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Kann bei 100% lungenfunktion eine atmenschwäche vorliegen? pelztier, klaus?
Vor allem hat man auch gesehen, dass die Palliativmedizin bei Schmerzen oft an Grenzen stößt
Ja, das habe ich leider auch allzu oft schon erfahren. Und das gilt auch für starke Schmerzen infolge ursächlich nicht behandelbarer Erkrankungen, auch wenn man nicht am Lebensende steht.
Ich glaube wir haben beides das Ziel unseres Vorhabens dezent verfehlt.
Mag sein...naja...wenn die Fronten jetzt wieder geklärt sind....;-)
dass man bei solchen Schmerzen gar keine Lebensqualität mehr haben kann,
Das glaube ich auch. Überhaupt sehe ich starke Schmerzen als der Lebensqualität-Killer Nummer 1 ein. An andere Einschränkungen, Behinderungen etc kann man sich zumindest bis zu einem gewiss Grad gewöhnen und/oder einstellen, ohne dass die LQ signifikant darunter leiden muss.
Nur ist es am Ende des Lebens die Frage, ob man das Leiden schnellstmöglich beenden will oder ob man ein natürliches Ende aus welchen Gründen auch immer bevorzugt.
Stimmt, Demenz gehört auch noch dazu. Wobei die in den anfänglichen Stadien vermutlich schlimmer ist als in einem Zustand von völliger geistiger Umnachtung (wobei man trotzdem nie weiß, wie viel man auch in diesem Zustand zumindest auf emotionaler Ebene mitbekommt). Komplettes Locked-In ist natürlich auch Horror, wobei die meisten Locked-In Patienten doch lernen können sich mit Augenzwinkern rudimentär verständlich zu machen.
Ich hatte vor einiger Zeit einen polnischen Film gesehen, der von der wahren Geschichte eines Jungen handelte, der von Psychologen/Ärzte in den 70ern als "Gemüse" eingeordnet und genau so bezeichnet wurde. Er konnte nicht sprechen und laufen, was aber rein körperliche Ursachen hatte (eine Art Zerebralparese war es glaube ich); sein Verstand war dagegen hellwach. Seine Mutter kümmerte sich liebevoll trotz der Aussage der Ärzte um ihn und war auch immer der Meinung, dass er viel mehr verstand, als die Ärzte glaubten. Als sie dann allerdings einen Unfall hatte und ihn nicht mehr daheim betreuen konnte, musste sie ihn in ein Heim für "geistig Zurückgebliebene" geben (und solche Heime waren in der ehemaligen Sowjetunion grausam). Dort wurde er zum Teil menschenunwürdig behandelt. Und während er sich immer verständlich zu machen versuchte, ihm das aber lange Zeit nicht gelingen sollte, brachte er sich viele Dinge selbst bei, so das Rechnen, und schnappte alles Wissen auf, das er bekommen konnte. Um es eines Tages allen zeigen zu können, dass er kein Gemüse ist. Und tatsächlich sollte er das eines Tages schaffen, als eine Logopädin begriff, dass er geistig voll da war, nur nicht verbal kommunizieren konnte und ihm eine Möglichkeit zur Kommunikation - erst mit Sprachtafeln, später mit einem Sprachcomputer - bot. Der Film "In meinem Kopf ein Universum" ist trotz des Themas überhaupt nicht rührselig und zum Teil richtig komisch (Marke Galgenhumor). Kann ich nur empfehlen.
Zuletzt geändert von pelztier86; 13.11.2016, 02:27.
Wenn man außerdem sehen will, dass es schon bei Kindern ganz grausame neurodegenerative Erkrankungen gibt, und dass diese mitunter schlimmer als ALS sind, sollte man sich den Film Lorenzos Öl antun.
Wenn man Zwinkern kann ist der locked in ja noch nicht vollständig, unter vollständig verstehe ich auch keinerlei Möglichkeit mehr sich mitzuteilen.
So einen Film schau ich mir lieber nicht an, bin zwar kein Freund der totalen Verdrängung, aber man muss auch nicht unbedingt schlafende Hunde wecken.
Wobei ich von durchaus ein Freund des gepflegten Galghumers bin.
In der Paliativmedizin hat sich in den letzten paar Jahren einiges geändert.
Andauernde Brüllschmerzen muss keiner ertragen. Es gibt da durchaus wirksame Medikamente, die da helfen.
Da muss man sann aber dann einen Facharzt für Paliativmedizin heranlassen.
Viele normale Ärzte haben da leider noch Vornehalte gegen diese Medikamente, weil sie abhängig machen und auch lebensverkürzend wirken.
Es setzt sich langsam die Einsicht durch, das Abhängigkeit und die Verkürzung des Leidens in solchen Situationen irrelevant sind. Außer bei manchen Unbelehrbaren.
Was Lorenzos Öl angeht: Die Lebenserwartung der Kinder mit der dort behandelten Krankheit entspricht ungefähr der der Duchenne-Kinder vor 40 Jahren.
Soweit ich weiß wurden ihm Opiate in höchst möglicher Dosierung verschrieben, es dauerte dann nur mehr Tage, bis er weg war. Von ähnlichen Berichten liest man aber öfter. Mag sein, dass die Medizin hier immer besser wird, aber jeder Mensch der so leiden muss ist einer zu viel.
In der Paliativmedizin hat sich in den letzten paar Jahren einiges geändert.
Stimmt, aber nur bezogen auf bestimmte Erkrankungen/Schmerzarten, insbesondere auf Tumorschmerzen (Ausnahme Knochenkrebs/metastasen - das ist immer noch schwer in den Griff zu bekommen). Für neuropathische Schmerzen gibt es dagegen nach wie vor kein auch nur halbwegs wirksames Schmerzmittel. Und die Pharmaindustrie ist offensichtlich trotz Bedarf und nicht daran interessiert eins zu entwickeln.
Zu sagen, dass niemand heutzutage mehr Brüllschmerzen ertragen muss, ist Wunschdenken, hat aber mit der Realität (noch) nichts zu tun.
Ich war bei vielen Schmerztherapeuten und Palliativmedizinern und nach den üblichen erfolglosen Versuchen kam dann auch irgendwann das manchmal hingerotzte Eingeständnis, dass man neuropathische Schmerzen schlicht noch nicht adäquat behandeln könne.
Zuletzt geändert von pelztier86; 13.11.2016, 02:45.
Mir kommt vor manche Ärzte sehen die Grenzen der Therapierbarkeit als persönliches Scheitern an und können sich nur sehr schwer dazu durchringen sowas einzugestehen.
Das stimmt allerdings. Und vor allem scheint es mir bei vielen Ärzten nicht mehr primär um Hilfe der zumindest um Bemühungen für den Patienten da zu sein zu gehen, sondern um eine Bestätigung des gewünschten Selbstbildes, also um das Bild eines kompetenten, fürsorglichen, immer helfenden Arztes im besten Fall, im schlechtesten Fall handelt es sich um ein Gott in Weiß.
Der Patient dient also vielmehr dem Arzt als umgekehrt. Und da ist es auch logisch, dass all diejenigen Patienten abgewiesen werden und unter den Tisch fallen, die das Selbstbild aufgrund der Komplexität ihrer Erkrankung und einer fehlenden kausalen Therapieoption ankratzen können.
Und bzgl. unerträglichen Brüllschmerzen: nicht nur bei neuropathischen Schmerzen, sondern oft auch bei starken gastrointestinalen Schmerzen/Krämpfen gibt es kein wirklich wirksames Mittel. Es sei denn, man schießt dich ganz ab. Und auch das weiß ich auch aus eigener langjähriger Erfahrung.
Zuletzt geändert von pelztier86; 13.11.2016, 02:49.
So gesehen nimmt sich der entsprechende Arzt das Recht rücksichtlos Befindlichkeiten und eigene "Störungen" am Patienten auszuleben.
Und wären die Rollen in dem Moment vertauscht bekäme der Arzt auf jeden Fall und sogar berechtigt die Einweisung in die Psychatrie.
was wollen einige hier eigentlich beweisen und engagieren sich so- vor allem da LF doch so weit unter ihrem Kompetenz-Sprach-Alters- und auch Leidensniveau agiert?
Das pelztier und LF sich beispielsweise unterhalten können ohne einer Meinung zu sein freut mich.
Das er von anderen zB. kurzerhand quasi in eine geschlossene Anstalt gewünscht wird macht mich, nun ja, sehr nachdenklich. Gerade die Diskrepanz zwischen einem solchen Wunsch und der anderenorts präsentierten Herzlichkeit finde ich grausig (@Konrad)
Hallo brev,
Letzte Frage ist nach eigenem Bekunden zweimal aus der geschlossen Psychiatrie ausgebüchst. Das hat nichts mit schlechten Wünschen zu tun. Und so, wie letzte Frage sich gibt, ist das auch eine der wenigen glaubwürdigen seiner Aussagen. Konrad ist im Unterschied zu ihm körperlich sehr krank. So, wie er sich hier gibt, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass er Letzte Frage einerseits alles Gute wünscht (Konrad ist ein wirklich Lieber), ihm andererseits bei dieser Person aber die Galle überläuft. Wir sind alle nur Menschen.
Letzte Frage ist nach eigenem Bekunden zweimal aus der geschlossen Psychiatrie ausgebüchst. Das hat nichts mit schlechten Wünschen zu tun. Und so, wie letzte Frage sich gibt, ist das auch eine der wenigen glaubwürdigen seiner Aussagen. Konrad ist im Unterschied zu ihm körperlich sehr krank. So, wie er sich hier gibt, kann ich sehr gut nachvollziehen, dass er Letzte Frage einerseits alles Gute wünscht (Konrad ist ein wirklich Lieber), ihm andererseits bei dieser Person aber die Galle überläuft. Wir sind alle nur Menschen.
Viele Grüße
Marc
Danke Marc, sowas in der Richtung wollte ich heute auch posten.
Ich bin da ganz deiner Meinung was LF, die Psychiatriesache und Konrad betrifft.
Finde es von LF unter der Gürtellinie jemanden schwer kranken als Demenz Kranken hinzustellen.
Ist aber nix neues, die Demenz Kiste hatte er bei mir auch schon mal.Gähn😧
Scheint eine gewisse Art der Verteidigung zu sein, um von sich selbst abzulenken.
Das er geistigen Einschränkungen hat steht mitlerweile auch im Erdler Befund.
Sprich das pickt!
Sollte man sich halt überlegene das man von sich gibt beim Arzt.
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