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Neurologen:"Nur" 5% sind Fehldiagnosen - grundsätzlich wenig

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    #46
    Hier nun eine gekürzte Zusammenfassung meines Beitrags von letzter Nacht:
    Ich kann nicht zu allem, was Du, Pelztier, schreibst, Stellung nehmen – 10000 Zeichen sind schnell erreicht.
    Daher greife ich nur einiges heraus:

    Was sind denn Symptome, die auf eine schwere Erkrankung hinweisen, wenn man mal von (sub)akuten Krankheitsbildern, die über Stunden bis wenige Tage und Wochen zu einer ausgeprägten Klinik führen, absieht?
    Da viele dieser Krankheiten genetisch verursacht sind, haben viele Patienten bereits erkrankte Verwandte wie Eltern oder Geschwister und können dann schon früh an den anfänglich oft milden Symptomen erkennen, was auf sie zukommt.

    Aber selbst wenn man keine betroffenen Verwandten hat:
    Oft ist die Ptosis eines der ersten Hinweise auf eine neurodegenerative Krankheit wie eine Mito, eine Myasthenie oder Parkinson.
    Schon im Stadium, wo man eine Ptosis bemerkt, kann man daher ahnen, dass sich etwas entwickelt.
    Denn wenn man sich die in Frage kommenden Krankheitsbilder ansieht, so weiß man, dass die Auswirkungen für die Zukunft gewaltig sein werden.
    Der Führerschein ist in Gefahr ebenso wie die selbstständige Lebensführung.
    Wer in einer Beziehung lebt, kann damit rechnen, dass diese an der Krankheit scheitern wird.
    Wie oft trennen sich die Partner, wenn der andere eine schwere Krankheit entwickelt?

    Dass ein Mensch daher frühzeitig Zukunftsängste bekommt, ist m. E. eine verständliche und normale Reaktion.

    Dass Du andere Menschen für Hypochonder hälst, obwohl Du aus eigener Erfahrung weißt, wie schwer es ist, von den Ärzten wirklich ernst genommen zu werden, überrascht mich etwas.
    Es gibt doch auch andere Menschen, bei denen sich eine Krankheit anbahnt und die das bei sich erkennen. Zu denen kann man doch nicht sagen, warte erst mal ab, bis Du schwer krank bist, dann ist es für die Ärzte leichter eine Diagnose zu stellen.
    Bei vielen Krankheiten ist die Früherkennung wichtig, gerade bei solchen, die behandelbar sind. Aber auch bei den Krankheiten, die bei denen mit Therapien die Beweglichkeit erhalten werden kann, bei denen mit einer Schlafbeatmung eine Demenz hinausgezögert werden kann, ist eine frühe Diagnose einfach wichtig. Ebenso ist es für die Lebensplanung der Betroffenen wichtig, wenn sie früh erfahren, was auf sie zukommt.
    Manche haben vor sich ein Haus zu bauen. Wenn sie wissen, dass sie eine neurodegenerative Krankheit bekommen, so werden sie dies womöglich sein lassen oder aber sie werden dann behindertengerecht bauen.
    Und, und, und….

    Zitat von swenne:
    Ich bin nach wie der Meinung das man nicht als Hypochonder geboren wird, sondern dazu irgendwie gemacht wird von den Personen in weiß.
    Zitat pelztier:
    Nein, man muss schon eine gewisse Persönlichkeitsstruktur haben um darauf anzusprechen.
    Und man muss es sich gewisser Hinsicht auch "leisten" können. Denn ich habe bisher niemanden, wirklich niemanden mit einer de facto schweren chronischen Erkrankung erlebt, der hypochondrisch war. Vermutlich würde man andernfalls diese nicht überstehen. Das ist wie im Krieg: da muss man trotz der schrecklichen Situation auch tun, was zu tun ist, dafür kämpfen, für das gekämpft werden muss, und das ertragen, was ertragen werden muss.

    Ich stimme Swenne in dieser Meinung im wesentlichen zu.
    Es gibt Menschen, die eine schwere Krankheit haben und die bevor diese diagnostiziert wurde, auch für hypochondrisch gehalten wurden.
    Beim M. Wilson habe ich dies aus vielen Berichten über Patienten so gehört und gelesen. Ja, es kommt bei dieser Krankheit sogar vor, dass die Menschen vor der Diagnosestellung zunächst in der Psychiatrie bereits waren, dort von Ärzten wegen ihres Zittern belächelt und gedemütigt wurden, weil die Ärzte glaubten, dass diese Menschen simulieren! Ich erinnere mich an einen Fall, wo der Betroffene so stark zitterte, dass er nicht selbst Essen konnte und bei dem man ihm Hilfen verweigerte, weil man dachte, der solle sich nicht so anstellen.
    Horrorgeschichten habe ich diesbezüglich schon gehört und gelesen.

    Nein, gerade bei neurologischen Erkrankungen wird die Diagnosefindung oft durch eine Fehleinschätzung der Ärzte im Sinne von „psychosomatisch“ oder „hypochondrisch“ immens verzögert.
    Ich lese auch in anderen Foren, wo es z. B. um angeborene Ataxien geht. Auch die beginnen oft schleichend und auch hier liest man über Fälle, wo die Betroffenen anfänglich belächelt wurden von den Ärzten.

    Du hast vll auch gelesen, dass die Höhe der Lipase nichts über die Schwere der Pankreatitis aussagt, sondern andere Parameter und das US-Bild oder CT-Bild und vor allem der Allgemeinzustand werden für die Beurteilung des Schweregrads herangezogen.
    Bei mir gab es damals mehrere andere Untersuchungsergebnisse, die anzeigten, dass ich eine schwere Pankreatitis hatte. Ich denke aber, dass eine so hohe Lipase allein schon auf eine schwere Pankreatitis schließen lässt. U. A. hatte ich Wasser im Bauch, stark erhöhte Entzündungswerte, MRT war nicht in Ordnung, etc. Ich bekam auch Antibiotika und natürlich viele Infusionen, denn man soll anfänglich auch nicht viel essen.
    Deine akute Pankreatitis kann insofern nicht schwer gewesen sein, weil eine schwere, d.h. nekrotisierende Pankreatitis mit einer schweren Beeinträchtigung des Allgemeinzustands und Auswirkung auf die Hämodynamik, und mit schwersten Schmerzen einhergeht. Da hättest du auch keine Kraft mehr gehabt mit irgendjemandem zu diskutieren.
    Nun, wenn Du das so sehen willst?
    Lt. Ärzten war sie sehr schwer und es waren Ärzte, von denen ich weiß, dass sie mir das nicht sagten, weil sie mich bemitleiden wollten.
    Ich hatte Schmerzen. Jeder empfindet Schmerzen anders stark.
    Ich bin ein Mensch, der bei schweren Schmerzen nicht gleich aufhört zu denken oder zu handeln.
    Ich halte auch starke Schmerzen aus ohne Schmerzmittel:
    Beispiel: Nach meiner Karzinoid-OP wollte man mich mit Schmerzmitteln zudröhnen. Da ich davon ofenrohrdicke Beine mit Wassereinlagerungen am Tag nach der Op bekam (ich wog 4 kg mehr wegen des Wassers im Körper), habe auf ich die Schmerzmittel verzichtet und die wirklich heftigen Schmerzen dann ausgehalten.

    Weiß gerade nicht, was mir das sagen soll. Ich bezog mich auf Elektrolytverschiebungen kleineren Ausmaßes, die manchmal solche geringgradigeren neurologischen Symptome wie Missempfindungen und Schwächegefühle machen können.
    Weiß denn ein Patient, wenn er in eine Notfallambulanz geht, ob er Elektrolytverschiebungen kleineren Ausmaßes hat, ob er überhaupt welche hat und ob diese nicht so stark sind, dass er gefährdet ist?
    Deine Argumentation fußt auf dem Ergebnis der Untersuchung in der Notfallambulanz. Hinterher ist man nämlich immer schlauer.

    Aber wenn jemand wegen Herzbeschwerden in so eine Ambulanz geht, weiß er weder, ob er einen Kaliummangel hat und wenn ja, ob der nur milde ist.
    Mein Vater wurde übrigens immer von einem Arzt, der zu einem Hausbesuch gerufen wurde, in die Notfallambulanzen eingewiesen (mit Krankenwagen etc.) und es wurde bei ihm dann auch immer etwas Schwerwiegendes festgestellt. Als er diesen niedrigen Kaliumwert von 2,0 hatte, wurde er gleich stationär aufgenommen. Es muss wohl heftig gewesen sein.

    Aber ich wollte eigentlich mit den beiden Beispielen meines Vaters und dem von mir, nicht auf die Details der jeweiligen Krankheit eingehen, sondern wollte nur damit auf die damit verbundenen Problematiken in den Notfallambulanzen hinweisen.

    Dass die Notfallambulanzen einen immer größer werdenden Zulauf haben, hat sicher mehrere Gründe wie (nur Beispiele)
    - Der Hausarzt untersuchte zuvor nicht gründlich genug und hat das Problem nicht erkannt, vielleicht auch den Patienten nicht ernst genommen
    -Der Hausarzt weist den Patienten telefonisch ab, weil der Terminkalender voll ist
    und /oder sagt dem Patienten, dass er gleich in die Notfallambulanz gehen solle.
    -Der Hausarzt hat nicht die Möglichkeiten, die Notfallambulanzen haben wie schnelle Bestimmung eines D-Dimer, eines Troponin-Wertes oder eines zuverlässigen Kaliumwertes
    etc. etc.
    Man darf auch von einem Patienten auch kein medizinisches Wissen erwarten und darf daher die „Meßlatte“ für das Aufsuchen einer Notfallambulanz nicht zu hoch legen.

    Notfallambulanzen legen sich oft schon bei der Anamnese auf eine mögliche Ursache fest. Bei Beschwerden im Bereich des Herzens wird nur das Herz untersucht. Ob es aber ausstrahlende Schmerzen eines anderen Organes auch sein können, wird nicht untersucht... So kann das Pankreas auch solche Schmerzen vortäuschen, dass man glaubt, der Betroffene habe einen Herzinfarkt.

    Ich würde daher auch nie behaupten, dass bei den Menschen, bei denen nichts gefunden wird, auch wirklich nichts ist. Dazu gibt es zu viele Berichte darüber, dass Ärzte etwas übersehen oder fehleingeschätzt haben.
    Ich glaube daher, dass viel zu oft die Menschen für Hypochonder gehalten werden und sich bei diesen dann hinterher doch eine ernste Krankheit herausstellt.
    Zuletzt geändert von Lilo-6; 18.06.2017, 16:02.

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      #47
      Wer die Ärzte sagt, darf sich aber auch nicht beschweren, wenn diese die Patienten sagen. Ich habe schon auch 5 Ärzte die wissen, dass ich mein Wissen nicht von Fachliteratur habe (die im Bereich MNE recht fehlerhaft ist) sondern von guten Studien, also Studien im Sience Mag, Natur oder diversen Unis und Spezialisten. Ne normale Fachliteratu kann jeder mit durchschnittlichen IQ lesen, es mangelt nicht am Intellekt, es mangelt am Willen sich die Begrifflichkeiten anzueignen. Selbst normale Studien kann der Durschnitt erfassen, wenn er sich mit der Materie befasst.

      Alles hat seine 2 Seiten.
      Zuletzt geändert von letzte Frage; 18.06.2017, 10:51.

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        #48
        ch habe schon auch 5 Ärzte die wissen, dass ich mein Wissen nicht von Fachliteratur habe (die im Bereich MNE recht fehlerhaft ist) sondern von guten Studien, also Studien im Sience Mag, Natur oder diversen Unis und Spezialisten
        Kurz zum Thema Fachliteratur, was aber auch sinngemäß für wissenschaftliche Studien gilt.

        Pelztier hat oben geraten, dass man sich in Fachliteratur schlau machen sollte.
        Das hat mehrere kritische Aspekte:
        1. Die eine ist, dass man keinem Arzt aber sagen darf, wenn man sich wirklich "Fachliteratur" wie med. Fachbücher (Kosten oft mehr als 100 Euro) zulegt oder aber auch aus wissenschaftlichen Studien sich Wissen aneignet.
        Denn man kommt dann SOFORT in die sog. "Psychoschublade".

        2. Ohne medizinische Grundkenntnisse kann ein Laie und jeder Patient ist Laie, Fachliteratur nicht nutzen. Zum einen sind in dieser Literatur in jedem Satz med. Fachbegriffe, die man erst nachlesen muss und zum anderen, was ich noch für bedenklicher halte, machen einem Laien die vielen Krankheiten, die darin oft genannt werden, zunächst mal Angst. Denn wenn jemand sieht, dass für seine Beschwerden eine ganze Palette an Krankheiten möglich ist, reagieren viele so.

        3. Das Lesen von Fachliteratur setzt einen gewissen "Intelekt" voraus. Nicht jedem Menschen ist es gegeben, Fachliteratur zu lesen und zu verstehen.

        Im Internet gibt es etliche seriöse Fachliteratur, so dass ich es nicht verurteilen würde, wenn ein Patient aus dem Internet sich schlau macht.
        Das es auch "einschlägige" Literatur im Internet gibt, d. h. Literatur, die umstritten oder gar falsch ist, sollte jeder wissen, der das Internet benutzt.
        Ich weiß, dass hier eine große Gefahr liegt. Nicht jeder Patient merkt den Unterschied zwischen seriöser Literatur und der weniger guten Literatur.

        Ich halte mich z. B. an die Literaturquellen von Unikliniken und Veröffentlichungen von deren Ärzten sowie an die Studien, wie man sie in Pubmed und anderswo findet und ebenso an die Literaturquellen von Instituten wie Robert-Koch, Friedrich-Baur und andere.

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          #49
          Naja wenn der Intellekt nicht da ist, dann bringt aber auch das I net nicht viel, zB findet man im I net bei Faszis fast nur ALS, das wird weit mehr beunruhigen, wie wenn man die DD kennt. Wenn man wirklich aufgrund kognitiver Fähigkeiten Probleme hat, dann kann man es leider auch vergessen versuchen in der Medizin was zu reißen, wie soll man denn da seinen Fall akkurat einschätzen?

          Wenn man richtige neurologische Ausfälle hat, zB Atrophien die jeder Neuro sieht, dann kommt man auch nicht mehr in die Schublade. Wenn man noch nicht soweit ist, dann muss man halt den richtigen Arzt suchen, ob man sein Wissen von Netdoktor oder sonstwo hat ist ja egal... Übrigens auch FBI und Co stellen Fachliteratur ins Netz, das Unterscheidet sich von anderen Fachliteraturen nicht. Und Pubmed ist sowieso eine Seite für Wissenschaftler, die muss man aber auch nützen können, das ist wesentlich schwerer wie Fachliteratur, insb da hie noch mehr Fachbegriffe verwendet werden wie in der Literatur bzw alles selbst zusammen gesucht werden muss, da kann man dann gleich Metastudien anfertigen. Das ist ja gerade das, was fachliteratur machen sollte.

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            #50
            Das Problem mit der Meinungsbildung gerade von Menschen mit neurologischen Krankheiten liegt oft in der Krankheit selbst:
            1. Wie viele neurologische Krankheiten führen zu Einschränkungen der kognitiven Fähigkeiten?
            Die Menschen, die davon betroffen sind, können sich selbst nur noch bedingt informieren. Denn wenn man sich nicht mehr gut konzentrieren kann, sich nicht mehr alles merken kann, ist es schwer, sich gut zu informieren.

            2. Bei einigen neurologischen Krankheiten wie den Mitos machen die Augen oft nicht mehr mit, weil die Augen davon betroffen sind und sich das beim Lesen auswirkt.


            Wenn man noch nicht soweit ist, dann muss man halt den richtigen Arzt suchen
            Wer dann das Pech hat, keinen guten Arzt zu finden, der ist wirklich arm dran.
            Denn die Zahl der Ärzte nimmt, zumindest auf dem Land, stark ab - nicht nur bei den Hausärzten, auch Fachärzte werden immer weniger auf dem Land und die meisten Menschen in D leben wohl auf dem Land.
            In weiter entfernt liegende Großstädte, wo es evtl. gute und spezialisierte Fachärzte gibt, kommt ein Mensch mit neurologischen Krankheiten oft nur noch in der Frühphase einer solchen Krankheit selbst.
            Wenn dann mal die Augenprobleme (Ptosis, Doppelbilder, Bewegungseinschränkungen) zu stark werden oder die Muskelkraft nachlässt, können viele allein nicht mehr zum Arzt gelangen.
            Wer hat schon Angehörige oder Bekannte, die bereit sind, einem zu einem Arzt in eine entfernt liegende Großstadt fahren?

            D. h. eine sehr frühe Diagnose wäre daher umso wichtiger - was aber oftmals nicht der Fall ist, siehe die vielen ungeklärten Fälle hier im Forum.

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              #51
              Wenn man selber kognitiv nicht mehr dazu in der LAge ist diagnostisch was zu machen, was hat es dann denn noch für einen Sinn? Die Neurologie ist immer noch primär ein diagnostisches Fach, d.h. muss man, wenn man die Krankheit kennt, selber versuchen Besserungen zu erreichen. Wenn es für das 1 schon nicht klappt, wie dann für das wesentlich schwerer 2 te? Gerade wenn die kognitive Leistung degeneriert, sollte man sich auch fragen, wie lange man denn das mitmachen will, mit völlig gelähmten Körper kann man noch leben, siehe Hawking, aber mit völlig gelähmten geist kann man es vergessen. Siehe Alzheimer Patienten im Endstadium, also das wäre für mich das absolute NoGo.

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                #52
                Wenn man selber kognitiv nicht mehr dazu in der LAge ist diagnostisch was zu machen, was hat es dann denn noch für einen Sinn? Die Neurologie ist immer noch primär ein diagnostisches Fach, d.h. muss man, wenn man die Krankheit kennt, selber versuchen Besserungen zu erreichen. Wenn es für das 1 schon nicht klappt, wie dann für das wesentlich schwerer 2 te? Gerade wenn die kognitive Leistung degeneriert, sollte man sich auch fragen, wie lange man denn das mitmachen will, mit völlig gelähmten Körper kann man noch leben, siehe Hawking, aber mit völlig gelähmten geist kann man es vergessen. Siehe Alzheimer Patienten im Endstadium, also das wäre für mich das absolute NoGo.
                Die kognitiven Fähigkeiten lassen meist nur schleichend nach. Man ist auch nie sicher, ob das nur eine Phase ist, weil man sehr unter Stress steht oder ob es der Beginn einer drohenden Demenz bereits ist.
                Es gibt dabei aber auch Krankheiten, bei denen sich durch die Behandlung die kognitiven Leistungen wieder bessern können, so dass man, solange man keine Diagnose hat, doch immer noch hoffen kann, dass man eine solche Krankheit hat. Ich denke da z. B. an den M. Wilson, der neurologische Schäden verursachen kann, bei dem aber auch bekannt ist, dass sich die Symptome durch eine Behandlung oft deutlich verbessern - auch die kognitiven Fähigkeiten.
                D. h. zu sagen, sobald die kognitiven Fähigkeiten betroffen sind, hat eine Diagnostik keinen Sinn mehr, wäre m. E. absolut falsch.

                Außerdem:
                Wenn ich meine Mutter betrachte, die dement ist und mir immer wieder sagt: Gott sei Dank kann ich noch klar denken (!), sehe ich, dass man trotz einer Demenz noch etwas vom Leben haben kann. Meine Mutter lebt ein einer anderen Welt und scheint zufrieden zu sein ...
                D. h. auch ein Demenzkranker hat vermutlich noch viel vom Leben, wenn auch auf eine andere Art und Weise.

                Aber natürlich will man die Demenz vermeiden ...
                Zuletzt geändert von Lilo-6; 18.06.2017, 15:59.

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                  #53
                  Ja aber kleine kognitive Defizite sind ja noch nicht so ausgeprägt, dass man nicht blind auf den Arzt verlassen muss. Wenn ich heute 5 Bier trinke bin ich kognitiv auch "blöd" (insb durch die Kombi mit Antiepileptika) kann aber immer noch komplizierte Studien lesen, insofern muss man schon ordentlich kognitiv eingeschränkt sein, dass man (wenn man wirklich will) solche Sachen auf kognitiver Ebene nicht erfassen kann.

                  Das Problem bei der Demenz ist auch weniger die Phase wo sie noch reden können sondern der Punkt, wo es in das Wachkoma abdriftet. Die Leuten scheinen noch was mitzubekommen, aber ob das nicht purster Horror ist weiß keiner.

                  Bei den neurodegenerativen Krankheiten mit Demenz kann man fast keine Behandeln, ganz selten aber doch, zB Schwermetallvergiftungen, Durchblutungsstörungen, Wilson usw usf, aber wenn eben schon eine richtige Demenz vorhanden ist und nicht leichte kognitive Einschränkungen, dass sind die Neuronen weg, da kann man nichts mehr machen, selbst bei der vaskulären. Mein Vater ist gerade an einer solchen Demenz gestorben, also ich kann mir nicht vorstellen, dass da noch ein Hauch an Lebensqualität vorhanden hätte sein können. Und dann am eigenen Erbrochenen eingehen? Das ist schon wirklich sehr viel bitterer wie ein schöner Cut.

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                    #54
                    Und Pubmed ist sowieso eine Seite für Wissenschaftler, die muss man aber auch nützen können, das ist wesentlich schwerer wie Fachliteratur, insb da hie noch mehr Fachbegriffe verwendet werden wie in der Literatur bzw alles selbst zusammen gesucht werden muss, da kann man dann gleich Metastudien anfertigen. Das ist ja gerade das, was fachliteratur machen sollte.
                    Um das richtigzustellen, auch für alle anderen hier:mit Nutzen von Fachliteratur meinte ich natürlich primär das Nutzen von pubmed und Co, wo man dann Fachartikel, die bspw. im the Lancet, Neurology etc pp. erschienen sind, einsehen kann.
                    So wissenschaftlich ist pubmed auch nicht bzw. es kommt eben darauf an. Klar, es gibt sehr wissenschaftliche Artikel zur Grundlagenforschung, für deren Verstehen man schon einiges an Vorwissen und Intellekt bedarf; es gibt aber auch mehr auf die Klinik, Diagnostik und (bisherige) Behandlungsansätze einer Erkrankung bezogene Reviews von Klinikern, die natürlich einfacher zu verstehen sind.
                    Ich habe mein gesamtes Wissen aus dem Internet, aber eben nicht von netdoktor und Co, sondern von pubmed und den entsprechenden online Ausgaben von internationalen Fachzeitschriften wie The Lancet, Neurology etc pp. Hinzu kommen einige zum Teil einsehbare Fachbücher in google books, sowie einige case studies/Fallbeispiele, die man wie auch zum Teil Fachliteratur tatsächlich auch über die google Suche finden kann, wenn man mal herausgefunden hat, wie das funktioniert. Aber das bedeutet natürlich intensive Beschäftigung und persönlichen Einsatz.
                    Auf deutsche Veröffentlichungen im Speziellen schaue ich nicht; es ist sogar eher so, dass bei den meisten Themen, die mich interessieren, die deutschen Veröffentlichungen sehr dürftig sind und der Forschungsstand in D. hinterher hinkt.
                    Hinzu kommt, dass es in der Medizin in D. eine starke Trennung zwischen Klinikern und Forschern existiert, die es so in anderen Ländern nicht gibt, was imho eindeutig Vorteile hat. Aus all diesen Gründen interessieren mich deutsche Veröffentlichungen in der Regel wenig, und gezielt danach suche ich erst recht nicht.
                    Zuletzt geändert von pelztier86; 19.06.2017, 21:41.

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                      #55
                      Ich habe weder Energie übrig noch Lust auf alles einzugehen...

                      Ich bin ein Mensch, der bei schweren Schmerzen nicht gleich aufhört zu denken oder zu handeln.....Ich halte auch starke Schmerzen aus ohne Schmerzmittel
                      Sorry, aber selten so einen Blödsinn gelesen. Das empfinde ich schon fast als anmaßend gegenüber jedem, der schon einmal schwere Schmerzen aushalten musste.
                      Jeder Mensch hat physiologisch gesehen ein anderes Schmerzempfinden - richtig. Jeder Mensch bewertet Schmerzen bis zu einem gewissen Grad anders, die psychische Toleranzschwelle differiert - richtig. Aber unter schweren und schwersten Schmerzen noch klar zu denken und zu handeln, das funktioniert nicht, bei niemanden, auch nicht bei Menschen, die Schmerzen gewohnt sind und eine hohe psychische Toleranzschwelle zwangsläufig entwickeln mussten.
                      Willst du mir damit sagen, dass du hier eine absolute Ausnahme bist, und selbst schwerste Schmerzen heroisch ertragen kannst?
                      Meine Definition von schweren und schwersten Schmerzen differiert jedenfalls offensichtlich deutlich von der deinigen.
                      Ich kenne schwere bis schwerste Schmerzen wirklich, und ich bin weiß Gott niemand, der nicht gelernt hätte Schmerzen bis zu einem recht hohen Grad besser als viele andere Menschen auszuhalten.
                      Ich maße mir aber nicht an schwere und schwerste Schmerzen gut aushalten zu können, weil ich das einfach nicht kann.

                      Da viele dieser Krankheiten genetisch verursacht sind, haben viele Patienten bereits erkrankte Verwandte wie Eltern oder Geschwister und können dann schon früh an den anfänglich oft milden Symptomen erkennen, was auf sie zukommt.
                      Aber selbst wenn man keine betroffenen Verwandten hat:
                      Oft ist die Ptosis eines der ersten Hinweise auf eine neurodegenerative Krankheit wie eine Mito, eine Myasthenie oder Parkinson.
                      Schon im Stadium, wo man eine Ptosis bemerkt, kann man daher ahnen, dass sich etwas entwickelt.
                      Denn wenn man sich die in Frage kommenden Krankheitsbilder ansieht, so weiß man, dass die Auswirkungen für die Zukunft gewaltig sein werden.
                      Der Führerschein ist in Gefahr ebenso wie die selbstständige Lebensführung.
                      Wer in einer Beziehung lebt, kann damit rechnen, dass diese an der Krankheit scheitern wird.
                      Wie oft trennen sich die Partner, wenn der andere eine schwere Krankheit entwickelt?
                      Vll differiert meine Definition einer schweren Erkrankung einfach von der deinigen.
                      Eine Ptosis kann auch bei harmlosen Erkrankungen auftreten, und selbst wenn sie das Erstsymptom einer Mito, einer Myasthenie oder eines M. Parkinson ist, heißt das noch lange nicht, dass die Erkrankung im individuellen Fall schwer verlaufen muss. Bei diesen Erkrankungen gibt es auch zahlreiche milde Verläufe, und zwar auch ohne Behandlung. Natürlich ist eine möglichst frühzeitige Diagnose anzustreben, insb. bei den Erkrankungen, bei denen ein Behandlungsansatz vorhanden ist. Für die meisten neuromuskulären und neurodegenerativen Erkrankungen spielt es aber faktisch nur ein geringe Rolle, ob die Diagnose im Frühststadium oder erst bei objektivierbaren oder größeren Auffälligkeiten gestellt wird.
                      Nein, gerade bei neurologischen Erkrankungen wird die Diagnosefindung oft durch eine Fehleinschätzung der Ärzte im Sinne von „psychosomatisch“ oder „hypochondrisch“ immens verzögert.
                      Stimmt, das habe ich auch nie bezweifelt. Aber es gibt eben auch eine Unmenge an Patienten, die eine Angsterkrankung oder psychosomatische Beschwerden oder aber leichtgradige, nicht oder nur minimal progressive somatische Beschwerden haben, die eigentlich für ihr Leben keine oder nur minimale Einschränkung darstellen würden, wenn sie nicht beständig eine schwere Erkrankung befürchten würden und der Diagnostik diesbezüglich hinterherliefen.

                      Zu denen kann man doch nicht sagen, warte erst mal ab, bis Du schwer krank bist, dann ist es für die Ärzte leichter eine Diagnose zu stellen.
                      Wie gesagt: eine frühe Diagnose ist anzustreben. Aber häufig ( = nicht immer!) handelt es sich bei den Patienten mit somatischer Erkrankung, die in einem Frühststadium schon zum Arzt gehen, weil sie sich sehr genau beobachten, um Menschen, die nicht gut mit der Unsicherheit einer ausstehenden Diagnose umgehen können ( - selbst bei vorhandener Kompetenz des Neurologen und Ernstnehmen der Symptome kann sich die Diagnostik hinziehen...), sich in der Zwischenzeit die schlimmsten Szenarien ausmalen, selbst aber nicht aktiv werden, was dazu führt, dass sie sich selbst Lebensqualität kaputtmachen, die in dem Stadium wenn überhaupt nur minimal eingeschränkt wäre. Ein leicht-mäßige Ptosis alleine ist schließlich objektiv gesehen keine Einschränkung der Lebensqualität.

                      Weiß denn ein Patient, wenn er in eine Notfallambulanz geht, ob er Elektrolytverschiebungen kleineren Ausmaßes hat, ob er überhaupt welche hat und ob diese nicht so stark sind, dass er gefährdet ist?
                      Deine Argumentation fußt auf dem Ergebnis der Untersuchung in der Notfallambulanz. Hinterher ist man nämlich immer schlauer.
                      Nein, natürlich nicht. Das ändert aber nichts an dem, was ich schrieb: bei starken Beschwerden ist das Aufsuchen einer Notfallaufnahme immer gerechtfertigt. Nur haben die Leute ein natürliches Gespür dafür, was wirklich starke Beschwerden sind und wann der Besuch einer Notfallaufnahme wirklich notwendig ist, verlernt.
                      Es ist Fakt!, dass immer mehr Menschen mit immer geringeren Beschwerden (ich rede hier bewusst nicht von: mit immer weniger schweren Erkrankungen) die Notaufnahmen aufsuchen, und sich dabei nicht einmal etwas denken. Das ist der Hauptgrund für die Zunahme der Patienten in den Notfallaufnahmen!

                      Dass Du andere Menschen für Hypochonder hälst, obwohl Du aus eigener Erfahrung weißt, wie schwer es ist, von den Ärzten wirklich ernst genommen zu werden, überrascht mich etwas.
                      Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun.
                      Die Hypochonder sind ein Teil des Problem, mit eine Ursache, warum Menschen, die wirklich schwere Erkrankungen haben, so oft fehleingeschätzt und nicht ernstgenommen werden.

                      ch denke aber, dass eine so hohe Lipase allein schon auf eine schwere Pankreatitis schließen lässt.
                      Das ist zwar offtopic, aber nein, das stimmt so nicht. Und so extrem hoch ist eine Lipase von 3000 auch nicht. Veränderungen im MRT sind unspezifisch, es kommt auf die Art und Ausprägung der Veränderungen an (und das MRT ist insgesamt sensitiver als Ultraschall). CRP ist natürlich immer deutlich erhöht, da akute Entzündung, ist aber auch nicht allein ausschlaggebend für die Beurteilung des Schweregrads; da sind andere Laborparameter und vor allem der Allgemeinzustand und die Auswirkung auf die Hämodynamik essentieller.
                      Eine nekrotisierende (= das bedeutet für mich (und eigentlich auch nach dem Standard) schwere!) Pankreatitis muss auf der Intensivstation behandelt werden (und zwar nicht nur mit Nahrungskarenz und Flüssigkeitssubstitution), und der Patient kann sich kaum mehr artikulieren aufgrund der Schmerzen und des schlechten Allgemeinzustands. Wenn du da immer noch keinen Unterschied siehst....

                      Ich würde daher auch nie behaupten, dass bei den Menschen, bei denen nichts gefunden wird, auch wirklich nichts ist
                      Habe ich auch nicht. Aber der Sinn einer Notaufnahme ist die Behandlung von akuten Zuständen/Erkrankungen, die dringend behandelt werden müssen.
                      Natürlich gibt es immer wieder schwere Fehleinschätzungen, wenn auch Patienten mit schwerer, akut zu behandelnder Erkrankung nicht behandelt werden und dann versterben oder schwere Schäden davontragen. Dann gibt es andere Fälle, in denen der Patient zwar zu Unrecht als Hypochonder eingestuft wird, er aber tatsächlich keine akut zwingend zu behandelnde Erkrankung hat, so dass er durch die Nichtbehandlung keinen Schaden davonträgt. Und dann gibt es viele Patienten, die tatsächlich einfach nur Lappalien haben und übersteigert reagieren, hypochondrisch sind etc pp.
                      Zuletzt geändert von pelztier86; 18.06.2017, 19:22.

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                        #56
                        Schwere Schmerzen sind Brüllschmerzen, da kann keiner mehr was sagen. Und von Brüllschmerzen zu Ohnmacht ist nochmal ein gutes Stück hin.

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                          #57
                          Sorry, aber selten so einen Blödsinn gelesen. Das empfinde ich schon fast als anmaßend gegenüber jedem, der schon einmal schwere Schmerzen aushalten musste.
                          Jeder Mensch hat physiologisch gesehen ein anderes Schmerzempfinden - richtig. Jeder Mensch bewertet Schmerzen bis zu einem gewissen Grad anders, die psychische Toleranzschwelle differiert - richtig. Aber unter schweren und schwersten Schmerzen noch klar zu denken und zu handeln, das funktioniert nicht, bei niemanden, auch nicht bei Menschen, die Schmerzen gewohnt sind und eine hohe psychische Toleranzschwelle zwangsläufig entwickeln mussten.
                          Ich denke, dass wir in diesem Punkt unterschiedlicher Meinung sind.
                          Ich weiß nur, dass ich 2 schwere Bauchspeicheldrüsenentzündungen hatte und jedes Mal die Lipase über dem maximalen Messbereich, der bei 3000 gewesen ist, gelegen hatte.
                          Wie hoch die Lipase dann letztlich genau war, weiß keiner.
                          Ich hatte nicht geschrieben, dass ich einen Wert von 3000 hatte, sondern einen Wert über 3000.
                          Da aber beide Krankenhäuser einen ähnlichen oder gar denselben oberen Messbereich haben, vermute ich, dass höhere Werte bei der Lipase gar nicht ermittelbar sind.
                          Oder hast Du denn einen Test gesehen, der einen noch höheren Messbereich hat?
                          Wenn ich danach googele, finde ich öfters sogar noch niedrigere obere Messbereiche, nicht aber höhere.

                          Ob man bei einer schweren Pankreatitis so schwere Schmerzen haben muss, dass man nicht mehr klar denken und handeln kann, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich heftige Schmerzen hatte und ein paar mir wichtig erscheinende Äußerungen noch getätigt habe. Natürlich ging es mir nicht so gut, als dass ich dabei habe reden und handeln können wie wenn nichts wäre.
                          Ich wurde auch, ohne es beantragt zu haben, jedes Mal in ein Einzelzimmer gelegt, vielleicht auch, weil man mir Ruhe gönnen wollte.
                          Ob nun jede behandlungspflichtige schwere Pankreatitis so verläuft, wie Du es annimmst, das kann ich nicht beurteilen.
                          Ich kann nur meine beiden Entzündungen beschreiben und das, was die Ärzte, die mich behandelten, mir dazu gesagt hatten - siehe oben.
                          Es geht mir hier auch nicht darum, etwas beweisen zu wollen, sondern ich habe diese Sache nur erwähnt, weil ich damit aufzeigen wollte, dass um ein Haar der für die Diagnose wichtigste Wert des Notfall-Labors, nämlich die Lipase, nicht mitbestimmt worden wäre und dann diese Pankreatitis nie erkannt oder behandelt worden wäre. Ein anderer Patient mit derselben Problematik hätte womöglich nichts über einen Wert wie die Lipase gewußt und bei dem wäre es dann eben zu einer Fehldiagnose gekommen.
                          D. h. Notfallambulanzen machen auch manches falsch ...

                          Würde man in den Notfallambulanzen bei Schmerzen immer die Lipase mitbestimmen, so könnte dies m. E. zu weniger Fehldiagnosen führen.
                          Dieser Wert kostet auch weniger als 3 Euro .... So viel Geld spart man nicht ein, wenn man den Wert weglässt.

                          Vll differiert meine Definition einer schweren Erkrankung einfach von der deinigen.
                          Ja, vielleicht.
                          Es geht nicht darum, dass es schwerst Kranke gibt, wozu ich Dich rechne.
                          Wenn Menschen aber ihren Beruf aufgeben müssen, wenn sie nicht mehr die Hobbys, die sie früher hatten, pflegen können und infolgedessen auch ihren Freundeskreis verlieren, wenn sie auf fremde Hilfe im Haushalt dauerhaft angewiesen sind, d. h. wenn sie immer unselbständiger werden, wollen sie doch auch mal wissen, ob die Verdachtsdiagnosen, die sie haben, nun zutreffen oder ob sie womöglich in anderen Bereichen (bei mir z. B. Paraneoplasie, andere neurologische Krankheiten, metabolische Myopathie, Wilson, etc.) suchen müssen.
                          Dass eine solche Abwärtsspirale nicht jeder so einfach wegsteckt, versteht sich von selbst.

                          Wer eine Ptosis hat, hat -zumindest ist das auch bei mir so- auch Augenbewegungsstörungen, die wiederum sich sehr negativ auf die Augenfunktionen auswirken.

                          Für die meisten neuromuskulären und neurodegenerativen Erkrankungen spielt es aber faktisch nur ein geringe Rolle, ob die Diagnose im Frühststadium oder erst bei objektivierbaren oder größeren Auffälligkeiten gestellt wird.
                          Es ist aber für die Lebensplanung eines Betroffenen und die seiner Angehörigen wichtig zu wissen, woran man ist.

                          Die Hypochonder sind ein Teil des Problem, mit eine Ursache, warum Menschen, die wirklich schwere Erkrankungen haben, so oft fehleingeschätzt und nicht ernstgenommen werden.
                          Das glaube ich wiederum nicht.
                          Ein wirklich schwer kranker Mensch hat es meiner Meinung nach viel leichter ernst genommen zu werden. Wenn jemand aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes schon schwer gezeichnet ist, nimmt man den immer ernst.
                          Hingegen haben es die Menschen schwer, die noch nicht schwerst erkrankt sind oder denen man nicht auf Anhieb ansieht, dass sie eingeschränkt sind und wie sich das auswirkt.
                          Diese Menschen werden daher oft fehleingeschätzt, weil es eben nicht offen erkennbar ist, dass sie Einschränkungen haben.
                          Dass diese dann von manchen Ärzten -zu Unrecht- als Hypochonder "beschimpft" werden, halte ich für möglich.
                          Aber ich glaube auch nicht, dass es so viele Hypochonder gibt, wie Du es zu glauben scheinst.
                          Ich bin sicher, dass die Beschwerden mancher Menschen -noch- nicht so leicht objektivierbar sind und man daher diesen Menschen Unrecht tut, wenn man sie nicht ernst nimmt. Dieses "Unrechttun" wiederum führt bei den Betroffenen zu Frust und öfters auch zu seelischen Belastungen und so triggern sich die organischen und psychischen Beschwerden womöglich auch gegenseitig.

                          Es ist Fakt!, dass immer mehr Menschen mit immer geringeren Beschwerden (ich rede hier bewusst nicht von: mit immer weniger schweren Erkrankungen) die Notaufnahmen aufsuchen, und sich dabei nicht einmal etwas denken. Das ist der Hauptgrund für die Zunahme der Patienten in den Notfallaufnahmen!
                          Ich will diese Zunahme an weniger schweren Fällen in den Notfallambulanzen nicht in Abrede stellen.
                          Ich sehe es aber eher so, dass sie die Folge der Mißstände im Gesundheitswesen ist, d. h. die hausärztliche Versorgung große Defizite aufweist. Ich denke, dass die Menschen, die in einer Notaufnahme wegen nicht direkt lebensbedrohlichen Problemen oft dann "landen", wenn sie zuvor vergeblich beim Hausarzt eine Abklärung versucht hatten.

                          Diese Mißstände in der hausärztlichen Versorgung werden nämlich parallel dazu auch immer gewaltiger. Es hören bei uns hier in diesem Jahr und in den nächsten 2 Jahren 4 Hausärzte auf. Nachfolger sind nicht in Sicht.
                          Für mich ist damit klar, dass das sich auch auf den Zulauf in den Notfallambulanzen auswirken wird.
                          Kaum eine Hausarztpraxis hat nämlich für Notfälle noch freie Termine, wenn jemand schnell mal einen Arzt braucht.
                          Daher finde ich es nicht richtig, wenn man den Patienten allein die Schuld gibt, wenn sie auf die Notfallambulanzen ausweichen.
                          Die Ursachen eines Zulaufes in den Notfallambulanzen sollten genauestens analysiert und dann behoben werden.
                          Wenn man einfach nur den Patienten die Schuld gibt, ist das zwar einfach und in Einzelfällen auch zutreffend, aber ich halte es nur für eine "Teil-Wahrheit" und die Probleme werden damit nicht gelöst.

                          Dazu noch einen Nachtrag:

                          Das empfinde ich schon fast als anmaßend gegenüber jedem, der schon einmal schwere Schmerzen aushalten musste.
                          Ich finde diese Formulierung nicht in Ordnung, denn Du unterstellst einfach, dass andere starke Schmerzen nicht gehabt haben können.
                          Es mag ja sein, dass Du vielleicht größere Schmerzen ausgehalten hast. Das kann ich nicht beurteilen. Wenngleich umgekehrt Du offenbar weißt, dass ich keine argen Schmerzen gehabt haben kann.
                          Schade, dass man Schmerzen nicht messen kann, denn nur so wäre ein Vergleich auch möglich. Jeder empfindet Schmerzen nun mal anders.
                          Aber wenn ich u. a. geschrieben habe, dass ich z. B. nach meiner Lungen-Op ohne Schmerzmittel ausgekommen bin, obwohl man da auch starke Schmerzen hatte (und mir mehrere Schmerzmittel gleichzeitig sogar geben wollte), dann wollte ich damit sagen, dass ich nicht so zimperlich bin.
                          Wegen meiner Vorerkrankungen muss ich Medikamente meiden, wo immer es geht. Ich lehnte in Krankenhäusern auch immer Schmerzmittel ab, zumal ich auch wußte, dass die Schmerzen wieder aufhören werden.
                          Wie gesagt, ich bestreite Deine Schmerzen nicht und will bestimmt nicht behaupten, dass Deine Schmerzen nicht stärker waren oder sind.
                          Aber im Aushalten von Schmerzen habe auch ich etwas Erfahrung.
                          Zuletzt geändert von Lilo-6; 19.06.2017, 10:25.

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                            #58
                            Als Abschluss dazu...
                            Ob nun jede behandlungspflichtige schwere Pankreatitis so verläuft, wie Du es annimmst, das kann ich nicht beurteilen.
                            Ich kann nur meine beiden Entzündungen beschreiben und das, was die Ärzte, die mich behandelten, mir dazu gesagt hatten - siehe oben.
                            Ich nehme gar nichts an; das ist das, was in der Fachliteratur steht, und was auch logisch nachvollziehbar ist, wenn man über ein wenig mehr Fachwissen verfügt.
                            Es gibt einzelne Fälle, in denen die Schmerzen nicht mehr so extrem stark sind (meist bei Patienten mit bereits vielen Pankreatitiden und schon stark geschädigtem Organ), aber der Allgemeinzustand bei einer schweren Pankreatitis ist dann trotzdem stark eingeschränkt, die Patienten brauchen intensiv-medizinische Überwachung und Therapie.
                            Ich finde es auch ein wenig seltsam, dass man den Ärzten, die man für inkompetent hält, weil sie die Lipase ohne das eigene Verweisen darauf nicht bestimmt hätten,
                            zu 100% glaubt, wenn es um die Beurteilung des Schweregrads der Pankreatitis geht.
                            Im Übrigen ist bei dem Panel "akutes Abdomen" die Lipase eigentlich enthalten.

                            Ich denke, dass die Menschen, die in einer Notaufnahme wegen nicht direkt lebensbedrohlichen Problemen oft dann "landen", wenn sie zuvor vergeblich beim Hausarzt eine Abklärung versucht hatten.
                            Es gibt meiner Erfahrung nach aber sehr viel mehr Menschen, die wegen geringen Beschwerden gleich in die Notfallaufnahme (häufig sogar der Uniklinik) gehen.

                            Wenn man einfach nur den Patienten die Schuld gibt, ist das zwar einfach und in Einzelfällen auch zutreffend, aber ich halte es nur für eine "Teil-Wahrheit" und die Probleme werden damit nicht gelöst.
                            Habe ich nicht. Aber ich sehe auch, dass viele Patienten ein großer Teil des Problems sind, der andere große Teil sind viele Ärzte und die Unzulänglichkeiten des Systems.

                            NACHTRAG:
                            Ein wirklich schwer kranker Mensch hat es meiner Meinung nach viel leichter ernst genommen zu werden. Wenn jemand aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes schon schwer gezeichnet ist, nimmt man den immer ernst

                            Auch das entspricht nicht meiner Erfahrung. Meine Erfahrung ist eher die, dass es keine Rolle spielt, wie krank man aussieht, so lange die Ärzte möglichst schnell und einfach eine Erklärung aus dem Hut ziehen können. So kann ein Patient mit relativ geringer Klinik ernstgenommen werden, während ein junge Frau als magersüchtig trotz einiger deutlich auffälliger Befunde, stark eingeschränktem Allgemeinzustand, starkem Untergewicht und Aszites abgestempelt wird ohne Aussicht auf Hilfe, weil die Ärzte diese Befunde nicht erklären und einordnen können (seltene Erkrankung...). Gerade auch in der Neurologie gibt es immer die Möglichkeit für den Arzt trotz objektivierbarer klinisch-neurologischer Befunde eine psychosomatische oder psychiatrische Diagnose anzunehmen, wenn seiner Meinung Befunde nicht zusammenpassen und/oder die Klinik nicht erklären. Es kann eben immer nur das geben, was es geben darf..., und die Ärzte können etwas, wenn sie es wollen, immer so drehen, dass es für sie passt.

                            Ich finde diese Formulierung nicht in Ordnung, denn Du unterstellst einfach, dass andere starke Schmerzen nicht gehabt haben können.
                            Es mag ja sein, dass Du vielleicht größere Schmerzen ausgehalten hast. Das kann ich nicht beurteilen. Wenngleich umgekehrt Du offenbar weißt, dass ich keine argen Schmerzen gehabt haben kann.
                            Schade, dass man Schmerzen nicht messen kann, denn nur so wäre ein Vergleich auch möglich. Jeder empfindet Schmerzen nun mal anders.
                            Aber wenn ich u. a. geschrieben habe, dass ich z. B. nach meiner Lungen-Op ohne Schmerzmittel ausgekommen bin, obwohl man da auch starke Schmerzen hatte (und mir mehrere Schmerzmittel gleichzeitig sogar geben wollte), dann wollte ich damit sagen, dass ich nicht so zimperlich bin.
                            Wegen meiner Vorerkrankungen muss ich Medikamente meiden, wo immer es geht. Ich lehnte in Krankenhäusern auch immer Schmerzmittel ab, zumal ich auch wußte, dass die Schmerzen wieder aufhören werden.
                            Wie gesagt, ich bestreite Deine Schmerzen nicht und will bestimmt nicht behaupten, dass Deine Schmerzen nicht stärker waren oder sind.
                            Aber im Aushalten von Schmerzen habe auch ich etwas Erfahrung.
                            Nein, die Formulierung unterstellt aus meiner Sicht nicht, dass andere keine schweren Schmerzen haben können. Ist mir schleierhaft, woran du das festmachst. Es geht nicht darum, ob ich oder jemand anderes größere Schmerzen hat aushalten müssen.
                            Meine Aussage war lediglich, dass jemand, der bereits schwere Schmerzen hat ertragen müssen, weiß, dass diese nicht gut auszuhalten sind, und schon gar nicht so, als dass man in dieser Situation noch kommunikativ wäre und klar denken oder gar sich durchsetzen könnte. Das hat überhaupt nichts mit "nicht empfindlich/zimperlich" vs "empfindlicher/zimperlicher" sein zu tun. Es gibt einen Grad an Schmerzen, ab dem selbst der schmerzerpobteste und schmerztoleranteste Patient nicht mehr so wird agieren können und ein Medikament, dass ihm potenziell eine deutlichere Linderung verschaffen könnte, nicht ablehnen wird - und das sind für mich schwere und schwerste Schmerzen.
                            Daher ist für mich die Aussage: "ich hatte schwere Schmerzen, die ich aber wegen den Nebenwirkungen (oder auch nur der Befürchtung davor) lieber aushalten wollte, weil ich nicht zimperlich bin" widersprüchlich bzw. nicht nachzuvollziehen, und zeugt für mich davon, dass dieser Patient eben nicht weiß, was schwere Schmerzen sind. Wohlgemerkt: es gibt auch für mich durchaus (auch starke) Schmerzen, die ich unter gewissen Umständen "lieber" (insb. für eine gewisse Zeit) ertrage als bestimmte starke Nebenwirkungen von Medikamenten zu haben, die noch dazu ohnehin nur minimale positive Wirkung haben (wie es der Fall ist bei den Medikamenten für neuropathische Schmerzen). Aber schwere und schwerste Schmerzen sind da noch einmal eine andere Geschichte, insb. wenn man weiß, dass es ein Medikament gibt, das eine deutlichere Linderung verschaffen könnte.
                            Zuletzt geändert von pelztier86; 19.06.2017, 21:57.

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                              #59
                              Auch ich möchte zum Abschluss dieser Diskussion kommen, weil sie uns beide nicht weiterbringt.
                              Zu ein paar Deiner Antworten will ich aber noch etwas schreiben:
                              Du argumentierst mit dem, was in der Fachliteratur steht, was prinzipiell nicht falsch ist, denn die Fachliteratur weiß schon eine Menge. Aber es gibt im Einzelfall auch immer wieder Abweichungen, wie Du auch weißt.

                              ch finde es auch ein wenig seltsam, dass man den Ärzten, die man für inkompetent hält, weil sie die Lipase ohne das eigene Verweisen darauf nicht bestimmt hätten, zu 100% glaubt, wenn es um die Beurteilung des Schweregrads der Pankreatitis geht.
                              Die Ärztin in der Notfallambulanz war glücklicherweise nicht auf der Station danach für mich zuständig. Denn dann hätte ich womöglich darum gebeten, einen anderen Arzt zu bekommen. Ich hatte dort mit dem Chefarzt des Krankenhauses und dem Arzt der Abteilung Gastroenterologie zu tun, als ich auf Station war. Der Chefarzt war es, der mir sagte, dass ich eine schwere Pankreatitis hätte. Ich gehe aber schon davon aus, dass es sicher noch Steigerungen gibt.

                              Dass die Ärztin dort die Lipase nicht mitbestimmt hätte, hat mich auch gewundert. Mein Eindruck ist, dass man dort die Anweisung hat, mit möglichst wenigen Laborwerten eine Diagnose zu stellen. Bei meinen Eltern habe ich nämlich mich auch immer wieder gewundert, dass man dort so sparsam ist bei den Laborwerten. Aber vielleicht ist das auch anderswo so.

                              Nochmals zu den "schweren Schmerzen":
                              Ob es noch Steigerungen im Schweregrad der Schmerzen gibt, will ich nicht ausschließen und ich werde auch dann versuchen, auf Schmerzmittel zu verzichten.
                              Aber schwere und schwerste Schmerzen sind da noch einmal eine andere Geschichte, insb. wenn man weiß, dass es ein Medikament gibt, das eine deutlichere Linderung verschaffen könnte.
                              Wenn man genau weiß, welches Schmerzmittel einem helfen wird und wenn es bei einer wirklich einmaligen Anwendung bliebe ...
                              Ich bekam mal von einem Arzt die Empfehlung, dass ich mir das Schmerzmittel merken solle, das mir am besten geholfen hat, weil die einzelnen Schmerzmittel offenbar bei jedem unterschiedlich wirken.
                              Ich weiß nur, dass in den Fällen, wo ich früher mal ein Schmerzmittel genommen habe, ich keine große lindernde Wirkung hatte. Vielleicht hätte ich davon mehr nehmen müssen oder vielleicht wäre ein anderes wirksamer gewesen? Jedenfalls sagte ich mir, dass bei einer eh fraglichen Wirkung ich wegen der Nebenwirkungen darauf besser verzichte. Und es ging dann die letzten Jahre auch.

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                                #60
                                Zitat von Lilo-6 Beitrag anzeigen
                                Ich denke, dass wir in diesem Punkt unterschiedlicher Meinung sind.
                                Ich weiß nur, dass ich 2 schwere Bauchspeicheldrüsenentzündungen hatte und jedes Mal die Lipase über dem maximalen Messbereich, der bei 3000 gewesen ist, gelegen hatte.
                                Wie hoch die Lipase dann letztlich genau war, weiß keiner.
                                Ich hatte nicht geschrieben, dass ich einen Wert von 3000 hatte, sondern einen Wert über 3000.
                                Da aber beide Krankenhäuser einen ähnlichen oder gar denselben oberen Messbereich haben, vermute ich, dass höhere Werte bei der Lipase gar nicht ermittelbar sind.
                                Oder hast Du denn einen Test gesehen, der einen noch höheren Messbereich hat?
                                Wenn ich danach googele, finde ich öfters sogar noch niedrigere obere Messbereiche, nicht aber höhere.

                                Ob man bei einer schweren Pankreatitis so schwere Schmerzen haben muss, dass man nicht mehr klar denken und handeln kann, kann ich nicht sagen. Ich weiß nur, dass ich heftige Schmerzen hatte und ein paar mir wichtig erscheinende Äußerungen noch getätigt habe. Natürlich ging es mir nicht so gut, als dass ich dabei habe reden und handeln können wie wenn nichts wäre.
                                Ich wurde auch, ohne es beantragt zu haben, jedes Mal in ein Einzelzimmer gelegt, vielleicht auch, weil man mir Ruhe gönnen wollte.
                                Ob nun jede behandlungspflichtige schwere Pankreatitis so verläuft, wie Du es annimmst, das kann ich nicht beurteilen.
                                Ich kann nur meine beiden Entzündungen beschreiben und das, was die Ärzte, die mich behandelten, mir dazu gesagt hatten - siehe oben.
                                Es geht mir hier auch nicht darum, etwas beweisen zu wollen, sondern ich habe diese Sache nur erwähnt, weil ich damit aufzeigen wollte, dass um ein Haar der für die Diagnose wichtigste Wert des Notfall-Labors, nämlich die Lipase, nicht mitbestimmt worden wäre und dann diese Pankreatitis nie erkannt oder behandelt worden wäre. Ein anderer Patient mit derselben Problematik hätte womöglich nichts über einen Wert wie die Lipase gewußt und bei dem wäre es dann eben zu einer Fehldiagnose gekommen.
                                D. h. Notfallambulanzen machen auch manches falsch ...

                                Würde man in den Notfallambulanzen bei Schmerzen immer die Lipase mitbestimmen, so könnte dies m. E. zu weniger Fehldiagnosen führen.
                                Dieser Wert kostet auch weniger als 3 Euro .... So viel Geld spart man nicht ein, wenn man den Wert weglässt.


                                Ja, vielleicht.
                                Es geht nicht darum, dass es schwerst Kranke gibt, wozu ich Dich rechne.
                                Wenn Menschen aber ihren Beruf aufgeben müssen, wenn sie nicht mehr die Hobbys, die sie früher hatten, pflegen können und infolgedessen auch ihren Freundeskreis verlieren, wenn sie auf fremde Hilfe im Haushalt dauerhaft angewiesen sind, d. h. wenn sie immer unselbständiger werden, wollen sie doch auch mal wissen, ob die Verdachtsdiagnosen, die sie haben, nun zutreffen oder ob sie womöglich in anderen Bereichen (bei mir z. B. Paraneoplasie, andere neurologische Krankheiten, metabolische Myopathie, Wilson, etc.) suchen müssen.
                                Dass eine solche Abwärtsspirale nicht jeder so einfach wegsteckt, versteht sich von selbst.

                                Wer eine Ptosis hat, hat -zumindest ist das auch bei mir so- auch Augenbewegungsstörungen, die wiederum sich sehr negativ auf die Augenfunktionen auswirken.


                                Es ist aber für die Lebensplanung eines Betroffenen und die seiner Angehörigen wichtig zu wissen, woran man ist.


                                Das glaube ich wiederum nicht.
                                Ein wirklich schwer kranker Mensch hat es meiner Meinung nach viel leichter ernst genommen zu werden. Wenn jemand aufgrund seines äußeren Erscheinungsbildes schon schwer gezeichnet ist, nimmt man den immer ernst.
                                Hingegen haben es die Menschen schwer, die noch nicht schwerst erkrankt sind oder denen man nicht auf Anhieb ansieht, dass sie eingeschränkt sind und wie sich das auswirkt.
                                Diese Menschen werden daher oft fehleingeschätzt, weil es eben nicht offen erkennbar ist, dass sie Einschränkungen haben.
                                Dass diese dann von manchen Ärzten -zu Unrecht- als Hypochonder "beschimpft" werden, halte ich für möglich.
                                Aber ich glaube auch nicht, dass es so viele Hypochonder gibt, wie Du es zu glauben scheinst.
                                Ich bin sicher, dass die Beschwerden mancher Menschen -noch- nicht so leicht objektivierbar sind und man daher diesen Menschen Unrecht tut, wenn man sie nicht ernst nimmt. Dieses "Unrechttun" wiederum führt bei den Betroffenen zu Frust und öfters auch zu seelischen Belastungen und so triggern sich die organischen und psychischen Beschwerden womöglich auch gegenseitig.


                                Ich will diese Zunahme an weniger schweren Fällen in den Notfallambulanzen nicht in Abrede stellen.
                                Ich sehe es aber eher so, dass sie die Folge der Mißstände im Gesundheitswesen ist, d. h. die hausärztliche Versorgung große Defizite aufweist. Ich denke, dass die Menschen, die in einer Notaufnahme wegen nicht direkt lebensbedrohlichen Problemen oft dann "landen", wenn sie zuvor vergeblich beim Hausarzt eine Abklärung versucht hatten.

                                Diese Mißstände in der hausärztlichen Versorgung werden nämlich parallel dazu auch immer gewaltiger. Es hören bei uns hier in diesem Jahr und in den nächsten 2 Jahren 4 Hausärzte auf. Nachfolger sind nicht in Sicht.
                                Für mich ist damit klar, dass das sich auch auf den Zulauf in den Notfallambulanzen auswirken wird.
                                Kaum eine Hausarztpraxis hat nämlich für Notfälle noch freie Termine, wenn jemand schnell mal einen Arzt braucht.
                                Daher finde ich es nicht richtig, wenn man den Patienten allein die Schuld gibt, wenn sie auf die Notfallambulanzen ausweichen.
                                Die Ursachen eines Zulaufes in den Notfallambulanzen sollten genauestens analysiert und dann behoben werden.
                                Wenn man einfach nur den Patienten die Schuld gibt, ist das zwar einfach und in Einzelfällen auch zutreffend, aber ich halte es nur für eine "Teil-Wahrheit" und die Probleme werden damit nicht gelöst.

                                Dazu noch einen Nachtrag:


                                Ich finde diese Formulierung nicht in Ordnung, denn Du unterstellst einfach, dass andere starke Schmerzen nicht gehabt haben können.
                                Es mag ja sein, dass Du vielleicht größere Schmerzen ausgehalten hast. Das kann ich nicht beurteilen. Wenngleich umgekehrt Du offenbar weißt, dass ich keine argen Schmerzen gehabt haben kann.
                                Schade, dass man Schmerzen nicht messen kann, denn nur so wäre ein Vergleich auch möglich. Jeder empfindet Schmerzen nun mal anders.
                                Aber wenn ich u. a. geschrieben habe, dass ich z. B. nach meiner Lungen-Op ohne Schmerzmittel ausgekommen bin, obwohl man da auch starke Schmerzen hatte (und mir mehrere Schmerzmittel gleichzeitig sogar geben wollte), dann wollte ich damit sagen, dass ich nicht so zimperlich bin.
                                Wegen meiner Vorerkrankungen muss ich Medikamente meiden, wo immer es geht. Ich lehnte in Krankenhäusern auch immer Schmerzmittel ab, zumal ich auch wußte, dass die Schmerzen wieder aufhören werden.
                                Wie gesagt, ich bestreite Deine Schmerzen nicht und will bestimmt nicht behaupten, dass Deine Schmerzen nicht stärker waren oder sind.
                                Aber im Aushalten von Schmerzen habe auch ich etwas Erfahrung.
                                Wer wo wieviel Schmerzen gehabt hat ist doch hier nicht wichtig.
                                Mädels, wir haben genug Kummer, beendet diese unnötige Diskussion.

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