwer leberkrank sein.
Dieses Unwissen darüber führt nämlich oft dazu, dass die Ärzte sagen: Ach, die Leberwerte sind nur leicht erhöht und dabei glauben, dass man dann auch nicht schwer leberkrank sein kann und der Patient dann nicht weiter untersucht wird.
Untersuchungen nach Ursachen sind nämlich oft nicht so einfach und dann auch teuer ... und unser Gesundheitssystem will doch die Ausgaben stets senken, so dass dafür dann kein Geld da zu sein scheint.
Ich will nun auch nicht weiter ins Detail gehen.
Nein, was Leberkrankheiten angeht, gibt es eine sehr hohe Dunkelziffer und daran hat unser schlechtes Gesundheitssystem eine hohe Mitschuld.
Eben darum verstehe ich einzelne Kranke nicht, wenn sie sich bei den Wahlen für Parteien entscheiden, die für das schlechte Gesundheitssystem verantwortlich sind ...

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