Also erstens habe ich ja bereits geschrieben, dass ich nicht weiß ob ich überhaupt den Mut aufbringe die Konsequenz meiner Ansicht in der Realität umzusetzen. Zweitens, natürlich verdrängt ein todkranker den Tod, wenn er weiterlebt, obwohl seine Situation für ihn nicht mehr lebenswert ist und auch keine Chance auf Heilung besteht. Oder er verdrängt ihn nicht, hat aber zuviel Angst vor dem Tod. Welchen Grund sollte es denn sonst geben zu leiden? Da gibt es keinen anderen Grund, oder siehst du das anders? Welcher wäre das? Anstatt meine Ansicht zu verurteilen, kannst du ja deine Ansicht näher ausführen. Der einzige andere Grund der mir einfällt, wäre für Freunde, Familienmitglieder oder den Kindern weiter zu machen, das behaupten einige, sehe ich aber etwas heuchlerisch an. Für die Familie macht es mMn keinen Unterschied, zumindest keinen positiven, wenn jemand langsam vor ihren Augen schmerzvoll stirbt und das ihnen zuliebe. Ich hätte da eher Schuldgefühle. Es hat auch irgendwie den Beigeschmack die Verantwortung auszulagern.
Und, ich bewerte das Verdrängen ja nicht, jeder Mensch verdrängt den Tod in der meisten Zeit seines Lebens. Aber ich kann mich damit nicht anfreunden, wenn er nahe steht. Klar, würde ich das und würde ich die Zukunft völlig ausblenden, dann wären Probleme beim Sitzen, etwas beim Sprechen und Essen nicht tragisch, das stimmt schon, denkt man aber die Krankheit konsequent zu Ende, dann sieht das völlig anders aus. Warum man die letzte Entscheidung immer auf unmittelbares Leid, nicht aber vorausschauend, treffen können soll, erschließt sich mir überhaupt nicht. Und, dass Herrndorf mit der Situation relativ gut umgegangen ist, schrieb er ja selber seinem Verdrängen zu, darüber brauchen wir ja kaum zu diskutieren. Jemand der gut im Verdrängen ist kann eben mit solchen Situationen viel besser umgehen, wie jemand der es nicht will.
Und, ich bewerte das Verdrängen ja nicht, jeder Mensch verdrängt den Tod in der meisten Zeit seines Lebens. Aber ich kann mich damit nicht anfreunden, wenn er nahe steht. Klar, würde ich das und würde ich die Zukunft völlig ausblenden, dann wären Probleme beim Sitzen, etwas beim Sprechen und Essen nicht tragisch, das stimmt schon, denkt man aber die Krankheit konsequent zu Ende, dann sieht das völlig anders aus. Warum man die letzte Entscheidung immer auf unmittelbares Leid, nicht aber vorausschauend, treffen können soll, erschließt sich mir überhaupt nicht. Und, dass Herrndorf mit der Situation relativ gut umgegangen ist, schrieb er ja selber seinem Verdrängen zu, darüber brauchen wir ja kaum zu diskutieren. Jemand der gut im Verdrängen ist kann eben mit solchen Situationen viel besser umgehen, wie jemand der es nicht will.


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