Hier nun eine gekürzte Zusammenfassung meines Beitrags von letzter Nacht:
Ich kann nicht zu allem, was Du, Pelztier, schreibst, Stellung nehmen – 10000 Zeichen sind schnell erreicht.
Daher greife ich nur einiges heraus:
Da viele dieser Krankheiten genetisch verursacht sind, haben viele Patienten bereits erkrankte Verwandte wie Eltern oder Geschwister und können dann schon früh an den anfänglich oft milden Symptomen erkennen, was auf sie zukommt.
Aber selbst wenn man keine betroffenen Verwandten hat:
Oft ist die Ptosis eines der ersten Hinweise auf eine neurodegenerative Krankheit wie eine Mito, eine Myasthenie oder Parkinson.
Schon im Stadium, wo man eine Ptosis bemerkt, kann man daher ahnen, dass sich etwas entwickelt.
Denn wenn man sich die in Frage kommenden Krankheitsbilder ansieht, so weiß man, dass die Auswirkungen für die Zukunft gewaltig sein werden.
Der Führerschein ist in Gefahr ebenso wie die selbstständige Lebensführung.
Wer in einer Beziehung lebt, kann damit rechnen, dass diese an der Krankheit scheitern wird.
Wie oft trennen sich die Partner, wenn der andere eine schwere Krankheit entwickelt?
Dass ein Mensch daher frühzeitig Zukunftsängste bekommt, ist m. E. eine verständliche und normale Reaktion.
Dass Du andere Menschen für Hypochonder hälst, obwohl Du aus eigener Erfahrung weißt, wie schwer es ist, von den Ärzten wirklich ernst genommen zu werden, überrascht mich etwas.
Es gibt doch auch andere Menschen, bei denen sich eine Krankheit anbahnt und die das bei sich erkennen. Zu denen kann man doch nicht sagen, warte erst mal ab, bis Du schwer krank bist, dann ist es für die Ärzte leichter eine Diagnose zu stellen.
Bei vielen Krankheiten ist die Früherkennung wichtig, gerade bei solchen, die behandelbar sind. Aber auch bei den Krankheiten, die bei denen mit Therapien die Beweglichkeit erhalten werden kann, bei denen mit einer Schlafbeatmung eine Demenz hinausgezögert werden kann, ist eine frühe Diagnose einfach wichtig. Ebenso ist es für die Lebensplanung der Betroffenen wichtig, wenn sie früh erfahren, was auf sie zukommt.
Manche haben vor sich ein Haus zu bauen. Wenn sie wissen, dass sie eine neurodegenerative Krankheit bekommen, so werden sie dies womöglich sein lassen oder aber sie werden dann behindertengerecht bauen.
Und, und, und….
Zitat von swenne:
Zitat pelztier:
Ich stimme Swenne in dieser Meinung im wesentlichen zu.
Es gibt Menschen, die eine schwere Krankheit haben und die bevor diese diagnostiziert wurde, auch für hypochondrisch gehalten wurden.
Beim M. Wilson habe ich dies aus vielen Berichten über Patienten so gehört und gelesen. Ja, es kommt bei dieser Krankheit sogar vor, dass die Menschen vor der Diagnosestellung zunächst in der Psychiatrie bereits waren, dort von Ärzten wegen ihres Zittern belächelt und gedemütigt wurden, weil die Ärzte glaubten, dass diese Menschen simulieren! Ich erinnere mich an einen Fall, wo der Betroffene so stark zitterte, dass er nicht selbst Essen konnte und bei dem man ihm Hilfen verweigerte, weil man dachte, der solle sich nicht so anstellen.
Horrorgeschichten habe ich diesbezüglich schon gehört und gelesen.
Nein, gerade bei neurologischen Erkrankungen wird die Diagnosefindung oft durch eine Fehleinschätzung der Ärzte im Sinne von „psychosomatisch“ oder „hypochondrisch“ immens verzögert.
Ich lese auch in anderen Foren, wo es z. B. um angeborene Ataxien geht. Auch die beginnen oft schleichend und auch hier liest man über Fälle, wo die Betroffenen anfänglich belächelt wurden von den Ärzten.
Bei mir gab es damals mehrere andere Untersuchungsergebnisse, die anzeigten, dass ich eine schwere Pankreatitis hatte. Ich denke aber, dass eine so hohe Lipase allein schon auf eine schwere Pankreatitis schließen lässt. U. A. hatte ich Wasser im Bauch, stark erhöhte Entzündungswerte, MRT war nicht in Ordnung, etc. Ich bekam auch Antibiotika und natürlich viele Infusionen, denn man soll anfänglich auch nicht viel essen.
Nun, wenn Du das so sehen willst?
Lt. Ärzten war sie sehr schwer und es waren Ärzte, von denen ich weiß, dass sie mir das nicht sagten, weil sie mich bemitleiden wollten.
Ich hatte Schmerzen. Jeder empfindet Schmerzen anders stark.
Ich bin ein Mensch, der bei schweren Schmerzen nicht gleich aufhört zu denken oder zu handeln.
Ich halte auch starke Schmerzen aus ohne Schmerzmittel:
Beispiel: Nach meiner Karzinoid-OP wollte man mich mit Schmerzmitteln zudröhnen. Da ich davon ofenrohrdicke Beine mit Wassereinlagerungen am Tag nach der Op bekam (ich wog 4 kg mehr wegen des Wassers im Körper), habe auf ich die Schmerzmittel verzichtet und die wirklich heftigen Schmerzen dann ausgehalten.
Weiß denn ein Patient, wenn er in eine Notfallambulanz geht, ob er Elektrolytverschiebungen kleineren Ausmaßes hat, ob er überhaupt welche hat und ob diese nicht so stark sind, dass er gefährdet ist?
Deine Argumentation fußt auf dem Ergebnis der Untersuchung in der Notfallambulanz. Hinterher ist man nämlich immer schlauer.
Aber wenn jemand wegen Herzbeschwerden in so eine Ambulanz geht, weiß er weder, ob er einen Kaliummangel hat und wenn ja, ob der nur milde ist.
Mein Vater wurde übrigens immer von einem Arzt, der zu einem Hausbesuch gerufen wurde, in die Notfallambulanzen eingewiesen (mit Krankenwagen etc.) und es wurde bei ihm dann auch immer etwas Schwerwiegendes festgestellt. Als er diesen niedrigen Kaliumwert von 2,0 hatte, wurde er gleich stationär aufgenommen. Es muss wohl heftig gewesen sein.
Aber ich wollte eigentlich mit den beiden Beispielen meines Vaters und dem von mir, nicht auf die Details der jeweiligen Krankheit eingehen, sondern wollte nur damit auf die damit verbundenen Problematiken in den Notfallambulanzen hinweisen.
Dass die Notfallambulanzen einen immer größer werdenden Zulauf haben, hat sicher mehrere Gründe wie (nur Beispiele)
- Der Hausarzt untersuchte zuvor nicht gründlich genug und hat das Problem nicht erkannt, vielleicht auch den Patienten nicht ernst genommen
-Der Hausarzt weist den Patienten telefonisch ab, weil der Terminkalender voll ist
und /oder sagt dem Patienten, dass er gleich in die Notfallambulanz gehen solle.
-Der Hausarzt hat nicht die Möglichkeiten, die Notfallambulanzen haben wie schnelle Bestimmung eines D-Dimer, eines Troponin-Wertes oder eines zuverlässigen Kaliumwertes
etc. etc.
Man darf auch von einem Patienten auch kein medizinisches Wissen erwarten und darf daher die „Meßlatte“ für das Aufsuchen einer Notfallambulanz nicht zu hoch legen.
Notfallambulanzen legen sich oft schon bei der Anamnese auf eine mögliche Ursache fest. Bei Beschwerden im Bereich des Herzens wird nur das Herz untersucht. Ob es aber ausstrahlende Schmerzen eines anderen Organes auch sein können, wird nicht untersucht... So kann das Pankreas auch solche Schmerzen vortäuschen, dass man glaubt, der Betroffene habe einen Herzinfarkt.
Ich würde daher auch nie behaupten, dass bei den Menschen, bei denen nichts gefunden wird, auch wirklich nichts ist. Dazu gibt es zu viele Berichte darüber, dass Ärzte etwas übersehen oder fehleingeschätzt haben.
Ich glaube daher, dass viel zu oft die Menschen für Hypochonder gehalten werden und sich bei diesen dann hinterher doch eine ernste Krankheit herausstellt.
Ich kann nicht zu allem, was Du, Pelztier, schreibst, Stellung nehmen – 10000 Zeichen sind schnell erreicht.
Daher greife ich nur einiges heraus:
Was sind denn Symptome, die auf eine schwere Erkrankung hinweisen, wenn man mal von (sub)akuten Krankheitsbildern, die über Stunden bis wenige Tage und Wochen zu einer ausgeprägten Klinik führen, absieht?
Aber selbst wenn man keine betroffenen Verwandten hat:
Oft ist die Ptosis eines der ersten Hinweise auf eine neurodegenerative Krankheit wie eine Mito, eine Myasthenie oder Parkinson.
Schon im Stadium, wo man eine Ptosis bemerkt, kann man daher ahnen, dass sich etwas entwickelt.
Denn wenn man sich die in Frage kommenden Krankheitsbilder ansieht, so weiß man, dass die Auswirkungen für die Zukunft gewaltig sein werden.
Der Führerschein ist in Gefahr ebenso wie die selbstständige Lebensführung.
Wer in einer Beziehung lebt, kann damit rechnen, dass diese an der Krankheit scheitern wird.
Wie oft trennen sich die Partner, wenn der andere eine schwere Krankheit entwickelt?
Dass ein Mensch daher frühzeitig Zukunftsängste bekommt, ist m. E. eine verständliche und normale Reaktion.
Dass Du andere Menschen für Hypochonder hälst, obwohl Du aus eigener Erfahrung weißt, wie schwer es ist, von den Ärzten wirklich ernst genommen zu werden, überrascht mich etwas.
Es gibt doch auch andere Menschen, bei denen sich eine Krankheit anbahnt und die das bei sich erkennen. Zu denen kann man doch nicht sagen, warte erst mal ab, bis Du schwer krank bist, dann ist es für die Ärzte leichter eine Diagnose zu stellen.
Bei vielen Krankheiten ist die Früherkennung wichtig, gerade bei solchen, die behandelbar sind. Aber auch bei den Krankheiten, die bei denen mit Therapien die Beweglichkeit erhalten werden kann, bei denen mit einer Schlafbeatmung eine Demenz hinausgezögert werden kann, ist eine frühe Diagnose einfach wichtig. Ebenso ist es für die Lebensplanung der Betroffenen wichtig, wenn sie früh erfahren, was auf sie zukommt.
Manche haben vor sich ein Haus zu bauen. Wenn sie wissen, dass sie eine neurodegenerative Krankheit bekommen, so werden sie dies womöglich sein lassen oder aber sie werden dann behindertengerecht bauen.
Und, und, und….
Zitat von swenne:
Ich bin nach wie der Meinung das man nicht als Hypochonder geboren wird, sondern dazu irgendwie gemacht wird von den Personen in weiß.
Nein, man muss schon eine gewisse Persönlichkeitsstruktur haben um darauf anzusprechen.
Und man muss es sich gewisser Hinsicht auch "leisten" können. Denn ich habe bisher niemanden, wirklich niemanden mit einer de facto schweren chronischen Erkrankung erlebt, der hypochondrisch war. Vermutlich würde man andernfalls diese nicht überstehen. Das ist wie im Krieg: da muss man trotz der schrecklichen Situation auch tun, was zu tun ist, dafür kämpfen, für das gekämpft werden muss, und das ertragen, was ertragen werden muss.
Und man muss es sich gewisser Hinsicht auch "leisten" können. Denn ich habe bisher niemanden, wirklich niemanden mit einer de facto schweren chronischen Erkrankung erlebt, der hypochondrisch war. Vermutlich würde man andernfalls diese nicht überstehen. Das ist wie im Krieg: da muss man trotz der schrecklichen Situation auch tun, was zu tun ist, dafür kämpfen, für das gekämpft werden muss, und das ertragen, was ertragen werden muss.
Ich stimme Swenne in dieser Meinung im wesentlichen zu.
Es gibt Menschen, die eine schwere Krankheit haben und die bevor diese diagnostiziert wurde, auch für hypochondrisch gehalten wurden.
Beim M. Wilson habe ich dies aus vielen Berichten über Patienten so gehört und gelesen. Ja, es kommt bei dieser Krankheit sogar vor, dass die Menschen vor der Diagnosestellung zunächst in der Psychiatrie bereits waren, dort von Ärzten wegen ihres Zittern belächelt und gedemütigt wurden, weil die Ärzte glaubten, dass diese Menschen simulieren! Ich erinnere mich an einen Fall, wo der Betroffene so stark zitterte, dass er nicht selbst Essen konnte und bei dem man ihm Hilfen verweigerte, weil man dachte, der solle sich nicht so anstellen.
Horrorgeschichten habe ich diesbezüglich schon gehört und gelesen.
Nein, gerade bei neurologischen Erkrankungen wird die Diagnosefindung oft durch eine Fehleinschätzung der Ärzte im Sinne von „psychosomatisch“ oder „hypochondrisch“ immens verzögert.
Ich lese auch in anderen Foren, wo es z. B. um angeborene Ataxien geht. Auch die beginnen oft schleichend und auch hier liest man über Fälle, wo die Betroffenen anfänglich belächelt wurden von den Ärzten.
Du hast vll auch gelesen, dass die Höhe der Lipase nichts über die Schwere der Pankreatitis aussagt, sondern andere Parameter und das US-Bild oder CT-Bild und vor allem der Allgemeinzustand werden für die Beurteilung des Schweregrads herangezogen.
Deine akute Pankreatitis kann insofern nicht schwer gewesen sein, weil eine schwere, d.h. nekrotisierende Pankreatitis mit einer schweren Beeinträchtigung des Allgemeinzustands und Auswirkung auf die Hämodynamik, und mit schwersten Schmerzen einhergeht. Da hättest du auch keine Kraft mehr gehabt mit irgendjemandem zu diskutieren.
Lt. Ärzten war sie sehr schwer und es waren Ärzte, von denen ich weiß, dass sie mir das nicht sagten, weil sie mich bemitleiden wollten.
Ich hatte Schmerzen. Jeder empfindet Schmerzen anders stark.
Ich bin ein Mensch, der bei schweren Schmerzen nicht gleich aufhört zu denken oder zu handeln.
Ich halte auch starke Schmerzen aus ohne Schmerzmittel:
Beispiel: Nach meiner Karzinoid-OP wollte man mich mit Schmerzmitteln zudröhnen. Da ich davon ofenrohrdicke Beine mit Wassereinlagerungen am Tag nach der Op bekam (ich wog 4 kg mehr wegen des Wassers im Körper), habe auf ich die Schmerzmittel verzichtet und die wirklich heftigen Schmerzen dann ausgehalten.
Weiß gerade nicht, was mir das sagen soll. Ich bezog mich auf Elektrolytverschiebungen kleineren Ausmaßes, die manchmal solche geringgradigeren neurologischen Symptome wie Missempfindungen und Schwächegefühle machen können.
Deine Argumentation fußt auf dem Ergebnis der Untersuchung in der Notfallambulanz. Hinterher ist man nämlich immer schlauer.
Aber wenn jemand wegen Herzbeschwerden in so eine Ambulanz geht, weiß er weder, ob er einen Kaliummangel hat und wenn ja, ob der nur milde ist.
Mein Vater wurde übrigens immer von einem Arzt, der zu einem Hausbesuch gerufen wurde, in die Notfallambulanzen eingewiesen (mit Krankenwagen etc.) und es wurde bei ihm dann auch immer etwas Schwerwiegendes festgestellt. Als er diesen niedrigen Kaliumwert von 2,0 hatte, wurde er gleich stationär aufgenommen. Es muss wohl heftig gewesen sein.
Aber ich wollte eigentlich mit den beiden Beispielen meines Vaters und dem von mir, nicht auf die Details der jeweiligen Krankheit eingehen, sondern wollte nur damit auf die damit verbundenen Problematiken in den Notfallambulanzen hinweisen.
Dass die Notfallambulanzen einen immer größer werdenden Zulauf haben, hat sicher mehrere Gründe wie (nur Beispiele)
- Der Hausarzt untersuchte zuvor nicht gründlich genug und hat das Problem nicht erkannt, vielleicht auch den Patienten nicht ernst genommen
-Der Hausarzt weist den Patienten telefonisch ab, weil der Terminkalender voll ist
und /oder sagt dem Patienten, dass er gleich in die Notfallambulanz gehen solle.
-Der Hausarzt hat nicht die Möglichkeiten, die Notfallambulanzen haben wie schnelle Bestimmung eines D-Dimer, eines Troponin-Wertes oder eines zuverlässigen Kaliumwertes
etc. etc.
Man darf auch von einem Patienten auch kein medizinisches Wissen erwarten und darf daher die „Meßlatte“ für das Aufsuchen einer Notfallambulanz nicht zu hoch legen.
Notfallambulanzen legen sich oft schon bei der Anamnese auf eine mögliche Ursache fest. Bei Beschwerden im Bereich des Herzens wird nur das Herz untersucht. Ob es aber ausstrahlende Schmerzen eines anderen Organes auch sein können, wird nicht untersucht... So kann das Pankreas auch solche Schmerzen vortäuschen, dass man glaubt, der Betroffene habe einen Herzinfarkt.
Ich würde daher auch nie behaupten, dass bei den Menschen, bei denen nichts gefunden wird, auch wirklich nichts ist. Dazu gibt es zu viele Berichte darüber, dass Ärzte etwas übersehen oder fehleingeschätzt haben.
Ich glaube daher, dass viel zu oft die Menschen für Hypochonder gehalten werden und sich bei diesen dann hinterher doch eine ernste Krankheit herausstellt.

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