Hallo Lissy,
ich glaube, Du weißt die Antwort auf deine Fragen schon. Selbstverständlich ist es richtig, alles das, was Du aufgezählt hast anzusprechen. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob nun Krankheit im Spiel ist oder nicht.
Das Du deine Fragen hier formulierst, zeigt eher, dass Du schon darüber sprichst, und eher nur unsicher bist, wie man diese Themen dem Anderen gegenüber zum Ausdruck bringt; ganz direkt, oder vielleicht eher durch die Blume? Dafür gibt es natürlich keine klare Richtlinie, das entscheidet sich aus der Situation heraus. Wir alle haben die Fähigkeit, einen bestimmt Sachverhalt, zB Erschöpfung, so oder so mitzuteilen.
Wie etwas erzählt wird, das sollte auch nicht immer vernunftgeleitet sein- aber darüber hatten wir ja schon geschrieben. Affekte sind natürlicher Bestandteil jeder Person und Emotionen natürlicher Bestandteil jedes Verhältnisses. Und Rücksichtnahme ist manchmal bestimmt angebracht, sollte aber nicht zum Generalstatus einer Beziehung erhoben werden. Rücksichtnahme kann machmal auch der Ausdruck dafür sein, dass man selber erschöpft ist und vom Partner die Rücksichtnahme erwartet, die man ihm gewährt. Das geht dann nicht lange gut.
Eine schwere chronische Krankheit zeichnet sich eben nicht nur durch einen bloß physischen Prozess ab, der mal mehr, mal weniger stark präsent ist und den man sprachlich auch mal eine Zeit vergessen kann. Der rein körperliche Aspekt meiner Erkrankung kommt eher selten zur Sprache. Was dagegen aus meiner Sprache überhaupt nicht wegzudenken ist, ist mein Erleben meines Krankseins. Es gibt praktisch nichts, was ich ausspreche, was nicht im Erleben meiner Erkrankung verankert ist, selbst wenn ich gerade im Augenblick des Sprechens nicht an sie denke, oder von etwas ganz anderm erzähle. Das liegt einfach daran, dass die Grundlage aller meiner Erzählungen ja die Wahrnehmungen meines Leibes sind, oder in Bezug zu diesen stehen. Wir können uns in unseren Erzählmotiven nicht entleiblichen, ohne so abstrakt zu werden, dass ich nur noch mathematischen Formelsalat von mir gebe.
Ich weiß also eigenlich gar nicht, wie es ist, wenn man aus der leiblichen Grundlage eines gesunden Körpers heraus spricht. Und manchmal erscheint mir das Ausgesprochene von Menschen ohne Erkrankung auch nur nachvollziehbar auf der Grundlage eines mir fremden Bezuges zur Welt. Dieser mir fremde Bezug ist eben ihr Gesundsein. Ich denke mir dann, das ist zu leicht, zu sorglos, zu unbekümmert, oder: zu schwer, zu umsorgend, zu bekümmernd. Es trifft selten. Aber eins ist doch ganz klar, ohne Gespräch und sei es auch noch so unbeholfen und aneinander vorbei, ohne Aussprache geht gar nichts.
Liebe Grüße
Guido
ich glaube, Du weißt die Antwort auf deine Fragen schon. Selbstverständlich ist es richtig, alles das, was Du aufgezählt hast anzusprechen. Dabei ist es ganz gleichgültig, ob nun Krankheit im Spiel ist oder nicht.
Das Du deine Fragen hier formulierst, zeigt eher, dass Du schon darüber sprichst, und eher nur unsicher bist, wie man diese Themen dem Anderen gegenüber zum Ausdruck bringt; ganz direkt, oder vielleicht eher durch die Blume? Dafür gibt es natürlich keine klare Richtlinie, das entscheidet sich aus der Situation heraus. Wir alle haben die Fähigkeit, einen bestimmt Sachverhalt, zB Erschöpfung, so oder so mitzuteilen.
Wie etwas erzählt wird, das sollte auch nicht immer vernunftgeleitet sein- aber darüber hatten wir ja schon geschrieben. Affekte sind natürlicher Bestandteil jeder Person und Emotionen natürlicher Bestandteil jedes Verhältnisses. Und Rücksichtnahme ist manchmal bestimmt angebracht, sollte aber nicht zum Generalstatus einer Beziehung erhoben werden. Rücksichtnahme kann machmal auch der Ausdruck dafür sein, dass man selber erschöpft ist und vom Partner die Rücksichtnahme erwartet, die man ihm gewährt. Das geht dann nicht lange gut.
Eine schwere chronische Krankheit zeichnet sich eben nicht nur durch einen bloß physischen Prozess ab, der mal mehr, mal weniger stark präsent ist und den man sprachlich auch mal eine Zeit vergessen kann. Der rein körperliche Aspekt meiner Erkrankung kommt eher selten zur Sprache. Was dagegen aus meiner Sprache überhaupt nicht wegzudenken ist, ist mein Erleben meines Krankseins. Es gibt praktisch nichts, was ich ausspreche, was nicht im Erleben meiner Erkrankung verankert ist, selbst wenn ich gerade im Augenblick des Sprechens nicht an sie denke, oder von etwas ganz anderm erzähle. Das liegt einfach daran, dass die Grundlage aller meiner Erzählungen ja die Wahrnehmungen meines Leibes sind, oder in Bezug zu diesen stehen. Wir können uns in unseren Erzählmotiven nicht entleiblichen, ohne so abstrakt zu werden, dass ich nur noch mathematischen Formelsalat von mir gebe.
Ich weiß also eigenlich gar nicht, wie es ist, wenn man aus der leiblichen Grundlage eines gesunden Körpers heraus spricht. Und manchmal erscheint mir das Ausgesprochene von Menschen ohne Erkrankung auch nur nachvollziehbar auf der Grundlage eines mir fremden Bezuges zur Welt. Dieser mir fremde Bezug ist eben ihr Gesundsein. Ich denke mir dann, das ist zu leicht, zu sorglos, zu unbekümmert, oder: zu schwer, zu umsorgend, zu bekümmernd. Es trifft selten. Aber eins ist doch ganz klar, ohne Gespräch und sei es auch noch so unbeholfen und aneinander vorbei, ohne Aussprache geht gar nichts.
Liebe Grüße
Guido

Ich danke dir für deine ehrlichen Worte und ich finde, daß du den Nagel ziemlich auf den Kopf getroffen hast(aber das mit dem dazugehörigen Feingefühl einer Frau
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