Hallo lieber Guido,
vielen Dank für Deinen sehr einfühlsamen Text, er ist mein "2. Advent Highlight"
.
Tut mir leid, ich muss Dich dafür jetzt leider zulabern....
.
Die Frage ist, was würde sich ändern wenn das Kind einen Namen hat?
Die Antwort ist, ich weiß es nicht, ich weiss nur...etwas würde sich ändern. Sei es das es behandelt werden kann oder...für den Fall das es unheilbar ist...wenigstens eine vorzeigbare Diagnose.
Eine Diagnose schwarz auf weiss zu haben sichert Ansprüche, manchmal sogar Existenzen!
Der wichtigste Punkt ist wohl der das ich, da alleinerziehend, Alleinverdiener bin. Die Existenz meiner kleinen Familie ( meine Tochter und ich ) ist ganz alleine von mir abhängig.
Um zu existieren muss ich arbeiten, dass kann ich aber zur Zeit nicht. Und ohne Diagnose weiß ich weder wann, noch ob ich es jemals wieder kann.
Und die Zeit eilt, Mitte diesen Monats werde ich von der Krankenkasse ausgesteuert. Mein Krankengeld war eh so gering, dass ich ergänzend Harz 4 beantragen musste und was das bedeutet wissen eigentlich nur die, die damit leben (?) müssen.
Falls ich Rente beantragen muss ( was ohne klare Diagnose noch mal schwierig ist ) wird diese so klein sein, das ich auf Grundsicherung angewiesen sein werde. Das bedeutet....für den Rest meines Lebens chronischen Geldmangel. Wer hat unter solchen Umständen nicht Hoffnung auf Heilung?
Ich habe Angst und es ist die Angst die mich von einem Arzt zum nächsten treibt. Das Hauptproblem ist also eigentlich ein psychosoziales.
Eigentlich soll ich im Januar eine Maßnahme zur Berufseignung starten, ich befürchte das ich dort nicht antreten kann, dafür geht es mir einfach zu schlecht.
Das ist Punkt zwei! Ich möchte verstehen was in meinem Körper vor sich geht, ich möchte es mir vorstellen können.
Ich komme aus der Pflege, habe also medizinisches Grundwissen. Das macht es allerdings nicht leichter, eher im Gegenteil. Es erschüttert das Vertrauen zu manchen Ärzten zutiefst, wenn diese Aussagen tätigen, die schlichtweg falsch sind oder es macht einem sehr bewusst, wie wenig manche Ärzte wissen.
Ich muss wirklich sehr aufpassen das ich aufgrund dieser Erfahrungen nicht grundsätzlich alles anzweifle was mir erzählt wird. Zum Glück gibt es auch Ärzte denen ich vertraue und die machen vieles wieder wett.
Das kannst Du mir ruhig unterstellen, mein Leben ist vollkommen aus den Fugen geraten. Die Gründe dafür ist aber nicht die Suche und die Hoffung auf Heilung, sondern die Umstände die mit einer undiagnostizierten schweren Erkrankung verbunden sind.
Würde mich das nicht so ausgrenzen, mich nicht unter Druck von Seiten der Ämter und Behörden setzen ( die natürlich alle wollen das ich so schnell wie möglich wieder arbeiten gehe, damit sie nicht mehr zahlen müssen ), dann wäre es immer noch schlimm aber erträglicher.
Was mich ebenfalls sehr deprimiert ist die Gleichgültigkeit die manche Ärzte, angesichts der sozialen Probleme, an den Tag legen. Ich kann durchaus akzeptieren wenn ein Arzt mit seinem Latein am Ende ist und es einfach nichts mehr zu untersuchen gibt. Das ging mir nach dem ersten Aufenthalt in der Uni so als der Oberarzt sagte, "da ist etwas aber wir wissen noch nicht was".
Nicht akzeptieren kann ich aber wenn Untersuchungen nach Schema F ablaufen, dabei nichts herauskommt und man dann in die Schublade "habe fertig" geschoben wird, ohne das auch nur eine Sekunde überlegt wird, was es vielleicht noch sein könnte.
Wie viele genetisch bedingte Erkrankungen werden erst Jahre nach Ausbruch erkannt. Warum ist das so? Bestimmt nicht weil grundsätzlich immer überlegt wird und immer alle in frage kommenden Untersuchungen gemacht werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist mein Knieproblem. Ich habe seit Jahren Schmerzen in den Knien und Knoten in den Kniekehlen mich beim laufen behindern. Mein Rheumatologe sagt es sind Baker-Zysten, der Orthopäde sagt es sind Gelenkergüsse, ob beide das selbe meinen weiß ich nicht.
Tatsache ist, irgend wo müssen ja die Zysten oder Ergüsse herkommen?
Der einzige Weg herauszubekommen was da los ist ist meiner Meinung nach, rein gucken!
Nun, ich versuche seit 2 Jahren von irgend einem Arzt ein MRT zu bekommen, ohne Erfolg! Ich war bei 3 Rheumatologen und zwei Orthopäden und in einer Klink, wo ich das ansprach. Lediglich der Orthopäde hat ein Röngenbild gemacht was....natürlich...ohne Befund war. Auf meine Frage woher dann die Ergüsse kommen zuckte er nur die Schultern.
Oder die Erfahrung in der Rheumatologischen Ambulanz der Uni. Ich stellte mich dort vor und hatte wirklich eine umfassende Untersuchung. Wegen meinem Hautproblem zog die Ärztin sogar noch einen Kollegen hinzu der sich meine Beine ansah, die zur der Zeit wirklich schlimm aussahen. Der war der Meinung es sieht aus wie eine Vaskulitis, die eigentlich dringend behandelt werden müsste.
Auch die Lungenfunktionsprüfung war auffällig, "könnte von der Erkrankung kommen" sagte die Ärztin. Ich hatte wirklich Hoffnung das mir endlich geholfen wird.
4 Wochen später kam ein Bericht in dem unter anderem stand: "Hautbefund unauffällig". Der Lungenfunktionstest wurde noch nicht mal erwähnt! Fazit: kein Anzeichen einer Kollagenose!
Nun ja, es ist vorbei, inzwischen ist die Kollagenose diagnostiziert, ich wollte nur mal einige Beispiele für mein Misstrauen gegenüber Ärzten geben.
Die Gründe warum ich mir das immer wieder antue sind kompliziert und vielschichtig. Tatsache ist aber....ich muss leider.
Eigentlich mag ich nicht mehr zu irgend einem Arzt gehen und ich wünschte ich bräuchte es nicht
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Ich danke Dir vielmals für Deine guten Wünsche und den lesenswerte Text und ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche mit möglichst wenig Beschwerden
.
Ebenfalls liebe Grüße,
Monalie
vielen Dank für Deinen sehr einfühlsamen Text, er ist mein "2. Advent Highlight"
.Tut mir leid, ich muss Dich dafür jetzt leider zulabern....
.Die Frage ist, was würde sich ändern wenn das Kind einen Namen hat?
Die Antwort ist, ich weiß es nicht, ich weiss nur...etwas würde sich ändern. Sei es das es behandelt werden kann oder...für den Fall das es unheilbar ist...wenigstens eine vorzeigbare Diagnose.
Eine Diagnose schwarz auf weiss zu haben sichert Ansprüche, manchmal sogar Existenzen!
Der wichtigste Punkt ist wohl der das ich, da alleinerziehend, Alleinverdiener bin. Die Existenz meiner kleinen Familie ( meine Tochter und ich ) ist ganz alleine von mir abhängig.
Um zu existieren muss ich arbeiten, dass kann ich aber zur Zeit nicht. Und ohne Diagnose weiß ich weder wann, noch ob ich es jemals wieder kann.
Und die Zeit eilt, Mitte diesen Monats werde ich von der Krankenkasse ausgesteuert. Mein Krankengeld war eh so gering, dass ich ergänzend Harz 4 beantragen musste und was das bedeutet wissen eigentlich nur die, die damit leben (?) müssen.
Falls ich Rente beantragen muss ( was ohne klare Diagnose noch mal schwierig ist ) wird diese so klein sein, das ich auf Grundsicherung angewiesen sein werde. Das bedeutet....für den Rest meines Lebens chronischen Geldmangel. Wer hat unter solchen Umständen nicht Hoffnung auf Heilung?
Ich habe Angst und es ist die Angst die mich von einem Arzt zum nächsten treibt. Das Hauptproblem ist also eigentlich ein psychosoziales.
Eigentlich soll ich im Januar eine Maßnahme zur Berufseignung starten, ich befürchte das ich dort nicht antreten kann, dafür geht es mir einfach zu schlecht.
Mein Wissen über meine Erkrankung hilft mir nur mäßig in Bezug auf mein Leben. Es hilft jedoch viel in Bezug auf das Bedürfnis, alles verstandesgemäß einordnen zu wollen.
Ich komme aus der Pflege, habe also medizinisches Grundwissen. Das macht es allerdings nicht leichter, eher im Gegenteil. Es erschüttert das Vertrauen zu manchen Ärzten zutiefst, wenn diese Aussagen tätigen, die schlichtweg falsch sind oder es macht einem sehr bewusst, wie wenig manche Ärzte wissen.
Ich muss wirklich sehr aufpassen das ich aufgrund dieser Erfahrungen nicht grundsätzlich alles anzweifle was mir erzählt wird. Zum Glück gibt es auch Ärzte denen ich vertraue und die machen vieles wieder wett.
Das vormals gelebte Leben gerät dabei vollkommen aus den Fugen und als einziges Lebensziel steht nur noch die Hoffnung auf Heilung und die Suche danach im Vordergrund
Würde mich das nicht so ausgrenzen, mich nicht unter Druck von Seiten der Ämter und Behörden setzen ( die natürlich alle wollen das ich so schnell wie möglich wieder arbeiten gehe, damit sie nicht mehr zahlen müssen ), dann wäre es immer noch schlimm aber erträglicher.
Was mich ebenfalls sehr deprimiert ist die Gleichgültigkeit die manche Ärzte, angesichts der sozialen Probleme, an den Tag legen. Ich kann durchaus akzeptieren wenn ein Arzt mit seinem Latein am Ende ist und es einfach nichts mehr zu untersuchen gibt. Das ging mir nach dem ersten Aufenthalt in der Uni so als der Oberarzt sagte, "da ist etwas aber wir wissen noch nicht was".
Nicht akzeptieren kann ich aber wenn Untersuchungen nach Schema F ablaufen, dabei nichts herauskommt und man dann in die Schublade "habe fertig" geschoben wird, ohne das auch nur eine Sekunde überlegt wird, was es vielleicht noch sein könnte.
Wie viele genetisch bedingte Erkrankungen werden erst Jahre nach Ausbruch erkannt. Warum ist das so? Bestimmt nicht weil grundsätzlich immer überlegt wird und immer alle in frage kommenden Untersuchungen gemacht werden.
Ein gutes Beispiel dafür ist mein Knieproblem. Ich habe seit Jahren Schmerzen in den Knien und Knoten in den Kniekehlen mich beim laufen behindern. Mein Rheumatologe sagt es sind Baker-Zysten, der Orthopäde sagt es sind Gelenkergüsse, ob beide das selbe meinen weiß ich nicht.
Tatsache ist, irgend wo müssen ja die Zysten oder Ergüsse herkommen?
Der einzige Weg herauszubekommen was da los ist ist meiner Meinung nach, rein gucken!
Nun, ich versuche seit 2 Jahren von irgend einem Arzt ein MRT zu bekommen, ohne Erfolg! Ich war bei 3 Rheumatologen und zwei Orthopäden und in einer Klink, wo ich das ansprach. Lediglich der Orthopäde hat ein Röngenbild gemacht was....natürlich...ohne Befund war. Auf meine Frage woher dann die Ergüsse kommen zuckte er nur die Schultern.
Oder die Erfahrung in der Rheumatologischen Ambulanz der Uni. Ich stellte mich dort vor und hatte wirklich eine umfassende Untersuchung. Wegen meinem Hautproblem zog die Ärztin sogar noch einen Kollegen hinzu der sich meine Beine ansah, die zur der Zeit wirklich schlimm aussahen. Der war der Meinung es sieht aus wie eine Vaskulitis, die eigentlich dringend behandelt werden müsste.
Auch die Lungenfunktionsprüfung war auffällig, "könnte von der Erkrankung kommen" sagte die Ärztin. Ich hatte wirklich Hoffnung das mir endlich geholfen wird.
4 Wochen später kam ein Bericht in dem unter anderem stand: "Hautbefund unauffällig". Der Lungenfunktionstest wurde noch nicht mal erwähnt! Fazit: kein Anzeichen einer Kollagenose!
Nun ja, es ist vorbei, inzwischen ist die Kollagenose diagnostiziert, ich wollte nur mal einige Beispiele für mein Misstrauen gegenüber Ärzten geben.
Die Gründe warum ich mir das immer wieder antue sind kompliziert und vielschichtig. Tatsache ist aber....ich muss leider.
Eigentlich mag ich nicht mehr zu irgend einem Arzt gehen und ich wünschte ich bräuchte es nicht
.Ich danke Dir vielmals für Deine guten Wünsche und den lesenswerte Text und ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche mit möglichst wenig Beschwerden
.Ebenfalls liebe Grüße,
Monalie

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